Wolfgang Wittenburg

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für Februar 2024

„Rex Gildo – Der letzte Tanz“, Sa., 24.2, 20.15 Uhr, 3sat

Erstsendung war (leider) am Do., 16.2.2023, 0.05 Uhr (!), ARD: Sehenswertes Film-Porträt – „frei erzählt nach wahren Begebenheiten“ – über den Schlagersänger: In origineller Mischung aus Dokumentar- und Spielfilmelementen zeigt Rosa von Praunheim Licht und Schatten eines Lebens zwischen öffentlichem Auftritt und privaten Sehnsüchten. Rex Gildo (jung: Kilian Berger, alt: Kai Schumann) feierte große Erfolge, sein bekanntester Schlager ist „Fiesta Mexicana“. Der 90-Minuten-Film erzählt ein Leben im gesellschaftlichen Kontext der alten Bundesrepublik und dem normativen Druck der Schlagerbranche. Rex Gildo sah blendend aus, konnte singen und tanzen, verkaufte 40 Millionen Schallplatten und wirkte in über 30 Filmen mit. Rex Gildo war ein deutscher Star. Doch dass er und sein Manager/Entdecker/Ziehvater/Geliebter Fred Miekley (Ben Becker) über Jahrzehnte ein Liebespaar waren, wussten nur engste Vertraute. Um Presse-Gerüchten über sein Schwulsein zuvorzukommen, heiratete Rex Gildo sogar seine eigene Cousine … Nach Miekleys Tod bekam Gildos Karriere tiefe Risse, er wurde tablettensüchtig und hatte Alkoholprobleme. 1999 stürzte er aus dem Fenster seiner Münchner Wohnung, er wurde 63 Jahre alt. In den dokumentarischen Szenen erzählen Gudrun Gloth, Vera Tschechowa, Cornelia Froboess, Gitte Hænning Bernhard Brink, Costa Cordalis und Cindy Berger von ihrer Zeit mit Rex Gildo.

„Polizeiruf 110 – Diebe“, So., 25.2., 20.15 Uhr, ARD

Neuer „Polizeiruf 110“ aus Rostock – und obwohl es mitunter brutal ist, zu sehen, wie eine junge drogensüchtige Mutter mit kleiner Tochter an Geld kommt, ist der Film unterm Strich nicht schlecht: Denn das Kripo-Team wird an einen Tatort der Hafenstadt gerufen, bei dem es sich auf den ersten Blick auch um einen unglücklichen Haushaltsunfall handeln könnte. Doch die Gerichtsmedizin und Einbruchsspuren sprechen eine deutliche Sprache: Die ältere Dame Vera Bödecke wurde in ihrem Haus ermordet. Erste Hinweise führen zur drogenabhängigen Mascha Kovicz, die sich und ihre vier-jährige Tochter Holli mit Einbrüchen über Wasser hält. Melly Böwe (Lina Beckmann) geht das Schicksal der kleinen Familie nahe und sie begibt sich in eine gefährliche emotionale Nähe zur Tatverdächtigen. Denn Mascha Kovicz weiß mehr als sie zugibt und bringt alle damit in große Gefahr. Und Mit-Ermittlerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) trifft auf ihren Vater Günther Wernicke und möchte ihm so gerne seine Liebe glauben, aber ihr Misstrauen sitzt tief. Ist der Graben zwischen ihnen überwindbar?

„Sie sagt. Er sagt.“, Mo., 26.2., 20.15 Uhr, ZDF

Es geht um Vergewaltigung und um die Wahrheit zwischen zwei Erwachsenen – aber auch wenn Top-Regisseur Matti Geschonneck inszeniert bleibt eine Gerichtsverhandlung eine Gerichtsverhandlung – und die sind selten temporeich und kurzweilig und so hat auch diese Längen. Auch die zu Anfang und am Ende erklärenden Worte von Autor und Strafrechlter Ferdinand von Schirach aus dem Off gesprochen, sind alles andere als packend und machen zu Beginn auch nicht Lust auf mehr.

„2 Freunde“, Mi., 28.2., 20.15 Uhr, ARD

Obwohl der erste Film „Freunde“ (2021) mit 2,14 Millionen Zusehenden nicht gut ankam, kommt nun eine weitere Geschichte: Erneut sind ein paar Jahre vergangen, als sich die alten Freunde Patrick (Justus von Dohnányi) und Malte (Ulrich Matthes) wiedersehen. Patrick taucht völlig überraschend an Maltes Wohnmobil auf, das an einer Steilküste an der Ostsee, mitten in einem menschenleeren Sperrgebiet steht. Am Abend soll hier in der Nähe ein Konzert der Band stattfinden, in der Vincent spielt, Patricks Sohn, dessen biologischer Vater aber Malte ist … Patrick erinnert den Freund an den alten Schwur, dass Malte jenem Vincent fernbleibt. Der Sohn soll nie erfahren, dass Patrick nicht sein wirklicher Vater ist. Doch dann macht Patrick eine Entdeckung, die ihn von seinem Plan abbringt, Malte von Vincent fernzuhalten. Im Verlauf eines Tages, einer Nacht und eines Morgens loten die beiden Freunde, die sich beide an späten Wendepunkten ihres Lebens befinden, aus, was für Erwartungen sie noch haben, was sie bereit sind zu riskieren und vor allem: was von ihrer Freundschaft noch übriggeblieben ist.

„Die Vergesslichkeit der Eichhörnchen“, Mi., 28.2., 20.15 Uhr, Arte

Erstsendung wer am Fr., 24.6., 20.15 Uhr, Arte: Und nun kommt der Kinofilm (von 2021, co-produziert vom SWR) wieder ins Puschenkino: Die junge Ukrainerin Marija (Emilia Schüle) kommt nach Deutschland, um sich hier als Vollzeitpflegerin um den demenzkranken Curt (Günther Maria Halmer) zu kümmern. Aber dessen kontrollsüchtige Tochter Almut (Anna Stieblich) empfindet Marija bald als Störfaktor und will sie wieder loswerden. Doch Marija braucht die Arbeit, um ihrer Mutter Geld für ihren 5-jährigen Sohn schicken zu können. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Frauen, nach der Almut plötzlich nicht mehr erreichbar ist … Damit ist Marija nun mit Curt auf sich allein gestellt, der noch dazu in ihr seine verstorbene Frau Marianne sieht. Schließlich taucht Curts Sohn Philipp (Fabian Hinrichs) auf, der sich allerdings wesentlich mehr für Marija als für seinen Vater interessiert. Hat Halmer es lieber, wenn er während der Filmarbeit im Hotel wohnt oder kann er zwischendurch problemlos wieder ins Private eintauchen? „Ich beschäftige mich immer sehr lange mit meinen Figuren, so dass ich sehr sicher bin, wenn ich zum Drehen gehe, insofern kann ich auch gut wieder abspannen. Normalerweise komme ich nach Hause und sage: Es ist ein Film abgedreht worden. Natürlich gibt es auch mal Stress mit dem Regisseur oder mit Kollegen, aber es ist nicht so, dass mich meine Rolle selbst nach Drehschluss sehr weiter beschäftigt. Es gibt sicher Szenen, vor denen man Respekt hat, das können zum Beispiel besonders brutale Situationen sein oder Selbstmordszenen. Da ist man hinterher wirklich froh, dass man das nicht mehr spielen muss.“

 

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