Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

° Sprecher

 

PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps Juni 2021

„Die Ungewollten – Die Irrfahrt der St. Louis“, Fr., 18.6., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Mo., 21.10.2019, ARD: Sehr sehenswertes Dokudrama, der Geschichte, die bereits 1976 als Hollywood-Streifen „Reise der Verdammten“ mit Faye Dunaway und Max von Sydow (und Maria Schell) in den Kinos zu sehen war: Dies ist ein interessanter Blick aus deutscher Filmsicht auf ein spezielles Thema der Vergangenheit: Voller Zuversicht verlassen 937 jüdische Flüchtlinge 1939 den Hamburger Hafen. Nazi-Deutschland hinter sich, die Freiheit vor sich. Ein Visum für Kuba verspricht ein Leben ohne Angst. Doch Havanna verweigert die Einreise. Kapitän Schröder nimmt Kurs auf die USA. Auch Washington verwehrt der „St. Louis“, einen sicheren, US-amerikanischen Hafen anzulaufen. Als dann auch Kanada die Aufnahme verweigert, gerät die Fahrt in die Freiheit zur Odyssee auf dem Atlantik. An Bord machen die Worte Selbstmord und Meuterei die Runde. Knapp einen Monat nach Verlassen des Hamburger Hafens läuft die „St. Louis“ in Antwerpen ein. Nahezu ein Drittel der Passagiere ermorden die Nazis in den folgenden Jahren. 2019 jährt sich die Geschichte zum 80. Mal. Die großen Flüchtlingsströme der jüngsten Zeit und wachsender Antisemitismus lassen die Ereignisse an Bord der „St Louis“ erschreckend aktuell erscheinen. Die „Washington Post“ erinnerte daher noch einmal an die Ereignisse aus dem Jahr 1939, Kanadas Premier Justin Trudeau entschuldigte sich bei den Familien der jüdischen Flüchtlinge, die Kanada einst abwies. Der NDR entwickelte mit dem SWR, RBB und HR ein Doku-Drama in Spielfilmqualität. Das Drehbuch basiert auf Gustav Schröders Tagebucheinträgen, die dem NDR vorliegen und dem Film im Zusammenspiel mit beeindruckendem Archivmaterial, den Schauspielern Ulrich Noethen und Britta Hammelstein, eine sehr emotionale Note verleiht.

„Ein starkes Team – Eiskalt“, Sa. 19.6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Katrin Knoke
Foto: ZDF - Katrin Knoke

Wiederholung vom 5.1.2019: Nächster und eher mäßig spannender Fall für Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) in Berlin zum Thema Vereinsamung der Mitmenschen: Eben hat er noch „Beweisfotos“ von Elend und Verderbtheit in seinem Kiez gemacht, da stirbt ein Mann im Schlafanzug nach einem nächtlichen Sturz von seinem Balkon. Das starke Team geht von Fremdeinwirkung aus und nimmt die Ermittlungen auf. Schnell wird klar, dass das Opfer nicht nur Freunde hatte. Der Mann fotografierte vermeintliche Straftaten und erstattete Anzeige. Dabei wurde das Opfer unter anderem auch unfreiwillig Zeuge des „Enkeltricks“. Kostete ihn das das Leben Neben dem Trickbetrüger Thorsten Schäfer tauchen auch weitere Tatverdächtige auf, unter anderen der alkoholsüchtige Ex-Kollege Marcel Jung und die junge Diebin Katja Schur. Doch niemandem lässt sich der Mord nachweisen. Erst ein Schlüssel, der in der Wohnung des Opfers gefunden wird, bringt Otto, Linett und – den dritten im Team – Sebastian Klöckner (Matthi Faust) auf die richtige Spur.

„Helen Dorn – Schatten der Vergangenheit“, Sa., 19.6., 21.45 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 17.3.2018, 20.15 Uhr: Lange nicht gesehen (zuletzt im April 2017), aber nun ist Helen Dorn (Anna Loos), die Eiskalt-Ermittlerin vom LKA in Düsseldorf, wieder da. Allerdings dürfte sich die Sehnsucht bei der Art Mittelmaß-Krimi wie diesem in Grenzen halten. Gleich zu Beginn verschwindet der Anwalt des vermeintlichen Vergewaltigers Robert Lorenz (Thomas Loibl) unter einer Autobahnbrücke, auf ihn wurde geschossen. Die Spuren führen Helen Dorn (ermittelt nach dem Weggang von Matthias Matschke nun vorerst solo) zu einem Pferdehof und ihrer früheren Klassenkameradin Britta Lorenz (Ina Weisse), der Ehefrau des vermeintlichen Vergewaltigers. Und dann beginnt eine sehr langatmige Geschichte um falsche Kindermädchen und Finanznöte. Trauriges Fazit: Bei derart Filmen kann man sich bis zu Krimi Nummer 10 der Reihe (seit 2014) ruhig wieder etwas mehr Zeit lassen.

„Polizeiruf 110 – Frau Schrödingers Katze“, So., 20.6., 20.15 Uhr, ARD

Dies ist ein sehenswerter „Polizeiruf 110“ aus München! Dort ist zunächst nur die Wanduhr bei der Polizei defekt, dann macht sich Frau Schrödinger (sehr gut: Ilse Neubauer) auf den Weg zur Polizei, um ihre Katze Pandora als vermisst zu melden … Durch die helfende Kommissarin und das Aufhängen von Suchzetteln entspinnt sich dann eine wunderbar abstruse Geschichte: Denn als sich die Polizeioberkommissarin Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Verena Altenberger) auf die Suche nach der entlaufenen Katze macht, ahnt sie noch nicht, dass ausgerechnet diese Katze später der Schlüssel zur Aufklärung eines tödlichen Fahrerflucht-Unfalls sein wird … Gibt es eine geheimnisvolle Macht des Zufalls? „Bessie“ Eyckhoff, die von ihren Kollegen immer wieder gerne unterschätzte junge Polizistin, ist bereit, gewohnte Denkmuster zu verlassen und kommt so der Sache auf die Spur. Dabei gerät eine Gruppe von skrupellosen Schmalspur-Ganoven bei dem Versuch, sich das Vermögen der alten Dame einzuverleiben, immer mehr in mörderische Verwicklungen. Und nebenher gibt es noch eine Liebesgeschichte um die Ermittlerin – und zum Schluss findet sich denn auch der Vierbeiner wieder an.

„Der Schauspieler Ulrich Tukur“, So., 20.6., 22.10 Uhr, ARTE

Wiederholung vom So., 3.11.2019, 20.15 Uhr, ARTE: Fast zwei Stunden lang widmet ARTE sein Programm dem Schauspieler, Musiker und Lebensfreund: Erst kommt (um 20.15 Uhr) 125 Minuten lang der Costa-Gavras-Kinofilm „Der Stellvertreter“ (von 2002) mit Ulrich Tukur und danach (um 22.20 Uhr) die 52-Minuten-Dokumentation „Der Schauspieler Ulrich Tukur – Träumer und Suchender“. Für das filmische Porträt ließ sich Ulrich Tukur durch Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland begleiten. Der private Zugang zu ihm ermöglicht einen sehr persönlichen Blick hinter den Show-Menschen. Offen spricht er über sein von vielen Umbrüchen begleitetes Leben, sein „Scheitern“ als Familienmensch und seinen ersten Roman „Der Ursprung der Welt“, der im Herbst zur Frankfurter Buchmesse erscheint. Außerdem lässt er sich an zwei Filmsets beobachten: in Hamburg, wo er die Beziehungskomödie „Und wer nimmt den Hund?“ mit dem Regisseur Rainer Kaufmann drehte, und in Athen, wo er seinen vierten Film unter der Regie von Costa-Gavras macht. Ulrich Tukur ist eine Ausnahmepersönlichkeit und Allroundtalent. Er schauspielert, singt, spielt Klavier und Akkordeon, schreibt und kann sehr überzeugend auch das Böse darstellen. Trotz seiner Erfolge auf der Bühne spielt er nicht mehr Theater: „Ich habe den Kontakt zum Theater weitgehend verloren, seit dieses Schrei- und Konzepttheater losging.“ Auf der Bühne steht er nur noch als Musiker mit seinen „Rhythmus-Boys“: „Am meisten Spaß hat mir immer Musik gemacht, wenn es dann groovt und swingt und zusammengeht. Das ist einfach toll“, gerät Ulrich Tukur bescheiden ins Schwärmen.

„Gegen die Angst“, Mo., 21. 6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Christoph Assmann
Foto: ZDF - Christoph Assmann

Wiederholung vom 25.3.2019: Nächster Achtungsfilm mit Nadja Uhl, die meist ein sehr gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Angebote hat: Hier geht es um organisierte Banden-Kriminalität in Berlin und Nadja Uhl spielt Staatsanwältin Judith Schrader! Der Polizist Jan Wiegand (Andreas Peitschmann) wird im Einsatz niedergeschossen und zunächst schwer verletzt. Staatsanwältin Judith Schrader will den Täter finden und anklagen. Eigentlich müsste sie den Fall wegen Befangenheit abgeben. Judith hatte mit dem verheirateten Opfer eine heimliche Liebesbeziehung. Doch Judith schweigt. Die Ermittlungen gegen die Organisierte Kriminalität sind schwierig und gefährlich. Mit dem ermittelnden Kommissar Jochen Montag (Dirk Borchardt) an ihrer Seite will Judith es mit einem Clan aufnehmen, der aggressiv die Szene von Prostitution, Schutzgeld und Drogen beherrscht. Der verdächtige Clanchef Machmoud Al-Fadi (O-Ton des Bandenchefs: „Wer hat Angst vor eurer Polizei? Wer hat Angst vor euren Gerichten? Nur der Starke bekommt Respekt!“) zieht alle Register, um die Ermittlungen zu behindern – mit der eiskalten Anwältin Andrea Marquart an seiner Seite. Wie kann der Rechtsstaat sich gegen Kriminelle zu Wehr setzen, die alle legalen und illegalen Mittel nutzen, um der Bestrafung zu entkommen? Mit der Zeit findet Judith Schrader heraus, warum eine entscheidende Zeugin, die junge Polizistin Leyla, schweigt und scheint endlich ein Mittel gegen den Bandchef in der Hand zu haben. Fazit: Neben der starken Musik – „Running up that Hill“ eine Coverversion des Kate-Bush-Hits von Placebo – am Anfang und nach 50 Minuten wieder, ist dieser Krimi auch wegen siner Nähe zur Realität sehenswert und interessant – und auch wenn es Hoffnungen nimmt, scheint das Unhappy-End passend zu sein.

„In Wahrheit – Jette ist tot“, Fr., 25.6., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Fr., 14.9.2018, ATRE, und Sa., 23.2.2019, ZDF: „Jette ist tot“ ist der zweite Film der damals noch neuen ZDF-Samstagskrimireihe aus dem Saarland: Nach dem Autounfall eines jungen, belgischen Drogendealers auf einer Landstraße an der Saar wird im Kofferraum seines Wagens die Leiche der 16-Jährigen Jette entdeckt. Judith Mohn (sehr gut: Christina Hecke) kennt die Tote: Jette ist die Tochter des befreundeten Ehepaars Mertens (Sophie von Kessel und Hary Prinz). Die Kommissarin hatte Jette noch am Abend des Verbrechens bei einer Drogen-Razzia auf einer Party gesehen und sie allein nach Hause geschickt. Getrieben von Schuldgefühlen setzt die Ermittlerin alles daran, Jettes Mörder zu finden. Gleichzeitig plagen Judith auch im Privaten Sorgen: Eigentlich sollten sie und ihr Mann Hochzeitstag feiern, doch Niklas (Juergen Maurer) scheint spurlos verschwunden. Bald stellt sie fest, dass Jettes jüngere Schwester Sarah mehr über das Verbrechen an ihrer Schwester weiß, als sie sagt. Als Sarah plötzlich verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit! Wenn auch ziemlich brutal, ist diese Reihe spannend inszeniert und sehenswert – und der Schlüssel zur Tat liegt sehr gut versteckt – und es gibt zum Ende hin trotzdem noch eine nicht geahnte Wendung.

„Tatort – Anne und der Tod“, So., 27.6., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 19.5.2019: Nächster und sehr langatmiger Fall für die Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastain Bootz (Felix Klare) aus Stuttgart: Und die beiden werden von Altenpflegerin Anne Wener (gut: Katharina Maria Schubert) erst mit den „Zeugen Jehovas“ verwechselt und sie fragt bei der ersten Begegnung: „Sammeln Sie auch?“. Was passiert? Paul Fuchs war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Trotzdem war sein Tod nicht unmittelbar zu erwarten. Seine sorgfältig arbeitende Hausärztin (die leider zu viel Mundart spricht) hält eine Tötung für möglich und benachrichtigt die Polizei, die den Fall jedoch einstellt, weil es keinen Nachweis für ein bewusstes Weglassen von Medikamenten gibt. Aber auch Christian Hinderer war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Als er am Fuß einer Treppe tot gefunden wird, beschuldigt seine Witwe die Altenpflegerin Anne Werner, ihn hinuntergestoßen zu haben. Wieder werden Lannert und Bootz gerufen. Wieder lässt sich kein Nachweis finden. Diesmal aber stellen sie die Ermittlungen nicht ein, denn: Auch Paul Fuchs war ein Patient Anne Werners. Ist sie etwa ein Todesengel mit Mitleid?

„Bier Royal“ (1/2), Di., 29.6., 20.15 und 21.40 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Jacqueline Krause-Burberg
Foto: ZDF - Jacqueline Krause-Burberg

Wiederholung vom 28. und 29.1.2019: In Anlehnung an Kult-Regisseur Helmut Dietls wunderbare Gesellschafts-Komödie „Kir Royal“ in den 1980er Jahren, kommt hier eine aktuelle Variante, die auch sehenswert und zudem bestens besetzt ist: Zwei Frauen streiten um das Erbe einer Münchener Bier-Dynastie und es dauert nicht lange, bis sich deren gesamtes Umfeld am schonungslosen Kräftemessen beteiligt. Sehenswerte bayerische Familienkomödie mit Gisela Schneeberger (als Witwe und Mit-Erbin Gisela Hofstetter), Lisa Maria Potthoff (als Vicky Dawson mit farbigem US-Freund), Robert Palfrader (als Geschäftsführer Maxlhuber) und Marianne Sägebrecht (als ehemalige Haushälterin und Dackel-Liebhaberin Rosa Seidl). Und die Rolle des Schmieren-Boulevard-Reporters Baby Schimmerlos (Franz Xaver Kroetz) aus „Kir Royal“ übernimmt in „Bier Royal“ übrigens sehr gut Ulrike Kriener. Das sagt Marianne Sägebrecht über ihre Rolle: „Rosa Seidl hatte ich sofort in mein Herz geschlossen, in ihrer ganzheitlichen Struktur. Rosa ist nicht nur Haushälterin, sie ist auch eine Herzensfreundin vom verstorbenen Brauereibesitzer Franz. Er hat ja eine Geliebte gehabt, die egoistische Gisela. Rosa hätte es sich bestimmt gewünscht, auch seine Geliebte zu sein, war sie aber nicht. Der Brauereibesitzer Franz hat mit seiner Firma andauernd gegen eine amerikanische Übernahme kämpfen müssen. Wenn man dann so einen Menschen wie Rosa hat, die für einen kocht, die Tochter aufzieht, den heißgeliebten Dackel betreut, die klug ist und die wach ist, die aber gar nichts einfordert, dann ist man als Mensch glücklich. Wichtig ist, dass man als Mensch andere Menschen ehrt, dass man Tiere ehrt. Gleichzeitig ist Rosa aber auch recht frech, weil sie sich an der Familie der Brauerei rächen will.“

„Petting statt Pershing“, Di., 29.6., 22.50 Uhr, ARD

Mittelmaß-Kinofilm (von 2019 – Erstsendung war am FR., 5.3.2021, 20.15 Uhr, ARTE) mit viel schwarzem Humor: In der Liebe ist alles erlaubt? Für Ursula Mayer (Anna Florkowski) schon, denn die 17-Jährige hat es nicht leicht, dabei will sie doch eigentlich nur eins: endlich Sex haben. Doch es ist das Jahr 1984, und als Außenseiterin {genannt „Obelix“) in ihrem kleinen verschlafenen Heimatort in Westdeutschland kann sie das vergessen. Alle finden sie hässlich, oder wie die Kinder in der Schule sagen: „Ursula kommt noch nach Ausländern, Behinderten und Homos.“ Ursulas konservative Eltern (Christina Große und Thorsten Mertens) hingegen halten sie für frühreif und denken, sie hätte bereits Geschlechtsverkehr gehabt. Als einziger Verbündeter bleibt ihr somit nur Opa Wilhelm, Stalingradkämpfer und deftiger Kenner der Frauen. Inzwischen leicht senil, verwechselt Opa allerdings gerne die Vergangenheit mit der Gegenwart und rät Ursula, sich zu wehren und einfach zurückzuschlagen. Doch auch damit erntet sie nur Ärger. Plötzlich ändert sich alles, als der linke und wesentlich ältere Geschichtslehrer Siegfried Grimm (Florian Stetter) in Ursulas Leben tritt … Schluss-Satz: „Die meisten Menschen machen immer so weiter!“

„Big Manni“, Mi., 30.6., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 1.5.2019: Nachdem im letzten Jahr schon der Doku-Film über Bauherr und Millionen-Betrüger Jürgen Schneider nur mäßig ein Publikum gefunden hat, kommt hier ein Pendant aus „dem Ländle“ Baden Württemberg: Eher mäßig interessant und noch weniger spannend kommt diese Filmgeschichte (in Mundart!) daher: Ettlingen, Mitte der 1980er Jahre. Manfred Brenner (Hans-Jochen Wagner), mit seiner Fassadenfarbe ein regional erfolgreicher Unternehmer, hat gerade ein kleines berufliches Tief. Aber mit seiner neu gegründeten Firma „FloxTex“, davon ist der frühere Gebrauchtwagenverkäufer Brenner überzeugt, wird er den großen Durchbruch schaffen. Denn mit völlig neuartigen Horizontal-Bohrsystemen soll der Rohrleitungsbau im Untergrund revolutioniert werden. Doch der große Erfolg bleibt erst mal aus. Manfred Brenner spielt auf Zeit – und es klappt tatsächlich. Angelehnt an den realen Aufstieg und Fall der Firma „FlowTex“ erzählt der Fernsehfilm „Big Manni“ von einem der größten Wirtschafts-Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Über vier Milliarden DM betrug der Schaden, als Firmenchef Manfred Schmider 1999 verhaftet wurde. In dem komödiantischen Fernsehfilm wird gezeigt, wie Banker und Politiker sich von dem Unternehmer täuschen lassen, weil sie begierig danach sind, das ganz große Finanz-Rad zu drehen.

 

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