Wolfgang Wittenburg

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für Februar 2023

„Marie Brand und die falschen Freunde“, Mi., 1.2., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Mi., 16.9.2020: Nächster Kölner Krimi um Ermittlerin Marie Brand (Mariele Millowitsch) und deren Assistenten Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann): Der sucht eine neue Bleibe und wird dadurch mit der Wohnungsnot in Köln konfrontiert. Und dazu kommt dann noch ein Mord, der den früheren Leistungs-Ruderer Simmel auch wieder mit „alten Freunden“ in Kontakt bringt. Denn der aufstrebende Unternehmersohn Malte Angersbach (Jan Niklas Berg) wird tot aufgefunden – kurz nach Bekanntgabe seines Vaters, dass sie ein florierendes Bauunternehmen übernehmen wollen. Zufall? Patriarch Borris Angersbach (Klaus Zmorek) ist nur durch seine Hochzeit mit Luise Angersbach (gut: Angela Roy) an die Spitze des Unternehmens gelangt. Sein Stiefsohn Kai (Golo Euler) distanzierte sich schon früh von der Familie und bekämpfte auch beruflich die Geschäfte seines verhassten Stiefvaters. Die Kriminalhauptkommissare Marie Brand und Jürgen Simmel untersuchen den Mord und finden dabei heraus, dass Kai einst Opfer einer Entführung war, die nie der Polizei gemeldet wurde.

„Da hilft nur beten“, Fr., 3.2., 20.15 Uhr, ARD

Leider eher nur Mittelklasse-Freitagsfilm: Alles beginnt mit einem Unfall – er im Luxusauto und sie auf dem Fahrrad: Denn er steht auf pompöse Marken-Inszenierungen, sie ist mit dem äußeren Schein längst durch – und doch sprühen nicht nur verbal die Funken zwischen dem zynisch auftretenden Werbeprofi und der idealistischen Ordensschwester. Für die junge Nonne Charlotte (Kristin Suckow) ist das strenge Klosterleben keine Einschränkung, sondern eine Befreiung von ihrem früheren Leben auf der Überholspur. Als der großspurige Werbeprofi Conrad (David Rott) auf einer Geschäftsreise in ihrem Kloster (gedreht wurde in der ehemalige Prämonstratenserabtei Rommersdorf bei Koblenz) strandet, fühlt sie sich in ihrer Entscheidung bestätigt. Die Äbtissin Katharina (Anja Karmanski) ebenso wie die sturmerprobte Schwester Hedi (Christine Schorn) sehen jedoch in dem ungebetenen Gast ein Geschenk des Himmels. Seine Marketingkünste könnten helfen, das Kloster aus den roten Zahlen zu führen und damit einen drohenden Verkauf abzuwenden.

„In Wahrheit – Mord am Engelsgraben“, Fr., 3.2., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung des Auftakt-Films der ZDF-Krimireihe (Start 2017) – damals hieß es: Dieser interessante ZDF-Krimi mit der Unterzeile „Mord am Engelsgraben“ hat die Qualität zu einer Sendereihe – nicht zuletzt auch weil die Kriminalkommissarin Judith Mohn (Christina Hecke) von der Kripo Saarlouis eine angenehme Abwechslung im Kommissaren-Karussell ist. In dem Film – mit sehr vielen Drohnen-Aufnahmen der schönen Saarschleife – geht es um den brutalen Mord an einer Prostituierten – und Parallelen zu einem mysteriösen Fall von vor neun Jahren. Verdächtige gibt es im deutsch-französischen Grenzbereich einige – bemerkenswert ist Sebastian Rudolph als Herr Mahn. Auch Christian Berkel (sonst Ermittler in der ZDF-Reihe „Der Kriminalist“) als verdächtiger Fernfahrer und Anna Loos als dessen ängstliche Ehefrau sind gut besetzt. Und Ulrike Krumbiegel und Peter Kremer spielen die Eltern des vor neun Jahren vermissten Mädchens. Immer wieder geraten andere Verdächtige in Betracht, was die Spannungsbogen bequem bis zum Schluss hält.

„Ostfriesenmoor“, Sa., 4.2., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Sandra Hoever
Foto: ZDF - Sandra Hoever

Die ZDF-Erfolgsreihe mit „Ostfrieslandkrimis“ geht weiter – bekommt nun aber mit „Ostfriesenmoor“ zum dritten Mal eine andere Darstellerin: Picco von Groote (42, „Der Turm“) verkörpert bis auf weiteres Kommissarin Ann Kathrin Klaasen – und sagt dazu: „Mich hat das Angebot gereizt, weil ich die Rolle interessant und das Format spannend fand. Natürlich fand ich es auch spannend, in die Fußstapfen der tollen Kolleginnen zu steigen. All das hat mich dazu verleitet, zu sagen: Das mache ich!“ Das passiert: Ein Frauenmörder macht Ostfriesland unsicher. Die Opfer werden in Ferienwohnungen ermordet. Die scheinbar einzige Gemeinsamkeit der Ermordeten ist ihr fehlendes Tattoo. Hebt der Mörder dieses als Trophäe auf, oder hat er ganz andere Dinge damit gemacht? – In diesem Fall jagt Ann Kathrin Klaasen nicht nur einen psychopathischen Serienmörder, sondern sie versucht auch, ihren Mann Frank Weller (Christian Erdmann) vor einem Desaster zu bewahren. Mit dem siebten und achten Film seit 2017 tritt Picco von Groote in der ZDF-Krimireihe mit „Ostfriesenmoor“ und „Ostfriesenfeuer“ den TV-Dienst als Ann Kathrin Klassen bei der Mordkommission in Aurich an – warum hat sie zu diesem Angebot nicht Nein gesagt? „Mich hat das Angebot gereizt, weil ich die Rolle interessant und das Format spannend fand. Ich kenne außerdem Christian Erdmann schon lange und habe mich sehr darauf gefreut, mit ihm wieder zusammen zu arbeiten. Natürlich fand ich es auch spannend, in die Fußstapfen der tollen Kolleginnen zu steigen. All das hat mich dazu verleitet, zu sagen: Das mache ich!“

„Polizeiruf 110 – Der Gott des Bankrotts“, So., 5.2, 20.15 Uhr, ARD

Erster „Polizeiruf 110“ aus Brandenburg ohne Lukas Gregorowicz und mit dessen früherem Ermittler-Kollegen Vincent Ross (André Kaczmarczyk) im Alleingang: Denn Antoni Mazur wird mitten in einer Kiesgrube tot aufgefunden, rund 500 Meter entfernt vom Jakobsweg, der direkt durch Brandenburg führt. Der Tote, ein polnischer Staatsbürger, war anscheinend mit vielen anderen Pilgern unterwegs. Der erste am Fundort der Leiche ist ein Dorfpolizist aus dem nahegelegenen Revier in Lebus, Karl Rogov (Frank Leo Schröder), der auch sofort die Befragung der Pilger übernimmt. Für Kriminalhauptkommissar Ross kommt diese Unterstützung sehr gelegen. Es stellt sich heraus, dass Mazur massive finanzielle Probleme hatte und ihm ein Insolvenzverfahren bevorstand. Seine Frau Lina (Katrin Heller) und sein Vater Klaudiusz berichten von dem enormen Druck, den Insolvenzverwalter (oder auch „Gott des Bankrotts“ genannt) Udo Schick (Bernhard Schir) und sein Schuldenberater Jonathan Hüter (Godehard Giese) auf ihn ausgeübt haben sollen. Als herauskommt, dass der Insolvenzverwalter seine Tochter Maria Schick auf dem Pilgerweg, kurz vor dem Tod von Antoni Mazur, abgefangen hat, gerät er unter Tatverdacht. Am Ende geht es zur Rettung einer Frau ins Wasser – und die Schminke des Kommissars verläuft …

„Die Toten vom Bodensee – Nemesis“, Mo., 6.2., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Patrick Pfeiffer
Foto: ZDF - Patrick Pfeiffer

Da Hanna Zeiler (Nora Waldstätten) aus ihrem Motorradurlaub noch nicht zurückgekehrt ist (am Anfang wird nur von einer Karte aus Sevilla erzählt), muss sich Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) dieses Ma mit der österreichischen Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann (Alina Fritsch) auseinandersetzen. Gleichzeitig muss er in das intime Geflecht einer nur scheinbar konventionellen Familie vordringen. Denn der leblose Körper eines jungen Mannes wird zu Beginn im Wald nahe des Bodensees gefunden und gibt dem ungewöhnlichen Duo ein düsteres Rätsel auf. In der notdürftigen Unterkunft des Opfers, einem Bauwagen, werden Fotos der Familie von Professor Lambeck (Heikko Deutschmann), Leiter der psychiatrischen Klinik am Bodensee, gefunden, auf denen jedem Familienmitglied die Augen ausgestochen wurden. Als das gehörlose Mädchen Theresa „Trischa“ Neubauer (Kea Krassau), das die Ermittler im Wald beobachtet zu haben scheint, nicht mehr auffindbar ist, wird der Kreis der Verdächtigen weiter ausgedehnt. Weder Lambeck selbst noch seine Frau Susan Lambeck, deren Tochter oder ihr Freund, wollen das Opfer gekannt haben. Aber warum hatte der Mann die Familie fotografiert? Wofür wollte er sich an ihr rächen?

„Die Atomkraft – Ende einer Ära?“, Di., 7.2, 20.15 Uhr, ARTE

Einen guten und intensiven Rundum-Inforationsschlag erster Klasse bietet diese Dokumentation: Von Beginn an war die zivile Nutzung der Kernenergie befürwortet oder bekämpft – weil mit ihr eben auch immer eine militärische Komponente einher geht. Den Weg der Atomenergie pflastern zahllose Kontroversen – am eindrücklichsten in Deutschland und Frankreich. Dass die Frage nach deren Zukunft trotzdem überraschende Antworten bietet, zeigt dieser interessante ARTE-Dokumentarfilm. Für die Menschheit schien einst mit der Kernenergie weltweit ein Allzweckmittel zur Lösung vieler künftiger Energiefragen gefunden zu sein. Einzig deren Nebenwirkungen - die mögliche militärische Nutzung von Plutonium - war für einige zwiespältig. Viele andere sorgen sich um die bis heute ungeklärte Frage nach dem Umgang mit Atommüll. „Die Geschichte der Kernenergie versteht man nur, wenn man sich klar macht, dass alles geschehen ist gegen den Willen aller.“ So erklärt es mit einem Lächeln Joachim Radkau, Professor für Technik- und Umweltgeschichte, zu Beginn der 90-minütigen Dokumentation „Die Atomkraft - Ende einer Ära?“ von Filmemacher Jobst Knigge. Hochpolitisch war und ist das Thema Energie vor allem in Frankreich und Deutschland immer. Deshalb reicht die Zeitreise durchs Atomzeitalter beider Länder vom ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer bis zum amtierenden Französischen Staatspräsidenten Emmanuel Marcon. Auch Willy Brand (SPD) fehlt nicht, der als Berliner Bürgermeister Ende der 1950er ein Atomkraftwerk auf der Wannensee-Insel haben wollte. Und Ex-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnet Historiker Uekötter als „wohl letzte Politikerin, die von der Atomkraft wirklich überzeugt war“.

„Gesicht der Erinnerung“, Mi., 8.2, 20.15 Uhr, ARD

Von Liebe, Verlust und dem Wiederfinden eines geliebten Menschen in einem anderen erzählt der ausgezeichnete Münchner Regisseur Dominik Graf in seinem ungewöhnlichen Film „Gesicht der Erinnerung“. Als 16-Jährige erlebte Christina Wolffhardt (Verena Altenberger) ihre große Liebe, mit dem 39-jährigen Jacob (Florian Stetter). Als der bei einem Autounfall im Salzachtal tödlich verunglückte, hinterließ er eine unwiderrufliche Lücke in Christinas Leben. 20 Jahre später rettet der junge Musiker Patrick (Alessandro Schuster) Christina Wolffhardt abends vor einem Gewitter … Er verliebt sich in sie und er wirbt um sie. Und zum ersten Mal seit damals ist auch Physiotherapeutin Christina wieder von einem Mann fasziniert. Von Anfang an erinnert Patrick sie an Jacob, von seinem freundlichen und souveränen Wesen bis hin zu charakteristischen Gesten. Aus den beiden wird ein leidenschaftliches Liebespaar. Christina ist glücklich mit Patrick, in dem sie immer mehr den wiedergefundenen Jacob sieht. Aber je mehr die beiden Männer für Christina zu einer Person werden, desto irritierter ist Patrick. Er ist nicht mehr sicher, dass Christinas Liebe wirklich ihn meint. Trotz ihrer Liebe treiben die beiden auseinander.

„Der Bozen-Krimi – Weichende Erben“, Do., 9.2, 20.15 Uhr, ARD

Zwei neue Krimis der Reihe aus Italien: Beim morgendlichen Joggen in idyllischer Landschaft findet Sonja Schwarz (Chiara Schoras) in einem Bewässerungskanal am Berg die Leiche einer Frau: Es ist Therese Pfister (Hanna Binder), die einer Obstbauerndynastie angehört. Dass sie in dem flachen Wasser einer Waal, wie die naturnah angelegten Kanäle der Obstbauern heißen, ertrunken sein könnte, scheint von Beginn an ausgeschlossen. Unter Verdacht gerät zunächst der „Waaler“ Urban Mazur (Saro Emirze), da er die Tote vor der Kommissarin mit seinem Hund entdeckt hat und weggerannt ist. Zusammen mit ihrem Kollegen Jonas Kerschbaumer (Gabriel Raab) nimmt Ermittlerin Schwarz auch die familiären Verbindungen ins Visier. Dass Thereses Ehe mit dem wirtschaftlich erfolglosen Landwirt Bruno (Sebastian Gerold) alles andere als glücklich war, ist ebenso ein Ansatzpunkt wie eindeutige Beweise für die Affäre mit ihrem wohlhabenden Schwager Gernot (Jan Messutat). Als auf dem Hof von Thereses Eltern, den ihr älterer Bruder Johannes (Oliver Mommsen) als Alleinerbe übernommen hat, ein Brand ausbricht, kommt ein unentdecktes Verbrechen zum Vorschein. Nun beginnt Commissario Sonja Schwarz eine Spur aufzunehmen, die zu erbitterten Familienkonflikten führt.

Hinweis: Der nächste neue Film der Reihe „Der Bozen-Krimi – Die Todsünde“ kommt am Do., 16.2., 20.15 Uhr, ARD

„Der Alte und die Nervensäge“, Fr., 10.2, 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 11.12.2020: Mittelmaß-Freitagsfilm – allerdings mit „unserem“ Hollywoodstar Jürgen Prochnow: Der hat als Wilhelm Schürmann kurz vor seinem 75. Geburtstag keine Lust, seine Lebensweise auch nur ein wenig seinem Alter und seinen gesundheitlichen Malessen anzupassen. Als er nach einem Schwächeanfall in seinem Garten – zumindest vorerst – auf das Autofahren verzichten und zu seiner Tochter Bettina (Katja Studt) ziehen soll, haut der eigenwillige Alte kurz entschlossen ab. Mit seinem geliebten Camping-Oldtimerbus macht sich Wilhelm auf die Straße – allerdings nicht allein und dies alles andere als freiwillig. Dreist hängt sich nämlich der 16-jährige Ausreißer Felix (Marinus Hohmann), der vor einem Wochenende mit seinem blöden Vater davonfährt, wie eine Klette an Wilhelm. Wohin es gehen soll, ist Felix egal, Hauptsache weg! Der wortkarge Wilhelm dagegen hat einen Plan, bei dem die gesprächige Nervensäge gewaltig stört: Er möchte die Urlaubstour früherer Jahre nachfahren und sich dabei an seine verstorbene Frau erinnern. Um seine Ruhe zu haben, versucht er, Felix so schnell wie möglich loszuwerden – egal wie. Doch der freche Teenager behauptet jedoch hartnäckig seinen Platz auf dem Beifahrersitz.

„Helen Dorn – Das Recht zu schweigen“, Sa., 11.2., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Rolf Kanther, Chef einer mittelständischen Firma, die Militärtechnik herstellt, wird während der Jagd auf seinem Hochsitz neben seiner Tochter Sonja Kanther aus großer Distanz erschossen. Die Spurenlage ist zunächst unklar – handelt es sich um einen unglaublichen Zufall oder um einen präzise ausgeführten Mord? Die LKA-Kommissarin Helen Dorn wird mit den Ermittlungen betraut. Noch am Tatort spricht sie mit Sonja Kanther, die unter Schock steht. Ihr Vater hatte sie auf diesen Jagdtrip eingeladen, um ihr zu eröffnen, dass er seine Firma und vor allem die Patente, die er über die Jahre erworben hatte, an sie überschreiben will. Sonja behauptet, das abgelehnt zu haben. Aber das Testament des Opfers ist eindeutig und steht im krassen Widerspruch zu den Wünschen ihrer Mutter Marianne und den Empfehlungen des engsten Beraters ihres Vaters, Peer Sailer. Wer also könnte Interesse an dem Tod des Firmenchefs gehabt haben? Hatte er Feinde? Gab es andere wirtschaftliche Player, denen Kanther zu nah gekommen war, oder war es am Ende doch die Geldgier der Tochter? Helen Dorn stößt bei ihren Ermittlungen auf ein dunkles Geheimnis, welches das Fundament für den Erfolg des Ermordeten war. Es steht auf fatale Weise im Zusammenhang mit einem spektakulären Fall in der Vergangenheit, in den Helens Vater Richard Dorn involviert war und den er nie lösen konnte. Und zum Ende gibt es (wieder mal) musikalisch „Wise up“ von Aimee Mann zu hören.

„Tatort – Unten im Tal“, So., 12.2, 20.15 Uhr, ARD

Leider eher nur Mittelmaß: Wieder geschieht – oder besser geschah – ein Tötungsdelikt im Schwarzwald: Denn Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) steigen in einen Cold Case ein, der vor mehr als einem Jahrzehnt unaufgeklärt blieb. Die Ermittelnden hoffen dadurch einer Familie endlich Ruhe zu verschaffen, und treiben damit einen Außenseiter in die Enge. Familie Winterfeld erlebte vor Jahren eine Tragödie, als Tochter Rosa, noch Teenager aber selbst schon Mutter einer Tochter, spurlos verschwand. Nun wird in der Nähe des Schwarzwald-Dorfs Rosas Leiche gefunden. Wie damals ermitteln Franziska Tobler und Friedemann Berg. Wie damals beschuldigt Meike Winterfeld den mehrfach vorbestraften Werner Tröndle. Der hat wegen anderer Straftaten eine Gefängnisstraße abgesessen und lebt jetzt wieder im Dorf, auch wenn die meisten nichts mit ihm zu tun haben wollen. Franziska Tobler und Friedemann Berg rekonstruieren von neuem Rosas letzten Abend, nicht nur mit der Familie, sondern auch mit Rosas Freund Axel und ihrer besten Freundin Elif. Inzwischen erwachsen, stehen die beiden dieser Rekonstruktion kritisch gegenüber. Franziska Tobler und Friedemann Berg hoffen trotzdem auf neue Erkenntnisse. Und tatsächlich - mit dem heutigen Blick der jetzt Erwachsenen verschiebt sich die Wahrnehmung der Ereignisse.

„Düsternsee“, Mo., 13.2., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Stephan Rabold
Foto: ZDF - Stephan Rabold

Eher ein Mittelmaß-Film, in dem der Berliner Anwalt Joachim Vernau (Jan Josef Liefers) ungewöhnlichen Besuch in seiner Kanzlei bekommt – seine Mutter Hildegard (Elisabeth Schwarz) hat ein sehr persönliches Anliegen. Ihre langjährige Lebensgefährtin Ingeborg Huth (gut: Carmen Maja Antoni), genannt „Hüthchen“, verschwinde in letzter Zeit des Öfteren unter äußerst fadenscheinigen Gründen tagelang aus der gemeinsamen Wohnung. Mutter Vernau bittet ihren Sohn die Ermittlungen aufzunehmen. Zum letzten Mal wurde „Hüthchen“ im uckermärkischen Dorf Düstersee gesehen … Anwalt Vernau trifft sie auf dem Sommerfest im Herrenhaus, an ihrer Seite ihre Nichte Sanja (Anna Loos – im wahren Leben Ehefrau von Jan Josef Liefers) und der ehrenamtliche Bürgermeister Kurt Wössner (Winfried Glatzeder). Am Tag darauf wird der Gastgeber der Party, Christian Steinhoff, tot aufgefunden. Seine Witwe Regina engagiert Vernau, um den Fall jenseits der offiziellen polizeilichen Ermittlungen aufzuklären. Doch was Joachim Vernau dann herausfindet, lässt die Fassade des charmanten Unternehmers bröckeln.

„Tage, die es nicht gab (1/8)“, ab Di., 14.2, 20.15 und 21.00 Uhr, ARD

Weniger 90-Minüter und mehr Miniserien lautet das Produktions-Prinzip der Öffentlich-Rechtlichen mittlerweile – weil man sich eben stark an US-Streamingdiensten meint orientieren zu müssen! Hier kommt also die nächste Minireihe – und die ist nicht schlecht, auch weil es eine Co-Produktion von Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) und Österreichischer Rundfink ORF ist: Leider jedoch kann trotzdem die Qualität nicht über 8mal 48 Minuten gehalten werden! Darin sind Miriam Hintz (Franziska Weisz), Doris Hauke (Diana Amft), Inès Lemarchal (Jasmin Gerat) und Christiane Boj (Franziska Hackl) seit ihrer 12jährigen gemeinsamen Schulzeit im „Sophianum“ tief verbunden. Aber die mittlerweile erwachsenen Freundinnen eint (natürlich) auch noch ein dunkles Geheimnis … Das idyllische Leben in Zollberg (im Salzburger Land) gerät gewaltig aus den Fugen, als ein wunderbar ungleiches Ermittlerduo, Majorin Elfriede Grünberger (Sissi Höfferer) und ihr junger Kollege Lukas Leodolter (Tobias Resch) aus Wien dort ankommt und einen Todesfall untersucht, von dem jeder dachte, er wäre schon lange geklärt … Das bringt nicht nur Miriam Hintz in ihrer Funktion als Staatsanwältin in Bedrängnis. Durch die Ermittlungen sehen sich die vier Frauen mit ihren ganz persönlichen Schicksalen und Geheimnissen konfrontiert, und ihre Verbundenheit wird auf eine harte Probe gestellt. Und in herrlichen Gastrollen sind Jutta Speidel als dominante Hintze Mutter und Speditionsbesitzerin und Harald Krassnitzer als Internats-Direktor Paul Paulitz zu sehen! Allerdings fällt Paul Paulitz gleich zu Beginn von Folge 1 vom Paulsdamm ins Paulstal – das ist eine beachtliche hohe Talsperre …

Hinweis: Die nächsten Folgen der ARD-Reihe „Tage, die es nicht gab“ kommen dienstags, 20.15 Uhr

„37 Grad – Vor uns die Sintflut“, Di., 14.2, 22.15 Uhr, ZDF

Wie immer, bei diesen ZDF-Produkt, ist auch diese Dokumentation interessant und nahe an den Menschen dran: Starker Regen in der einen und lange Dürren in der anderen Jahreshälfte führt uns den Klimawandel gerade drastisch vor Augen. Wie hautnah die weltweite Problematik der negativen Veränderung des Klimas auf der kleinen Nordseeinsel Pellworm spürbar ist, zeigt eine „37 Grad“-Dokumentation. Pellworm steht vor einer Sintflut, der Insel droht der Untergang. Ein ansteigender Meeresspiegel und immer häufiger auftretende Starkregen-Ereignisse könnten das Entwässerungssystem der Insel überlasten. Was in Nordfriesland passiert, das ist für die ZDF-Doku ein Paradebeispiel für die Herausforderungen des Klimawandels weltweit – und die Pellwormer bezeichnen sich nordisch-herb als „Blaupause für die Klimakrise“.

„Rentnercops (1/12)“, ab Mi., 15.2, mittwochs, 18.50 Uhr, ARD

Neue Folgen der Ermittler, die aus dem Ruhestand zurückgeholt worden sind: Die Ermittlungen im neuen Fall von Kommissariat 12 schlagen Wellen: In der Kajüte der M.S. Seestern taucht statt eines blinden Passagiers der tote Matrose Wojtech Pilsudksi auf. Das Schiff gehört dem zwielichtigen Kapitän Jürgen Wimmer, der befragt zur Sachlage im Trüben fischt. Gerichtsmedizinerin Dr. Lara Krüger stellt bei dem Opfer viele blaue Flecken fest und einen starken Alkoholgeruch. Ist der Matrose gestürzt oder war es Mord? Auch im Privatleben der „Rentnercops“ geht es drunter und drüber. Einzelgänger Bielefelder bekommt es mit einem aufdringlichen Nachbarn zu tun und Francesca möchte mit Klaus einen Tango-Kurs belegen. Schnell weg! Doch bei der Untersuchung des Tatorts steht plötzlich ein roter Mustang am Kai, der mit hoher Geschwindigkeit davonrast, als die beiden Insassen die Polizisten sehen. Der Argwohn der „Rentnercops“ ist geweckt, vor allem als Hui Ko herausfindet, auf wen der PS-starke Schlitten zugelassen ist. Frank „Frankie“ Schoppe, vorbestraft wegen Drogengeschäften! Kokain, Ketamin, Methamphetamin – kein Stoff, den er nicht vertickt hätte. Auch Bruder Elvis scheint in den Fall verwickelt zu sein. Waren die Schoppe-Brüder als Drogenkuriere am Hafen? Und ist Frankie nur ein kleiner Fisch in diesem Fall oder klebt Blut an seinen Händen?

„Rex Gildo – Der letzte Tanz“, Do., 16.2, 0.05 Uhr, ARD

Sehenswertes Film-Porträt – „frei erzählt nach wahren Begebenheiten“ – über den Schlagersänger: In origineller Mischung aus Dokumentar- und Spielfilmelementen zeigt Rosa von Praunheim Licht und Schatten eines Lebens zwischen öffentlichem Auftritt und privaten Sehnsüchten. Rex Gildo (jung: Kilian Berger, alt: Kai Schumann) feierte große Erfolge, sein bekanntester Schlager ist „Fiesta Mexicana“. Der 90-Minuten-Film erzählt ein Leben im gesellschaftlichen Kontext der alten Bundesrepublik und dem normativen Druck der Schlagerbranche. Rex Gildo sah blendend aus, konnte singen und tanzen, verkaufte 40 Millionen Schallplatten und wirkte in über 30 Filmen mit. Rex Gildo war ein deutscher Star. Doch dass er und sein Manager/Entdecker/Ziehvater/Geliebter Fred Miekley (Ben Becker) über Jahrzehnte ein Liebespaar waren, wussten nur engste Vertraute. Um Presse-Gerüchten über sein Schwulsein zuvorzukommen, heiratete Rex Gildo sogar seine eigene Cousine … Nach Miekleys Tod bekam Gildos Karriere tiefe Risse, er wurde tablettensüchtig und hatte Alkoholprobleme. 1999 stürzte er aus dem Fenster seiner Münchner Wohnung, er wurde 63 Jahre alt. In den dokumentarischen Szenen erzählen Gudrun Gloth, Vera Tschechowa, Cornelia Froboess, Gitte Hænning Bernhard Brink, Costa Cordalis und Cindy Berger von ihrer Zeit mit Rex Gildo.

„In Wahrheit – Unter Wasser“, Fr., 17.2, 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Fr., 18.2.2022, 20.15 Uhr, ARTE: Ausgerechnet am Geburtstag möchte Hauptkommissarin Judith Mohn (Christina Hecke) sich einen ruhigen Tag gönnen, doch es kommt anders: In einem Wehr nahe der deutsch-französischen Grenze wird die Leiche eines Kollegen gefunden – erschossen. Einiges scheint darauf hinzudeuten, dass der Fall in einem Zusammenhang mit der Ermordung eines jungen Mädchens in Lothringen vor vielen Jahren steht. Während ihr Kollege Freddy Breyer (Robin Sondermann), der mit dem Toten eng befreundet war, dieser Spur folgt, kommen bei Judith Mohn schnell Zweifel auf. Offensichtlich ging bei der Ermittlung damals nicht alles mit rechten Dingen zu …

„München Mord — Damit ihr ruhig schlafen könnt“, Sa., 18.2, 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Jürgen Olczyk
Foto: ZDF - Jürgen Olczyk

Meist gut ist dieser Samstagskrimi aus der Isarstadt: Dort soll das erfrischend ungleiche Ermittler-Trio Ludwig Schaller (Alexander Held), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen) und Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) eine Akte endlich schließen. Gerade hat das Trio der Mutter erklärt, dass ihr Sohn Benno kein Vermisstenfall mehr ist, weil der Spross seinen 18. Geburtstag hatte, da fällt ein Schuss … Fräulein Flierl und Kollege Neuhauser setzen den mutmaßlichen Täter – mit Hilfe des Löschpulvers aus einem Feuerlöscher – direkt fest. Er scheint in jeglicher Hinsicht besonders. Er sieht aus wie Hollywoodstar Omar Sharif, verbirgt erfolgreich seine Identität, flüchtet schließlich aus dem Kommissariat und entführt später sogar Angelika Flierl. Neuhauser und Schaller sind alarmiert, auch, weil die Tatwaffe eine Pistole aus dem Bestand der Bundeswehr ist. Der Täter und Entführer beteuert Angelika Flierl seine Unschuld. Sie glaubt ihm zunächst kein Wort. Doch als er verfolgt und angeschossen wird und sich zudem ihr gegenüber verantwortlich, fast fürsorglich, verhält, wird Flierl nachdenklich. Der attraktive Mann (gut: Franz Dinda) verfehlt bei ihr nicht seine Wirkung, auch wenn Flierl in keinem Moment ihre Aufgabe als Polizistin vergisst und seine Nähe nutzt, um Ermittlungsinformationen zu sammeln.

„Polizeiruf 110 – Daniel A.“, So., 19.2., 20.15 Uhr, ARD

Nachdem Charly Hübner als Kommissar Buckow beim Rostocker „Polizeiruf 110“ ausgestiegen ist, übernimmt seine Ehefrau im wahren Leben – Schauspielkollegin Lina Beckmann, als Melly Böwe Buckows Schreibtisch und wird neue Kollegin von Ermittlerin Katrin König (Anne Kim Sarnau). Der Dienstantritt ist allerdings nicht ganz einfach – und dazu wurde die Grundschullehrerin Nathalie Gerber tot auf dem Parkplatz der Club-Kneipe „Knockout“ aufgefunden. Dort war sie mit ihrem Online-Date Daniel A. (stark gespielt von: Jonathan Perleth) verabredet, der sie als Letzter lebend gesehen hat. Nach ihm wird nun gesucht. Doch Daniel kann sich nicht bei der Polizei melden, denn er ist ein Transmann, der sich noch nicht geoutet hat und dessen größte Angst es ist, dass sein Vater (ebenfalls Polizist) auf diesem Weg davon erfährt. So tappen Katrin König und Melly Böwe zunächst im Dunkeln und haben nur die letzten Angaben aus Nathalies Dating-App zur Verfügung: Sie suchen einen Mann, der vermutlich in einem der Rostocker Chöre gesungen hat. Oder war auch das nur eine Finte? Obwohl der Täter dem Publikum von vorneherein bekannt ist, ist der Krimi gut gemacht, wird am Ende noch einmal spannend und hält zudem eine Wendung bereit.

„Nächste Ausfahrt Glück“, So., 19.2., 20.15 Uhr, ZDF

Weiter geht es mit zwei neuen (aber etwas zu seichten) Filmen der Reihe: Erzieherin Katharina Wegener (Valerie Niehaus) und ihre Jugendliebe Juri Hoffmann (mal nicht böse: Dirk Bochardt) führen heimlich wieder eine Beziehung. Doch gerade, als sie ihrem Mann Georg (Max Hopp) die Wahrheit gestehen will, geschieht das Unerwartete: Sohn Paul (Sebastian Schneider) hat heimlich seine Hochzeit geplant und steht mit der hochschwangeren Braut vor der Tür – Aya stammt aus Ghana und erhält zur Zeremonie Besuch von ihrer Familie. Katharina und Juri haben den richtigen Moment für ihre Neuigkeit verpasst. Also reist eine ghanaische Familie an, Menschen und Kulturen lernen sich kennen, und Katharina hat vorerst nur ein einziges erklärtes Ziel: ihrem Sohn die schönste Hochzeit zu bereiten und auf keinen Fall den wichtigsten Tag in seinem Leben zu verderben. So lange muss die Wahrheit warten. Doch Juri, der Sorge hat, dass Katharina sich wieder im lustigen Familiengewimmel verliert, nutzt jede Gelegenheit, um im Kreise der erweiterten Familie aufzutauchen und sich als Pauls leiblicher Vater zu präsentieren. Da er außerdem seinen unorthodoxen Vater Willi (Ernst Stötzner) mit im Gepäck hat, dauert es nicht lange, bis das Chaos perfekt ist.

Hinweis: Der nächste Film der Reihe „Nächste Ausfahrt Glück“ kommt am So., 26.2., 20.15 Uhr, ZDF

„Familie Bundschuh – Wir machen Abitur“, Mo., 20.2., 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 16.12.2019: Immer wieder herrlich und unterhaltsam und turbulent sind die verfilmten Romane von Andrea Sawatzki und ihrer Familie Bundschuh, so auch dieser vierte Roman: Familie Bundschuh gerät in Turbulenzen, als Schwager Hadi (Stephan Grossmann) und seine Frau Rose (Eva Löbau) aus Memmingen auf Umwegen ihre neuen Berliner Nachbarn werden. Alles geht schief. Gundula (Andrea Sawatzki) und Gerald Bundschuh (Axel Milberg) bleibt auch nichts erspart. Dazu kommt noch das Abitur der Tochter und der (Riesen) Hund vom Freund des kleinsten Sohnes. Und dann natürlich auch noch Geralds Mutter Susanne (Judy Winter) und Gundulas Mutter Ilse (Thekla Carola Wied), die prompt im Haus nebenan einzieht. Judy Winter spielt oft betrunkene Damen, nun wieder in den Geschichten der ZDF-Komödie „Familie Bundschuh“ und unvergessen ist sie auch in „Club Las Piranjas“ mit Hape Kerkeling – und sagt dazu: „Ich liebe diese Figuren und ich spiele gerne die Betrunkene. Trotzdem wünsche ich mir mal eine wunderbare Frauenrolle in einer herrlichen Komödie. Das wäre auch nicht schlecht!“ Möchte sie bei den Filmen über das Leben der Familie Bundschuh weiterhin dabei sein? „Sehr gerne. (spricht, als wenn sie betrunken wäre): Alles andere wäre Murks, denn diese Frau gehört einfach in diese Familie hinein. Es geht alles nicht ohne Gin! Ich freue mich schon darauf, wenn wir mit den Geschichten über Familie Bundschuh weitermachen können.“

„Good Bye, Lenin!“, Mo., 20.2., 20.15 Uhr, ARTE

Erneute Wiederholung des absoluten Filmklassikers (beispielsweise vom 11.8.2013) – und der ist nicht nur immer wieder sehenswert, er war auch ein Achtungserfolg für Katrin Sass und David Brühl: Ost-Berlin, Sommer 1990: Alex’ Mutter lag acht Monate lang im Koma und hat seelenruhig die Wende verschlafen. Um ihr womöglich einen Tod durch Herzattacke zu ersparen, lässt Alex die DDR auf 79 Quadratmetern wieder aufleben. Schnell stellt er fest, dass sich sein Plan schwieriger umsetzen lässt als erwartet … Die interessante 113-Minuten-Komödie von 2003 mit Katrin Sass, einer bekannten Schauspielerin aus Ostdeutschland, und dem jungen Daniel Brühl war einer der größten Erfolge des jüngeren deutschen Kinos.

„Daniel Brühl“, Mo., 20.2., 22.10 Uhr, ARTE

Nicht nur für seine Fans interessantes 52 Minuten Porträt über den eher ruhigen Schauspieler vom ZDF: Für viele ist er immer noch der nette Junge aus „Good Bye, Lenin!“. Dabei hat Daniel Brühl eine Weltkarriere hingelegt. Er dreht mit Stars wie Chris Hemsworth und Quentin Tarantino, überzeugt als manischer Rennfahrer und sogar als Schurke in der Marvel-Verfilmung „Civil War“. Daniel Brühls Karriere war auch ein Kampf gegen das Klischee des netten Schwiegersohns. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn wagt er sich auf neues Terrain: Daniel Brühl gibt sein Debüt als Regisseur – und rechnet mit seinem Image ab.

„37 Grad: Mein Herz in dir“, Di., 21.2., 22.15 Uhr, ZDF

Die nächste interessante ZDF-Doku der wertvollen Reihe: Rund 8.500 schwer kranke Patientinnen und Patienten aus Deutschland stehen derzeit auf der Warteliste für ein Organ. Sie hoffen zum Beispiel auf eine Niere, ein Herz oder eine Lunge. Bei uns ist die Organspendenbereitschaft sehr gering. Was müsste sich ändern, dass mehr Leben gerettet werden können? „37 Grad“ begleitet drei Einzelschicksale, die für Tausende Menschen stehen, deren Leben von einem Spenderorgan abhängen. 2016 wurde dem ehemaligen Flugbegleiter Dirk ein Kunstherz implantiert. Eine verschleppte Grippe und eine Lungenentzündung hatten sein Herz stark angegriffen. Wie die große Mehrheit auf der Warteliste hofft auch Anita auf eine neue Niere. 2019 wurde bei der 24-Jährigen eine seltene Erberkrankung festgestellt. Die Nachricht war ein Schock für sie und ihre Familie. Für Robert kam 2021 der lebensverändernde Anruf: „Es gibt ein Organ für Sie.“ Der 33-Jährige brauchte nach einer jahrelangen chronischen Erkrankung eine neue Leber. Er litt unter einer Gelbsucht und musste immer wieder stationär ins Krankenhaus.

„Trauung mit Hindernissen“, Mi., 22.2., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 13.6.2018: Alles könnte so schön sein zwischen Katrin (Nicolette Krebitz) und Philipp (Hary Prinz), wäre da nicht die liebe (Patchwork)-Familie! Zeit für Zweisamkeit bleibt im hektischen Alltag kaum. Doch während sie sich nach Ruhe sehnt, hat er ganz andere Pläne und überrascht sie (vor dem gesamten Lehrer-Kollegium) mit einem Heiratsantrag. Katrin weiß nicht, ob sie entzückt oder entsetzt sein soll. Zu sehr steckt ihr die Enttäuschung über die letzte Ehe noch in den Knochen. Während sie Philipp schonend beizubringen versucht, dass ihr nicht nach Heiraten zumute ist, bricht das ungebremste Patchwork-Chaos über das Paar in Leipzig hinein. Ob es am Ende zu einem Happy-End kommen wird, bleibt bei diesem eher nur Mittelmaß-Film lange offen.

„Frieslandkrimi – Artenvielfalt“, Mi., 22.2., 20.15 Uhr, ZDF

Nächster Klamauk-Krimi aus dem hohen Norden: Dort wurde die Kneipenbesitzerin Carolin Wörner erschossen. Bei den Ermittlungen geraten die Polizisten Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) zwischen die Fronten von Naturschützern und Landwirten. Erik Thomsen, Carolins Freund und Leiter der Naturschutzgruppe, befindet sich in einem Streit mit dem Landwirtschaftsbündnis. Einerseits soll die Artenvielfalt durch Mähverbote geschützt werden, andererseits befürchten die Landwirte dadurch finanzielle Einbußen. Apothekerin Insa Scherzinger weiß zu berichten, dass der Streit zwischen Ulrike Willert, der Vorsitzenden des Landwirtschaftsbündnisses, und Erik Thomsen bereits eskaliert ist. Süher und Henk müssen der Frage nachgehen, ob der Mord an Thomsens Freundin nur der nächste Schritt war. Außerdem gilt es zu klären, welche Rolle Linda Behrend, die Geschäftspartnerin des Opfers, in der Angelegenheit spielt. Profitiert sie womöglich sogar von Carolins Tod?

„Sayonara Loreley“, Fr., 24.2., 20.15 Uhr, ARD

TV-Experimente sind immer willkommen, was aber soll uns dieser Film bloß sagen? Nicht nur, dass die wunderbare Victoria Trauttmansdorff als robuste Gisela Werner von „Giselas“ Gemischtwarenladen, nach 7 Minuten ins Koma fällt (und erst 17 Minuten vor Filmende wieder aufwacht), auch trägt ihre Film-Schwester Marie Werner (Katharina Marie Schubert) leider diesen Film alleine eher schwer. Dazu sind hier reichlich Menschen mit Migrationshintergrund zu sehen (im Film wird dazu erklärt: „Deutsche trifft man überall auf der Welt, aber selten in Rüdesheim!“)! Was passiert: Marie (Katharina Marie Schubert) freut sich auf die Reise mit ihrem Hunsrücker Frauenchor nach Japan. Ihren Traum lässt sie sich auch nicht von ihrer Mutter (Victoria Trauttmansdorff) ausreden, die ausgerechnet jetzt zur Kur nach Rüdesheim fährt und ihre Tochter zur Vertretung in ihrem Kleinstadtladen verpflichten will. Auf dem Weg zum Flughafen macht Marie eine Hiobsbotschaft einen Strich durch die Rechnung: Ihre Mutter liegt unter rätselhaften Umständen im Koma - und braucht sie vor Ort! Während der Koffer bereits auf dem Weg nach Tokio ist, besteigt Marie schweren Herzens die Fähre des Rheinschiffers Hans (Gastrolle: Armin Rohde) nach Rüdesheim, wo Touristen aus aller Welt die Weinwoche feiern. Dort bleibt Marie auf der Zeche einer geselligen Runde mit einem japanischen Geschäftsmann sitzen. Um ihr Geld zurückzufordern, will die Betrogene den zwielichtigen Herrn Tanaka (Ill-Young Kim) aufspüren. Zum Glück lernt sie die Kellnerin Krystina (Janina Elkin) kennen. Die Ukrainerin nimmt Marie nicht nur auf, sondern bringt sie auf eine Idee, die ein „Sayonara” in noch weitere Ferne rücken lässt.

„Schwesterlein“, Fr., 24.2., 20.15 Uhr, ARTE

Dieses leise Drama in 94 Minuten ist eine Co-Produktion von Schweiz, Deutschland, Frankreich– und das passiert: Lisa (Nina Hoss), einst brillante Theaterautorin, schreibt nicht mehr. Sie lebt mit ihrer Familie in der Schweiz, doch mit dem Herzen ist sie in Berlin geblieben, es schlägt im gleichen Takt wie das ihres Bruders Sven (Lars Eidinger), des berühmten Theaterschauspielers. Seit Sven an einer aggressiven Leukämie erkrankte, ist die Beziehung zwischen den Zwillingen noch enger geworden. Svens Leben wird durch die Krankheit auf den Kopf gestellt: Statt Theater zu spielen, muss er sich in sterilen Krankenhauszimmern isolieren. Doch Lisa will diesen Schicksalsschlag nicht hinnehmen, sie setzt alles in Bewegung, um Sven wieder auf die Bühne zu bringen. Vergebens, denn die „Hamlet“-Inszenierung, in der Sven vor seiner Krankheit die Berliner Schaubühne vollgespielt hatte, wird abgesetzt. David (Thomas Ostermeier), Theaterregisseur und Freund der Geschwister, glaubt nicht, dass sein ehemaliger Star Sven noch die nötige Verfassung hat. Für ihren Seelenverwandten vernachlässigt Lisa alles andere und riskiert sogar, ihren Mann zu verlieren.

„Stadtratten“, Sa., 25.2., 21.45 Uhr, ARTE

In Asien werden sie verehrt, stehen für Reichtum und Weisheit. In der westlichen Welt jedoch gelten Ratten als schmutzig, aggressiv und verschlagen, übertragen tödliche Krankheiten wie Tollwut und Tuberkulose – und sie sind überall. Erst jetzt beginnt die Wissenschaft die Ratte für sich zu entdecken und ihr schlechtes Image zu „rehabilitieren“. Der Dokumentarfilm (vom RBB) beginnt in der Berliner Kanalisation: „Wenn sich in den großen Städten die Nacht über den Tag legt, erwacht plötzlich eine ganz eigene Welt“, beschreibt der erste Satz im ARTE-Dokumentarfilm „unbekannte Parallelwelt“ der „Stadtratten“. Ist das nicht ein altbekanntes Thema, über das alle längst alles zu wissen scheinen? Wo der Mensch ist, fällt Müll an, der wiederum lockt die Nagetiere an. Für Filmemacherin Maria Wischnewski war dieses Volkswissen der beste Grund, in 52 interessanten Minuten ausführlich über die unliebsamen Nachbarn neu zu berichten. In mühevoller Feinarbeit zusammengetragen hat Autorin Maria Wischnewski verblüffende Erkenntnisse. Vom ewigen Anlocken, Verfolgen, Jagen, Vergiften und Totschlagen wird seitenweise in der Literatur erzählt. Auch die Legende vom „Rattenfänger von Hameln“ ist in einem Trickfilm-Schnipsel des legendären Walt Disney zu sehen.

„Tatort – Was ist das für eine Welt“, So., 26.2, 20.15 Uhr, ARD

Nächster „Tatort“ aus Wien, und wie es Hauptdarsteller Harald Krassnitzer so schön und treffend sagt: „In der eigenen Wiener Gangart!“: Es geht um einen kniffeligen Mord in einer Welt von Oberflächlichkeit und Controlling, mit zwei herrlich analogen Ermittlern, die sich Unterlagen lieber zuschicken lassen, als sie in einer Cloud zu suchen. Jung, beliebt und extrem erfolgreich: Marlon Unger (Felix Oitzinger) ist der Hotshot einer hippen IT-Firma. Eines Abends wird er im Hausflur vor seiner Hochhauswohnung überfallen und erstochen. Während Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Meret Schande (Christina Scherrer) in dem Fall zu ermitteln beginnen, ändert sich das Bild, das sie von dem Opfer gewinnen, mehrmals. War er nun beliebt? Oder nicht? Ein skrupelloser Typ oder doch jemand mit Gewissen? Einer, dem die Herzen zufliegen, oder einer, dem es zutiefst egal war, wenn er sich Feinde machte? Der Fall wird jedenfalls zunehmend undurchsichtiger und bedrückender.

„Nord Nord Mord – Sievers und der große Knall“, Mo., 27.2., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Manju Sawhney
Foto: ZDF - Manju Sawhney

Nächster Sylt-Krimi –und erreichen mitunter um die 9 Millionen Zusehende! Ein mächtiger Knall erschüttert Sylt. Niemand weiß, woher und warum. Und keiner weiß, ob der Tod von Friedel Tanner etwas damit zu tun hat, denn der liegt ermordet neben seinem roten Oldtimer. Maria, eine junge Gärtnerin aus Russland, hat ihn gefunden. Sie ist die Freundin von Lasse (Justus Johanssen), der mit seinem Bruder Rico (Nick Julius Schuck) einen Gartenservice für edle Feriendomizile betreibt. Laut Maria war Tanner ein netter Typ, der vollkommen zurückgezogen auf der Insel lebte.Während Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) sich wegen eines amerikanischen Onlineseminars etwas halbherzig auf den Fall konzentriert, finden Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Carl Sievers (Peter Heinrich Brix) eine Verbindung zwischen dem Toten und einem Vorfall auf hoher See, bei dem zwei blinde Passagiere von einem Tanker über Bord geworfen worden waren. Sie kamen aus demselben Ort wie Maria … Ist das ein Zufall? Plötzlich taucht die Witwe des Opfers auf, Regula Frey (Miriam Maertens). Ihr Mann war Anteilseigner des Containerschiffes, auf dem das Verbrechen stattfand. Als niemand dafür bestraft wurde, schwor die Familie der beiden Ertrunkenen Rache, und sie töteten den Kapitän des Schiffes und zwei Anteilseigner. Regulas Mann wäre der Dritte gewesen. Und am Anfang und am Ende geht es mit Blaulicht hinterm Klemptner her …

 

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