Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

° Sprecher

 

PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps Juli 2021

„Eine ganz heiße Nummer 2.0“, Do., 29.7., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marie Reimann
Foto: ZDF - Marie Reimann

Endlich mal wieder eine Erstausstrahlung im Sommer der Wiederholungen – und dann auch noch eine Kinokomödie – dies ist mit „etwas Verzögerung“ die Fortsetzung des Kinoerfolgs „Eine ganz heiße Nummer“ (Kinostart war im Oktober 2011, Erstsendung im ZDF 2013) nach dem gleichnamigen Besteller von Andrea Sixt (auch Co-Produzentin des Films). Leider aber ist temporeich anders und diese Geschichte hat auch so ihre Längen. Apropos Geschichte: Das Dorf Marienzell wird beherrscht von der Landflucht, denn ohne Highspeed-Internet ist man dort quasi abgeschrieben. Doch das soll sich bald ändern. Während die Männer sich erfolglos durch die Landschaft graben, um Kabel selbst zu verlegen, haben die Freundinnen Waltraud, Lena und Maria eine andere Idee: das große Preisgeld beim Tanzwettbewerb im benachbarten Josefskirchen! Die drei Land-Damen Waltraud (Gisela Schneeberger), Lea (Rosalie Thomass) und Maria (Bettina Mittendorfer) bereiten sich eifrig auf ihren großen Tanzauftritt vor und bekommen dabei Unterstützung von niemand Geringerem als dem Jurymitglied Jorge González persönlich.

„Friesland – Hand und Fuß“, Sa., 31.7., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 14.12.2019: Nächster Land-Krimi mit Sophie Dal und Maxim Mehmet als Ermittler Süher Özlügül und Henk Cassens aus dem beschaulichen Leer in Ostfriesland. Auch dem besten Bestatter passiert mal ein Fehler: Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) hat sein Handy verlegt und lässt für die Suche ein schickes Abendessen sausen. Schließlich findet der Bestatter es im Sarg einer jüngst Verstorbenen, die zur Einäscherung im Krematorium bereitsteht. Aber der Bestattungsunternehmer findet noch etwas anderes, was nicht in diesen Sarg gehört: einen weiteren Fuß. Habedank informiert gleich am nächsten Morgen die Polizisten Henk Cassens und Süher Özlügül über seine nächtliche Entdeckung. Die beiden glauben ihm kein Wort. Kurze Zeit später taucht auch noch eine Hand auf … Skurril und kurzweilig machen sich die ungleichen Land-Ermittler zwischen Junggesellinnen-Abschied und Mikro-Expressionen ans Aufklärung-Werk.

TV-Tipps August 2021

„Tatort – Damian“, So., 1.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 23.12.2018: Nächster und damit dritter „Tatort“ aus dem Schwarzwald, aber ausnahmsweise anderes Team. Dieses Mal ermittelt Kommissarin Franziska Tobler (Eva Löbau) mit Luka Weber (Carlo Ljubek), denn der vertritt den Kollegen Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner), der nach einem Ski-Unfall einen Beinbruch auskurieren muss und nur verbal vorkommt. Der Krimi ist trotzdem gut und spannend, wenn auch psychisch brutal anzusehen: Es geht um einen Doppelmord (sehr klischeehaft Tennislehrer und junge Sportlerin), eine Brandleiche und zwei ständig übermüdete Kommissare. Neben Johann von Bülow (als gerne Damenunterwäsche tragender Arbeiter und Verdächtiger) beeindruckt der junge Schausspieler Thomas Prenn in seiner ersten Hauptrolle – als Freiburger Jura-Student Damian, der von dunklen Ängsten geplagt ist. Seine Freundin Mia (sehr stark: Lena Klenke) versucht ihm zu helfen, dringt aber letztlich nicht zu ihm durch. Die einzige Person, auf die Damian hört, ist sein bester Kumpel. Die Kommissare nehmen den verwirrten Damian, der mal in der Bibliothek der Uni auf dem Fußboden schläft und dann wieder in Boxershorts durch den Wald läuft, nicht wirklich ernst, zumal er für den Tatzeitpunkt ein Alibi zu haben scheint, aber bald wendet sich das Blatt …

„Der Fall Collini“, Mo., 2.8., 20.15 Uhr, ARD

Deutscher Kinofilm mit etwas Überlänge – aber eher Mittelmaß – und einem Wiedersehen mit Franco Nero: Ein kaltblütiger Mord ohne erkennbares Motiv ist der Ausgangspunkt für das emotionalisierende Justizdrama „Der Fall Collini“ nach Ferdinand von Schirachs Bestseller. Der Film arbeitet in der bildgewaltigen Literaturverfilmung ein düsteres Kapitel bundesrepublikanischer Geschichte auf: das sogenannte Dreher-Gesetz von 1968, das faktisch einen Schlussstrich unter die juristische Aufarbeitung vieler NS-Kriegsverbrechen zog. Als idealistischer Strafverteidiger Caspar Leinen kämpft Hauptdarsteller Elyas M’Barek für Gerechtigkeit. Zu dem grandios besetzten Ensemble gehören Alexandra Maria Lara, Heiner Lauterbach, Jannis Niewöhner und eben Franco Nero, der mit beeindruckender Präsenz den Angeklagten Collini verkörpert. Mit der Zeit erfährt man: Das Motiv für die Bluttat liegt weit zurück im Jahr 1944 und in der Zeit der NS-Besatzung in Italien.

„Ein verhängnisvoller Plan“, Mo., 2.8., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 14.10.2019: Etwas zu sexistischer Thriller aus Berlin mit Benjamin Sadler als dubioser Polizist Jan Brenner und Leslie Malton als seine Vorgesetzte Sylvia Thomas: Als Kriminalhauptkommissar Brenner am Morgen erwacht, findet er seine Geliebte tot im Wohnzimmer, erdrosselt mit seiner Krawatte. Sie hatten Streit, an mehr kann er sich nicht erinnern. Seine Frau Kathrin (Jördis Triebel), eine ehrgeizige Politikerin, ist mit den beiden Kindern übers Wochenende verreist. Brenner weiß, was er zu tun hat, um sich, seine Familie und seine Karriere bei der Berliner Kripo zu retten. Er entsorgt die Leiche und verwischt die Spuren. Brenner glaubt, alles unter Kontrolle zu haben – bis zum Anruf seiner Kollegin Pia (Friederike Becht). Mitten in der Stadt ist eine Frauenleiche gefunden worden. Als Brenner am Tatort eintrifft, werden seine schlimmsten Befürchtungen wahr. Dort liegt die Leiche, die er weit weg in einem Waldstück vergraben hat … Welche Rolle hat Leslie Malton im ZDF-Thriller „Ein verhängnisvoller Plan“ übernommen? „Ich spiele zum ersten Mal jemanden von der Polizei. Ich bin Kommissarin und ich bin die Chefin von Brenner und beide haben ein gutes Vertrauensverhältnis. In diesem Film habe ich eine Frau gespielt, die ich so noch gar nicht gespielt habe. Ich bin dem Regisseur Ed Herzog dankbar dafür, dass er mit mir zusammen diesen Weg beschritten hat. Das war eine schöne Arbeit, die Figur ist eine sehr zurückgenommene Frau, die durch ihre Taten glänzt und nicht durch ihr Äußeres. Das hat mir gut gefallen.“

„Armin Müller-Stahl – Ein Gaukler in Hollywood“, Mo., 2.8., 22.05 Uhr, ARTE

Nicht nur für Filmfreunde interessantes 52-Minuten-Porträt des Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) – von 2020: Mit fast 140 Filmen hat Armin Mueller-Stahl Filmgeschichte geschrieben und es als einer der wenigen Deutschen geschafft, ein gefeierter Schauspieler in Hollywood zu werden. Mehrmals musste er wieder von vorn anfangen: nach dem Zweiten Weltkrieg, nach seinem Bruch mit der DDR und dem Neustart im Westen und schließlich auch in Hollywood. Armin Mueller-Stahl hat sich oft für das Risiko des möglichen Scheiterns entschieden. Die gute Dokumentation zeigt sein bewegtes Leben zwischen Ost- und Westdeutschland und Hollywood, zeigt ihn als Musiker und Maler und vor allem als Mensch. Wegbegleiter wie Frank-Walter Steinmeier und Iris Berben (die diese Doku auch spricht) reden über „Minchen“, wie Mueller-Stahl von seinen Kollegen in der früheren DDR genannt wurde. Und am Ende gibt es die von ihm gesungene deutsche Version von Frank Sinatras Klassiker „My Way“ zu hören.

„Hanne“, Mi., 4.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 18.9.2019: Leiser und sehenswerter NDR-Film (Erstsendung war am 7.6.2019 auf ARTE) in Kapitel unterteilt – Erst Kapitel 1: Verabschiedet werden. Doch ihr erster Tag im wohlverdienten Ruhestand wird für Hanne Dührsen (Iris Berben) zu einem gravierenden Einschnitt im Leben. Denn nach 30 Jahren als rechte Hand der Geschäftsleitung geht für sie eine Ära zu Ende, doch damit nicht genug. Bei einer Routineuntersuchung vor einer kleineren Operation werden in ihrem Blut erhöhte Leukozytenwerte festgestellt. Eine mögliche Ursache: Blutkrebs! Von einer Minute auf die nächste ist die sonst so aktive und jung gebliebene Frau gezwungen, sich mit ihrem möglicherweise viel zu schnell nahenden Lebensende auseinanderzusetzen. Der genaue Befund steht noch aus, bis dahin bleibt Hanne noch ein ganzes Wochenende allein mit sich und ihrer Angst. Um nicht die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren, wagt sie die Flucht nach vorne: Sie bucht ein paar Nächte in einem Hotel in einer fremden Stadt und macht die Nacht zum Tag mit der lebensfrohen Dessous-Verkäuferin Uli (Petra Kleinert), die sie gerade erst kennengelernt hat. Außerdem kontaktiert sie spontan ihre Liebe aus Studienzeiten (Herbert Knaup), lernt Lkw fahren und Hühner rupfen – kurz: Sie lässt sich treiben, macht alles genau so, wie sie es sonst niemals täte … Letztes Kapitel: Eine Suppe auslöffeln.

„SOKO Wismar – Nach der Ebbe kommt der Tod“, Mi., 4.8., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 4.8.2020: Hier kommt die Vorabendserie mit „Nach der Ebbe kommt der Tod“ mal in Spielfilmlänge – allerdings spielt die Kriminalgeschichte dieses Mal auf Langeoog: Dort wollen Ermittler Jan Reuter (Udo Kroschwald) und Rechtsmedizinerin Dr. Helene Sturbeck (Katharina Blaschke) im wohlverdienten Urlaub verbringen. Doch selbst auf dieser kleinen Insel schläft das Verbrechen nicht: Helene – oder besser der ihr von der Pensionswirtin anvertraute Hund Käthe – entdeckt eine Leiche in den Dünen. Auf Langeoog gilt Ella Lüders seit dem Mittsommer-Fest als vermisst. Doch manche Inselbewohner behaupten, sie sei einfach nach Stockholm abgehauen. Und nun stellt sich den Ermittlern aus Wismar die Frage: Ist die junge Frau vor dem Inselleben geflüchtet oder ist sie tatsächlich ermordet worden?

„Dreieinhalb Stunden“, Sa., 7.8., 20.15 Uhr, ARD

Sehenswerter 96-Minuten-Spielfilm zum Thema Mauerbau: München am 13. August 1961. Der Interzonenzug D-151 mit DDR-Bürgern als Reisegästen macht sich auf den Weg nach Ost-Berlin. Unterwegs spricht sich die Nachricht von einem Mauerbau wie ein Lauffeuer herum. Die überzeugte Kommunistin Marlies (Susanne Bormann), Tochter eines hohen NVA-Offiziers (Gastrolle: Uwe Kockisch), erkennt sofort, welche Auswirkungen dadurch auf ihre Ehe und die beiden Kinder drohen. Ihr Ehemann Gerd (Jan Krauter), ein regimekritischer Ingenieur, drängt auf das Bleiben in der BRD. Mit jedem Halt rückt die Entscheidung näher, ob die Familie zerbricht – oder zu welchem Preis sie zusammenbleiben kann. Auch die Band von Sängerin Carla (Alli Neumann), die von einem finanziell ernüchternden Gastspiel in den Osten zurückfährt, steht vor einer Zerreißprobe. Sie und zwei Musiker entscheiden sich für einen Neuanfang im Westen, trotz der Ungewissheit. Carlas große Liebe, der Bassist Sasha Goldberg (Jeff Wilbusch), möchte jedoch nicht aussteigen – und das, obwohl er um das düstere Geheimnis weiß, das die Bandleaderin hinter sich lassen will. Unterdessen bereitet sich auf der Ostseite die junge Lokführerin Edith Salzmann (Luisa-Céline Gaffron) darauf vor, wie gewohnt den Zug am letzten bundesrepublikanischen Halt zu übernehmen. Für sie ist es ein besonderer Arbeitstag, denn ein DEFA-Filmreporter (Vincent Redetzki) soll über Edith als eine der ersten Frauen in diesem Beruf berichten. Doch auch bei ihr kommen nun Gedanken an eine Flucht in die Freiheit auf.

Hinweis: Direkt im Anschluss an den Fernsehfilm kommt die ausführliche Dokumentation „Wir Kinder der Mauer“, ab 21.45 Uhr, ARD

„Tatort - Inferno“, So., 8.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 14.4.2019: Nächster Fall für die Dortmunder Ermittler um Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt): Denn im Klinikum Dortmund-Nord wird die 38-jährige Internistin Gisela Mohnheim tot im Ruherum der Klinik aufgefunden. Sie erstickte unter einer Plastiktüte. Nach einer Tour de Force durch den rastlosen Alltag der Notfall-Ambulanz deuten Hinweise auf einen Täter aus dem Krankenhaus. Um ihn zu stellen, müssen die Dortmunder Kommissare Faber, Bönisch, Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) sich auf ungewohnte Weise selbst in Gefahr begeben. Weiterhin geht es um einen falschen Arzt, einen erhängten Pfleger, einen spuckenden Kommissar und zum Showdown des Mittelmaß-Krimis gibt es dann sehr viel Blechschaden.

„Sarah Kohr – Teufelsmoor“, Mo., 9.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

Wiederholung vom 6.4.2020: Nächster TV-Einsatz für die Wonder-Woman des Nordens: Auf einer Autofahrt zur Grabstätte ihres Vaters will Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) nur kurz tanken. Doch danach schießt einen Tankstellen-Räuber an – nach drei Minuten gibt es deshalb die Schusswunde in Großaufnahme! Dann stellt sich bald heraus, dass die Waffe des jugendlichen Täters vor 25 Jahren von einer Berliner Terrortruppe bei einem Überfall auf einen Bundeswehr-Konvoi verwendet worden war – zum Ende hin wird dann auch noch Sarahs Vorgesetzter … (Herbert Knaup) angeschossen – was den Zuschauern neun Minuten vor Filmende wieder eine Bauchschuss-Wunde in Großaufnahme beschert. Trotz des vielen (unnötigen) Blutes in Großaufnahmen ein spanender Krimi.

„Die Notlüge“, Mi., 11.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 24.1.2018: Zu viel Austria-Dialekt, zu wenig bekannte Gesichter und dazu noch keine Spannung und wenig Dynamik. Diese Austria-Komödie ist gut gedacht, aber leider sehr langweilig umgesetzt. Seit über zwei Jahren hat sich die Autorin immer wieder mit dem Drehbuch und dem Thema Patchwork-Familie beschäftigt und Pia Hierzegger spielt als Patricia (Hubertus neue Freundin) auch mit. Was passiert? Eigentlich geht es allen gut. Hubert und Helga sind zwar nicht mehr verheiratet, aber Helga lebt ja nun mit Wolfi. Und Hubert hat Patricia und auch die gemeinsamen Kinder sind im Patchwork aufgehoben. Nur Huberts Mutter Marianne weiß von nichts. Aber diesmal, beim Geburtstag der herzkranken alten Dame, wird Hubert genannt Berti ihr die Wahrheit sagen. Vor der ganzen Familie. Ein für allemal. Und dann, im richtigen Moment, ergreift er das Wort und lügt …

„Die Toten von Salzburg – Treibgut“, Mi., 11.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Toni Muhr
Foto: ZDF - Toni Muhr

Nächster und durchaus sehenswerter Salzburg-Krimi: Dort wird die Leiche einer deutsch-chinesischen Fremdenführerin in einem Koffer als „Treibgut“ an der Salzach angeschwemmt. Der braune Lederkoffer („traditionelles, Salzburger Handwerk!“) bleibt an einem mit Touristen besetzten Amphibienfahrzeug hängen … Die Tote war die Geliebte von Konstantin Mandl, dem nichtsnutzigen Sohn des größten Bustour-Unternehmers (Harald Schrott) von Salzburg. Wieder einmal rufen also grenzüberschreitende Verhältnisse die beiden Antipoden Major Palfinger (Florian Teichtmeister) und Kriminalhauptkommissar Hubert Mur (Michael Fitz) auf den Plan. Vor dem Hintergrund des in aller Munde befindlichen „Overtourism“ geraten die ziemlich unterschiedlichen Ermittler diesmal ziemlich in die Bredouille. Stört doch ein Mord in der Tourismusbranche empfindlich die wirtschaftliche Hauptschlagader dieser Region. Aber auch diesmal arbeiten der bayerische Kommissar Mur mit seiner brachialen Herzlichkeit und der sensibel-scharfsinnige Major Palfinger gemeinsam an dem Fall. Und nebenbei müssen sie noch die Kollegin Russmeyer - in einem dramatischen Finale - vor weitreichenden Konsequenzen bewahren. Zu Beginn heißt es: „Die Menschen träumen von der Zukunft, die Österreicher von der Pension!“

„Mich hat keiner gefragt“, Do., 12.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Walter Wehner
Foto: ZDF - Walter Wehner

Erst einmal ist die große Frage, ob das Heiraten überhaupt noch so ein abendfüllendes Thema sein kann –und dann hat diese Mittelmaß-Komödie aus München auch noch so ihre Längen! Anna (Meike Droste) muss auflachen, als sie um die Hand ihrer Tochter Clara gefragt wird. Clara wirft ihrer Mutter vor: „Du bist ja nur neidisch, weil Dich ja nie einer gefragt hat!“ Das hat gesessen! Die selbstbewusste Anna ist als Single eigentlich ziemlich glücklich und zufrieden. Ganz anders ihre Tochter Clara, die die eigene Traumhochzeit ganz groß plant. Welchen ihrer Ex-Lebensgefährten soll Anna nun aber nur bitten, für Clara den gewünschten Brautführer zu spielen? Anna kassiert eine Absage nach der anderen von ihren Verflossenen, die inzwischen fast alle verheiratet sind. Auch das Einspannen ihrer besten Freundin Daisy (Elena Uhlig) hilft da nur bedingt. Und so langsam fragt Anna sich: Warum nur hat keiner von ihnen je um ihre Hand angehalten? Anna versucht, Antworten zu finden, und legt es schließlich darauf an, ebenfalls gefragt zu werden. Am Ende hat sie dann die Qual der Wahl.

„Tatort – Tiere der Großstadt“, So., 15.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 16.9.2018: So einen „Tatort“ kann es auch nur aus der Hauptstadt geben: Wildschweine, Fuchs und Roboter! In dem neuen Berlin-„Tatort“ mit den Ermittlern Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) geht es parallel um zwei Fälle: Kurz hintereinander werden die ewigen Single-Ermittler an Tatorte mitten in der City und am Stadtrand gerufen. Zuerst liegt auf dem Kurfürstendamm Tom Menke (Martin Baden). Der ist Mit-Betreiber des „Robista“-Coffeshops und liegt tot und zusammengekrümmt in seinem Kaffee-Automaten. Der Roboter, der hier statt eines Menschen Kaffee ausschenkt und verkauft, steht still. Kann so eine Maschine morden? Dann ist im Grunewald eine junge Frau (Gastrolle: Stefanie Stappenbeck) unterwegs, die über das erste Grün in der noch winterlichen Natur bloggen will. Zu ihrem Entsetzen entdeckt sie eine leblose Joggerin – mit Wildschwein-Biss. Ziemlich spannend durcherzählt bis zum Schluss – wenn auch mit Gebrüll – mit einigen Wendungen ist dieser „Tatort“ trotzdem sehenswert.

„Elvis: That’s the way ist is“, So., 15.8., 22.20 Uhr, ARTE

 

Am 31. Juli 1970 kehrte Elvis Presley nach fast zehnjähriger Pause auf die Bühne zurück. Seine Konzertreihe in Las Vegas, Nevada, brach alle Box-Office-Rekorde und gab der Karriere des „King of Rock’n’Roll“ neuen Auftrieb. Fans aus aller Welt reisten zu dieser Show an, die Musikgeschichte schreiben sollte. Knapp 30 Titel sang Elvis damals. Der abendfüllende Konzertfilm (hier erstmals als 91 Minuten dauernde Dokumentation aus dem Jahr 1970) lässt die mitreißende Performance des legendären Sängers noch einmal aufleben, aber er führt auch hinter die Kulissen und zeigt, wie der „King“ sich fernab vom Rampenlicht auf sein mit vielen Emotionen verbundenes Comeback vorbereitete.

„Das Ende der Wahrheit“, Mo., 16.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Bernd Schuller
Foto: ZDF - Bernd Schuller

ZDF-Erstausstrahlung des mitunter brutalen Fernsehfilms (Erstsendung war am 3.6.2021, 21.45 Uhr, ARTE) aus der Reihe „Das kleine Fernsehspiel“ – und der ist mit Claudia Michelsen, Axel Prahl, August Zirner und Walter Kreye sehr gut besetzt. Und das passiert: Martin Behrens (Ronald Zehrfeld) ist pragmatisch und äußerst erfahren, und er ist Experte für Zentralasien beim Bundesnachrichtendienst. Er hat kein Problem damit, Menschen zu benutzen und zu belügen, um an Informationen zu kommen, und Behrens ist davon überzeugt, dass er mit seinem Einsatz einen Beitrag zur Wahrung der nationalen Sicherheit leistet. Behrens' Freundin, Aurice Köhler (Antje Traue), ist Journalistin, eigentlich ein No-Go in Behrens' Metier, also hat das Paar sich auf eine strikte Trennung von Beruflichem und Privatem geeinigt. Als Aurice plötzlich bei einer Pressekonferenz von BND und Verfassungsschutz auftaucht und unbequeme Fragen stellt, ist Behrens entsetzt. Er stellt sie zur Rede, sie erzählt ihm, dass sie einer großen Sache auf der Spur sei, die auch ihn interessieren würde, und bittet um seine Hilfe. Behrens lehnt ab. Kurz darauf wird Aurice Köhler bei einem Terroranschlag in einem Münchener Restaurant erschossen. Köhlers Tod ist für Martin Behrens in mehrfacher Hinsicht folgenreich.

„Mein Fritz – Ein persönlicher Blick auf Fritz Wepper“, Mo., 16.8., 22.00 Uhr, BR-Fernsehen

Natürlich gratuliert der Bayerische Rundfunk dem beliebten Schauspieler Fritz Wepper (zuletzt „Um Himmels Willen“) zu seinem 80. Geburtstag am 17. August 2021. Das BR-Fernsehen zeigt aus diesem Anlass am Montag, 16. August, um 22.00 Uhr als Erstausstrahlung die Dokumentation „Mein Fritz – ein persönlicher Blick auf Fritz Wepper“ von seiner (zweiten) Ehefrau Susanne Kellermann. Weitere Spielfilme sowie Filme aus der Reihe „Mord in bester Gesellschaft“ runden das Angebot rund um den Ehrentag ab. Und wie würde Fritz Wepper seinen nächsten runden Geburtstag am liebsten begehen – groß feiern oder eher flüchten? „Ich war in meinem Leben noch nie auf der Flucht! (lacht laut) Ich sehe diesem Tag mit Spannung entgegen, denn meine Lieblingspartei ist meine Familie und sind meine Freunde. Ehrlich gesagt, würde ich nach all diesen Lockdown-Maßnahmen gerne wieder mit allen zusammen feiern, aber das muss man selbstverständlich abwarten und schauen, was geht. Ich hoffe, dass wir uns zumindest in der Familie treffen können, um unsere Familie aufleben zu lassen – und an die Angela zu denken.“

„Gorbatschow – Paradies“, Di., 17.8., 20.15 Uhr, ARTE

Sehr sehenswerte und stolze 100 Minuten dauernde Dokumentation mit Seltenheitswert über den ehemaligen Regierungschef: „Gorbatschow. Paradies“ ist der neue Dokumentarfilm von Vitaly Mansky („Putins Zeugen“, „Im Strahl der Sonne“). Er wurde beim Internationalen Amsterdamer Dokumentarfilmfestival IDFA 2020 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. Der Film ist ein langes Gespräch zwischen dem Autor und Michail Gorbatschow, die sich seit über 30 Jahren kennen. Wie lebt der letzte und einzige Präsident der Sowjetunion heute? Michail Sergejewitsch Gorbatschow, geboren am 2. März 1931 im Nordkaukasus, wurde im Frühjahr dieses Jahres 90 Jahre alt. Von Präsident Jelzin wurde ihm ein Haus mit Personal in einer Moskauer Vorstadt auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt. Dem Westen gilt „Gorbi“ als Symbol der Freiheit, manche in Russland sehen in ihm den Totengräber der Sowjetunion.

„Eine gute Mutter“, Mi., 18.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 1.11.2018: Ungewöhnlicher und interessanter Film über ein soziales Drama zwischen Kindeswohl und Jugendamt, wie es viele dergleichen in Deutschland gibt. Was passiert? Die alleinerziehende Mona Doermer (sehr stark: Petra Schmidt-Schaller) reist mit ihren beiden kleinen Kindern Tom und Marlen an die Ostsee. Die psychisch labile Mutter bildet mit den für ihr Alter reifen Kindern ein seltsames Trio, das vielen in dem Küstenort (gedreht worden ist in Dahme, in Ostholstein) auffällt. So geht es auch der jungen Kommissarin Greta Burmeester (Mina Tander), die allerdings mit Versetzungswunsch, ungewollter Schwangerschaft und der todessuchenden Mutter Lotte (Gastrolle: Judy Winter) so ihre eigenen Sorgen hat. Als die kleine Marlen plötzlich im Hotel von Benno (Gastrolle: Axel Milberg) verschwindet, ist die Aufregung groß. Die Polizistin, die sich der gestrandeten Mutter samt Kindern auf sonderbare Weise verbunden fühlt, setzt alles daran, das vermisste Mädchen zu finden und hinter das düstere Geheimnis der rätselhaften Fremden zu kommen.

„Bella Martina – Die Schauspielerin Martina Gedeck – Die Wand“, Mi., 18.8., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom 6.10.2014: Starke Nerven braucht schon, wer bei diesem ebenso ungewöhnlichen wie düsteren 99-Minuten-Kinofilm (von 2011) dranbleiben möchte. Auf der Basis des gleichnamigen Romans von Marlen Haushofer wird die Geschichte einer Frau (Martina Gedeck) erzählt, die sich eines Morgens in der idyllischen Berglandschaft Oberösterreichs völlig isoliert vom Rest der Welt wieder findet. Eine durchsichtige Wand schottet sie ab. Die bekommt zuerst ihr Hund Luchs und dann auch die Frau nach 13 Minuten erstmals zu spüren. Nach 29 Minuten fährt sie mit einem Mercedes Cabrio dagegen. Schließlich bleibt der Frau nichts anderes, als mit ein paar Tieren einen einsamen Überlebenskampf in den Bergen zu führen. Als Bewältigung der Angst beginnt sie, das Geschehene aufzuschreiben. Auf weitere Schauspieler wird ziemlich verzichtet, einzig Hans-Michael Rehberg als „versteinerter Mann“ wäre zu erwähnen. Und am Ende sind Stier, Perle und Luchs gestorben – und ein Mann.

„Nestwochen“, Do., 19.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Willi Weber
Foto: ZDF - Willi Weber

Nächste – und leider wieder nur Mittelmaß erreichende Komödie – im Komödien-Sommer des Zweiten: Nach der Trennung versuchen es Julia (Bettina Lamprecht) und Robert (Matthias Koeberlin) mit „Nesting“. Doch was zunächst gut für die Kinder scheint, macht die Sache für die ganze Familie nur noch komplizierter. Die zwölf-jährige Marie und der sieben-jährige Maxi wohnen weiter im Holzhaus, während die Eltern sich wochenweise ablösen. Doch Robert verfolgt mit seinem Vorschlag einzig das Ziel, das Haus (seine Altersvorsorge) zu retten und Zeit zu gewinnen, damit Julia endlich wieder zur Vernunft kommt. Julia allerdings hält nicht viel davon, abzuwarten. Schon bald lässt sie sich auf die Annäherungsversuche des neuen Arzt-Kollegen Sascha (Tom Beck) ein. Auf einer Spontan-Party im heimatlichen „Nest“ landet Julia mit Sascha reichlich angetrunken im ehelichen Bett. Tischler Robert lässt sich derweil von seinem Kollegen eher widerwillig zu einem feuchtfröhlichen Abend auf einer Ü-30-Party überreden, auf der er eine Polizistin kennenlernt, die scheint zu Robert wie ein Deckel zum Topf zu passen, doch noch kann er sich von der Idee einer Versöhnung mit Julia und einer Rückkehr zur klassischen Familie nicht lösen.

„303“, Do., 19.8., 22.45 Uhr, BR-Fernsehen

Sehenswertes, ruhiges, konzentriertes und mit 145 Minuten auch überlanges Roadmovie von Berlin nach Spanien: Jan(herrlich normal: Anton Spieker) ist davon überzeugt, dass der Mensch von Natur aus egoistisch ist. Deswegen ist er auch nicht weiter überrascht, als ihn in Berlin seine Mitfahrgelegenheit versetzt. Jule (stark: Mala Emde) hingegen glaubt, dass der Mensch im Kern empathisch und kooperativ ist, und bietet Jan einen Platz in ihrem Oldtimer-Wohnmobil an – ein Hymer auf Mercedes 303 Basis. Beide sind unterwegs Richtung Atlantik. Jan will nach Spanien, um seinen leiblichen Vater kennenzulernen, Jule zu ihrem Freund nach Portugal, um mit ihm etwas zu besprechen. Eigentlich soll es gemeinsam nur bis Köln gehen, doch mit jedem Kilometer eröffnet sich etwas mehr von der Welt des Anderen. Lebenshungrig und romantisch, zwischen Fernweh und dem Wunsch, irgendwo anzukommen, ist Regisseur Hans Weingartner ein sehnsüchtiges Roadmovie mit magischer Anziehungskraft gelungen. Die wunderschönen Landschaftsaufnahmen werden getragen von einem atmosphärischen Indie-Soundtrack.

„Die besten Jahre“, Fr., 20.8., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung des ZDF-Film-Klassikers mit Martina Gedeck und Tobias Moretti von 1999: Eine Frau, der es an nichts fehlt – Vera Kemp: reiche Firmen-Erbin, Herausgeberin, glückliche Ehefrau und Mutter. Doch die Frau stellt fest, dass sie ihr ganzes Leben unter einer Glasglocke verbracht hat. Ihr verstorbener Vater, der tatkräftige Ehemann Manfred und die lebenskluge Schwiegermutter Lisbeth haben stets dafür gesorgt, dass Vera Kemp mit dem rauen Wind der Wirklichkeit nie in Berührung gekommen ist. Der Wendepunkt in Veras Leben ereignet sich an ihrem 36. Geburtstag. Wie ein Keulenschlag trifft sie die Behauptung einer fremden, jungen Frau, sie sei die Geliebte ihres Mannes. Vera muss erkennen, dass sie vor der Realität ihres Lebens bisher die Augen verschlossen hat ...

„Dreiraumwohnung“, Mo., 23.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - WB Television Jonathan Ibeka
Foto: ZDF - WB Television Jonathan Ibeka

Perfektionistin trifft auf Chaos-Queen. Konstanze (Anja Kling) erhält Besuch von der quirligen Jackie (Carol Schuler) samt ihrer drei Kinder – und wird die Bande so schnell nicht wieder los. Die fast vergessene Reha-Bekanntschaft hat in ihrer Wohnung einen Wasserschaden. Konstanze, überrumpelt, bietet Unterschlupf an. Und bald steht in ihrer Villa kein Stein mehr auf dem anderen, und im Kühlschrank findet sich Fast Food statt Biokost. Konstanzes Kinder sind erstaunt, dass Mama doch Freunde hat. Sie verstehen sich bestens mit Jackie & Co und übernehmen gleich ein paar einschlägige Verhaltensweisen der neuen Gäste. Endlich kommt mal Schwung in die Bude. Arztkollegin Marit (Caroline Peters) hingegen kann nicht fassen, was sie hört, und redet Konstanzes soziale Fähigkeiten schnellstens klein, legt man doch bei der Besetzung der Chefarzt-Stelle plötzlich viel Wert auf diese Dinge. Konstanze wäre nicht Konstanze, wenn sie nicht einen perfekten Schlachtplan entwerfen würde. Ein paar erstaunliche Informationen zum Wasserschaden bringen Konstanze so richtig in Fahrt, und als sie Jackie fast aus dem Haus hat, braucht sie selbst deren Hilfe. Am Ende werden die Frauen doch noch so etwas wie Freundinnen.

„Immer der Nase nach“, Do., 26.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Volker Roloff
Foto: ZDF - Volker Roloff

Nächste, aber leider wieder nur eher Mittelma0 erreichende Komödie im ZDF: Aussortiert – und das mit knapp 50! So fühlt sich Schaufensterdekorateurin Tanja (Claudia Michelsen) beruflich wie privat. Aber natürlich kann sie noch mithalten und nachdem ihr ein Auftrag nach dem anderen wegbricht, geht Tanja mit Feuereifer in die Akquise. Ein Online-Kurs soll sie digital fit machen. Sie ist so intensiv mit sich beschäftigt, dass sie die wichtigsten Menschen ihres Umfelds vernachlässigt. Ob das gut geht? Im Gespräch mit ihrer besten Freundin Imke (gut: Corinna Harfouch) entwickelt Tanja nach Verzagtheit wieder Kampfesmut. Sie will beweisen, dass sie noch mithalten kann. Eine erste Bestätigung dieser These erfährt die Berlinerin Tanja durch Nick (Helgi Schmid), einem Schreiner und Schrott-Taucher in den Mittdreißigern, den sie auf einer Party kennenlernt. Sie üben aufeinander eine prickelnde Anziehungskraft aus, die Tanja nach und nach auch zu genießen lernt.

„Geliefert“, Fr., 27.8., 20.15 Uhr, ARTE

Gerade erst lief dieser Mittwoch-Film des Bayerischen Rundfunk (BR) beim Münchner Filmfest 2021, da kommt bereits die Erstsendung auf ARTE: Schon im Vorspann wird der lange Weg des Paketzustellers zum Kunden mehr als deutlich. Geld allein macht nicht glücklich, aber es hilft! Denn als Paketbote und alleinerziehender Vater hat Volker (Bjarne Mädel) es nicht leicht, sich und seinen pubertierenden Sohn Benny (Nick Julius Schuck) mit dem Job über Wasser zu halten. Die langen Arbeitszeiten und die miserable Bezahlung bringen den „Dinosaurier“ aus dem bayerischen Regensburg oft an seine Belastungsgrenze. Doch seine Nebentätigkeit als Fußballtrainer einer Jugendmannschaft (in der auch sein Sohn spielt) bereitet ihm Freude und gibt ihm Kraft. Um seinem Sohn eine Schulabschlussreise zu ermöglichen, bietet sich eine Gelegenheit, über einen illegalen zweiten Job schnell an Geld zu kommen. Als Volker dieses Angebot in diesem leider eher Mittelmaß-Film letztlich annimmt, steht er allerdings schnell vor noch viel größeren Problemen …

„Tatort – Wer zögert, ist tot“, So., 29.8., 20.15 Uhr, ARD

Das Ende der Sommerpause mit „Tatort“-Wiederholungen obliegt dieses Mal dem Frankfurter Team mit Anna Janneke (Margarita Broich) und Pau Brix (Wolfram Koch). Dort wird mitten am Tag wird auf einem Golfplatz Frederick Seibold (Helgi Schmid) von vier mit Hundeköpfen Maskierten niedergestreckt – ein Übertäter stirbt dabei im Wald. Als der junge Golfer in einem dunklen Kellerloch wieder zu sich kommt, sind die beiden Frankfurter Hauptkommissare bereits mit seinem Fall betraut: Die Ex-Freundin Fredericks, Bille Kerbel (Britta Hammelstein), hatte einen abgeschnittenen Finger erhalten, den sie schnurstracks zur Polizei gebracht hat. Konrad Seibold (Bernhard Schütz), Fredericks Vater, ein gut situierter Wirtschaftsanwalt, sieht hingegen gar nicht ein, Lösegeld zu zahlen, glaubt er seinen Sohn Freddy doch selbst hinter der Entführung. Janneke und Brix sind überrascht von Seibolds Sturheit, der ebenfalls einen Finger zugeschickt bekommen und nicht reagiert hatte. Als sich herausstellt, dass die abgetrennten Finger nicht von Frederick stammen, scheint der Vater jedoch Recht zu behalten. Über Bille führt die Spur die Kommissare zu Conny Kaiserling (Christina Große), die ein Studio für Frauenselbstverteidigungskurse betreibt. Brix kommt auf die Idee, Fanny (Zazie de Paris) dort undercover einzuschmuggeln. Janneke und Brix werden in den Taunus zu einer dort abgelegten Frauenleiche gerufen. Antonia Wagner, die Tote, wurde offenbar von einem Zaunpfahl durchbohrt. Auf der Suche nach Fremdeinwirkung findet der Gerichtsmediziner unter ihren Fingernägeln Hautfetzen von Frederick Seibold. War Antonia an der Entführung beteiligt?

„Um die 50“, Mo., 30.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Michael Tinnefeld
Foto: ZDF - Michael Tinnefeld

Unterhaltsames Mittelmaß, aber längst nicht so gut und voller Spielfreude wie der Filmerstling „Um die 30“ mit exakt der Besetzung von vor 20 Jahren! Denn mehr als zwei Jahrzehnte ist es her, seit man in der sechsteiligen Serie „Um die 30“ am Leben der Münchner Clique um Frank (Dominic Raacke), Tina (Natalia Wörner), Carlo (Jürgen Tarrach), Carola (Susanna Schäfer), Sabrina (Catherine Flemming) und Olaf (Bruno Eyron) teilhaben durfte. Mit den sechs Babyboomern konnten die Zuschauer Freud und Leid des Erwachsenwerdens teilen – mal lachend, mal mitfühlend. Nun kommen die Freunde anlässlich Carolas 50. Geburtstag wieder zusammen. Selbst Tina reist aus Paris an, und obwohl beide in festen Beziehungen stecken, funkt es zwischen Frank und ihr wieder ganz gewaltig. Olaf steckt in finanziellen Problemen – findet aber wie immer eine elegante Lösung: Er spekuliert darauf, seiner im Altersheim lebenden Mutter das Häuschen abzuluchsen. Sabrina ist völlig aufgelöst. Ihr Ex Lars, Vater ihres Sohnes, macht ihr das Leben schwer. Sie kommt mit ihrer Lebensgefährtin Ellen von Berlin nach München, um gemeinsam mit ihrer Schwester Tina das Haus der verstorbenen Eltern auszuräumen. Nur Carlo und Carola scheinen als Paar mit drei Kindern unbeschadet über die Jahre gekommen zu sein. Sie wirken wie eine glückliche Familie. Doch der Schein trügt – hinter den Kulissen rumort es. Im Kern sind sie sich alle treu geblieben. Die Probleme mögen heute andere sein, doch jeder packt sie mit der ihm eigenen Leidenschaft an. Ob sie erwachsener geworden sind? „Man wird nicht erwachsener, man wird nur älter“, wusste Frank schon vor 20 Jahren in „Um die 30“.

 

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