Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

° Sprecher

 

PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für November 2022

„Tatort – Erkläre Chimäre“, So., 27.11., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 31.5.2015: „Tatort“ mit der laufenden Nummer 27 der witzigen Truppe aus Münster – mit Christian Kohlund in einer Episodenrolle (erster Auftritt nach 23 Minuten). Zusammen mit den Ermittlern Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) stand Christian Kohlund in Münster und Köln vor der Kamera und verrät: „Ich spiele Gustav von Elst, den Erbonkel von Professor Boerne. Dieser Lebemann ist Meeresbiologe, Abenteuer und ein bekennender Homosexueller. Er lebt in Florida, taucht plötzlich in Münster auf und wirbelt die Welt von Pathologe und Kommissar heftig durcheinander. Diese Arbeit hat Spaß gemacht und ich habe mich sehr über dieses Angebot gefreut.“ Was mit einem überfahrenden Obdachlosen und einer Fahrerflucht beginnt, das geht über einen lebensrettenden Luftröhrenschnitt bei Thiel bis hin zu uraltem Champagner. Interessant ist dieser Krimi, spannend eher nicht, aber witzig wie immer. Und auch, was eine Chimäre ist, wird am Ende aufgeklärt.

„Tatort – Du allein“, So., 27.11., 21.45 Uhr, ARD

Wiederholung vom 24.5.2020: Nächster Fall für die Stuttgarter Ermittler Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) – und der ist wieder stark (und etwas angelehnt an der realen Geschichte aus Essen, wo ein Rentner im Vorraum einer Bankfiliale gestürzt war, kein Mensch sich kümmerte – und der Mann deshalb leider verstarb. Was passiert hier? Ein Mord auf offener Straße, eine anonyme Geldforderung über drei Millionen Euro, die Androhung weiterer Erschießungen: Wird Stuttgart von einem Heckenschützen erpresst? "1". Mehr steht nicht in dem Schreiben, das an „Die Ermittler im heutigen Mordfall“ adressiert ist (bevor der überhaupt passiert ist). Denn am selben Vormittag wird eine Frau auf offener Straße vor ihrer Haustür erschossen. Ein zielgerichteter Weitschuss, offensichtlich von einem versierten Schützen; auf der Patronenhülse ist eine "1" eingraviert. Mehr Indizien gibt es nicht und die Ermittler ahnen Böses. Ein zweites Schreiben enthält eine Geldforderung: Drei Millionen, sonst folgt Mord Nummer 2, an irgendeiner anderen Stelle der Stadt. UND: Mit dem „Tatort – Du allein" nahm Carolina Vera Abschied von der Rolle der Staatsanwältin Emilia Álvarez. Seit dem ersten Einsatz der Stuttgarter Kommissare 2008 war sie an deren Seite – zuletzt zu sehen ist sie elf Minuten vor Ende des Films. UND musikalisch gibt es zu Beginn und zwischendurch „Sunrise“ von der britischen Sängerin Isobel Campbell und dem amerikanischen Songwriter Mark Lanegan zu hören! Ein Geheimtipp!

„Das Licht in einem dunklen Haus“, Mo., 28.11., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

ACHTUNG WARNUNG! Nichts für schwache Nerven und sehr viel Brutalität bietet leider dieser Hamburg-Kriminalfilm: „Das Licht in einem dunklen Haus“ zeigt ungewöhnlich genau die Mechanismen einer Gewalttat und deren lebenslange Auswirkungen auf alle Betroffene sowie deren Angehörigen. Am Ende werden Täter zu Opfern und Opfer zu Tätern. Der Film ist eine Adaption des gleichnamigen Romans von Jan Costin Wagner. Wer bringt eine Koma-Patientin um und hinterlässt Tränen an deren Bett? Die Kommissare um Johannes Fischer (Henry Hübchen) bearbeiten einen Fall, der das Leben von acht Menschen für immer verändert hatte. Die Koma-Patientin (51) wurde von den lebenserhaltenden Maschinen getrennt. Ihre Identität bleibt genauso rätselhaft wie drei weitere Morde. Das Ermittler Trio Sartorius (Victoria Trauttmansdorff), Kettler (Lucas Reiber) und Fischer (Henry Hübchen) finden kaum Spuren und Zeugen, die just den entscheidenden Moment verpasst haben. Doch ein Foto aus dem Sommer 1995 lässt schließlich erahnen, dass alle Fälle miteinander verbunden sind. Damals vertrat eine 24-jährige Klavierlehrerin, Olivia Rentlow, an der örtlichen Schule eine erkrankte Musiklehrerin. Olivia bezauberte sofort das Kollegium wie ihre Schüler. Tobias Menne und Christine Falter kamen als junge Schüler in den Genuss ihres Klavierunterrichts. Doch so plötzlich, wie Olivia Rentlow gekommen war, verschwand sie auch wieder. Die Suche nach Olivia bringt die Kommissare auf die richtige Spur und auf das tragische Ereignis (inklusive Gruppen-Vergewaltung!), das auch nach fast 30 Jahren noch alle Betroffenen in ihrem Bann gefangen hält.

„Alice (1/2)“, Mi., 30.11., 20.15 und 21.45 Uhr, ARD

Gleich zu Beginn dieses interessanten, aber vielleicht etwas langatmigen Zweiteilers steht zu lesen: „Der folgende Film spielt in den 1960er und 1970er Jahren. Die in einigen Szenen verwendete Sprache kann aus heutiger Sicht diskriminierend wirken.“ Diese Geschichte in zwei Teilen beginnt in Frankreich 1964, wo man am Strand „Das Kapital“ und „Der Spiegel“ liest. Grund für den ARD-Zweiteiler: Eine der einflussreichsten Journalistinnen und Feministinnen wird am 3. Dezember runde 80: Alice Schwarzer. Beeindruckend ist Nina Gummich in der Titelrolle und erzählt wurd vom Leben der jungen Alice Schwarzer, ihrer Zeit im Paris der 60er Jahre bis hin zur Gründung der Zeitschrift „Emma“ – im zweiten Teil (und dann auch erst mit Brille und in schwarzer Robe). An der Seite von Nina Gummich spielen durchweg in kleineren Rollen Katharina Schüttler als Esthar Villar, Sven-Eric Bechtolf als Rudolf Augstein („Der Spiegel“), David Rott als Henri Nannen („stern“) und Rainer Bock als Großvater von Alice ((stirbt in Teil 1). Was hat Hauptdarstellerin Nina Gummich bei der Beschäftigung mit der Person Alice Schwarzer überrascht? „Mich haben alle Seiten an ihr überrascht, die wir in der Öffentlichkeit nicht so kennen. Ihre tiefe Melancholie, die in sekundenschnelle sichtbar werden kann und in die sie manchmal so ganz spontan hineinfällt. Und auch der Schmerz, der damit einhergeht. Dass sie in ihren Briefen an Freundinnen Dinge schrieb wie: ,Ich darf nicht zunehmen.‘ Und welche schicken Kleider sie sich neu gekauft hat. Oder, dass sie bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, ihren Großvater, gespielt von Rainer Bock, ,Papa‘ nannte, er für sie die Mutterrolle einnahm und sie ihn bis heute verehrt. All diese zarten Dinge, schreibt man der „starken Frau“ in unserer Gesellschaft gerne ab, weil man sie sonst nicht mehr richtig einordnen kann. Dabei ist Zartheit doch auch Stärke.“

„Kranitz – Bei Trennung Geld zurück (1/4)“, ab Mi., 30.11., 22.30 Uhr, mittwochs, NDR-Fernsehen

Eine „normale“ Paar-Therapie ist für den TV-Therapeuten Klaus Kranitz (Jan Georg Schütte) lediglich eine teure Trennungsbegleitung. Sein Selfmade-Ansatz in der ARD-Reihe „Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“ verspricht viel mehr den schnellen Erfolg. Was im Oktober 2021 mit sechs Filmen noch zu später Stunde im ARD-Programm gestartet worden ist, das findet nun seine Fortsetzung: Zunächst wird es vier neue und bereits abgedrehte Folgen ab Herbst 2022 in der ARD-Mediathek und danach im NDR-Fernsehen geben – ob die ARD auch wieder mitmacht, ist noch offen. Trotzdem freut sich Schauspieler, „Kranitz“-Darsteller, Autor und Regisseur Jan Georg Schütte (auch Co-Inspektor Kadeg im ARD-Donnerstagskrimi „Kommissar Dupin“) darüber und sagt: „Wir haben in der zweiten Staffel noch einmal kräftig nachgelegt. Erst wird ,Kranitz‘ von seinem Vater fertig gemacht, dann tauchen eine Mutter und ihr Sohn als Ehepaar auf, Auftragskiller Manni, gespielt von Bjarne Mädel, wird von seinem alten Kumpel Iwan Meierle, gespielt von Aleksandar Jovanovic, der bereits in ‚Das Begräbnis‘ dabei war, verfolgt und hat vor lauter Stress eine Persönlichkeitsspaltung. Und schließlich startet noch die neu entwickelte ,Kranitz‘-Dating-App. Da geht was!“ Obwohl es für keinen Film dieser Reihe ein Drehbuch gibt, sondern lediglich Charakter-Beschreibungen von Autor Jan Georg Schütte, werden bei der zweiten Staffel wieder hochgradige Schauspieler wie Peter Simonischek, Alice Dwyer, Elisa Schott, Laura Tonke und Edin Hasanovic mit von der Partie sein.

Hinweis: Drei weitere Filme kommen am Mi., 7.12, 22.45 Uhr, Mi., 14.12, 22.45 Uhr und Mi., 21.12, 22.30 Uhr, NDR-Fernsehen

TV-Tipps für Dezember 2022

„Friesland – Haifischbecken“, Sa., 3.12, 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Sa., 27.2.2021: Nächster, allerdings nur bedingt komischer, Krimi aus Leer (wegen Handball-Sportübertragung von Sa., 23.1.21 verschoben): Dort soll die digitale Zukunft beginnen – wenn es nach Wirtschaftsförderin Grit Larson und Investment-Company-Inhaber Johann Waal geht. Geplant ist ein Friesland-Valley-Technologiepark. Klar, dass Kriminalhauptkommissar Brockhorst (Felix Vörtler) dem hohen Besuch Johann Waal eine Polizeieskorte stellt: Süher Özlügül (Sophie Dal) und Henk Cassens (Maxim Mehmet) sollen ihn zum Hotel und zur abendlichen Veranstaltung begleiten. Doch aus dem Hotel, zu dem Süher und Henk den Geschäftsmann eskortiert hatten, taucht dieser nicht mehr auf – er ist wie vom Erdboden verschluckt, seine Sachen befinden sich aber noch immer im Hotelzimmer. Brockhorst tobt – und Bestatter Habedank auch. Schließlich hatte Habedank als schneidiger Geschäftsmann eine größere Summe für die Unternehmer-Witwe Vera Tillich (Tatja Seibt) in Waals Projekt investiert. Nun fordert die ältere Dame natürlich ihr Geld zurück, doch das ist wie der Investor spurlos verschwunden. Bis Bestatter Habedank eine beunruhigende Entdeckung macht …

„Ostfriesenangst“, Sa., 3.12, 21.45 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Sa., 20.3.2021, 20.15 Uhr, ZDF: Nächste Verfilmung eines Thrillers nach dem gleichnamigen Roman von dem Ostfriesen Klaus-PeterWolf: Eine Bochumer Schulklasse folgt ihrem Lehrer ins Watt und kommt ohne ihn zurück. War er ein verantwortungsloser Mensch, der seine Klasse in große Gefahr gebracht hat und dabei selbst ums Leben kam? Oder haben ein paar teuflische Schüler die Situation ausgenutzt, um einen verhassten Lehrer loszuwerden? Ann Kathrin Klaasen (Julia Jentsch) glaubt nicht daran und lässt die Hauptverdächtige, die Schülerin Laura (Elisa Schlott), zunächst laufen. Schließlich führt die Schülerin die Ermittler direkt zu ihrem Freund Sascha, der nur eine Woche zuvor eine Todesanzeige des Lehrers im Netz gepostet hat. Die Ermittler treibt die Frage um, was wirklich im Watt vorgefallen ist. Und zu Beginn und am Ende dieses Mittelmaß-Krimis wird – wie in Ostfriesland als Traditions-Sportart üblich – geboßelt.

„Tatort – Freddy tanzt“, So., 4.12., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 1.2.2015: In ihrem 62. Fall seit 1997 (der Arbeitstitel war irgendwie plausibler und passender „Prügelknabe“) beschäftigt die Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrend) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) der Mord an einem obdachlosen jungen Mann. Der hat eben noch in einer Bar Klavier gespielt und geriet dabei an drei arrogante und auf Frauen-fixierte Banker. Wer hier (nach 15 Minuten) zum Opfer wird, ist schnell klar, aber haben die Yuppies etwas damit zu tun? Nach 32 Minuten geraten die Kommissare an ein vergittertes Wohnhaus und ein wunderbar komisches Ehepaar, mit Hörproblemen und Tofu-Gerichten. Dann konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Wohnhaus mit der Nummer 77a und dessen merkwürdige Bewohner. „Freddy tanzt“ hier im doppelten Sinn, weil er sich in eine der Bewohnerinnen (Frau Denk, Ursina Lardi) verguckt und 13 Minuten vor Ende tanzt er dann wirklich – kurz. Fazit: Gut gemachter „Tatort“ aus Köln, vielleicht auch, weil die obligatorische Szene mit den Kommissaren an der Wurstbude am Rheinufer zum Schluss dieses Mal fehlt – und durch einen aufwändigen Dreh im Konzertsaal ersetzt wurde.

„Tatort – Die Zeit ist gekommen“, So., 4.12., 21.45 Uhr, ARD

Wiederholung vom 5.4.2020: Nächster „Tatort“ aus Dresden mit den Team Karin Gorniak (Karin Hanczeski), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Peter Michael Schnabel (Martin Bambach): Das junge Elternpaar Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) will sein Leben endlich auf die Reihe bekommen – feste Arbeit für beide, keine Partys mehr, keine Drogen und ein schönes Zuhause für ihren zwölfjährigen Sohn Tim. Doch als ein Wohnungsnachbar, ein Polizist, vor ihrem Haus erschlagen aufgefunden wird und die Dresdener Kommissarinnen ermitteln, gerät der vorbestrafte Louis schnell unter Tatverdacht. Louis kann Anna überreden, ihn aus der Untersuchungshaft zu befreien. Gemeinsam mit Tim, der sich in Obhut des Jugendamtes befindet, wollen sie nach Kroatien fliehen und dort (mit Boot) ganz von vorn anfangen. Als sie aber Tim im Kinderheim abholen wollen, kommen ihnen die Ermittlerinnen zuvor. Der Fluchtversuch entwickelt sich in diesem blutigen Mittelmaß-Krimi dann zur ungeplanten Geiselnahme.

„Alice Schwarzer – Sie kam und blieb“, So., 4.12., 22.10 Uhr, ARTE

Nachdem die ARD sie mit einem guten Zweiteiler geehrt hat – kommt nun diese gute und interessante 53-Minuten-ZDF-Dokumentation mit dem Untertitel „Sie kam und blieb“ – (von Film-Regisseurin Sabine Derflinger) über Alice Schwarzer, Journalistin, Autorin und Verlegerin der aus Köln kommenden Frauenzeitschrift „Emma“. Sie ist durch ihre vielfältigen Fernsehauftritte (von denen viel auch sehr altes Archiv-Material – auch mit Henri Nannen und Rudolf Augstein – gezeigt wird) seit den 1970er Jahren ein Medienstar. Sie hat es geschafft, feministische Themen in die Mitte der Gesellschaft zu bringen und tut dies in Bezug auf Muslime und Kopftuch noch heute. Dafür wird Alice Schwarzer geliebt und gehasst. Die sehenswerte Dokumentation erzählt unter Verwendung reichhaltigen Archivmaterials und mit Schwarzers eigenen Worten die Lebensgeschichte der streitbaren Feministin.

„Und tot bist du – Ein Schwarzwaldkrimi“ (1/2), Mo. 5.12. und Di., 6.12., je 20.15 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Mo, 8.4.2019: Neuer Montagskrimi aus dem Schwarzwald: Dort gibt es eine neue Doppelspitze bei der Kripo Freudenstadt und die muss nicht lange auf Arbeit warten: Eine junge Frau wird tot im sagenumwobenen Elfensee entdeckt. Alten Legenden zufolge gibt es in dem See Geister, die einen in die Tiefe ziehen. Obwohl alles auf Suizid hindeutet, zweifeln Maris Bächle (Jessica Schwarz) und ihr neuer Kollege Konrad Diener (Max von Thun) an dieser Theorie. Wenig später stürzt eine weitere junge Frau mit ihrem Rad in die Tiefe. Die Ermittler können einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen feststellen. Die Spur führt zu Hans Katrein (Rüdiger Vogler), einem emeritierten Professor für Theologie, der nach Jahren im Ausland in seinen Heimatort im Schwarzwald zurückgekehrt ist. Mit ihm und seinen Zeichnungen aus Kindertagen über die Zeit der Besatzung wenige Wochen nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Vergangenheit wieder lebendig.

„Das Weihnachtsschnitzel“, Mi., 7.12., 20.15 Uhr, ARD

Nett anzusehender, guter und rührender Weihnachtsfilm: Immer mal wieder tauchen die arbeitslosen und experimentier-freudigen Freunde aus dem Ruhrgebiet auf: Diesmal wollen die Freunde Günther Kuballa (Armin Rohde) und Wolfgang Krettek (Ludger Pistor) ihre Schnitzelbude schließen, in Rente gehen und in Zukunft auf ihre gemeinsamen, aufreibenden Abenteuer verzichten. Doch ausgerechnet an ihrem letzten Arbeitstag kurz vor Heiligabend – gerade noch die Verkaufstheke verkauft worden ist – überfällt sie ein „Weihnachtsmann“ und beraubt sie sämtlicher Erlöse aus dem Verkauf des gesamten Schnitzelbuden-Mobiliars. Da gibt es nichts: Der Dieb muss gefunden werden! Getarnt als Weihnachtsmänner machen sich die ungleichen Freunde im vorweihnachtlichen Dortmund also auf die Suche. Sie übernehmen Jobs als Weihnachtsmänner in Kaufhaus und Krankenhaus, beobachten Verdächtige und inspizieren Weihnachtsmärkte – immer auf der Spur des Räubers. Dabei geraten sie zunehmend in Streit über den Sinn des Weihnachtsfests, aber der Dieb scheint nicht zu fassen zu sein. Heiligabend rückt näher, und damit wächst der Druck auf Günther und Wolfgang. Als Günther sich zu einer Verzweiflungstat hinreißen lässt, scheint die tiefe Freundschaft der beiden ausgerechnet zum Fest der Liebe auseinanderzubrechen.

„Steirergeld“, Do., 8.12., 20.15 Uhr, ARD

Nächster und ganz guter Austria-Krimi: Wenn ein Banker das Geld allzu großzügig unter die Leute bringt, kann das kaum gut gehen! Einen tödlichen Raubüberfall auf einen Pleitier müssen das Grazer Ermittlerduo Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) in „Steirergeld“ aufklären. Regisseur Wolfgang Murnberger und seine Ehefrau und Co-Autorin Maria Murnberger ließen sich für den achten Film der beliebten Reihe, die auf den Erfolgsbüchern von Claudia Rossbacher basieren, einen überaus ungewöhnlichen Kriminalfall einfallen. Im beschaulichen Murbruck bricht eine Welt zusammen: Am Morgen legt der hoch angesehene Rudi Stiegler (Gottfried Breitfuß) mit seiner Privatbank eine Pleite hin und noch am Abend stirbt er im eigenen Haus bei einem Raubüberfall (als er gerade die ORF-Nachrichtensendung „ZIB“, Zeit im Bild, anschaut). Die von seiner Frau Lore (Fanny Stavjanik) gerufenen Retter kommen zu spät. Die Todesursache ist zwar eindeutig Herzinfarkt, doch die Einbrecher scheinen nicht ganz unschuldig zu sein. Für Kommissar Bergman und seine Kollegin Sulmtaler sieht das Ganze nach einem Kriminalfall aus. Als Täter kommt jeder infrage, der jetzt ohne Geld dasteht - von Handwerkern bis zum Eishockeyverein. Auch der Wiener Finanzprüfer Markus Tauber (Michael Menzel) könnte etwas mit den windigen Geschäften zu tun haben. Schließlich hat er jahrelang ein Schneeballsystem übersehen, durch das Stiegler seinen Kunden allzu stattliche Zinsen anbieten konnte. Während sich nun die verzweifelten Murbrucker fragen, wie es ohne den spendablen Rudi weitergeht, müssen Bergmann und Anni herausfinden, wer ihn wirklich auf dem Gewissen hat.

„Mein Mann, ein Mörder“, Fr., 9.12., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Mo., 3.2.2014, ZDF und die Erstsendung des ZDF-Films war am 6.9.2013 auf ARTE – und nun kommt die Geschichte mit Star-Besetzung Veronica Ferres und Ulrich Noethen – und „Star-Produzent“ Hubertus Meyer-Burckhard erneut. Die Story: Minette Frei (Veronica Ferres) lebt mit zwei Kindern, Hund und Mann Paul (Ulrich Noethen) in München. Doch er hat eine Geliebte (Esther Zimmering). Die setzt ihn unter Druck, will die Scheidung und eine Zugreise nach Prag. Minette spioniert ihrem Gatten nach und bekommt nicht zuletzt durch einen Erpresser mit, dass in Prag eine unbekannte Frau ermordet worden ist … Ob ihr Mann deshalb plötzlich wieder frei für sie ist? Auch wenn es bis zum Ende einige Längen zu überwinden gibt, so nimmt der Film doch eine interessante Wendung.

„Der Schneegänger“, Fr., 9.12., 21.45 Uhr, ARTE

Die Erstsendung dieses spannenden ZDF-Montagsfilms war am Fr., 13.3.2020 auf ARTE und Mo., 22.2.2021 im ZDF: Zwei Jahre nach dem Verschwinden des damals elfjährigen Darijo wird seine Leiche in einem Waldstück nahe Berlin gefunden – und bei der Untersuchung in der Pathologie auch gezeigt. Der Sohn kroatischer Eltern hat in der Berliner Villa des reichen Unternehmers Reinartz (Bernhard Schir) gewohnt, wo seine Mutter Lida Haushälterin war. Inzwischen ist sie mit dem Hausherrn verheiratet und bricht bei der Nachricht des Leichenfunds zusammen. Kriminalhauptkommissar Lutz Gehring (Max Riemelt) zieht widerwillig die junge Polizistin (und Boxerin) Sanela Beara (Nadja Bobyleva) zu den Ermittlungen hinzu, die mit sechs Jahren aus Kroatien nach Deutschland kam und in der Berliner Exil-Gemeinde gut vernetzt ist. Das ungleiche Ermittler-Duo steht vor einem tiefen Abgrund aus Verlustschmerz und Enttäuschung: Darijos Vater Darko, der als Wildhüter die Wolfsbestände rund um Berlin kontrolliert und einen unstillbaren Hass gegen seine Ex-Frau und ihren neuen Mann hegt, gerät in Verdacht und wird verhaftet. Nach Darijos Verschwinden ging man damals davon aus, dass er entführt wurde, weil er mit einem der beiden reichen Unternehmersöhne verwechselt wurde. Jetzt stellt sich jedoch heraus, dass der Junge geraume Zeit vor seinem Tod schwer misshandelt worden war und bereits kurz nach seinem Verschwinden starb …

„Stubbe – Tödliche Hilfe“, Sa., 10.12, 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Rudolf Wernicke
Foto: ZDF - Rudolf Wernicke

Wiederholung von Sa., 30.1.2021: Guter ZDF-Krimi zum 75. Geburtstag des Hauptdarstellers (am 31. Januar): Gut, dass Kommissar Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph) in Abständen mit einem Spezial immer mal wieder das Ermitteln nicht sein lassen kann, denn die Filme sind wie dieser richtig gut: Stubbes Tochter Christiane, freie Journalistin in Hamburg, wird von ihrem Dresdener Jugendfreund Malte um Hilfe gebeten bei der Aufklärung des Todes seiner pflegebedürftigen Mutter. Da gerade die Sommerferien ihrer neunjährigen Tochter Caroline vor der Tür stehen, beschließt sie, Arbeit und Familienbesuch zu kombinieren, und die Ferien mit ihrer Tochter in Dresden zu verbringen. Dort taucht sie in die Welt eines Dresdener Pflegedienstes ein. Während Christiane der Familie verheimlicht, dass sie verdeckt beim Pflegedienst APV als Praktikantin anheuert, bekommt Wilfried Stubbe Gelegenheit, Zeit mit seiner Enkeltochter zu verbringen. Allerdings ist der Kontakt des ungeübten (Semper)-Opas mit der süßen Enkelin nicht ganz spannungsfrei. Wie gefährlich Christianes Recherche wirklich ist, ahnt Stubbe zunächst nicht. Parallel zu Christianes Nachforschungen häufen sich die Verdachtsmomente der Dresdner Polizei gegen den Pflegedienst, von denen Stubbe durch seine Lebensgefährtin Marlene erfährt. Für Vater und Tochter wird es brenzlig, als Christianes Undercover-Einsatz auffliegt. Und zu hören gibt es zum Schluss Amiee Mann mit ihrem Song „Wise up“.

„Ein starkes Team –Tödliche Seilschaften“, Sa., 10.12., 21.45 Uhr, ZDF

Wiederholung von Sa., 19.10.2019: Nächster Einsatz für „Ein starkes Team“ in Berlin: Es geht um Seilschaften in der Baubranche, einen jähzornigen Baggerfahrer gleich zu Beginn, den nur einer Toter stoppen kann – und die Ermittler Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens), die sich so gar nicht über einen verwüsteten Schauplatz wundern … Der Stiefsohn des Berliner Bausenators wird tot auf einer Baustelle gefunden. Der erschütternde Todesfall stellt Otto und Linett vor ein Rätsel. Unterlagen deuten darauf hin, dass die Machenschaften des Vaters mit unlauteren Mitteln abgelaufen sind. Musste sein Stiefsohn deswegen sterben? Und zum Schluss dieses Krimis von der Stange gibt es dann „If You Leave Me Now“ von Chicago zu hören, wenn der Sender nicht wieder vorher den Hahn zudreht, um auf einen anderen Film hinzuweisen ….

„Polizeiruf 110 – Abgrund“, So., 11.12., 20.15 Uhr, ARD

Muss man nicht sehen, zumal sich kurz vor Ende noch flott ein Mann in den Tod stürzt: Zuvor wird die polnische Geologin Magdalena Nowak tot in einem Waldstück in der Nähe des Dorfes Fehlow am Rande eines ehemaligen Braunkohlegebiets gefunden – offensichtlich mit einer Plastiktüte erstickt. Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lukas Gregorowicz) und Kriminalkommissar-Anwärter Vincent Ross (André Kaczmareczyk) können ein Sexualverbrechen zunächst ausschließen. Aber warum war die junge Frau mitten in der Nacht allein im Wald? Laut Aussage ihres Freundes Tom Grabowski wollte Magdalena zu ihrem Camper. Sie wohnte erst seit kurzem hier und arbeitete an einem Bodengutachten zur Renaturierung des ehemaligen Abbaugebiets, das touristisch erschlossen werden soll. Von der Leiterin des Projektes, Kristin Bredow, erfahren die Ermittler, dass hier einer der größten künstlichen Seen entstehen soll. Für die Bewohner hängt deshalb viel von dem Gutachten ab. Wollte jemand die Ergebnisse beeinflussen?

„Trautmann“, Mo., 12.12., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Mo., 5.7.2021: England, drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Der deutsche Kriegsgefangene Bert Trautmann (David Kross) bekommt die unverhoffte Chance, seinem tristen Alltag im Lager Lancashire zu entkommen. Dem Fußball-Trainer Jack Friar (John Henshaw), der als Geschäftsmann im Camp ein- und ausgeht, ist Trautmanns Torwart-Talent bei einem Spiel unter den Gefangenen aufgefallen. Friar glaubt sogar, dass der selbstbewusste Hüne seinen unterklassigen Verein St. Helens vor dem drohenden Abstieg retten kann. In der Mannschaft und beim Publikum stößt der „Kraut“ jedoch zunächst auf erbitterte Ablehnung. Mit seiner gradlinigen Art und seinem sportlichen Können verschaffte sich „Traut“ jedoch Respekt. Schon bald wird der ruhmreiche Erstligist Manchester City auf den Keeper aufmerksam. Als die deutschen Kriegsgefangenen nach Hause entlassen werden, muss Bert Trautmann eine schwere Entscheidung treffen: Nicht nur der Fußball, sondern auch seine Liebe zu Friars Tochter Margaret (Freya Mavor) sprechen dafür, auf der Insel zu bleiben. Bei „City“ steht dem verhassten „Kraut“ jedoch ein Spießrutenlauf bevor. Unter dem immensen Druck von feindseligen Medien und massiven Fan-Protesten kämpft Trautmann um eine faire Chance.

„Extraklasse – On Tour“, Mo., 12.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Frédéric Batier
Foto: ZDF - Frédéric Batier

Nun kommt der dritte Film der losen Reihe – mit einem Klassenausflug der Abendschule: In einer Jugendherberge kümmert sich Ralph Friesner (Axel Prahl) um die Problemfälle des neuen Jahrgangs. Neben dem Lehrerdasein hat er mit seiner neuen Chefin (Susanna Simon) ebenso zu kämpfen wie mit einem kauzigen Herbergsvater. Sieben Schülerinnen und Schüler sind es, die an dieser kuriosen Mischung aus Klassenreise und Erwachsenenbildung teilnehmen. Und dann taucht auch noch seine Mitbewohnerin Karin (Katharina Thalbach) in der Jugendherberge auf und sorgt zusätzlich für Chaos. Kurz gesagt: Karins Anwesenheit nutzt nicht gerade Ralphs Autorität. Und dann verschwindet eine seiner Schülerinnen spurlos. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte oder Erklärung. Ralph Friesner organisiert mit seiner Klasse eine fieberhafte Suche. Hauptdarsteller Axel Prahl zum Thema Fortsetzung: „Nach dem zweiten Film habe ich gesagt: So, Freunde, jetzt kann es für mich nur weitergehen, wenn wir etwas Besonderes zu erzählen haben. Daraus ist dann diese Idee mit der Jugendherberge entstanden, worüber ich sehr glücklich bin.“ Wieso das? „Weil ich dachte, dass es gut sein wird, sich mal von der Schule zu verabschieden, damit man nicht immer die gleichen Bilder und Konstellationen hat. Ich finde diese Idee jedenfalls richtig gut. Und diese Geschichte dann auch noch gepaart mit der wunderbaren Regie von Sinan Alakus, der die Figuren sehr sensibel und gut geführt hat, aber auch die hervorragende junge Schauspieltruppe, haben aus dieser Episode ,Extraklasse – On Tour‘ einen, wie ich finde, sehr sehenswerten Film werden lassen. Nadine Wrietz und Niklas Blume beispielsweise spielen echt zum Niederknien, aber auch Belina Mohamed Ali, als stotternde Schülerin hat klasse gespielt. Wobei es eigentlich unfair ist, hier einige namentlich hervorzuheben, denn sie waren wirklich alle großartig.“

„Lebenslinien: Paul Maar – Das Sams und ich“, Mo., 12.12., 22.00 Uhr, BR-Fernsehen

Nicht nur für Fans interessantes und kurzweiliges 45-Minuten-Porträt (Sprecherin ist wieder Ulrike Kriener) über Paul Maar – der ist einer der beliebtesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Seine Kindheit ist geprägt vom frühen Tod der Mutter und dem vom Krieg traumatisierten Vater. Ohne seine Frau Nele wäre aus dem Sohn eines Maler-Handwerksmeisters aus Schweinfurt nie der Erfinder vom „Sams“ geworden. Dass ausgerechnet die wichtigste Person in seinem Leben an Alzheimer erkrankt, ist für den 85-jährigen Paul Maar, der heute inmitten der Bamberger Altstadt lebt, die größte Herausforderung in seinem Leben. Nach dem Abitur studiert Paul Maar Malerei und wird mit gerade einmal 22 Jahren Vater eines Sohnes. Aus Verantwortung für seine wachsende Familie entscheidet er sich Kunsterzieher am Gymnasium zu werden. Erst als seine Frau Nele nach dem dritten Kind wieder zu arbeiten beginnt, traut er sich nur noch als freier Autor und Illustrator zu arbeiten. Nach seinem ersten Kinderbuch „Der tätowierte Hund“ landet Maar mit dem Sams in den 1970er-Jahren große Erfolge. 60 Bücher und mehr als 20 Theaterstücke folgen – allerdings fühlt sich der Künstler etwas aufs „Sams“ reduziert. Bis heute hilft ihm das Schreiben, Schweres zu verarbeiten. Seit fünf Jahren leidet seine Frau an Alzheimer, seine größte Angst ist nun, dass Nele ihn nicht mehr erkennt.

„Seeland – Ein Krimi vom Bodensee“, Do., 15.12., 20.15 Uhr, ARD

Mein Gott, wie gefährlich es sich doch am Bodensee leben muss … nun hat jedenfalls nach dem ZDF mit der Krimireihe „Die Toten vom Bodensee“ endlich auch die ARD einen Krimi vom „Schwäbischen Meer“. Und der Anfang ist sehr brutal und dynamisch: Denn ein ganzes Ausflugsschiff auf dem Bodensee wird gekitnappt. Dazu 120 gut gelaunte Passagiere bei einer Kostüm-Party, sie waren unterwegs auf einer so genannten Themenfahrt. Mittendrin Elena Barin (Hayal Kaya) am Tag vor ihrem Amtsantritt als Dezernatsleiterin bei der Kriminalpolizei Konstanz. Sie ist als Touristin unterwegs – bis zu dem Moment, als sie bei einem Passagier eine Waffe bemerkt. Knast-Ausbrecher Robert Böwe (Pascal Goffin), ein mehrfach vorbestrafter Intensivtäter, ist zuvor aus einem Schweizer Gefängnis ausgebrochen (mit einer Klappleiter!) und nun auf der Flucht. Als er unter Druck gerät, bringt er zusammen mit einem Fluchthelfer das Schiff samt Mannschaft und Passagieren in seine Gewalt. Während Elena inkognito an Bord des Schiffes agiert, hat ihr neuer Kollege Achim Schatz (Julian Bayer) an Land die Verhandlungen mit Böwe übernommen und versucht, gemeinsam mit dem Team Hanno Kienle (Florian Kleine) und Britta Heinemann (Aliki Hirsch) die Geiselnahme zu beenden. Elena gelingt es, heimlich Kontakt zu Achim aufzunehmen. Sie kann nicht verhindern, dass ein Passagier erschossen wird, umso intensiver setzt sie ihre psychologischen Fähigkeiten ein, um ihren Draht zu Geiselnehmer Böwe aufrechtzuerhalten und ihn zur Kapitulation zu überreden. Am Ende haben (fast) alle dann wieder festen Konstanzer Boden unter den Füßen – und es geht um de Frage, ob die eine vom anderen wusste, dass er Rettungsschwimmer ist ….

„Krauses Weihnacht“, Fr., 16.12., 20.15 Uhr, ARD

Leider der letzte Film dieser losen Reihe: Schauspieler Horst Krause geht in Rente! Der Berliner spielt im Film den ebenfalls so heißenden Horst Krause und der liest auf der winterlichen Landstraße ein Mädchen auf und bringt es zurück ins „Kinderhaus Sonnenschein“ im Nachbarort. Damit kommt eine Reihe von Ereignissen in Gang, die in der Adventszeit ein paar große und kleine Gäste in den Landgasthof in Schönhorst spült. Bald schon freundet sich Paulas (Pauline Knof) Sohn Timo (Cai Cohrs) mit dem gleichaltrigen Samuel (Phileas Heyblom) an, der auch im Kinderheim aufwächst. Zu gerne würde Samuel in die Krause-Familie aufgenommen werden. Doch dann taucht Samuels leibliche Mutter (Bianca Nawrath) auf und möchte, dass ihr Sohn wieder bei ihr lebt. So haben Horst Krause und seine Schwestern Elsa (Carmen-Maja Antoni) und Meta (Angelika Böttiger) mit ihrer bunt zusammengewürfelten Wahlfamilie alle Hände voll zu tun. Und es warten noch einige weitere Weihnachtsüberraschungen auf sie.

„Tatort – Das Opfer“, So., 18.12., 20.15 Uhr, ARD

Nach dem Weggang von Meret Becker und dem Neuanfang mit Corinna Harfouch (in 2023), ist dies ein Berliner Fall allein für Mark Waschke – doch der trägt 90 Minuten Krimi nicht wirklich gut alleine und dazu ist die Story auch noch ziemlich düster und brutal: Kommissar Robert Karow (Mark Waschke) ermittelt nach dem Tod seiner Kollegin Nina Rubin in diesem Fall solo: Es beginnt damit, dass ein Mann in Karows Alter in einem Waldstück tot aufgefunden wird. Er starb durch einen Schuss in den Kopf. Alles am Tatort deutet auf eine Milieu-Hinrichtung hin, wie Ermittler Karow sofort feststellt, obwohl er für den Fall nicht zuständig ist. Doch Karow kennt den Toten, Maik Balthasar (Andreas Pietschmann), aus Jugendzeiten und findet heraus, dass er ein verdeckter Ermittler war. Maik arbeitete für Mesut Günes (Sahin Eryilmaz), einen stadtbekannten Berliner Nachtclubbesitzer, der in zahlreiche Gewaltverbrechen verwickelt ist, die ihm allerdings nie eindeutig nachgewiesen werden konnten. Auf der Tatwaffe finden sich Günes Fingerabdrücke. Staatsanwältin Sara Taghavi (Jasmin Tabatabai – im wahren Leben Ehefrau von Andrea Pietschmann) sieht endlich ihre Chance, Günes vor Gericht zu bringen. Der bestreitet den Mord jedoch.

„Ein Taxi zur Bescherung“, So., 18.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Felix Abraham
Foto: ZDF - Felix Abraham

Sehenswerter Weihnachtsfilm (nach typischem Strickmuster) – dessen Geschichte drei Tage vor Weihnachten beginnt: Da hatte der Hamburger Taxifahrer Axel Parschke (Dietmar Bär) eigentlich geplant, wie jedes Jahr an Weihnachten durchzuarbeiten, aber plötzlich macht ihm vorm Bahnhof Hamburg-Dammtor der blinde IT-Analyst Jan Olsmer (Max Riemelt) ein lukratives Angebot. Dessen Zug ist ausgefallen, und er muss unbedingt in das Hunderte Kilometer entfernte Erzgebirgsstädtchen Bergroda. Eigentlich kostet die Tour 752,50 Euro, aber mit Trinkgeld 850 Euro schlägt selbst Taxler Axel so schnell nicht aus, trotz der Entfernung. Mit der Zeit aber rückt Heiligabend unaufhaltsam immer näher und Hamburg für Axel Parschke in immer weitere Ferne … Leider läuft es in Bergroda alles anders als geplant und eine Truppe findet sich zu den Weihnachtsfeiertagen in der Wohnung einer taffen Werkstattfrau wieder. Nach der Feier der Mettenschicht (auch diese Tradition der Region Erzgebirge ist typisch und wichtig) und ihrem gemeinsamen Weihnachten wider Willen (mit Neunmal-Teller) erwächst für alle die Chance, ihrem Leben noch einmal eine entscheidende Wendung zu geben.

„Nord Nord Mord – Sievers sieht Gespenster“, Mo., 19.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Manja Sawhney
Foto: ZDF - Manja Sawhney

Nächster Sylt-Krimi – und die sind meist sehenswert und haben hohe Quoten: Dieses Mal wird auf einem Spülfeld vor der Insel ein Koffer mit einer Leiche geborgen … Die junge Frau (mit nur einer künstlichen Wimper und grün-lackierten Fingernägeln) ist nur wenige Stunden zuvor ertrunken – jedoch nicht in der Nordsee, sondern in einer Badewanne mit Lawendel-Öl. Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) nehmen die Ermittlungen auf. Der „Tod in einer Badewanne“ erinnert Ina direkt an einen Fall, bei dem eine Escortdame so ertränkt wurde. Der Verdächtige Philipp Vandamm (Gastrolle: Henning Baum) kam mangels Beweisen ungestraft davon – und dieser Vandamm, Motivationstrainer für Männer, bereitet nach einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ausgerechnet auf Sylt sein Comeback vor. Und am Ende wird die Kamera grün zugestrichen …

„Erzgebirgskrimi – Ein Mord zu Weihnachten“, Mi., 21.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Hardy Spitz
Foto: ZDF - Hardy Spitz

Nächster Krimi aus dem Erzgebirge: Als die Bergmannskapelle mit Saskia Bergelt (Teresa Weißbach) und ihrem Vater Georg (Andreas Schmidt-Schaller) im verschneiten Erzgebirge zur Mettenschicht in den Stollen einzieht, hören sie einen Todesschrei. Bernhard Markert (Thomas Mehlhorn), Geschäftsführer der größten Manufaktur für Erzgebirgskunst im Ort, wurde ermordet. Ein Räuchermännchen in seiner Jackentasche gibt Rätsel auf. Die Kommissare Robert Winkler (Kai Scheve) und Karina Szabo (Lara Mandoki) ermitteln auf dem Weihnachtsmarkt. Der Vater des Opfers, der alte Hannes Markert (Wolfgang Stumph), ist zutiefst getroffen und fürchtet nun, dass sein verbliebener Sohn die Manufaktur verkaufen will. Das Familienunternehmen hat auch zu DDR-Zeiten seine Unabhängigkeit bewahren können und hat gerade wirtschaftlich schwere Zeiten überstanden. Doch im Hause Markert treffen die Kommissare dann auf die junge Japanerin Yoko Tanaka, die die Weihnachtsfiguren der Markerts in Japan verkauft und eine besonders enge Verbindung zu Markert Senior hat.

„Die Lederhosenaffäre“, Mi., 21.12, 20.15 Uhr, ARTE

Während des Jurastudiums setzt sich Konstantin ziemlich radikal für die Rechte der Studentenschaft ein. Doch als er die Uni-Bibliothek besetzen will, steckt er diese versehentlich mit einem Campingkocher in Brand (nach zwei Film-Minuten berichtet darüber auch ORF-Nachrichten-Anchorman Armin Wolf in einer fiktiven ZIB-Sendung). Und nach dem Rummel ist es für Konstantin nicht mehr viel los mit seiner Anwaltskarriere. Er fristet sein Dasein als Konzipient in einer kleinen Kanzlei und verteilt gelegentlich als Ritter verkleidet in der Innsbrucker Innenstadt Flyer an Touristen.Dabei trifft er plötzlich auf seine Ex-Freundin Olivia, die ihm von einem kolossalen Rechtsstreit erzählt. Eine bayerische Firma hat sie verklagt, weil sie in ihrem Laden die kurze Lederhose als original Tiroler Erfindung deklariert hat. Ihr droht der finanzielle Ruin, sollte sie nicht bald einen Anwalt finden, der sie vor Gericht verteidigen kann. Konstantin sieht die Gelegenheit, ihr Herz zurückzuerobern. Doch der Prozess wird schnell zum brisanten Politikum. Die Firma fährt große Geschütze auf und der Medienrummel um den Ursprung der Lederhose nimmt ordentlich Fahrt auf. Hinzu kommt aber noch ein anderes Problem: In Wahrheit hat Konstantin niemals das Examen abgelegt und ist somit gar kein zugelassener Anwalt. Auch für die renommierte Kanzlei, von der alle reden, arbeitet er nicht. Wird Olivia ihm diese Lüge verzeihen.

„Julio Iglesias – Mit Charme zum Weltstar“, Mi., 21.12, 21.45 Uhr, ARTE

Nicht nur für Fans seiner Musik interessantes 53-Minuten-Porträt von ARTE France: Fünf Jahrzehnte, 14 Sprachen, 300 Millionen verkaufte Tonträger und 2.600 Goldene und Platin-Schallplatten: Diese Zahlen sind Zeugnis für Julio Iglesias‘ beeindruckende musikalische Karriere gespickt mit Meilensteinen. Der spanische Latin Crooner sang sich in die Herzen von unzähligen Menschen. Als Julio Iglesias („Ich will singen bis ich sterbe!“) am 8. September 1988 die Bühne des ausverkauften Fußballstadions Camp Nou in Barcelona betrat, wurde er von 100.000 Fans bejubelt. Von Deutschland bis Frankreich, über Brasilien und Japan bis nach China: Der spanische Sänger, der seine rechte der linken Gesichtshälfte bevorzugt, eroberte mit seinen Hits wie „Un canto a Galicia“ („Wenn ein Schiff vorüberfährt“) die ganze Welt und wurde zum perfekten Botschafter seines Heimatlandes. Ein Konquistador mit Talent und Charme!

„Unterm Birnbaum“, Do., 22.12., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom Fr., 27.12.2019, ARTE, und Mo., 30.12.2019, ZDF: „Es ist nicht zu dein gesponnen, es kommt dich alles an die Sonnen!“ Erstausstrahlung der Theodor-Fontane-Geschichte (des ZDF), die bei ihrer Premiere auf dem diesjährigen Hamburger Filmfest den großen Saal begeistern konnte: Abel (Fritz Karl) und Ursel Hradschek (Julia Koschitz) betreiben einen Gasthof im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Während sich bei Abel Spielschulden anhäufen, versucht Ursel sich mit exzessivem Online-Shopping über den Tod ihres Kindes und das triste Dorfleben hinwegzutrösten. Abel gerät gewaltig unter Druck, als sich der Besuch eines reichen Gläubigers Schulze (Peter Schneider) ankündigt. Doch als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unterm Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan: Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den vermeintlich „perfekten Mord“ an seinem Gläubiger. Herrlich anzusehen ist Katharina Thalbach als Abels einzige Nachbarin Mutter Jaschke. Pünktlich zu Theodor Fontanes 200. Geburtstagsjubiläum haben Regisseur Uli Edel und Drehbuch-Autorin Léonie-Claire Breinersdorfer die gleichnamige Novelle als zeitgenössisches und sehenswertes Thriller-Drama adaptiert.

„Katharina Thalbach – Die Unbändige“, Do., 22.12., 21.45 Uhr, ARTE

Interessantes und nahes 52-Minuten-Porträt vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) über die Berliner Schauspielerin – wer sie kennt, nennt sie liebevoll Kati – mit Ecken und Kanten: Als eine der wenigen Deutschen trägt Katharina Thalbach den Ordre des Arts et des Lettres. Diese höchste Auszeichnung des französischen Kulturministeriums wurde der Schauspielerin und Regisseurin im Jahr 2019 (für sie stilecht im Bühnen-Kostüm mit Hasenzähnen und roter Haarpracht) verliehen (an die Cord-Latzhose geheftet). Diese Auszeichnung kommt nicht von ungefähr, denn Katharina Thalbach und Frankreich, das ist eine lange Beziehung. Die Dokumentation (Sprecher, Schauspieler und Kati‘s Bruder: Pierre Besson und Stephan Baumachher) zeigt ihr bewegtes Leben und Schaffen zwischen den Grenzen und stellt eine Künstlerin vor, die sich über Konventionen hinwegsetzt und die auch ein faszinierender Mensch ist. Der Film begleitet Katharina auch (per Zug) in ihre Traumstadt Paris, später dann auch per Zug nach Zürich, wo es zu einem großen Familientreffen kommt. Denn Familie, Zusammenhalt, füreinander da sein sind für Katharina Thalbach lebenswichtig. Im Stammlokal versammelt sich der Clan Thalbach-Besson: Tochter Anna, Enkelin Nellie, die Brüder Pierre und Philippe Besson, Schwester Marie Besson. Sie alle leben und arbeiten für die Kunst. Eine deutsch-französische Künstlerfamilie.Zwischen Berliner Hackepeter und französischem Rotwein zeichnet der Film das pure Leben und die Träume einer Künstlerin zwischen Berlin und Paris und entwickelt ein sehr familiäres und inniges Bild einer starken Frau.

„Schrille Nacht“, Fr., 23.12., 22.10 Uhr, ARTE

Weihnachten – ein Fest zwischen Karpfen und Truthahn, Christmette und Punschrausch, Christkind und Weihnachtsmann. Für die einen die Jagd auf den perfekten Weihnachtsbaum, für die anderen der Kulturclash mit der Schwiegermutter oder das unangekündigte Wiedersehen mit dem entfremdeten Vater. Wieder andere stecken in Zügen, Verkehrskontrollen oder in einem Fahrstuhl fest und bei manchen wird das „Alle Jahre wieder“ diesmal so ganz anders. In sieben Episoden zeigt der Film „Schrille Nacht“ mal überraschend, mal mit Augenzwinkern, in jedem Fall aber unterhaltsam, wie unterschiedlich man den 24. Dezember verbringen kann.

„Wenn das fünfte Lichtlein brennt“, Sa., 24. 12., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung, Fr., 3.12.2021: Kurzweiliger und unterhaltsamer und vorweihnachtlicher Freitagsfilm, denn, „Wenn das fünfte Lichtlein brennt“ möchte niemand auf einem Flughafen eingeschlossen sein – hier ist es aber so. Und den besonderen Blick auf die unterschiedlichen Charaktere in diesem Terminal übernimmt die vertraute Offstimme von Synchronsprecher Christian Brückner. Der Job des Flughafen-Weihnachtsmanns Thorsten Wenkmann (Henning Baum) endet üblicherweise vor der Bescherung. Diesmal jedoch macht ihm höhere Gewalt einen Strich durch die Rechnung: Ein Schneesturm und die Sperrung der Zubringerstraße sorgen dafür, dass am Heiligabend niemand aus dem Terminal herauskommt … Für Besinnlichkeit unter den Eingeschlossenen muss Thorsten nun zusammen mit seiner Christkind-Kollegin (Xenia Tiling) sorgen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Stimmung ist nicht nur bei ihrem Chef (Jan Henrik Stahlberg) überaus angespannt. Zwischen Sebastian (Tim Kalkhof) und seiner schwangeren Freundin Anja (Sarina Radomski) kriselt es ohnehin. Durch das Wiedersehen mit seinem Schulfreund Conrad (Daniel Donskoy) beginnt Sebastian, der noch nichts von seiner Vaterschaft weiß, die Beziehung in Frage zu stellen. Unterdessen versucht der schwerkranke Rentner Karl (Ernst Stötzner) verzweifelt, seine dramatische Situation vor seiner Frau (Ruth Reinecke) über die Festtage zu verheimlichen. Während es draußen weiter schneit, braut sich bei zwei Familien immer mehr zusammen. Helikopter-Mutter Jette Klostermann (Elena Uhlig) und Ehemann Lars (Michael Lott) streiten vor ihrem Sohn. Indes kommt Katharina (Meike Droste) einer Affäre ihres Mannes (Max von Pufendorf) mit seiner Kollegin (Lisa Bitter) auf die Schliche. Als dann aber die Kinder der beiden Ehepaare plötzlich weg sind, müssen die Erwachsenen ihre Probleme hintanstellen.

„Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, So., 25. 12., 20.15 Uhr, ARD

Erstsendung des 114 Minuten dauernden Kinofilms im Fernsehen: Berlin im Januar 1933. Für die neunjährige Anna Kemper (Riva Krymalowski) endet die Unbeschwertheit ihrer Kindheit durch Hitlers Machtergreifung. Ihr Vater Arthur (Oliver Masucci), ein hoch angesehener Publizist, steht als jüdischer Intellektueller und überzeugter Demokrat auf den Verhaftungslisten der Nazis. Kurz vor Hitlers Wahlsieg setzt sich Arthur in die Schweiz ab, um seine Familie so schnell wie möglich nachzuholen. Anna, ihre Mutter Dorothea (Carla Juri) und ihr Bruder Max (Marinus Hohmann) können bei ihrer Flucht nur wenig Gepäck mitnehmen. Ausgerechnet Annas Lieblingsspielzeug, ein rosa Kaninchen, bleibt zurück! Nicht nur dieser Verlust macht den Neuanfang in der Fremde schwer. Schlechte Nachrichten von Onkel Julius (Justus von Dohnányi) lassen jedoch keinen Zweifel daran, dass es kein Zurück nach Deutschland gibt.

„Die Gänseprinzessin“, Mo., 26. 12., 14.40 Uhr, ARD

Gab es früher noch „Sechs auf einen Streich“ (so deshalb auch der Titel der Reihe von Märchenfilmen im Ersten), so gibt es dieses Jahr nur noch lediglich ein neues TV-Märchen – und das ist dieses: Die humorvolle und fröhliche Prinzessin Polly Polly (Mina Christ) hat es nicht leicht. Das Königreich ihrer Eltern befindet sich in einem Ausnahmezustand: Seit Pollys Bruder vor Jahren verschwand, herrscht Trauer. Der König (Johann von Bülow) erträgt kein Lachen, die Königin (Regula Grauwiller) bemüht sich, ist aber zunehmend gefordert von der Situation am Hof. Und ausgerechnet Prinzessin Polly fällt das alles besonders schwer, denn sie liebt es, Witze zu machen und andere Menschen aufzumuntern. Am Hof ist es daher für alle gar nicht so leicht, Haltung zu wahren! Leslie Malton erklärt: „In ,Die Gänseprinzessin‘ ist es so: Meine Figur sieht die Geschehnisse im Königreich von außen und erkennt, wie sie dieses traumatische Erlebnis des Königs vielleicht lindern, und dadurch auch seinem Volk helfen kann. Meine Figur ergreift die Chance, die sich auftut. Ich mag diese Figur, denn sie zeigt, wie wichtig es ist, eine Chance zu erkennen und zu handeln.“

„Tatort – Mord unter Misteln“, Mo., 26.12., 20.15 Uhr, ARD

Immer wieder beeindruckend, was man unter der Marke „Tatort“ so alles zeigen kann, aber dieser Vorzeit-Krimi aus München ist doch sehr gewöhnungsbedürftig: Die Münchner Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) haben sich von ihrem Assistenten Kalli (Ferdinand Hofer) dazu breitschlagen lassen, an einem Krimidinner im Kreise der Kollegen teilzunehmen – und nun sollen sie als „Detective Chief Inspector Francis Lightmyer“ und als „Detective Constable Ivor Partridge“ den Mörder in einem englischen Herrenhaus finden: England, 1922. Ausgerechnet am Heiligen Abend hat es in Beckford Hall einen Mord gegeben. Der Butler liegt tot auf dem Orient-Teppich. Lightmyer und Partridge müssen das englische Herrenhaus auf den Kopf stellen und den Mörder finden. Je tiefer die beiden eindringen in das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, das Beckford Hall umgibt, desto mehr verschmelzen sie mit ihren Rollen – und desto mehr begreifen sie: Bei diesem Dinner wird ein doppeltes Spiel mit ihnen gespielt …

„Sarah Kohr – Irrlichter“, Di., 27.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Christine Schroeder
Foto: ZDF - Christine Schroeder

Nächster und damit der dritte Action-Krimi aus Hamburg: Die Helden des Alltags sind längst vergessen und auch die Wellen der Virusinfektion haben sich in Europa beruhigt. Nur die Coronalüge beschäftigt noch viele. Viele derer, die fest daran glauben, dass diese Pandemie geplant war von denen, die davon profitierten, wie etwa das Mediziner-Ehepaar Carsten und Lisa Kippmann. Die sollen jetzt büßen, an den Pranger gestellt werden, mit einer vernichtenden Explosion.Das ist zumindest die Absicht des Verschwörungstheoretikers Felix Morgenroth, der mit allen Mitteln versucht, die Coronalüge zu entlarven. Er und sein Gefolge geraten ins Visier der Staatsanwaltschaft und Anton Mehringer ist geschockt, dass Sarah Kohr offenbar einen einvernehmlichen Umgang mit diesen Kriminellen pflegt und für deren Ideen vielleicht bereit ist zu töten. Hat sie den Pfad der rechtschaffenen Polizistin verlassen und sich für so eine Art Selbstjustiz entschieden, weil sie den Verschwörungsparolen auf den Leim gegangen ist? Ausgerechnet jetzt, wo Mehringers Berufung zum Oberstaatsanwalt bevorsteht, entgleitet ihm seine beste Ermittlerin. Auf die Frage, wie wichtig seine Figur auch als eine Art Ruhepol in so einem action-geladenen Film, ist, sagt Herbert Knaup? „Ich finde es gut, dass dieser Staatsanwalt auch rangenommen wird. Er wird bei ,Irrlichter‘ direkt mit Corona-Schwurblern konfrontiert, er weiß sogar nicht einmal genau, auf welcher Seite Sarah Kohr steht und zweifelt an ihrem Verstand. Und dann wird Mehringer auch noch niedergeschlagen und entführt, erleidet ein Knalltrauma – ein Ruhepol sieht für mich anders aus.“

„Neuland (1/6)“, Di., 27.12., 22.15, 23.00 und 23.45 Uhr, ZDF

Sechszeilige Miniserie über ein Beziehungsgeflecht, die je in drei Folgen hintereinander sendet: Berufssoldatin Karen Holt (Franziska Hartmann) wird widerstrebend vom Auslandseinsatz aus Mali in ihre Heimat, das kleine Sünnfleth, geholt. Sie muss sich nach dem Verschwinden ihrer Schwester Alexandra Brandt (Inga Birkenfeld) um deren Töchter kümmern, beide hoffen, bei ihrer Tante etwas Halt zu finden. Doch Karens wortkarges, schroffes Auftreten schreckt die beiden Teenager ab. Obwohl Sarah Reimers (Mina Tander) und Marie Klein (Peri Baumeister), die besten Freundinnen von Alex, selbst unter Schock stehen, versuchen sie, Karen und die Mädchen zu unterstützen.Karen fühlt sich in ihrer alten Heimat, dem Ort ihrer Kindheit und der Mutterersatz-Rolle sehr unwohl. Es gibt kaum Hoffnung, dass Alexandra noch am Leben ist. Und die Begegnungen mit Menschen aus der Vergangenheit lassen alte Wunden aufbrechen: Gegen Christian Grawert (André M. Hennicke), den Miteigentümer der Buchhandlung, hegt Karen eine tiefe Abneigung und großes Misstrauen. Grawert war der heimliche Geliebte und spätere Lebensgefährte von Karens und Alex' Vater. Nun behauptet er, Alexandra habe vor ihrem Verschwinden ihr Einverständnis gegeben, die Buchhandlung zu verkaufen. Das sei auch dringend nötig, um das Haus, das Zuhause der Kinder, vor der Pfändung zu retten.

Hinweis: Drei weitere Folgen „Neuland“ werden ausgestrahlt: Mi., 28.12., 22.15, 23.00 und 23.45 Uhr, im ZDF

„Riesending (1+2)“, Mi., 28. 12., 20.15 und 21.45 Uhr, ARD

Aufwändiger Zweiteiler, den die ARD hintereinander weg (in sportlichen drei Stunden) sendet: Am Pfingstsonntag 2014 verunglückt der Höhlenforscher Josef Häberle (Roland Silbernagl) in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden. Der Mann liegt mit einer lebensbedrohlichen Kopfverletzung in über 1.000 Meter Tiefe – und das über 12 Kilometer vom Schachteingang entfernt … Sein Kletterkollege Ralf Sommer (Jan Messutat) kämpft sich an die Oberfläche zurück, um die Rettung zu alarmieren, während zwei weitere Begleiter versuchen, den Verletzten am Leben zu halten. Die Bergwacht übernimmt von Minute eins an die Verantwortung, jedoch ohne jegliches Wissen über die Riesending-Höhle und ohne Expertise über die Bergung aus dieser Tiefe. Ralf Sommer sieht nur eine Chance, seinen Kameraden zu retten: ein Hilferuf an die internationale Höhlenforscher-Community. Als Bergretter fungieren Verena Altenberger (sonst Münchner „Polizeiruf 110“-Ermittlerin“) und Maximilian Brückner (sonst Ermittler in der losen ZDF-Krimireihe „Schwarzach“).

„Stubbe – Ausgeliefert“, Mi., 28.12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Volker Roloff
Foto: ZDF - Volker Roloff

Wegen des großen Publikums-Erfolges hat sich das ZDF … nur auf Raten von Kommissar Stubbe verabschiedet – und hier kommt wieder ein neuer Krimi aus Dresden: Christiane Stubbe (Stephanie Stumph) interviewt als freie Journalistin die Fahrradkurierin Sonja (Ella Morgen) zu den ausbeuterischen Arbeitsbedingungen eines Essenslieferdienstes. Am nächsten Morgen wird Sonja tot aufgefunden – und Christiane heuert verdeckt als Fahrradkurierin bei „Saxonia Food“ an. Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph), nun Kommissar im (Un)-Ruhestand, ermittelt parallel zusammen mit seiner Enkelin Caro in Fällen gestohlener Fahrräder. Stubbes langjährigem Freund Norbert (Dietrich Hollinderbäumer) wurde sein nagelneues E-Bike mithilfe einer perfiden Methode von einer jungen Frau entwendet.

„Laurel und Hardy“, Mi., 28.12., 20.15 Uhr, ARTE

Sicher nicht nur für Fans interessante 92-Minuten-ZDF-Dokumentation über die weltbekannten „Dick & Doof“-Darsteller: Denn Stan Laurel und Oliver Hardy sind das erfolgreichste und bekannteste Komikerduo der Welt und erfreuen sich bis heute größter Beliebtheit. Die Comedy-Genies, in Deutschland auch bekannt als „Dick & Doof“, waren aber weit mehr als das: Oliver Hardy war ein echtes Schwergewicht als Schauspieler und Stan Laurel agierte nicht nur vor der Kamera, sondern war der kreative Kopf des Duos, schrieb die Gags und führte Regie. Mit ihren genialen Komödien sind die beiden Comedians bis heute die unangefochtenen Meister des Slapsticks. Die filmische Hommage dokumentiert nicht nur die Leinwandkarriere des Duos, sondern gewährt auch Einblicke in ihr Privatleben.

Hinweis: Direkt im Anschluss, um 21.45 Uhr, kommt der 54-Minuten-Spielilm „Laurel & Hardy: Die Klotzköpfe“ (USA 1938) mit Stan und Ollie

„Die Kirche bleibt im Dorf“, Do., 29.12., 20.15 Uhr, ARTE

Mehrmalige Wiederholung: Grüne Wiesen und blauen Himmel gibt es in diesem 84-Minuten-Film aus dem Schwabenland viel, aber eben auch den bundesland-typischen Dialekt! Auch wenn Schauspieler wie Natalia Wörner, Karoline Eichhorn und – als Gastrolle – Dietz Werner Steck (früher mal Kommissar Bienzle im „Tatort“ aus Stuttgart) klaren Heimvorteil haben, weil sie alle gebürtig aus Schwaben stammen, bleibt abzuwarten, ob die Sprache der Winzerfamilie Häberle im Fernsehen auch bundesweit funktioniert. Nach 33 Minuten gibt es eine Weisheit des Schwabenlandes: „Ihr Männer seid doch alle gleich! Ihr seht bloß unterschiedlich aus, damit man euch auseinander halten kann!“ Im Kino war diese ARTE-SWR-Ko-Produktion von 2012 erfolgreich – die Regie hat die Schauspielerin Ulrike Grothe, Redaktion damals Christine Strobl, heute ist sie ARD-Programmdirektorin.

„Kurzschluss“, Fr., 30. 12., 23.30 Uhr und Sa., 31.12., 19.30 Uhr, beides ARD

Egal, wie sehr sich die Sehgewohnheiten der Leute mit Steaming-Diensten und dergleichen auch verändert und die Öffentlich-Rechtlichen unter Druck setzen, ein Gesetz bleibt: Gute TV-Experimente, wie dieses, werden als Erstsendung immer erst zu späten Stunde gesendet (aber am Sa. 31.12, um 19.30 Uhr, ARD, schon wiederholt): Diese herrlich schräge 30-Minuten-Geschichte beginnt damit, dass Bettina Maurer (Anke Engelke) – Bürgermeisterin der Kleinstadt Moosbach – beim Überqueren der Straße von einem schwarzen SUV (mit Schriftzug BUYBUY) geschnitten wird. Sie ruft dem Fahrer wüste Beschimpfungen hinterher, bevor sie den Vorraum einer Filiale der „Moosbacher Sparbank“ betritt, um noch kurz vor Mitternacht schnell 200.-- Euro abzuheben. Doch dann verhakt sich ihre EC-Karte im Automaten … In diesem Moment betritt Martin (Matthias Brandt), zu Besuch aus Berlin, den Raum. Er ist ebenfalls in Eile und möchte das Problem am Geldautomaten schnell lösen: Mit einer kleinen Haarnadel der Bürgermeisterin stochert er deshalb im Kartenschlitz herum – da kommt es zu einem totalen Kurzschluss – nicht nur der Automat ist danach „tot“, auch die elektronisch gesicherte Tür geht nicht mehr auf, und so sitzen die beiden nun fest und alle Versuche, Hilfe zu holen, scheitern. Nach einem Ende mit SUV-Rmms gibt es von Abba den Klassiker „Happy New Year“ zu hören. Sehr schön!

Achtung wichtiger Hinweis: Der sehenswerte Kurzfilm „Kurzschluss“ kommt auch nochmal zur besseren Sendezeit für Gebührenzahlende, am Sa., 31.12., 19.30 Uhr, ARD

 

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