Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für August 2022

„Erzgebirgskrimi – Tödliche Abrechnung“, Sa., 13.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Michael Rahn
Foto: ZDF - Michael Rahn

Nächster Krimi aus dem Erzgebirge, bei dem gleich zu Beginn Försterinnen-Vater Andreas Schmidt-Schaller (mit Gehstock und auf der Suche nach Dachsen) auftritt: Denn bei einer Waldführung sieht Altförster Georg Bergelt, wie ein Kletterer eine steile Felswand hinabstürzt. Die Kommissare entdecken, dass der Mann zum Zeitpunkt des Sturzes bereits tot war. Es handelt sich um Dr. Lenhard Hellmann, den Gründer eines innovativen und erfolgreichen Textil-Start-ups in Chemnitz. Seine beiden Geschäftspartner Julia Jacobi und Phillip Mertens zeigen sich erschüttert über den Tod ihres Kollegen. Julia Jacobi war zudem die Lebenspartnerin von Lenhard Hellmann. Die Kommissare Robert Winkler (Kai Scheve) und Karina Szabo (Lara Mandoki) werden gleich mit zwei Überraschungen konfrontiert: Die Leiche war vor dem Sturz eingefroren, und von Lenhards Smartphone wurden noch nach dem Sturz Nachrichten gesendet. Adressatin war unter anderen Frau Prof. Köhler (Sophie von Kessel), die Leiterin der Textilhochschule in Zwickau. Gemeinsam mit Lenhard arbeitete sie an der Entwicklung innovativer medizinischer Textilien.

„Tatort – Das Nest“, So., 28.4., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 28.4.2019: Mit besonders viel Grusel meldet sich das Dresdener Team mit Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Peter M. Schnabel (Martin Brambach) – mit neuer Ermittlerin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) – beim Publikum zurück: Ein Autounfall auf der dunklen Landstraße führt eine um Hilfe suchende Beteiligte in ein verlassenes Wald-Hotel, indem trotzdem eine ganz eigene Art Leben herrscht: Denn dort liegt ein Mann in der Küche auf einem Tisch und ein dunkler Bösewicht will ihn ausbluten lassen. Die nach der Flucht des Unfallopfers alarmierte Polizei (Schnabel: „Der Schrank muss weg“) findet einige ausgeblutete Leichen (sie sitzen wie Mumien am Frühstückstisch und auf dem Sofa) in dem großen Gebäude … Wer aber treibt hier sein Unwesen? Dies herauszufinden tritt das neue Tram an und weil die Neue nicht schießt, als es wohl besser gewesen wäre, ist der Start der beiden Ermittlerinnen von Meinungsverschiedenheiten geprägt. Die Spur führt zu einem Krankenhaus-Arzt („Wir sind, wer wir sind!“) und während der Zuseher bald Bescheid weiß, irren die Ermittler noch gewaltig durch die düstere Szenerie dieses Brutalo-„Tatort“.

„Ghandi“, Mo., 15.8., 20.15 Uhr, ARTE

Absoluter Filmklassiker mit Ben Kingsley in der Hauptrolle: Mohandas Karamchand Gandhi, genannt Mahatma, wird 1869 in der Nähe von Bombay geboren. Er fühlt sich seit seiner Jugend von der westlichen Kultur angezogen. 1888 geht er nach Cambridge, um Jura zu studieren. Er verlässt England als gebildeter Anwalt und verteidigt in Südafrika einen Inder gegen die strikten Apartheidsgesetze. Dort entscheidet sich sein Schicksal. Zum ersten Mal praktiziert er den passiven, gewaltlosen Widerstand, der später zum Kennzeichen seines Freiheitskampfes gegen die Briten wird. Im Laufe der südafrikanischen Jahre entwickelt Gandhi die Theorie des Satyagraha, der „Kraft, die aus der Wahrheit und der Liebe geboren wird“ und auf Gewaltlosigkeit beruht. 1914 kehrt Gandhi in seine Heimat zurück. Dort wird er wie ein Held empfangen. Das diskriminierende Kastensystem Indiens, das Elend in den Städten und die herrschende Ungerechtigkeit in der von Großbritannien ausgebeuteten Nation werden dem aufgeklärten Anwalt in allen Konsequenzen bewusst. 1919 kommt es zum Bruch zwischen Indien und Großbritannien, als General Dyer das Feuer auf Tausende friedliche Demonstranten eröffnet. Das Massaker von Amritsar fordert 400 Tote und Tausende Verletzte. Gandhi beginnt, den friedlichen Widerstand gegen die Briten zu organisieren. Sein Ziel ist die Freiheit, sein Weg die Gewaltlosigkeit und seine Waffe die Menschlichkeit.

„Am Ende der Lüge“, Mi., 17.8., 20.15 Uhr, ARD

 

Wiederholung vom 3.4.2013: Katharina Böhm als konservative Schwester Susanne und Aglaia Szyszkowitz als deren vermeintlich lebensfreudiges Gegenstück Mia. Weil die Mutter verstirbt, kommen beide nach vierzehn Jahren wieder zusammen. Pikant dabei, Susanne hat Mias Tochter seinerzeit übernommen und groß gezogen, weil Mia lieber Karriere machen wollte. Jetzt aber entdeckt Mia ihre Muttergefühle und kommt aus Leipzig mit einem Rucksack voller Lügen ins Örtchen Wolkenstein zurück. Natürlich bügelt die Spießige gerade, wenn die Quirlige mit der Tochter erst spät von einem Spontan-Ausflug zurückkommt. Und natürlich verführt Mia auch Susannes Ehemann (Jochen Horst). Von diesen Klischees abgesehen, ist das Melodram sehenswert und wird von den zwei weiblichen Hauptrollen getragen.

„Tatort – Lass den Mond am Himmel stehn“, So., 21.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom So., 7.6.2020: 84. Fall in 29 Jahren für die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) – und der ist – trotz Eidechsen, die bei den Schellenbergs vom Dach fallen und einem Voltaire-Zitat zum Ende hin – leider ziemlich brutal: Denn die beiden Familien Kovacic und Schellenberg sind eng befreundet. Als Kovacics Sohn Emil Ritter, ein etwas pummeliger Achtklässler, der in der Klasse auch gehänselt wird, tot aufgefunden wird, zerbricht die vermeintlich heile Welt der Kovacics (Mutter Judith wird sehr stark von Laura Tonke gespielt). Ungewöhnlich: Die Spur von Emils Handy endet an einem Parkplatz, der (zunächst den Kommissaren) als Treffpunkt für anonymen Sex bekannt ist. Die Kinderleiche wird aber etwa 20 Kilometer entfernt (von Kanuten) in der Isar gefunden. Wie kam der Junge dorthin und warum wurde er getötet? So sehr in diesem verstörenden Fall ein Motiv auf der Hand zu liegen scheint, so tief ist die Wahrheit verborgen. Die beiden Hauptkommissare schlagen sich bei ihren Ermittlungen durch ein Dickicht aus Lügen und Täuschung. Der Film endet, wie er begonnen hat, mit Rasensprengern – und der Mond steht über allem. Und manch einer fragt sich bestimmt: Was mussten Kinder hier wieder „spielen“?

„Der Spalter“, Mo., 22.8., 20.15 Uhr, ZDF

Ziemlich sehenswerter Film über die Hindernisse des Alltags, wenn man denn nicht zu seiner Überzeugung steht: Denn ein Grillnachmittag zweier Paare gerät aus den Fugen, als Olivers (Fabian Busch) Vorgesetzter Lars (Axel Stein) sich ungefragt dazu gesellt und schnell einen Keil zwischen die vermeintlichen Freunde treibt. Unter den Auswirkungen einer Schuldenkrise leidend, müssen die beiden Paare den Deckmantel ihrer Harmonie fallen lassen, als Lars mit seinen verqueren Überzeugungen nach und nach jeden Einzelnen auf die Palme bringt und dazu zwingt, Stellung zu beziehen.Während Oliver aus Angst vor Lars' ́beruflichem Einfluss bereit ist, sich dessen Meinungen nach außen anzuschließen, will seine Ehefrau Bianca (Marlene Morreis) nicht ihre Überzeugungen zugunsten ihrer finanziellen Zukunft opfern. Ihre Anstrengungen, Lars' zerstörerische Provokationen zu entlarven, erlauben diesem jedoch, von einem Nebenschauplatz auf den anderen abzulenken und auch Dila und Simon aufzuwiegeln. Mit gefährlichem Charme und beängstigender Unerschrockenheit treibt Lars die Situation so weit, dass die beiden Paare beginnen, die Grundfesten ihres eigenen Lebens infrage zu stellen und in Aktionismus zu verfallen – bis der Druck in Gegendruck umschwenkt und Lars selber zur Zielscheibe wird.

„Der Fall Bruckner“, Mi., 24.8., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Mi., 24.9.2014: Gleich zu Beginn dieses sehenswerten Films bedroht ein Farbiger im Jugendamt seine eigene Tochter mit einem Messer. Der Vater ist blind vor Wut, bangt um sein Sorgerecht und alle Kollegen stocken, aber Katharina Bruckner (Corinna Harfouch) gelingt es, die Situation im Jugendamt zu entschärfen. Die couragierte und engagierte Frau, die immer nur Bus und Bahn nimmt, sagt nach 37 Minuten auch: „Manchmal darf man nicht zögern, sonst ist man im falschen Beruf.“ Als die etwas zu überengagierte Bruckner dann aber im Fall des sieben-jährigen Joe Bremer und dessen Mutter (Christiane Paul) eingreift, kostet sie das zunächst ihr Ansehen und dann auch fast ihren Job. Am Schluss dieses interessanten Films steht die Erkenntnis: „Gar nicht so leicht, einfach nur eine tolle Mutter zu sein!“ Positiv auffallend ist, dass der Autor des Drehbuchs Leiter eines Berliner Kinderhauses ist. Er hat sich an authentischen Fällen aus seinem Berufsalltag orientiert und den Stoff für eine wunderbar spielende Corinna Harfouch entwickelt.

„An seiner Seite“, Fr., 26.8., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Fr., 7.5.2021, ARTE und Mo., 10.5.2021, ZDF: Dieses ZDF-Beziehungsdrama ist in der Tat ein wunderbares, weil ruhiges und seltenes Geschenk zum 80. Geburtstag der wunderbaren Senta Berger (am 13. Mai)! Ungewöhnlich und mit viel Ausdauer wird über eine Frau erzählt, die der Chauffeur Herr Schneider so beschreibt: „Sie haben das Privileg, die Dinge von außen betrachten zu können!“ Doch macht so ein Leben wirklich glücklich? Nach einer langen internationalen Karriere als Dirigent ist Walter Kler (Peter Simonischek) als Orchesterleiter nach München zurückgekehrt. Niemand ist darüber glücklicher als seine Frau Charlotte (Senta Berger), die ihr gesamtes Leben in den Dienst seiner Kunst und Karriere gestellt hat. Sie freut sich auf ein echtes Zuhause und darauf, endlich mehr Zeit für ihre Tochter und Enkeltochter zu haben. Doch ihr Mann scheint sich noch nicht so recht mit dem neuen Lebensabschnitt abgefunden zu haben, liebäugelt er doch insgeheim mit einem Engagement in New York, von dem er seiner Frau allerdings nichts erzählt. Doch dann rüttelt der unverhoffte Besuch des Fremden Martin Scherer (Thomas Thieme) Charlotte auf, denn der frisch verwitwete Scherer bittet um ein wenig Erde aus dem Garten der Klers für das Grab seiner Frau. Und der bodenständige EX-Bademeister hilft der wohlhabenden Dirigenten-Gattin nicht bloß beim Einrichten der Villa, er wird auch zur Lebenshilfe für Charlotte.

„München Mord – Schwarze Rosen“, Sa., 27.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Jürgen Olczyk
Foto: ZDF - Jürgen Olczyk

Meistens sehenswert – so ist es auch dieser Film der Reihe: Kommissare vom Münchner K11 bitten Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Ludwig Schaller (Alexander Held), ihren Fall zu übernehmen. Der vorbestrafte Lutz Werneck (Eckhard Preuß), der eines Raubmordes verdächtigt wird, soll beschattet werden. Die Besitzerin eines Nachtklubs, Patrizia „Patti“ Wolff (Ursula Gottwald), wurde erschossen, Kellnerin Nike (Sinja Dieks) blieb unverletzt. Flierl wird bei dem Einsatz brutal niedergeschlagen; eine Schmach für sie und ein Ärgernis für ihren Chef Helmut Zangel (herrlich: Christoph Süß), denn das K11 hielt entscheidende Informationen zurück. Täter wie Kommissare sehen sich mit ihren Lebensträumen konfrontiert. Während Neuhauser wie üblich mit einer Freundin von Nike flirtet, interessiert sich Schaller, nicht nur beruflich, für die geheimnisvolle Köchin des Klubs, Anita Jandl (Jenny Schilly), die wie er das Karaoke-Singen liebt. Flierl hingegen hängt die Verletzung im Einsatz nach. Das hätte auch schiefgehen können; führt sie tatsächlich das Leben, das sie zufriedenstellt? Eine Frage, die Flierl an einen Berufswechsel denken lässt, was wiederum Harald panisch macht und hilflos zurücklässt. Ein Highlight zum Schluss: Herrlich, wenn die drei Kommissare als Karaoke-Trio den Schlager „Sehnsucht“ von Alexandra singen!

„Laim und das Hasenherz“, Mo., 29.8., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Michael Marhoffer
Foto: ZDF - Michael Marhoffer

Auch immer wieder ein Hingucker sind die München-Krimis dieser lockeren Reihe: Kaum hat Lukas Laim (Max Simonischek) seine Mutter beerdigt, da muss er auch schon ihren Verpflichtungen nachkommen. So findet er sich(nach 3 Film-Minuten) widerwillig auf einer Wahlkampfveranstaltung im Luxushotel Hotel „Bayerischer Hof“ ein. Dortüberreicht er Minister Kronberger (Thomas Loibl) im Auftrag der Verstorbenen einen dicken Spendenscheck. Glücklicherweise ist Laim nicht der Einzige, der sich auf der Veranstaltung langweilt und so lernt er Anna (Marie Leuenberger) kennen. Doch bevor der Flirt vertieft werden kann, wird Laim zum Dienst gerufen: Ausgerechnet die 19-jährige Tochter Kronbergers Karoline wird vermisst. Und ausgerechnet Laim und sein Assistent Simhandl (Gerhard Wittmann) sollen sie suchen. Laim versucht sich zu weigern, immerhin ist er bei der Mordkommission. Da wird ein totes Mädchen gefunden, auf das Karolines Personenbeschreibung passt. Laim sucht nach einem Zusammenhang zwischen den beiden Fällen, während sich Kronberger selbst auf die Suche nach seiner Tochter macht. Als Laim herausfindet, was passiert ist und wer hinter dem Mord und den Entführungen steckt, ist es fast zu spät, um Karoline zu retten.

 

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