Wolfgang Wittenburg

 

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° Journalist

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps Juni 2020

„Eltern mit Hindernissen“, Mi., 3.6., 20.15 Uhr, ARD

Unterhaltsamer, aber auch sehr klischeehafter Film mit guter Besetzung: Katrin Wiedemann (selten gesehen: Nicolette Krebitz) hat es fast geschafft: Sie ist kurz davor, Schuldirektorin zu werden. Sie muss nur noch ihr drittes Kind auf die Welt bringen, dann kann es sofort nach dem Mutterschutz losgehen. Katrin hat keinen Zweifel, dass sie als erfahrene Mutter Kind und Karriere unter einen Hut bringt. Vor allem, weil ihr Mann Philipp Esch (Hary Prinz) versprochen hat, die gesamte Elternzeit zu übernehmen. Leider ist die Schulverwaltung, Frau Dr. Schulze Stadler (selten gesehen: Sophie Rois) anderer Meinung und bittet nach der turbulenten Geburt (im Peterwagen) der kleinen Isalie ausgerechnet Philipp Esch, den Direktorenposten vorerst zu übernehmen. Im Irrglauben, Katrin damit einen Gefallen zu tun, sagt er zu. Dies führt zu einer handfesten Ehekrise im Hause, die darin gipfelt, dass die streitenden Eltern ihr Baby aus Versehen in der örtlichen Babyklappe ablegen. Jetzt stehen Katrin und Philipp auch noch unter strenger Überwachung des Jugendamts. Dass Katrins egozentrischer Vater, ihre herrische Ex-Schwiegermutter und diverse andere Überraschungsgäste vor der Tür stehen, um Baby Isalie zu begrüßen, verschärft die angespannte Lage weiter – bis Katrin und Philipp sich unter dem Druck der Umstände endlich auf das besinnen, was ihnen am wichtigsten ist.

„Wackersdorf“, Fr., 5.6., 20.15 Uhr, ARTE

Erstausstrahlung des 115-Minuten Films des Bayerischen Rundfunk (BR) – beginnend 1981 in Bayern: Keine leichte Entscheidung! Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) aus der Oberpfalz stellte sich 1981 erst gegen seine eigene politische Linie und schließlich gegen den gesamten bayerischen Freistaat und Ministerpräsident Strauß persönlich. Denn die geplante Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf versprach 3.000 neue Arbeitsplätze für die strukturschwache Region. Doch was, wenn diese mit massiven gesundheitlichen und ökologischen Schäden für kommende Generationen verbunden sind? Ist es dann nicht die Pflicht eines Politikers und Bürgers, Widerstand zu leisten? Basierend auf wahren Ereignissen und mit dokumentarischen Ausschnitten erzählt der Film eine deutsche Geschichte von Zusammenhalt und Protest. Mit Fabian Hinrichs als Dr. Karlheinz Billinger und August Zirner als Innenminister ist dieser ARD-Film gut besetzt.

„Kleine Ziege, sturer Bock“, Sa., 6.6., 12.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 21.4.2017, 20.15 Uhr, ARTE: Jakobs Chancen, mit Ende 30 wieder zu Hause bei seinen Eltern zu landen, stehen nicht schlecht. Als Elvis-Imitator ist er nicht gerade gut im Geschäft und deshalb immer klamm bei Kasse. Da taucht völlig überraschend seine zwölfjährige, zickige Tochter Mai auf, von der er seit 12 Jahren und 11 Monaten nichts wusste. Der eigenwillige Teenager will plötzlich nicht mehr bei seiner Mutter, der Opernsängerin Julia (Julia Koschitz) in München leben. Doch der Zeitpunkt zum Vater zu reisen ist denkbar ungünstig, denn Jakob (Wotan Wilke Möhring) hat gerade einen Job als Fahrer angenommen. Mit einem klapprigen Kastenwagen soll er einen (Elvis-Songs liebenden) Schafbock nach Norwegen bringen ... Ein interessantes und kurzweiliges und sehenswertes Roadmovie über die Reise von Hamburg über Dänemark nach Skandinavien.

„Ein starkes Team – Tod einer Studentin“, Sa., 6.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 10.3.2018: Sicher gibt es in 24 Jahren und über 70 Filmen immer mal wieder auch schwächere Filme einer Reihe mit Samstagskrimis – aber bei „Ein starkes Team“ ist dies hier schon wieder der Fall!? Einer jungen Studentin der „Psychologischen Fakultät“ wird bei einer Uni-Feier eine Weinflasche übern Kopf gehauen und daraufhin liegt die junge Frau tot im Aufzug. Natürlich gibt es einen Professor und Frauenmagneten (Max von Pufendorf), der eine eifersüchtige Ehefrau und Uni-Leiterin (Aglaia Szyszkowitz) hat, und da sind auch einige dubiose Mit-Studenten. Dazu müssen Stadt-Urgewächs Otto Garber (Florian Martens) mit Kollegin Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) zum Ermitteln aufs Land nach Küdrow und Alt-Ost-Polizisten-Pensionär Sputnik (Jaecki Schwarz) verkauft im Präsidium Nusshörnchen, die Zahnplomben sprengen und Radios, die explodieren. Leider aber reicht all das nicht für kurzweilige und schon gar nicht spannende 90 Minuten.

„Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn“, So., 7.6., 20.15 Uhr, ARD

84. Fall in 29 Jahren für die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) – und der ist – trotz Eidechsen, die bei den Schellenbergs vom Dach fallen und einem Voltaire-Zitat zum Ende hin – leider ziemlich brutal: Denn die beiden Familien Kovacic und Schellenberg sind eng befreundet. Als Kovacics Sohn Emil Ritter, ein etwas pummeliger Achtklässler, der in der Klasse auch gehänselt wird, tot aufgefunden wird, zerbricht die vermeintlich heile Welt der Kovacics (Mutter Judith wird sehr stark von Laura Tonke gespielt). Ungewöhnlich: Die Spur von Emils Handy endet an einem Parkplatz, der (zunächst den Kommissaren) als Treffpunkt für anonymen Sex bekannt ist. Die Kinderleiche wird aber etwa 20 Kilometer entfernt (von Kanuten) in der Isar gefunden. Wie kam der Junge dorthin und warum wurde er getötet? So sehr in diesem verstörenden Fall ein Motiv auf der Hand zu liegen scheint, so tief ist die Wahrheit verborgen. Die beiden Hauptkommissare schlagen sich bei ihren Ermittlungen durch ein Dickicht aus Lügen und Täuschung. Der Film endet, wie er begonnen hat, mit Rasensprengern – und der Mond steht über allem. Und manch einer fragt sich bestimmt: Was mussten Kinder hier wieder „spielen“?

„Venus im vierten Haus“, So., 7.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 25.3.2018: Eigentlich ist die Besetzung mit Adele Neuhauser und Walter Sittler gut, denn beide sieht man gerne einmal anders und diese Story soll extra auf die Wiener Schauspielerin hin geschrieben sein. Leider aber sehnt man sich bei dieser dünnen Liebeskomödie die beiden dann doch lieber in den Wiener „Tatort“ und in die Schweden-Reihe „Der Kommissar und das Meer“ zurück! Denn diese Geschichte über die Münchner Lektorin Brigitte „Gitti“ Kronlechner, deren Sohn und Mann jeweils eine junge Geliebte haben und die dann auch noch Heirat und Vaterfreuden gleichzeitig freudig entgegen sehen, ist nicht nur arg viel für Gitti, es ist auch schlicht zu dürftig. Da hilft es dann auch nichts, dass sich Gitti flugs zu einem abenteuerlichen Survival-Trip in die Berge aufmacht. Etwas witzig ist die Münchner Komikerin Petra Perle als Astrologin Sabrina, die Fische-Dame Gitti per Laptop die Zukunft weist.

„Nachtschicht – Ladies first“, Mo., 8.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 20.2.2017: Wieder ein guter Film der Hamburger Krimireihe (dies ist die 14. Episode seit 2003) – dieses Mal mit Jürgen Vogel als überaus schriller Entertainer Jacky Herbst! Der hat mit seinem roten Ferrari gerade einen Unfall verursacht, aber saß wirklich der Comedian am Steuer oder war der Unfallfahrer womöglich sein Mitfahrer und Gagschreiber Holm Brülls (Anatole Taubman)? Der stirbt bald darauf in den Restrooms des „St. Pauli Theaters“. „Ladies first“ heißt das neue Bühnenprogramm von Jacky Herbst, aber Witze gibt es schon an der Unfallstelle zu hören: „Wie kriegt ein Polizist eine Bierflasche auf?“ Wieder einmal kein leichter Fall für das Ermittler-Team um die Kommissare Lisa Brenner (Barbara Auer) und Erich Bo Erichsen (Armin Rohde). Stark ist Henry Hübchen als Manager mit Hornbrille! Schön ist auch Peter Heinrich Brix als Kiez-Führer – der stets mit japanischen Touristen auftaucht. Traditionell lief auch diese „Nachtschicht“-Folge als Premiere beim Hamburger Filmfest 2016 und hat dort zu später Stunde die Leute im Kinosaal gefesselt und auch zum Lachen gebracht.

„Das Leben meiner Tochter“, Fr., 12.6., 20.15 Uhr, ARTE

Nicht nur für Eltern ist dieses Drams um ein herzkrankes Mädchen starker Tobak. Dies ist die Erstausstrahlung des gesellschafts-kritischen Mittwoch-Films von Südwest Rundfunk (SWR) und Westdeutscher Rundfunk (WDR) fürs Erste: Nach dem plötzlichen Herzstillstand ihrer achtjährigen Tochter Jana stehen Micha (Christoph Bach) und Natalie (Alwara Höfels) vor einem moralischen Dilemma. Zwar hat Jana überlebt, doch jetzt braucht sie dringend ein Spenderherz. Und aus den statistischen acht Monaten auf der Organspende-Warteliste wird schnell ein ganzes Jahr … Mit jedem weiteren Tag, an dem die kleine Jana an eine Herzmaschine angeschlossen ist, sinken ihre Überlebenschancen. Eine Situation, die vor allem für Micha kaum noch auszuhalten ist. Könnte der illegale Kauf eines Herzens ein Ausweg sein? Micha beschließt, Janas Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, und reist mit ihr zu einer Klinik in Bulgarien – entgegen Natalies Willen. Doch kann Micha wirklich sicher sein, dass für Janas Spenderherz kein anderes Kind leiden musste?

„Liebe auf Persisch“, Sa., 13.6., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung von Fr., 19.10.2018: Geht es nach dem Münchner Jungunternehmer Robert Leitner (Felix Klare, sonst auch Kommissar im Stuttgarter „Tatort“), dann kann sein Vater Achim (Günther Maria Halmer) getrost bleiben, wo der Safran wächst. Und das ist der Iran. Dort (bei den Wilden!?) vermutet ihn Roberts bayerische Mutter Irmi (Johanna Bittenbinder), die seit drei Tagen nichts mehr von ihrem Mann gehört hat. Sie glaubt, dass der bankrotte Maschinenbauer nach Persien gereist ist, um eine alte Rechnung über 150.000 Euro einzutreiben. Seiner Mutter zuliebe fliegt Robert also nach Teheran. Begrüßt wird der Brillenträger dort von der selbstbewussten Deutschlehrerin Shirin (Mona Pirzad). Sie ist die Nichte von einer Teppichhändlerin, der Achim Leitner vor mehr als 30 Jahren eine Webmaschine verkaufte, die aber niemals bezahlt wurde und ihn nun finanziell retten soll. Sehr bald stößt Robert auf Indizien dafür, dass sein Vater früher viel öfter im Iran war, als der Familie bekannt war. Und auch für Robert beginnt durch die hübsche Shirin (das heißt: „Die Süße) eine abenteuerliche Reise durch eine fremde Kultur – aber mit einem Happy End!

„Ostfriesenblut“, Sa., 13.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 29.12.2018: Nächster und nach „Ostfriesenkiller“ (vom April 2017) damit zweiter Fall (nach einem gleichnamigen Roman von Klaus-Peter Wolf) für Ann Kathrin Klaasen (Christiane Paul) in Ostfriesland: Ein Unbekannter legt der Hauptkommissarin eine weibliche Leiche (Hildegard Schmahl) auf die Fußmatte ihres ostfriesischen Einfamilienhauses. Und die 79-jährige Witwe aus Leer bleibt nicht das einzige Opfer. Bei der Toten handelt es sich um eine alte Frau, die der Täter elendig verdursten ließ. Immer tiefer zieht der psychopathische Serien-Killer die Kommissarin in sein perfides Spiel hinein, dessen Regeln sie noch nicht einmal kennt. Das Team um Klaasen arbeitet fieberhaft. Worin liegt die Verbindung der Opfer? Warum mussten sie sterben? Warum sind die Opfer alle im Rentenalter? Langsam fügt sich das Puzzle zusammen und die Spur führt ins frühere Kinderheim „Moorweide“. Neben viel flacher Landschaft, einem Auftritt der Ermittlerin bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“ (nach 65 Minuten) bietet dieser Samstagskrimi Spannung und mit Jörg Schüttauf als Bösen und Peter Franke als ehemaligem Heimleiter zudem auch noch eine gute Besetzung.

„Polizeiruf 110 – Der Tag wird kommen“, So., 14.6., 20.15 Uhr, ARD

Nächster Fall für das ungleiche Rostocker Ermittler-Duo Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander „Sascha“ Buckow (Charly Hühner): Katrin König wird am Sonntag Morgen beim Joggen am Warnow-Ufer von zwei jungen Männern zusammengeschlagen, nachdem sie eine andere Frau - Nadja Flemming - vor der Belästigung durch die Typen schützen wollte. Besonders schlimm für Ermittlerin König, da es ihr sowieso schon sehr schlecht geht, seit sich der Serientäter Guido Wachs (Peter Trabner) erneut bei ihr gemeldet hat. Sie hatte ihn durch Manipulation eines Beweises hinter Gitter gebracht. Nun setzt er König unter Druck: Entweder sie hilft ihm, wieder Kontakt zu seiner Frau zu finden, oder er wird sie ihres Vergehens bezichtigen. Aber es kommt noch schlimmer: Nadja Flemming wird wenig später an der Warnow tot aufgefunden, mit einem Messer erstochen. Und dann ist da noch Bukows Vater, der seinen letzten Deal vorbereitet, um dem Sohn ein Erbe zu hinterlassen ...

„Wo unser Wetter entsteht – Die Alpen (1/2)“, Mo., 15.6., 20.15 Uhr, ARD

Seit 21 Jahren ist der gebürtige Bonner Sven Plöger ein „Wetterfrosch“ der ARD und seit fünf Jahren macht der Diplom-Meteorologe auch sehenswerte und interessante Dokumentationen übers Wetter: Nun ist Sven Plöger wieder unterwegs zu Orten, die unser Wetter bestimmen. Für den ARD-Meteorologen gibt es dabei kaum eine spannendere Region als die Alpen. Aufgrund ihrer Lage und ihrer Höhe sind sie einer der zentralen Taktgeber für Wetter und Klima in Mitteleuropa. Fünf Vegetationszonen, die sich horizontal vom Nordkap bis Sizilien über 5000 Kilometer erstrecken, finden sich hier auf nicht einmal 5000 Meter Höhe zusammengedrängt. Kein Wunder, dass das zu viel extremeren Wetterphänomenen als im Flachland führt. Gleichzeitig bilden die Alpen eine Art Riegel, der den Weg der Hochs und Tiefs und alle Luftbewegungen in Mitteleuropa maßgeblich beeinflusst. Die dritte Staffel von Sven Plögers meteorologischer Roadshow führt die Zuschauer in eine unberechenbare Wetterküche direkt vor unserer Haustür. „Warum funktionieren Bergdramen im Kino und Fernsehen so gut? Weil das Wetter im Gebirge um so viel wilder ist als drunten im Flachland", meint Sven Plöger. Woran das liegt, illustriert er in zwei aufwendigen Filmen á 46 Minuten.

Hinweis: Der zweite Teil der Dokumentation mit „Wetterfrosch“ Sven Plöger kommt am Mo., 22. Juni, 20.15 Uhr, ARD

„Sterne über uns“, Mo., 15.6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Martin Rotten Kolber
Foto: ZDF - Martin Rotten Kolber

Hier ist das ZDF aber einmal mutig: Ein gesellschaftlich relevantes Thema, aber ziemlich sperriger Stoff für den Montagabend zur Primetime ist diese Tragödie aus Köln: Die alleinerziehende Melanie Schneider (gut: Franziska Hartmann) und ihr neun-jähriger Sohn Ben (ebenfalls gut: Claudio Magno) verlieren unverschuldet ihre Wohnung und finden keine neue. Dabei hat Melli gerade ihren Job als Flugbegleiterin angetreten. Also ziehen sie mit Zelt und Koffer in den Wald. Sie kampieren abgelegen von allen Wegen, damit niemand sie entdeckt. Für Ben ist das Leben im Wald zunächst ein echtes Abenteuer, für Melli ist es eine absolute Notlösung. Mit enormer Kraft strengt sie sich Tag für Tag an, um einen Weg aus ihrer Misere zu finden. Als ihre Wohnungssuche aussichtslos bleibt, ihr das Jugendamt im Nacken sitzt und ihr Arbeitgeber zusätzlich Druck macht, ist Melli heillos überfordert. Was sie mit aller Gewalt versucht hat, zu verhindern, kann sie nicht länger aufhalten: Zum Wohl ihres Kindes trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung.Auch wenn der Titel für manche romantisch klingen mag, so ist die Geschichte starker Tobak – wie hat Hauptdarstellerin Franziska Hartmann Temperatur mit Melli und ihrer Geschichte aufgenommen – und die über die Drehzeit gehalten? „Das passiert einfach beim Sich-mit-der-Rolle-beschäftigen. Beim Drehbuch-lesen, bei den Konstellations-Castings, beim Sprechen mit der Regisseurin, beim Recherchieren zum Thema. Dazu kam, dass wir uns vor Drehbeginn zum Proben getroffen haben. Nicht die Texte und Szenen, sondern das Miteinander, durch Improvisationen. Dadurch bin ich ganz von allein in die Welt der Figur eingetaucht.“

„Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs“, Di., 16.6., 22.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Andre Becker
Foto: ZDF - Andre Becker

Und wieder kommt eine interessante und gute und sehenswerte Doku des Schauspielers (die letzte war im Januar 2028 über Nashörner): Gratulation! Seit über zehn Jahren nutzt Hannes Jaenicke seine Popularität als Schauspieler auch für sein Engagement im Umwelt- und Naturschutz – und macht seine ZDF-Dokumentationsreihe „Hannes Jaenicke im Einsatz für …“. Über die Bedrohung von Orang-Utans, Löwen, Delfinen und Elefanten hat er bereits berichtet. Nicht ohne Stolz sagt Hannes Jaenicke: „Mit meinen Dokumentationen bin ich immer wieder auch in skurrilen Orten der Welt unterwegs: Ich war in Kenia, in Simbabwe, in Mosambik, ich war Südafrika und in Vietnam. Ich reise mit einem vierköpfigen Doku-Team und einem sehr schmalen Budget durch die Gegend. Ich schlafe oft in Zelten, ich bin in nicht so tollen Unterkünften und ich drehe das, was mit unserer Umwelt passiert.“

„Herzjagen“, Mi., 17.6., 20.15 Uhr, ARD

Melancholischer Film vom Bayerischen Rundfunk (BR) über eine Frau mit einem Herzfehler, der am offenen Herzen operiert werden muss. Caroline Binder (Martina Gedeck) hat ein schönes Zuhause, eine funktionierende Ehe und ein chronisch krankes Herz. Herz-Spezialist Paul Hoffmann (Anton Noori) verspricht seiner Patientin Heilung durch eine neue OP-Methode – und er hält sein Versprechen. Caroline kann gesund werden und ein normales Leben führen; dann wären alle glücklich - außer Caroline selbst. Der Abschied von ihrem bisherigen Leben im Schongang ohne Aufregung oder Verantwortung will ihr nicht gelingen. Schlimmer noch: Sie will weder ihr gesundes Herz, noch will sie ihr neues Leben. Denn was ist sie ohne ihr chronisch krankes Herz, das seit 20 Jahren ihren Alltag bestimmt, für das sie vor Jahren ihren Beruf aufgegeben hat und das für den wunderbar langsamen Sex mit ihrem Mann Sebastian (Rainer Wöss) verantwortlich war. Caroline fühlt sich um ihre alte Identität betrogen – und sie will es zurück.

„Marie Brand und das Verhängnis der Liebe“, Mi., 17.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 3.10.2018: Nächster und damit 23. Fall in rund zehn Jahren für die ungleichen Kölner Ermittler Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann): Eine junge Frau, die eben noch weinend Zwiebel geschnitten hat, wird am nächsten Morgen in einem Park erschlagen aufgefunden. Sie war Assistentin des Psychotherapeuten und Schwert-Kampfsportlers Jörg Korfmann (Peter Jordan). Die Kommissare finden heraus, dass das Opfer Schwierigkeiten mit seinem Chef gehabt haben soll. Als Brand und Simmel bei Korfmann erscheinen, behandelt er gerade den Patienten Detlef Stelzer (Aljoscha Stadelmann). Der ist als Gewalttäter verurteilt worden, flieht und gilt als äußerst gefährlich. Als in seiner Wohnung Fotos und Kleidungsstücke vom Opfer gefunden werden, wird er als Hauptverdächtiger zur Fahndung ausgeschrieben. Doch Marie Brand hinterfragt auch Korfmanns Rolle in diesem Mordfall – zu Recht?

„Stralsund – Kein Weg zurück“, Sa., 20.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 4.11.2017: Dies ist der elfte Fall seit 2009 für die Kommissarin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) in der schönen Ostsee-Hansestadt Stralsund. Er beginnt mit dem Überfall auf einen Supermarkt, kurz nach Ladenschluss. Der sollte eigentlich ohne Brutalität ablaufen, tut er aber doch nicht, denn eine Verkäuferin kommt zu Tode, eine weitere steht danach unter Schick – und wurde – wie sich später herausstellt – auch noch von einem der Täter vergewaltigt. Ziemlich brutal geht es zu in der ostdeutschen Hansestadt und eine übereifrige Bürgerwehr spielt auch eine Rolle. Und wenn es einen Wettbewerb um Filme mit den meisten Aufnahmen einer Kamera-Drohne geben würde, dann hätte dieser Mittelmaß-Krimi zumindest da beste Chancen unter die ersten Plätze zu gelangen.

„Der Kommissar und das Meer – Unter Männern“, So., 21.6., 22.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Stefan Erhard
Foto: ZDF - Stefan Erhard

Wiederholung vom Sa., 12.12.2015, 20.15 Uhr: Nächster Fall für Walter Sittler als Gotland Kommissar Robert Anders: Dieses Mal geht es um beste Freunde, die sich immer mal wieder zur Elch-Jagd in Schwedens Wäldern treffen. Nach so einem Jagdausflug „Unter Männern“ ist einer der Männer wie ausgewechselt, wirkt sehr verschlossen. Kommissar Anders kommt nicht nur dem Unheil (einer jungen Backpackerin) auf die Spur, er klärt das Mysterium um die plötzlich verschwundene Frau auch noch auf. Warum ist Walter Sittlers Schweden-Krimi so erfolgreich? „Ich würde ,Der Kommissar und das Meer‘ nicht als Schweden-Krimi bezeichnen, weil wir nur in Schweden drehen. Bei uns ist es diese Nähe zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Wir versuchen, Verbrechen nicht schlimmer zu machen, als sie sind. Bei uns gibt es keine großen Schießereien, sondern wir haben sehr viel Drama in dem, was in der Geschichte passiert und in den einzelnen Figuren. Es gibt die Opfer und es gibt die Täter. Das ist ein schwieriges Konglomerat, was man aus der Realität kennt. Und wir haben einen Kommissar, der eine Patchwork-Familie lebt – mehr Patchwork geht schon gar nicht mehr. Das ist für mich auch eine interessante Farbe.“

„Die Muse des Mörders“, Mo., 22.6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: Petro Domenigg
Foto: Petro Domenigg

Wiederholung vom 8.10.2018 – dieser Film war damals das Gratulations-Filmwerk – Regie Sascha Bigler – zum 80. Geburtstag von dessen Mutter Christiane Hörbiger: Die lebt in dem sehenswerten Thriller mit lustigen Momenten als Madeleine Montana in ihrer selbst erschaffenen Welt und in der Vorstellung, immer noch eine berühmte Bestseller-Autorin zu sein. Die tabulose Zynikerin führt eine scharfe Zunge gegen alle und jeden – auch gegen ihren eigenen Sohn Oliver (Florian Teichtmeister). Als ein Serienmörder Wien in Angst und Schrecken versetzt, und Leichenteile gefunden werden, stellt sich heraus, dass die Verbrechen erfundene Szenarien aus Madeleines Büchern nachstellen. Darüber ist die ehemalige Bestseller-Autorin zunächst schockiert und schaltet die Polizei und den (schwulen) Kommissar Rupert Bäumer (Fritz Karl) ein. Doch schon bald will sie das Gefühl, wieder im Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu stehen, genießen. Was muss passieren, damit Christiane Hörbiger sich für eine Rolle interessiert? Beim ZDF-Krimi „Die Muse des Mörders“ führt Ihr Sohn Regie und für die ARD-Komödie „Einmal Sohn, immer Sohn“ hat Mario Adorf eine Gastrolle übernommen und Sie tanzen mit ihm. „Das finde ich beides ganz großartig! Mit meinem Sohn würde ich immer sofort wieder arbeiten, obwohl ich manchmal ans Aufhören denke. Es ist nicht so, dass mir der Schauspielberuf keine Freude mehr macht, aber Filmarbeiten sind für mich meistens mit Reisen verbunden und das strengt mich an.“

„Now or never“, Mi., 24.6., 20.15 Uhr, ARD

Schweres Thema (Sterbehilfe) in einer leichten Unterhaltung (mit pummeligem Elvis-Double, deshalb wohl auch der Titel des Films) – das ist nichts jedermanns Geschmack: Rebecca (Tinka Fürst) hat einen Hirntumor und will selbstbestimmt sterben. Und zwar jetzt. Oder – vielleicht doch lieber noch nicht gleich? Henry (Michael Pink) ist meistens verkatert, noch öfter mies gelaunt und als Sterbehelfer eher eine Zumutung. Denn seine Fürsorglichkeit den Klienten gegenüber ist doch unter sehr viel rauer Schale verborgen. Rebecca ist Henrys neueste Klientin und erklärt es zu seiner Aufgabe, sie an ihrem letzten Abend zu einer richtig wilden Feier zu begleiten. Als Henry am nächsten Tag ihr Sterben einleiten will, hat Rebecca es sich anders überlegt. Der Tod soll warten, stattdessen will sie zu einem Wunderheiler in irgendeinem Bergdorf, und Henry soll sie dorthin bringen. Michael Pink spielt den Sterbehelfer Henry– warum konnte er bei diesem Angebot nicht nein sagen? „Ursprünglich ging alles sehr schnell – ich hatte einen Anruf, dass mich Gerd Schneider, der Regisseur des Filmes, gerne wegen des Filmes treffen wollen würde. Das war an einem Freitagabend – und am Dienstag sollte ich aber bereits für Dreharbeiten nach Österreich abreisen.“ Und weiter? „Ich habe mich sofort ans Lesen des Drehbuches gemacht. Ich habe mich auf meinen Balkon gesetzt und – was ich sonst nie mache –, einen guten Whiskey eingeschenkt und es mir gemütlich gemacht, um aus Stress flugs Entspannung zu machen und mich voll auf das Buch eingelassen. Als sich Henry, die Hauptfigur des Buches, ebenfalls einen Whiskey einschenkte, musste ich direkt über diesen lustigen Zufall schmunzeln.“

„Die Toten von Salzburg – Königsmord“, Mi. 24.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 16.1.2019: Wiedersehen mit dem (nach einem Unfall beim Gleitschirmfliegen) im Rollstuhl sitzenden Ermittler aus Salzburg: Auch im zweiten Film der losen Reihe muss Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) mit dem von ihm nicht sehr geschätzten deutschen Kollegen Mur (Michael Fitz) aus Bayern einen Fall bearbeiten. Der bayerische Würstlkönig, Gschwandtner, wurde in seiner Villa in Salzburg ermordet aufgefunden. Eines seiner rumänischen Pflegekinder, der siebenjährige Tyki, ist verschwunden. Da auf der Tatwaffe die Fingerabdrücke von Tykis älterer Schwester Liana gefunden werden, wird diese sogleich als erste Tatverdächtige vernommen. Doch diesmal sind sich Palfinger und Mur einig: Die Kinder sind unschuldig. Während sich die Ermittler in gewohnter Manier aus dem Weg gehen, sucht Palfingers Mitarbeiterin Irene Russmeyer nach dem Jungen. Die Verdächtigen geben sich nebenbei die Türklinke in die Hand, denn der gloriose Schein der Würstlkönigs-Familie zerbröckelt zusehends. Auch wenn es wieder viele, schöne Salzburg-Bilder gibt, so hält sich die Spannung arg in Grenzen und der Töter ist ziemlich schnell zu erahnen.

„Der Sommer nach dem Abitur“, Do., 25.6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: Frédéric Batier
Foto: Frédéric Batier

Interessante und bittersüße ZDF-Komödie (Erstsendung war am Fr., 28.2.2020 auf ARTE) über Lebenslügen, verpasste Träume und Existenzängste, mit guter Besetzung, die aber (leider) irgendwie nicht übers Mittelmaß hinaus kommen mag: Weil sie es direkt nach dem Abitur nicht geschafft haben, zu einem Konzert ihrer Lieblingsband Madness zu fahren, machen sich die drei Mittvierziger Alexander (Bastian Pastewka), Ole (Fabian Busch) und Paul (Hans Löw) Jahrzehnte später von Berlin aus in einem klapprigen, gelben Golf I auf den Weg, das Versäumte nachzuholen – denn Madness geben erneut ein „Festival of Fun“-Konzert in Süddeutschland! Doch was als vergnügliche Nostalgie-Tour geplant war, wird zu einem Desaster: Die drei Freunde von einst haben sich verändert, und so recht wollen der angeblich glücklich verheiratete Pharmavertreter Alex, der Hallodri Paul und der Ratgeber-Buchautor Ole nicht mehr zusammenpassen.

„Dennstein & Schwarz“, Fr., 26.6., 20.15 Uhr, ARD

Mit vorerst zwei neuen und gar nicht so schlechten Folgen startet diese neue Freitags-Reihe des Ersten aus Österreich (mit Pfannkuchen oder Palatschinken): Als juristische Gegenspielerinnen haben sie sich kennengelernt, nun machen Therese Schwarz (Martina Ebm) und Paula Dennstein (Maria Happel) als Anwältinnen-Duo „Dennstein & Schwarz“ in der Steiermark gemeinsame Sache. In „Schuldenfalle“ wollen die idealistischen Kanzlei-Gründerinnen verhindern, dass ein alleinerziehender Vater Willi Schulz (Sebastian Hülk) durch betrügerische Geschäftspraktiken in den Ruin getrieben wird. Bei dem zunächst wenig aussichtsreichen Fall müssen die beiden nicht nur Werbung für ihr klammes Start-up machen, sondern auch miteinander den ersten Vertrauenstest meistern. Das idyllische Ausseerland im Salzkammergut dient als sehenswerte Kulisse für die Reihe. In Österreich erzielten die ebenso streitbaren wie unkonventionellen Titelheldinnen bereits eine Traumquote von über 20 Prozent.

Hinweis: Der nächste dieser Reihe „Rufmord“ kommt am Fr., 3. Juli, 20.15 Uhr, ARD

„Kleine Ziege, sturer Bock“, Fr., 26.6., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung der Wiederholung vom 21.4.2017, 20.15 Uhr, ARTE: Jakobs Chancen, mit Ende 30 wieder zu Hause bei seinen Eltern zu landen, stehen nicht schlecht. Als Elvis-Imitator ist er nicht gerade gut im Geschäft und deshalb immer klamm bei Kasse. Da taucht völlig überraschend seine zwölfjährige, zickige Tochter Mai auf, von der er seit 12 Jahren und 11 Monaten nichts wusste. Der eigenwillige Teenager will plötzlich nicht mehr bei seiner Mutter, der Opernsängerin Julia (Julia Koschitz) in München leben. Doch der Zeitpunkt zum Vater zu reisen ist denkbar ungünstig, denn Jakob (Wotan Wilke Möhring) hat gerade einen Job als Fahrer angenommen. Mit einem klapprigen Kastenwagen soll er einen (Elvis-Songs liebenden) Schafbock nach Norwegen bringen ... Ein interessantes und kurzweiliges und sehenswertes Roadmovie über die Reise von Hamburg über Dänemark nach Skandinavien.

„Ein Ferienhaus auf Teneriffa“, Sa., 27.6., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Sa., 22.6.2019: Ein typischer und seichter Freitagsfilm auf dem Samstags-Sendeplatz?! Endlich Urlaub! Tinka (Anna König) kann es kaum erwarten, mit ihrem zwölfjährigen Sohn Paul „Mausepuppe“ (Arsseni Bultmann) und ihrem Traummann Jürgen (Janek Rieke) zum ersten Mal ohne Alltag zu sein. Ein entspannter Urlaub ist außerdem die richtige Gelegenheit, um Hochzeitsmuffel Jürgen zu überzeugen, den nächsten Schritt in ihrer Beziehung zu wagen. Tinka will Jürgen heiraten, und sie will, dass sich Jürgen und ihr Sohn endlich besser verstehen. Und als sei dies noch nicht genug an ehrgeizigen Zielen, will sie auch Jürgens beste Freunde, Lars (Philipp Hochmair) und Diana Wimmer (Caro Scrimali), mitsamt Tochter Charlie (Lena Mayr) kennenlernen und sich mit ihnen anfreunden. Allerdings läuft das nicht wie geplant: Weil ihre Finca bereits belegt ist, ziehen die Wimmers kurzerhand in Tinkas Ferienhaus ein. Schon bald kommen Spannungen auf …

„Wilsberg – Straße der Tränen“, Sa., 27.6., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 11.11.2017: Im nächsten „Wilsberg“-Krimi aus Münster hat Georg Wilsbergs (Leonard Lansink) Kollege Ekki Talkötter (Oliver Korittke) gerade noch eine Schülerin nach einem Clubbesuch nach Hause chauffiert, da verschwindet die 18-Jährige spurlos. Weil aber bereits zwei junge Mädchen in zwei Jahren genau auf dieser „Straße der Tränen“ umgebracht worden sind, gehen Anna Springer (Rita Russek) und ihr Internet-Freak Overbeck (Roland Jankowsky) zunächst von einem Serientäter aus. Erst beginnt eine (etwas übertriebene) Hetzjagd auf Ekki, dann kommen andere ins Visier. Doch relativ schnell kommt alles anders, und am Ende dann sogar ganz anders – und es fragt sich: Wer spielt Speck-Orgel? Was macht für TV-Kommissarin Rita Russek den Erfolg von „Wilsberg“ aus? „Ich habe das Gefühl, es ist ein Familien-Krimi, denn ich werde darauf angesprochen und die Leute sagen: ,Das kann man gucken, aber das andere können wir langsam nicht mehr sehen.‘ Ich höre das ganz häufig! Ich kann das sagen, denn mir persönlich geht es ganz ähnlich. An manchen Stellen denke ich bei einem Kriminalfilm: Das ist mir jetzt zu viel. Ich kann das nicht mehr ertragen. Diese Nonchalance, mit der reihenweise gemordet wird, geht mir im wahrsten Sinne des Wortes an die Nieren. Ich mag das nicht mehr! Diesen Thriller- Charakter hat ,Wilsberg‘ niemals bedient, sondern bei uns ist es immer eher gemütlich und auch humorvoll. Ich glaube, diese Mischung mögen die Leute. Die Geschichten sind spannend, sie sind aber auch lustig erzählt.“

„Und wer nimmt den Hund?“, Mo., 29.6., 20.15 Uhr, ARD

Am Beginn dieses Beziehungsdramas wird von ihr (Martina Gedeck) erstmal der gemeinsame Volvo geschrottet – von denAugen des Mannes (Ulrich Tukur) in Hamburg und gegen das Garagentor, immer wieder. Trotz der guten Besetzung erreicht der Film leider nur eher Mittelmaß: Es ist vorbei. Oder vielleicht doch noch nicht? Martina Gedeck und Ulrich Tukur spielen in der bissigen Ehekomödie das wohlsituierte Paar Doris und Georg, das vor den Trümmern seiner über 20-jährigen Ehe steht und auf die Hilfe einer Trennungstherapeutin hofft. Dabei ist Georgs Affäre mit der deutlich jüngeren Zoologie-Doktorandin Laura (Lucie Heinze) genauso ein Aufreger wie Doris' vermeintliche Selbstverwirklichung als Hausfrau und Mutter. Die Stunden bei der Therapeutin (Angelika Thomas) lösen eine ungeahnte Beziehungsdynamik aus, die Georgs neue Liebe bröckeln lässt, während Doris nach einer schmerzhaften Anlaufphase beruflich und privat neu durchstartet Dass seine Frau ohne ihn aufblüht, ist Georg nicht gerade recht – zumal er einsehen muss, dass es mit Laura keine Perspektive gibt. Vielleicht ist die ganze Trennung ja doch ein Fehler?

 

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