Wolfgang Wittenburg

 

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° Journalist

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps Mai 2022

„Polizeiruf 110 – Das Licht, das die Toten sehen“, So., 15.5., 20.15 Uhr, ARD

Nächster „Polizeiruf 110“ aus München mit Kommissarin Elisabeth (Bess“ Eyckhoff (Verena Altenberger): Ein totes Mädchen, in Plastik gewickelt, vergraben. Keine verwertbaren Spuren. Keine konkreten Anhaltspunkte. Kriminaloberkommissarin Eyckhoff versucht, den Mord an der 16-jährigen Laura Schmidt aufzuklären. Gemeinsam mit Dennis Eden (Stephan Zinner), der mittlerweile auch zur Mordkommission gewechselt ist, sucht „Bessie“ nach Hinweisen und stößt dabei auf einen früheren Fall: das Verschwinden der damals ebenfalls 16-jährigen Anne Ludwig. Gibt es zwischen diesen beiden Fällen einen Zusammenhang? Beide Mädchen sind nach dem abendlichen Eislaufen in einen weißen Transporter eingestiegen. Auf einmal taucht Caroline Ludwig (Anna Grisebach) im Kommissariat auf. Sie möchte wissen, ob das gefundene Mädchen ihre vermisste Tochter Anna ist. Bessie muss dies verneinen. Als erste Ermittlungen ergeben, dass ausgerechnet Caroline Ludwig wohl als Letzte mit Laura gesprochen hatte, steht die sehr labil wirkende Frau unter dringendem Tatverdacht. Bessie glaubt an ihre Unschuld, aber die Beweise gegen Caroline Ludwig verdichten sich immer mehr.

„Der Kommissar und die Eifersucht“, Mo., 16.5., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Rudolf Wernicke
Foto: ZDF - Rudolf Wernicke

Ziemlich wirre Geschichte um einen vier-jähriger Jungen, der plötzlich spurlos abends vom Spielplatz in einer Berliner Hochhaussiedlung verschwindet. Erste Ermittlungen laufen ins Leere. Dem Ermittler Martin Brühl (Roeland Wiesnekker) läuft die Zeit davon, denn je länger die Suche dauert, desto geringer die Aussicht auf Erfolg. Kommissar Brühl kümmert sich um die aufgelöste Mutter Dina Ritter (gut: Stephanie Amarell). Sie hatte ihren Sohn nur kurz aus den Augen gelassen. Die Ermittlungen nehmen eine jähe Wendung, als Dinas älterer Bruder Tobias Ritter (Jacob Matschenz) am Tatort erscheint. Entschuldigend erklärt er den überraschten Kollegen: Benjamin existiere nicht, Benjamin sei eine Einbildung. Alles spricht dafür, dass die vermeintliche Mutter Dina mit einem Trauma zu kämpfen hat, das lange zurückliegt, ihren Blick auf die Wirklichkeit aber noch heute trübt. Die Geschichte scheint klar, der Fall soll zu den Akten gelegt werden. Doch Kommissar Brühl lässt die Angelegenheit nicht los und er ermittelt auf eigene Faust und stellt überrascht fest: Benjamin existiert. Nur anders als in Dinas Kopf.

„Alte Bande“, Mi., 18.5., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 8.1.2020: Boxer (Mario Adorf) ist der König der Justizvollzugsanstalt. Nichts läuft ohne ihn in „seinem“ Gefängnis, und wenn es sein muss, schlägt er auch schon mal einen deutlich jüngeren Mitinsassen k.o. – und das mit über 80 Jahren, wohlgemerkt. Sein fortgeschrittenes Alter fordert jedoch zusehends seinen Tribut, was auch dem Gefängnisarzt nicht entgangen ist. Boxer soll in ein Gefängnis speziell für Senioren verlegt werden – allein die Vorstellung lässt den rüstigen Knast-Veteran erschaudern. Doch dann eröffnet ihm sein Kumpel Henne (Hermann Beyer), dass er auf der Suche nach Boxers großer Liebe Kathrin (Hildegard Schmahl) endlich fündig geworden sei, und mehr noch: Er habe erfahren, dass Kathrin eine Tochter habe – und die sehe Boxer verblüffend ähnlich ... Auf einmal hat der alte Gauner gar nichts mehr gegen die Verlegung in den Seniorenknast. Von dort, so hat er sich vorgenommen, wird ihm die Flucht gelingen. Und dann wird er die Frau wiedersehen, die er einst heiraten wollte, und seine Tochter vielleicht noch dazu. Mit einer Sache hat Boxer allerdings nicht gerechnet: In seiner neuen Knast-Heimat ist auch sein einstiger Freund Wallberg (Tilo Prückner) untergebracht. Mit ihm und Henne hatte Boxer in den 80ern mehrere Raubüberfälle begangen, darunter einen spektakulären, millionenschweren Juwelenraub. Boxer und Wallberg wurden verurteilt, Henne konnte nichts nachgewiesen werden. Die Beute blieb verschwunden. Noch in der Untersuchungshaft schlug Boxer damals Wallberg krankenhausreif. Er vermutete, dass Wallberg mindestens ein Auge auf Kathrin geworfen hatte. Im Seniorenknast spielt Wallberg ziemlich überzeugend den harmlosen Dementen, um ungestört mit Medikamenten dealen zu können. Boxer aber durchschaut ihn und ist weiterhin auf Konfrontation gebürstet – bis Wallberg ihm vorschlägt, gemeinsam zu fliehen. Was Boxer nicht ahnt: Wallberg hat dank Hennes Zutun dasselbe Motiv wie er – schließlich könnte Kathrins Tochter ja auch sein Kind sein.

„Marie Brand und der entsorgte Mann“, Mi., 18.5., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Guido Engels
Foto: ZDF - Guido Engels

Nächster, aber eher Mittelmaß-Krimi aus Köln. Dort wird der Leichnam des Bauschutt-Entsorgers Lutz Köhm auf dem Gelände des maroden Entsorgungsbetriebs von Kai Milas imm Müll gefunden. Von der Freundin des Toten, Jasmin Schulte, erfahren die Kommissare Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann), dass die Geschäftsbeziehung zwischen Lutz Köhm und Kai Milas zuletzt sehr angespannt war. Auch Jasmin gerät in den Fokus der Ermittler. Zwischen ihr und ihrem Freund Lutz kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, als sie von dessen Affäre erfuhr. Bei der Recherche im Arbeitsumfeld des Mordopfers finden Brand und Simmel heraus, dass er bis vor einem Jahr noch Angestellter des großen Recyclinghofs Schottbusch war. Als er dort einen Unfall verursachte, durch den ein Mann ins Koma fiel, wurde er entlassen. Die großzügige Abfindung, die er dabei von seinem Chef Patrick Schottbus erhielt, macht die Kommissare misstrauisch. Welche Rolle spielt es, dass das Opfer des Unfalls ein Umweltschützer war, der auf dem Recyclinghof des Großunternehmers nach illegalen Machenschaften suchte?

„Kommissar Marthaler – Die Sterntaler-Verschwörung“, Do., 19.5., 21.50 Uhr, ARTE

Dies ist bereits der fünfte Krimi (Erstsendung war am Fr., 17.3.2017, 20.15 Uhr auf ARTE) nach der Romanfigur von Erfolgsautor Jan Segher und mit Sarah Jonas (Alice Dwyer) hat nun auch der Frankfurter „Kommissar Marthaler“ (Vorname Robert) eine Assistentin an seiner Seite. Trotzdem bleibt der von Matthias Koeberlin gespielte Ermittler – mit dem ältesten Dienstwagen der TV-Welt – ein Einzelgänger. In diesem brutalen ZDF-Montagskrimi mit viel Geballere geht es um den Tod einer jungen Frau in einem schäbigen Hotelzimmer. Der unbekannten Frau wurde in Halsschlagader und linkes Auge geschossen (was in Großaufnahme auch zu sehen ist). Um die „Sterntaler“-Verschwörung aufzuklären geht es für das Ermittler-Team ins Rotlicht-Milieu und auch Spitzenpolitiker unterwegs sind. Und es bahnt sich eine mögliche Verstrickung des BKA-Beamten Rotteck (André M. Hennicke) in den Fall an, was die Ermittlungen nicht einfacher macht.

„Schule am Meer“, Fr., 20.5., 20.15 Uhr, ARD

Start der nächsten Mittelmaß-Reihe im Ersten – spielt dieses Mal in einer Flensburger Berufsschule: Dort liebt Katharina Henriks (Anja Kling) ihren Job als Direktorin an der Förde. Mit Humor und Empathie trägt sie die Verantwortung für 2.000 Schüler und ein 100-köpfiges Lehrerkollegium. Dass der Stadtrat Olsen (Oliver Sauer) mit Finanzkürzungen droht, bereitet ihr ebenso Unbehagen wie dessen Einfall, seinen Bruder Erik Olsen (Oliver Mommsen) als Gastdozenten einzustellen. Der beruflich erfolgreiche Schulabbrecher und weit gereiste Foodblogger gefällt jedoch nicht nur Katharinas Büro-Assistentin (Victoria Fleer), sondern kommt auch bei der Gastronomie-Klasse bestens an. Zum Leidwesen seiner Direktorin stärkt Erik Olsen die Abenteuerlust seines Schülers Jonas (Junis Marlon) – ohne von dessen Problemen zu wissen. Die Chefin (Johanna Gastdorf) seines Ausbildungsbetriebs droht ihm mit Kündigung: Sie möchte erzwingen, dass ihre 18-jährige Tochter (Andrea Guo) nach Hause kommt, die mit dem Azubi zusammen ist und nichts mehr von ihrer Familie wissen will! Während Erik Öl ins Feuer gießt, versucht Katharina, eine Eskalation zu verhindern. Dafür muss sie ihren Kollegen aber auf Kurs bringen.

„Wilsberg – Ins Gesicht geschrieben“, Sa., 21.5., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Sa., 2.11.2019, 20.15 Uhr: Das Thema ist gut, die Umsetzung aber leider etwas langatmig – und dies ist einer von zwei „Wilsberg“-Krimis, in denen die wunderbare Rita Russek (als Kommissarin Anna Springer) nur im Vorspann zu sehen ist, und die statt in Münster auch noch in Bielefeld spielt: Denn Ekki Talkötter (Oliver Korittke) wird nach Bielefeld zum Firmenjubiläum eines Freundes eingeladen. Georg Wilsberg (Leonard Lansink) begleitet Ekki, um seinen alten Freund Manni (Heinrich Schafmeister) in Bielefeld zu sehen. Doch aus dem Treffen wird (vorerst) nichts. Die Smartphone-App „Face23“, die Menschen per Gesichtserkennung identifiziert und alle im Netz verfügbaren Informationen zu einer Person zusammenträgt, sorgt in Bielefeld für Aufsehen. Technik-Muffel Wilsberg lässt das zunächst kalt. Als jedoch ein Video im Netz kursiert, das Alex Holtkamp (Ina Paule Klink) neben einem Toten kniend zeigt, ist Wilsberg gezwungen, sich mit der App auseinanderzusetzen. Denn Alex gerät unter Mordverdacht. Und zum Ende gibt es von Simply Red „If You Don‘t Know Me By Now“ zu hören.

„Der Geist im Glas“, So., 22.5, 11.00 Uhr, ARD

Wiederholung von 25.12.2021, 14.15 Uhr, ARD: Sophia (Sofie Eifertinger), angehende Ärztin und Tochter eines Holzfällers, absolviert ihr praktisches Jahr in der Arztpraxis von Doktor Roth (Ercan Durmaz). Der Doktor ist sehr zufrieden mit ihr und vertraut Sophia deshalb den Schlüssel zur Medikamentenkammer an, unter der Bedingung, dass sie nichts aus dem Medizinschrank anrührt. Doch Sophia entdeckt ein Glas, in dem der Geist Mercurius sitzt und der fleht sie an, ihn freizulassen … In der Rolle des Zimmermanns Herbert ist Oliver Petszokat zu sehen –under sagt dazu: „Ich bin mit Märchen aufgewachsen und habe als Kind Märchenfilme geschaut. Mich begleiten diese Filme bis heute, irgendwann habe ich, obwohl ich aus dem Westen stamme, auch die wunderbaren DEFA-Märchenfilme für mich entdeckt. Auch die Reihe mit ARD-Märchenfilmen war mir längst aufgefallen, ich wollte gerne mal dort mitmachen – und dann kamen der Anruf.“ Und dann? „Ich habe sofort zugesagt, und dann wurde mir mitgeteilt, dass ich mit jemandem zusammen einen Part übernehmen soll, es gibt ein Zusammenspiel. Ich dachte mir, lass es bitte meinen besten Freund Lars sein – und dann sagte mir meine Agentur, der andere Zimmermann ist Bürger Lars Dietrich.“

„Tatort – Das Mädchen, das alleine nach Hause geht“, So., 22.5., 20.15 Uhr, ARD

Dies ist der letzte Berliner „Tatort“ für Meret Becker als Ermittlerin Nina Rubin – zusammen mit Robert Karow (Mark Waschke, der bleibt und arbeitet in Zukunft mit Corinna Harfouch zusammen) ermittelte sie sieben Jahre – und das Ende hat es in sich: Zunächst wird aus der Spree eine männliche Leiche – ohne Kopf – geborgen, deren Identität schwer zu ermitteln ist. Wenig später wird Nina Rubin (Meret Becker) von einer jungen Frau verfolgt. Julie Bolschakow (gut: Bella Dayne) erzählt der Kommissarin, dass sie Zeugin eines Mordes geworden ist und bittet Rubin um polizeilichen Zeugenschutz. Sie kannte den Toten aus der Spree, er hatte ihr offenbart, dass ihr Mann Yasha (Oleg Tikhomirov) ein führendes Mitglied der russischen Mafia in Berlin ist. Rubin beschließt, der jungen Frau zu helfen und weiht die Kriminaldirektorin (Nadeshda Brennicke) ein. Die will Julie in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen, wenn diese im Gegenzug belastendes Material über ihren Ehemann vorlegen kann. Wird es Nina Rubin in ihrem letzten „Tatort“-Fall gelingen, Julie aus den Fängen ihrer kriminellen Familie zu befreien? Jedenfalls hat der „Rosenstolz“-Song „Lass es Liebe sein“ eine Schlüsselfunktion und der Showdown findet (zum Teil unterirdisch) am Berliner Flughafen BER statt – und endet dort auch mit einem Drama auf dem Rollfeld.

„Flammenmädchen“, Mo., 23.5., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Petro Domenigg
Foto: ZDF - Petro Domenigg

Nächster deutsch-österreichischer Krimi: Erst brennen Scheunen, dann geht ein altes Haus in Flammen auf und seit Monaten folgt ein Brandanschlag dem nächsten. Ein Feuerteufel, den bisher niemand fassen konnte, treibt sein Unwesen. Als schließlich in den ausgebrannten Trümmern des verlassenen Hauses eine bis zur Unkenntlichkeit verkohlte Leiche gefunden wird, schalten sich die LKA-Beamten Franzi Heilmayr (Stefanie Reinsperger) und Martin Merana (Manuel Rubey) ein. Beide LKA-Beamten glauben zunächst an puren Zufall – bis Indizien plötzlich in eine ganz andere Richtung weisen, von der eine tödliche Gefahr ausgeht.

„Männertreu“, Mi., 25.5., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Mi., 30.7.2014, 20.15 Uhr, ARD: Sehenswerter Film über den Werdegang von der Lichtgestalt zum Mistkerl: Dr. Georg Sahl (Matthias Brandt) ist einer der letzten großen Zeitungsverleger mit liberal-konservativem Qualitätsanspruch. Ihm wird von der Frankfurter Oberbürgermeisterin Hildegard Becker (Margarita Broich) vorgeschlagen, Bundespräsident zu werden. Sie: „Du bist für alle wählbar!“ Er: „Danke für die Beleidigung!“ Leider aber ist Dr. Sahl nicht der Saubermann, den er nach außen gibt. Auch wenn sein Gärtner „Männertreu“ pflanzt, so ist er dies ganz und gar nicht. Nach seinem Auftritt in der TV-Talkshow „Gäste bei Helen Martin“ in Hamburg wird seine Geliebte von einem Auto erfasst und schwer verletzt und die Fassade beginnt zu bröckeln. Mitunter ähnelt Matthias Brandt in der Rolle der liberal-konservativen Lichtgestalt mit Schlips und Kragen sehr seinem Vater Willy Brandt. Doch am Ende bleibt nur ein Mistkerl übrig, der sich immer wieder Frauen genommen hat. Auch musikalisch ist dieser Film mit „Modern Love“ von David Bowie (nach 29 Minuten) gut bestückt. Und am Schluss ist „Sunday Morning“ von Nico und „The Velvet Underground“ zu hören. Es sei denn, man setzt bei der ARD wieder die Brutal-Blende ein und packt den Hinweis aufs weitere Programm darüber!

„Vier“, Mi., 25.5., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Julia Dragosito
Foto: ZDF - Julia Dragosito

Nächster deutsch-österreichischer Krimi: Hochwasser in Krumau am Kamp und im Keller des seit Langem unbewohnten Hofes der Familie Trummler werden drei Säuglingsleichen gefunden, zwei Mädchen und ein Junge. Die Kinder sind gleich nach der Geburt erstickt und an Ort und Stelle verscharrt worden. Die Kindstode sind über zehn Jahre her; genau lässt sich das zunächst nicht sagen, auch, weil alle Familienmitglieder seit langer Zeit entweder tot oder verschwunden sind. Den Trummlers eilt ein dunkler Ruf voraus; mehr als einmal fällt das Wort „verflucht" im Ort: Nach dem spurlosen Verschwinden der Tochter Claudia vor 20 Jahren – sie war zu dem Zeitpunkt gerade elf Jahre alt – hat sich der Familienvater erhängt. Die Mutter ist wenig später weggezogen. Kein Mensch hat je wieder von ihr gehört.Die Dorfbewohner haben die Tragödie nie ganz vergessen, und so werden alte Wunden aufgerissen, als Marion Reiter (Regina Fritsch) vom Morddezernat St. Pölten die Ermittlungen aufnimmt. Ihr wird die unerfahrene, aber hartnäckige Gemeindepolizistin Ulli Herzog (gut: Julia Franz Richter) zur Seite gestellt. Während die beiden immer tiefer in die dunklen Familiengeheimnisse der Trummlers eindringen, bezieht der neue Eigentümer, Benjamin Ludwig (Manuel Rubey), ein praktischer Arzt aus Wien, mit seinem Lebensgefährten Matthias (Laurence Rupp) das verwunschene Haus. Die beiden scheint die makabre Vorgeschichte zunächst nicht zu stören, aber schon bald holen auch sie die Schatten der Vergangenheit ein.

„Kommissar Dupin – Bretonisches Leuchten“, Do., 26.5., 21.45 Uhr, ARD

Wiederholung v. Do., 1.3.2018, 20.15 Uhr, ARD: Bisher hat Ludwig Blochberger mit seiner Ermittlerfigur „Inspector Rival“ den fünf Krimis der ARD-Reihe „Kommissar Dupin“ seine eigene Note verpasst – doch nun muss der Berliner zwangspausieren! Denn die Dreharbeiten in der Bretagne zur sechsten Romanverfilmung der ARD-Reihe „Bretonisches Leuchten“, wieder mit Pasquale Aleardi und Jan Georg Schütte, fanden ohne Ludwig Blochberger statt! Dazu sagt Ludwig Blochberger: „Das ist kein Ausstieg, sondern meine Rolle kommt in dem Roman schlicht nicht vor, deshalb bin ich dieses Mal nicht mit von der Partie. Im Roman sind Sommerferien und somit alle Franzosen, auch Riwal, im Urlaub.“ Was ist Ludwig Blochberger bei den „Dupin“-Krimis besonders in Erinnerung? „Die Glénan-Inseln haben mich am meisten beeindruckt. Man denkt, man ist in der Karibik gestrandet, aber auch das bietet die wunderschöne und vielfältige Landschaft der Bretagne.“ Was wünscht Blochberger der ARD-Reihe? „Ich wünsche ,Kommissar Dupin‘ weiterhin so viel Erfolg.“

„Diplomatie“, Fr., 27.5., 20.15 Uhr, ARTE

Diese Spielfilm (Dauer 80 Minuten) von Regisseur Volker Schlöndorff ist eine Adaption an das gleichnamige Theaterstück und spielt in Paris, in der Nacht vom 24. auf den 25. August 1944: Die Alliierten stehen vor den Toren der Stadt. Kurz vor Tagesanbruch bereitet sich Stadtkommandant General von Choltitz in seinem Hauptquartier im Hotel Meurice darauf vor, Hitlers Befehl auszuführen und Paris dem Erdboden gleichzumachen. Alles ist bereits vorbereitet: Der Louvre, die Oper, Notre-Dame, der Eiffelturm und die Brücken über die Seine sind vermint. Doch plötzlich steht der schwedische Konsul Raoul Nordling vor Choltitz' Schreibtisch – er ist durch eine Geheimtür eingetreten. Nordling versucht den pflichtbewussten Choltitz, der noch nie einen Befehl verweigert hat, in seinem Vorhaben umzustimmen. Ein verbaler Schlagabtausch zwischen den beiden beginnt, in dem Nordling an die Vernunft und Moral des Generals appelliert. Nordling erinnert Choltitz an die Millionen von Menschenleben, die einer Bombardierung zum Opfer fallen würden. Choltitz ist sich der militärischen Sinnlosigkeit des Auftrags bewusst, jedoch ist er davon überzeugt, dass eine Verweigerung des Befehls zu einer unverzüglichen Verschleppung seiner Familie führen würde. So verspricht Nordling ihm, dass er sich um eine sichere Ausreise der Familie kümmern wird. Wird sich Choltitz umstimmen lassen?

„Simon & Garfunkel – Traumwandler des Pops“, Fr., 27.5., 21.35 Uhr, ARTE

Nicht nur für Musik-Interessierte ein Leckerbissen: Denn als die Welt Ende der 1960er Jahre in einer tiefen Krise steckte und sich nach neuer Hoffnung sehnte, schufen Simon & Garfunkel eines der großen Meisterwerke der Popmusik: „Bridge over Troubled Water“. Diese 53-Minuten-Dokumentation (USA und ARTE France) erzählt die Geschichte hinter dem letzten Studioalbum der beiden Top-Musiker, das gemeinhin als ihr bestes gilt und in die Annalen der Musikgeschichte eingegangen ist. Das Album ist ein Spiegel seiner Zeit und entführt die Zuhörer auf eine emotionale Reise durch Licht und Schatten, die die Menschen bis heute berührt. Der Titeltrack wurde zur Hymne für eine ganze Generation. Paul Simon, Art Garfunkel und ihre Wegbegleiter berichten, wie es dazu kam und warum das Werk bis heute eine solche Faszination ausübt. De Dokumentation bietet neben bislang nicht gezeigtem Archivmaterial die ganz großen Songs von Simon & Garfunkel wie „Cecilia“, „El Condor Pasa“, „The Boxer“, „Mrs. Robinson“ und natürlich „Bridge over Troubled Water“.

„Die Luft zum Atmen“, Mo., 30.5., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Erstausstrahlung (war am Fr., 8.4.22, 20.15 Uhr, auf ARTE) des guten und wichtigen ZDF-Montagsfilms (unter der Regie von Schauspieler Jophi Ries) zum Thema Mukoviszidose (der 2021 bereits auf dem Hamburger Filmfest uraufgeführt wurde) – eine wahre Geschichte wurde verfilmt: Die Schauspielerin Miriam Maertens (Eva Meckbach) entstammt einer bekannten Hamburger Schauspielerfamilie. Sie wächst behütet auf, doch je älter sie wird, desto schlechter geht es ihr. Die erschütternde Diagnose: Mukoviszidose. Sie verspricht ihrer Mutter Christa (Janna Striebeck), nicht zu sterben, und beschließt früh, so zu leben, als wäre sie gesund. Als ihr Vater Peter (Michael Wittenborn) in der Zeitung von zwei Münchener Ärzten liest, die eine neue Methode für die Behandlung von Mukoviszidose entwickelt haben, trifft Miriam zum ersten Mal Menschen, die ihr helfen können. Diszipliniert hält sie sich an die strikten Vorgaben von Frau Dr. Bertele (gespielt von Miriam Maertens selbst) und Professor Harms (Peter Lohmeyer). Nichts kann sie mehr aufhalten. Als junge Frau macht Miriam ihren Traum wahr und wird Schauspielerin. Am Theater lernt sie in Pit (Sebastian Zimmler) jemanden kennen, der sie begehrt, so wie sie ist. Als Miriam schwanger wird, sind die Ärzte, ihre Familie und ihre beste Freundin Janna fassungslos. Wie soll Miriam auch noch diese Herausforderung schaffen? Aber Miriam glaubt an sich und ihren Körper. Sie bringt einen gesunden Sohn zur Welt, doch ihre Beziehung geht in die Brüche. Plötzlich steht Miriam allein da, mit ihrer Krankheit und dem kleinen Kind. Hat sie sich zu viel zugetraut?

 

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