Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

° Sprecher

 

PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps September 2021

„Ein Mädchen wird vermisst“, Fr., 17.9., 20.15 Uhr, ARTE

Nach „Ein Kind wird gesucht“ (2017) und „Die Spur der Mörder“ (2019) ist dies der dritte auf wahren Begebenheiten beruhende Fall, den Hauptkommissar Ingo Thiel gemeinsam mit seinem Team in mühsamer Ermittlungsarbeit lösen muss. Nun kommt also die Erstsendung des ZDF-Montagsfilms mit Heino Ferch – als Gladbacher Ermittler Thiel. Was passiert? Nele Sommer ist eine junge, ehrgeizige Synchronschwimmerin, ihrer ererbten Diabetes zum Trotz. Doch nach einem Training ist Nele plötzlich verschwunden. Ist die Schülerin, die von ihrem Vater Holger (Martin Lindow) stark kontrolliert wird, abgehauen – oder Opfer eines Gewaltverbrechens geworden? Eine zermürbende Spurensuche beginnt. Zermürbend nicht nur für die Polizei, sondern auch für die Eltern, die sich gegenseitig schwere Vorwürfe machen. Zudem scheint Neles Vater über seinen tatsächlichen Aufenthaltsort an dem Abend, an dem seine Tochter verschwunden ist, zu lügen … Könnte er etwas mit ihrem Verschwinden zu tun haben, oder steckt noch etwas anderes dahinter? Ingo Thiel und sein Team landen zunächst in einer Sackgasse, doch dann liefert die 30 Jahre alte Postkarte eines mittlerweile Verstorbenen den Ermittlern einen entscheidenden Hinweis …

„Die Diplomatin – Mord in St. Petersburg“, Sa., 18.9., 20.15 Uhr, ARD

Nächster Film / Fall für „Die Diplomatin“ – gespielt von Natalie Wörner: Auf dem Flughafen BER landet ein Mann mit seiner sechs-jährigen Tochter aus St. Petersburg, der um sein Leben fürchtet: der deutsch-russische Journalist Kolja Petrow (Beat Marti), ein Jugendfreund von Diplomatin Karla Lorenz (Natalia Wörner) – was mit süßen Fotomontagen auf ihrem Handy „bewiesen“ wird. Denn statt der Diplomatin, die nichts von seinem Besuch weiß, erwartet ihn und die kleine Manja (Rena Harder) ein russisches Geheimdienstkommando. Bevor ihn die Entführer stellen, lässt Kolja in den Rest-Rooms für Gentlemen einen Datenstick verschwinden und versteckt Manja in einem Mietwagen. Als kurz darauf die Polizei das Mädchen entdeckt, fehlt von dem Entführten jede Spur. Eine Telefonnummer, die Kolja auf Manjas Arm geschrieben hat, führt jedoch zu Karla. Sie wundert sich zwar, nach langer Funkstille auf diese Art von ihm zu hören, nimmt aber seine Tochter bei sich auf. Während sich ihr Freund Jan (Alexander Beyer) um das Mädchen kümmert, unterstützt Karla den Krisenstab, darunter auch die BND-Beamtin Weimer (Anna von Haebler). Man findet heraus, dass Kolja in der russischen Botschaft festgehalten wird. Als Staatssekretär Wagner (Thomas Heinze) außenpolitischen Druck macht, senden russische Staatsmedien eine überraschende Begründung: Petrow soll geflohen sein, weil er seine Frau in St. Petersburg ermordet habe. Karla, die den Verdächtigen seit Kindertagen kennt, hält das für einen Vorwand. Tatsächlich hatte er Beweise für russische Einflussnahme durch deren Geheimdienste auf wichtige politische Wahlen in Deutschland im Gepäck, die vertuscht werden sollen …

„Spider Murphy Gang – Glory Days Of Rock n‘ Roll“, Sa., 18.9, 23.30 Uhr, BR-Fernsehen

Wiederholung vom Mi., 9.12.2020, 20.15 Uhr, BR-Fernsehen: In dieser durchaus auch für Norddeutsche interessanten Musik-Doku gibt es in 85 Minuten so ziemlich alles über die Rockmusiker aus München – und dies auf prominentem Sendeplatz (im Bayerischen Fernsehen). Mit „Skandal im Sperrbezirk“ fängt es (logisch!) nach einer (!) Film-Minute an, geht dann über „Schikeria“ der Song, der ursprünglich „Ballerina“ hieß und einen englischen Text hatte, über den Kinofilm von Senta-Berger-Ehemann und Top-Regisseur Michael Verhoeven bis hin zu Sachen wie: „500.000 Mark, wenn du die Band verlässt“. 40 Jahre Spider Murphy Gang – zu bayerischem Rock 'n' Roll tanzte Anfang der 1980er Jahre im Fieber der Neuen Deutschen Welle die ganze Republik. Regisseur Jens Pfeifer heftet sich an die Fersen der legendären Münchner Band. Er kommt ihnen so nah wie keiner zuvor: Anhand von teilweise noch nie gesehenem Archivmaterial und offenen Interviews mit allen Protagonisten gewährt er mit seinem Porträt zweier – auch nach Jahrzehnten immer noch eng verbundener Freunde – einen Blick hinter die Kulissen. Ein Stück deutscher Geschichte – und ein Rock-'n'-Roll-Biopic über eine Gruppe, für die die „Glory Days“ noch lange nicht vorbei sind …

„Tatort – Der Reiz des Bösen“, So., 19.9., 20.15 Uhr, ARD

Gute Geschichte, aber (leider) äußerst brutal erzählt: Alles fängt in Köln damit an, dass die Mutter einer 14-jährigen Teenagerin auf dem Weg zur Schicht in der Klinik mit 12 Stichen auf einem Parkdeck getötet wird. Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) ist schnell vor Ort – sein Kollege Freddy Schenk (Dietmar Bär) kommt erst noch mit rotem Ferrari und ohne Bart. Dann entspinnt sich Stück für Stück eine furchtbare Geschichte, um Frauen, die zunächst per Brief Kontakt zu Inhaftierten suchen und sich verlieben. Am bitteren Ende kann man den Täter zwar verstehen, aber er ist und bleibt ein brutaler Mörder! Und nach einem Naja-Showdown mit dem plötzlich im Alleingang agierenden „Turbo“-Assi Norbert Jütte (Roland Riebling) – erst in einer Kleingarten-Anlage und dann auf einer Großbaustelle –, muss Freddy Schenk noch den Ferrari wie er sagt „bis zu den ,tagesthemen“‘ wieder abgeben.

„Ein Sommer in Südtirol“, So., 19.9., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Stefan Ditmer
Foto: ZDF - Stefan Ditmer

Seichtes Gegenprogramm zum brutalen „Tatort“ im Ersten – und in Südtirol ist halt die Landschaft eindeutig schöner und für die Filmkameras fotogener, als in Köln! Auch nach 20 Jahren trifft die junge Kellermeisterin Franziska Gasser (Maike Jüttendonk) in Südtirol noch auf die alten Fronten zwischen Italienern und Deutschen. Kann eine aufkeimende Liebe das aushalten? Denn sie verliebt sich, ohne es zu wollen, in Marco Antonelli (Sami Loris), den behandelnden Arzt ihres grantigen Vaters Josef (Harald Krassnitzer). Franzi wollte eigentlich nie wieder einen Fuß auf das heimatliche Weingut in Südtirol setzen. Zu tief sitzt ihr Groll auf ihren konservativen Vater Josef, der seine Landsleute immer noch strikt in „Deutsche“ und „Italiener“ einteilt. Nachdem der Vater jedoch durch einen Autounfall außer Gefecht gesetzt ist, eilt die studierte Kellermeisterin ihrer Mutter Theresa (ein Wiedersehen mit Julia Stemberger) zu Hilfe, da die Weinlese kurz bevorsteht und jede Hand gebraucht wird.

„Auf dünnem Eis“, Mo., 20.9., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Stephanie Kulbach
Foto: ZDF - Stephanie Kulbach

Irgendwie eine gut gedachte Geschichte, die in dieser Umsetzung aber viele Klischees bedient und leider auch so ihre Längen zeigt: Es ist Winter in Berlin und mitten in der Nacht fährt die Köchin Ira Rosenthal (Julia Koschitz) auf dem Parkplatz in der Tiefgarage vor ihrer Berliner Wohnung einen Obdachlosen an. Konrad (Carlo Ljubek) hat sich dort mit seinem Hund ein Lager errichtet. Obwohl müde und erschöpft von ihrer Arbeit in einem Hotelrestaurant, bringt Ira den nur leicht verletzten Konrad in das nächstgelegene Krankenhaus – und damit beginnt der gemeinsame Weg von Ira und Konrad. Im Spannungsfeld zwischen Mitgefühl und Abwehr beginnt Ira sich mit der Frage nach ihrem Platz im Leben auseinanderzusetzen. Erst kürzlich ist ihre Ehe zerbrochen, und sie lebt nun mit ihrem neun-jährigen Sohn Lukas (Bruno Grüner) allein. Ihr Job als Köchin bringt sie nicht nur wegen der extremen Arbeitszeiten an ihre Grenzen. Konrad dringt immer weiter in Iras Alltag ein. Um ihn loszuwerden, versucht sie, ihm seinen Platz im Leben zurückzugeben. Sie lässt ihn bei sich übernachten, leiht ihm Klamotten und begleitet ihn bei Behördengängen. Iras Ex-Mann Bernhard (Markus Gertken) sucht wieder reumütig den familiären Anschluss, fühlt sich aber von Konrad gestört und bedroht. Als Ira ihren Job verliert, wird ihr bewusst, wie fragil die eigene bürgerliche Existenz ist, und ihr entgleitet zunehmend ihr Leben.

„Tina mobil“ (1/6), Mi., 22.9., 20.15 und 21.00 Uhr, ARD

Dynamische und unterhaltsame Serie des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) – mit Gabriela Maria Schmeide (herrlicher berlinernd) in der Hauptrolle: Die ist als Tina Sanftleben komplett außer sich, denn ihr Bäcker-Chef „Zolle“, Herr Zollerich, hat ihr fristlos gekündigt! Überraschend kam das nicht, auch wenn Tina kit ihrem Verkaufswagen die Queen der Landstraße ist. Mit ihrem Bäckermobil hat sie all die Nester im Norden von Berlin abgeklappert, die keinen Und nu? Arbeitslos, ein Loch im Konto und die Rechnungen flattern nur so rein. Aber Tina – allein erziehende Mutter von drei Kindern – hat einen Plan! Man kann alles schaffen, was man will. Alles. Und wenn man es nicht schafft, hat man es eben nicht genug gewollt. Das ist Tinas Maxime. Die hält sie am Leben und am Laufen. In sechs Folgen von je 45 Minuten (die als Doppelfolgen gesendet werden) erzählt die Miniserie mal komisch, mal traurig die Geschichte einer Frau, die partout nicht aufgeben will, in einem Milieu, das nicht allzu oft gezeigt wird.

Hinweis: Die nächsten beiden „Tina mobil“-Doppelfolgen kommen am Mi., 29.9. und Mi.. 6.10, um 20.15 und 21.00 Uhr im Ersten

„Mein Freund, das Ekel“ (1/6), Do., 23.9., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Conny Klein
Foto: ZDF - Conny Klein

Weil der Fernsehfilm … so erfolgreich war, geht die Geschichte nun mit sechs Folgen in einer Miniserie weiter – die Auftaktfolge heißt „Voll verhintzt“: Mit der Zeit ist aus dem pensionierten und anspruchsvollen Berliner Lehrer Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) und seiner Nachbarin Trixie Kuntze (Alwara Höfels) und deren eher schlichte Familie eine liebevolle, wenn auch skurrile WG geworden. Bis es an der Tür klingelt. Da steht plötzlich Hintz' Schwester Elfie (Ursela Monn), sie hatte vor einem halben Jahr Trixie und ihren Kindern ihre Hälfte der Wohnung zwecks eigener Weltreise nach dem Prinzip „Wohnen gegen Hilfe“ überlassen hat. Nun ist sie früher als erwartet zurück und will wieder einziehen. Hätte Hintz doch nur seine E-Mails gelesen. So trifft Elfies Rückkehr die WG wie ein Blitz. Dabei hatte sich alles so gut entwickelt, auch wenn der Start mehr als holprig war. Doch inzwischen ist aus dem ungleichen Paar eine gut eingespielte Wohngemeinschaft geworden. Nun geht es mitunter lustig und mitunter auch tragisch mit dieser Geschichte also weiter.

Hinweis: Sechs Folgen „Mein Freund, das Ekel“ werden als Miniserie donnerstags, ab 20.15 Uhr, in Doppelfolgen ausgestrahlt

„Jenseits der Spree“ (1/4), Fr., 24.9., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Oliver Feist
Foto: ZDF - Oliver Feist

Start einer neuen Reihe mit Freitagskrimis im Zweiten – aus Berlin – mit Jürgen Vogel! In „Blutsbande“ geht es um einen Toten aus der Spree. Der Mann wurde zuvor betäubt, erschlagen und dann ins Wasser geworfen. Er hatte in einer Spedition gearbeitet und seine Liebe gefunden. Traf er hier auch seinen Mörder? Verzweifelt wendet sich Dezernatsleiterin Katharina Koblinski (Elisabeth Baulitz) an den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Robert Heffler (Jürgen Vogel) – doch der ist gerade bei der Kohlrabi-Ernte im heimischen Garten … Der alleinerziehende Vater hat sein Leben wegen seiner drei Töchter eigentlich als Disponent im Innendienst eingerichtet. Aus Personalmangel bittet die Leiterin ihn, die neue Kriminalhauptkommissarin Kay Freund (Seyneb Saleh) zu unterstützen. Notgedrungen sagt er zu, ohne das Wissen seiner Töchter. Der erste Fall für das neue Duo beginnt. Der Tote im Wasser gibt einige Rätsel auf. Robert Heffler aber ist Old-School, lehnt die Schusswaffe nach einem Vorfall vor drei Jahren (den es zu Beginn zu sehen gibt) ab, ist aber gut im Kopfrechnen: „Dann ist der Mann 2.268 Meter von hier ins Wasser geworfen worden“ – und das bringt das ungleiche Ermittler-Duo (natürlich) exakt zum Ort des Geschehens. Wer Jürgen Vogel mag, wird diese Krimireihe nicht unschön finden – brutal ist sie aber auch und an Kraftausdrücken mangelt es ganz Hauptstadt-like auch nicht.

Hinweis: Die Pilotfolge bildet den Auftakt der neuen Krimiserie „Jenseits der Spree“, die mit zunächst vier Folgen, freitags um 20.15 Uhr, kommt

„Auf einmal“, Fr., 24.9., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung des packenden und wendungsreichen Dramas (Erstsendung war am 3.7.2020 auf ARTE), das nicht nur versucht, einen Todesfall aufzuklären, sondern auch ein scharfsichtiges Bild von Oberflächlichkeit und Kleinstadtmentalität zu zeichnen. Der Bankberater Karsten (Sebastian Hülk) führt ein geregeltes Leben in einer Kleinstadt in Westdeutschland. Doch eine Nacht verändert sein Leben dramatisch. Seine Freundin Laura (Julia Jentsch) ist verreist. Karsten schmeißt eine Party in der gemeinsamen Wohnung. Dort lernt er die schöne Anna (Natalia Belitski) kennen. Nachdem die Gäste gegangen sind, kommen die beiden sich näher. Plötzlich bricht Anna zusammen. Unter Schock rennt Karsten zum nahen Krankenhaus, um Hilfe zu holen, doch es hat geschlossen. Bei seiner Rückkehr liegt Anna tot in der Wohnung. Hätte Karsten Anna retten können, wenn er sofort den Notruf gewählt hätte? Die Polizei ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung gegen ihn. Seine Eltern stellen ihm einen Anwalt. Ist ihre Sorge um den Sohn echt, oder wollen sie nur den Ruf der Familie retten?

„Die Heimsuchung“, Sa., 25.9., 20.15 Uhr, ARD

Im dunklen Keller fängt dieser düstere Samstagsfilm an: Dann wacht der BKA-Beamte Ben (Kostja Ullmann) nach seinem missglückten Einsatz aus dem künstlichen Koma auf. Der Personenschützer muss damit klarkommen, dass er den Tod eines kleinen Mädchens (mit alter Spieluhr) nicht verhindern konnte. Um sich zu erholen, fährt er mit seiner Freundin Marion (Kristin Suckow) an die Ostsee. Seit Jahren ist es der erste Besuch bei seinen Eltern Ralph (Martin Feifel) und Anke (Deborah Kaufmann) und zugleich die Rückkehr an einen Ort schmerzhafter Erinnerungen. Damals, noch zu Kindertagen, gab es einen rätselhaften Unfall mit seinem besten Freund Timmi (Ilja Bultmann), um den Ben seither trauert. Zu seinem Erstaunen erfährt er nun aber, dass der inzwischen erwachsene Timmi (Felix Phönix Lehmann) lebt und als Wachkoma-Patient in einem Krankenhaus liegt. Zusammen mit Marion, eine auf dieses Krankheitsbild spezialisierte Ärztin, möchte Ben nun mit Hilfe der MRT-Technik zu Timmi vordringen. Vielleicht lässt sich das Trauma lösen, wenn es gelingt, die Ursache ans Licht zu bringen. Anders als Ben scheinen aber weder Timmis Vater (Michael Witte) noch der Dorfpolizist Nolting (Urs Rechn) daran interessiert zu sein. Während Ben der Gedanke an das tote Mädchen nicht loslässt, auch, weil es ihm immer wieder „begegnet“, beginnt ihn seine Suche nach der Wahrheit immer mehr zu verstören. Je näher er dem Geheimnis von damals kommt, umso stärker gerät sein eigenes Selbstbild ins Wanken.

„Adamo – Und dann ein Lied“, So., 26.9., 22.10 Uhr, ARTE

Bestimmt nicht nur für Musikfreude durchaus interessante Erstausstrahlung der 55-Minuten-Dokumentation (des belgischen Fernsehens und von ARTE) über den leisen (Schlager)-Sänger, Musiker und Chansonier: Salvatore Adamo kam als Dreijähriger aus Sizilien mit seiner Familie nach Belgien. Im „Théâtre royal de Mons“, wo er Ende der 1950er Jahre einen alles verändernden Nachwuchs-Gesangswettbewerb gewann, blickt er zurück auf 60 erfolgreiche Karrierejahre mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben weltweit. In sehr privaten Gesprächen berichtet der belgische Chansonsänger, meist humorvoll, von vergangenen sowie gegenwärtigen Momenten seines Lebens. Zudem kommentieren enge Freunde (nach 40 Minuten kommt auch sein deutscher Wegbegleiter Thomas Gottschalk zu Worte) sowie Kollegen und seine Ehefrau Nicole den Lebensweg des leisen Ausnahmekünstlers, der von Charles Aznavour als „Der sanfte Gärtner“ benannt wurde. Ein authentischer Einblick in das Leben des Sängers mit der einzigartigen androgynen Stimme – und einiger abgewandelter und schöner Versionen von Adamos Song „C‘est ma vie“ („So bin ich“) aus Mitte der 1970er Jahre.

„Sarah Kohr – Stiller Tod“, Mo., 27.9., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

Nächster TV-Einsatz der Super-Woman des ZDF – wieder mit viel Action, Schlägereien, Klettertour an der Hauswand, sogar einer Spähpanzer-Fahrt – aber auch schöner Motive aus dem Hamburger Hafen: Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird in einer abgeriegelten Fabrik an der Vernichtung tödlicher Substanzen gearbeitet. Dann wird der leitende Chemiker Dr. Diestel (Kai Wiesinger) scheinbar entführt. Zusammen mit ihm wird eine Kartusche Sarin-Gas entwendet. Ein Gift, das lautlos, unsichtbar und geruchlos innerhalb weniger Minuten tötet. Genug für einen Angriff, ausreichend für einen Terrorakt. So leise und unbemerkt der Diebstahl stattfand, so geheim muss auch die Jagd nach dem Täter ablaufen. Keine Panik entfachen und keine Aufforderung an Trittbrettfahrer, so Staatsanwalt Anton Mehringer (Herbert Knaup). Er beauftragt Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) mit den Ermittlungen – ohne Aufsehen, aber mit allen Befugnissen. Sie findet heraus, dass hinter dem Diebstahl keine Terrorzelle steckt, sondern, dass der Täter sich von einem ganz persönlichen Rache-Motiv leiten ließ. Als Sarah Kohr den Kampfstoff sicherstellen kann, ist der Albtraum noch lange nicht zu Ende, sondern eskaliert zu einer ungeheuren Bedrohungslage.

 

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