Wolfgang Wittenburg

 

° Autor

 

° Journalist

 

° Sprecher

 

PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für März 2023

„Wolfswinkel“, Mi., 29.3., 20.15 Uhr, ARD

Der leider nur eher mäßige Beitrag vom FilmMittwoch im Ersten kommt vom Westdeutschen Rundfunk (WDR), die Geschichte spielt aber in Brandenburg: Dort ist Melanie Kosse (Annett Sawallisch) Mitte 30 und bei der brandenburgischen Polizei. Ihr Revier: das flache Land zwischen Wäldern, Seen und Kanälen nördlich von Berlin. Melanie Kosse mag, wenn man sie mag, und wenn es politisch wird, hält sie sich lieber raus. Doch das ist nicht immer leicht, wenn sich in ihrem Heimatdorf ausgerechnet ihre beste Freundin Lydia (Claudia Eisinger) mit rechten Slogans wichtig macht und über Nacht eine Straße verschwindet. Nicht irgendeine Straße! Es ist das letzte Stück holpriges Kopfsteinpflaster hinaus zur Badestelle am Kiessee, wo vor langer Zeit Baustoff für Bunkeranlagen der Wehrmacht gefördert wurde. Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge haben hier geschuftet. Grundschullehrerin Anja Raabe (Alina Levshin) hält es für eine gedankenlose Schweinerei, dass diese steinerne Geschichtslektion einfach wegasphaltiert werden soll. Die meisten anderen im Dorf sehen das gelassener. Auch Melanie stört eigentlich nur, dass die Baustelle nicht ordentlich gesichert ist. Aber Anja war schon immer eine Aufgeregte. Schon, als sie noch mit Melanie und Lydia zur Schule ging und die drei als unzertrennlich galten. An der verschwundenen Zwangsarbeiter-Straße scheiden sich nun die Geister. Der nach einem Karriereknick heimgekehrte Daily-Soap-Star Lydia sammelt als Influencerin vom Dorf Likes und Follower und verdient mit ihren erdverhafteten Webvideos „Holt euch eure Heimat zurück!“ fast so gut wie mit einer Hauptrolle. Anja spricht es aus: Lydia reitet auf der braunen Welle. Und als deren Anhänger nicht nur zahlreicher, sondern auch gewaltbereiter werden, muss sich die harmoniesüchtige Ordnungshüterin Melanie entscheiden. Für die alte Freundschaft oder für Anstand und Gesetz.

„Die Bestatterin – Zweieinhalb Tote“, Do., 30.3., 20.15 Uhr, ARD

Nächster Krimi der unregelmäßigen Reihe mit Anna Fischer als dörfliche Bestatterin aus dem Schwarzwald: Dort verunglücken auf der Fahrt zu einem Junggesellenabschied zwei junge Männer aus Hepperlingen in ihrem Auto tödlich und stürzen in einen Fluss. Ihre Leichen werden geborgen und Bestatterin Lisa Taubenbaum (Anna Fischer) anvertraut. Die beiden hatten gemeinsam mit Mario (Jakob Geßner), dem Eigentümer des Wagens, Junggesellenabschied gefeiert. Aber wo ist Mario? Von ihm fehlt jede Spur. Marios Ehefrau (Ricarda Seifried) weiß nicht, ob sie hoffen oder bangen soll. Lisa, die in der Schulzeit mit Mario liiert war, ist überzeugt, dass er noch lebt. Sie gerät in Clinch mit dem ermittelnden Kommissar Thomas Zellinger (Christoph Letkowski), den sie hartnäckig auf Ungereimtheiten aufmerksam macht. Als Mario nach einigen Tagen quicklebendig in Hepperlingen auftaucht, vermutet Zellinger, dass er den Tod seiner beiden Freunde vorsätzlich verursacht hat, und präsentiert ein Motiv, von dem Lisa nicht überzeugt ist. Sie nimmt ihre alte Liebe bei sich auf und erregt damit den Unmut von Zellinger. Mario schweigt beharrlich. Obwohl er alle außer Lisa gegen sich hat, möchte er keinesfalls preisgeben, was in der Nacht des Unfalls wirklich geschehen ist.

„WissenHoch2: Im Bann des Mondes“, Do., 30.3., 20.15 Uhr, 3sat

Seit Jahrhunderten übt der Mond großen Einfluss auf Mensch, Tier und Natur aus. Vieles ist erforscht, voller Geheimnisse steckt der 384.400 Kilometer entfernte Himmelskörper trotzdem. In der Doku „Im Bann des Mondes“ wird lieber einiges im Detail gelüftet, anstatt alles zu behandeln. Aufgewertet wird der Film mit einzigartigen Unterwasseraufnahmen von der Halbinsel Yucatán in Mexiko und dem sich über mehr als 2.300 Kilometer erstreckenden Great Barrier Reef im Nordosten Australiens. Und alle, die am Ende der 45 Minuten 3sat-Doku selbst im „Im Bann des Mondes“ sind und sich fragen, ob dieses Naturspiel immer so weiter gehen wird, sollte der Schluss-Satz von Julia Sammet, Theoretische Physikerin von der Universität Frankfurt am Main, beruhigen: „Bis der Mond sich tatsächlich so weit von der Erde entfernt hat, dass wir Folgen davon merken würden, müssten mehrere Milliarden Jahren vergehen. Das heißt, wir selbst werden es nicht mehr merken.“

TV-Tipps für April 2023

„Ein Schritt zum Abgrund (1-4)“, Sa., 1.4., ab 20.15 Uhr, ARD

Mit der Auftaktepisode „Der Verdacht“ beginnt dieser Event-Vierteiler – und der wird hintereinander gesendet: Jana Hansen (Petra Schmidt-Schaller) führt als Ärztin, Ehefrau und Mutter ein erfülltes Leben, das sie sich genau nach ihren Vorstellungen aufgebaut hat. Die selbstbewusste Medizinerin leitet eine gut laufende Gemeinschaftspraxis und bestreitet das Einkommen ihrer Familie. Mit ihrem Mann Christian (Florian Stetter), für den sie in dessen Heimatstadt Husum gezogen ist, bildet Jana ein harmonisches Elternpaar, das sich die Erziehung der zehnjährigen Lotta (Tilda Wunderlich) fair aufteilt. Da es auch nach 15 gemeinsamen Jahren zwischen Jana und Christian noch leidenschaftlich knistert, käme ihr niemals ein Zweifel an seiner Treue. Warum er als Projektentwickler länger als sein Team arbeiten muss oder nach abendlichen Kundenterminen häufig auswärts übernachtet, kann Christian auf seine charmante Art schlüssig erklären. Als die brünette Jana eines Morgens ein blondes Haar an seinem Schal findet, befürchtet sie plötzlich das bislang Unvorstellbare. Ohne dass ihr Mann etwas merkt, versucht Jana nun herauszufinden, ob sich ihr Verdacht bestätigt.

„Was wir verbergen“, Mo., 3.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Das Böse kommt in schwarz und mit der Brechstange, während das ältere Hausbewohner-Paar, beide Ärzte mit Kinderwunsch-Praxis, in der Küche spontan schmust – das alles zu „Silence is golden“ von The Tremeloes (von 1967). So beginnt dieser Krimi mit dem Untertitel „Ein Fall für Katharina Tempel“: Noch vor ihrem ersten Arbeitstag in der Mordkommission Hamburg wird Katharina Tempel (Franziska Hartmann) von ihrem neuen Vorgesetzten, Hauptkommissar Georg König (Stephan Szasz), in einen ungewöhnlichen Fall involviert. Das Ärzte-Ehepaar Leitermann ist verschwunden. Ein Notruf, den Ulla Leitermann noch tätigen konnte, lässt eine gewaltsame Entführung vermuten. Während Hans Leitermann schon bald auf dem Boot des Paares gefunden wird, fehlt von seiner Frau weiterhin jede Spur. Gemeinsam mit Georg und der Kollegin Dela Tahiri stürzt Katharina sich in die Aufklärung des Falles – zum Unverständnis ihres Mannes Volker. Der gefeierte Pressesprecher der Polizei Hamburg kann nicht nachvollziehen, warum seine Frau sich vom LKA zur Kripo hat versetzen lassen. Auch Katharinas beste Freundin, Staatsanwältin Golda Hopkins, fragt sich, was der wahre Grund für den Jobwechsel ist. Und zum Schluss – wieder zu „Silence is golden“ von The Tremeloes – die Weisheit: „Eine Frau heiratet einen Mann, in der Hoffnung, dass er sich ändert – tut er aber nicht. Ein Mann heiratet eine Frau in der Hoffnung, dass sie sich nie ändert – tut sie aber.“ Und diese Kommissarin wird lesbisch –und so scheint das ZDF so was von zeitgemäß.

„Lebenslinien: Helma (Sick) und das liebe Geld“, Mo., 3.4., 22.00 Uhr, BR-Fernsehen

Sehr nahes TV-Porträt (über eine düstere Kindheit) von Helma Sick, die wächst in den Nachkriegsjahren im Bayerischen Wald auf. In Ihrer Familie erlebt sie Gewalt, Missbrauch und Unterdrückung. Doch Helma Sick will kein Opfer sein, ändert ihr Leben komplett und findet ihr Lebensthema: Frauen müssen Geld verdienen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Irgendwie gelingt es Helma Sick mit der Zeit, ihre Wut in positive Lebensenergie umzuwandeln. Mit 29 Jahren wagt sie einen Neuanfang und flieht nach München. Dort heiratet sie, adoptiert mit ihrem Mann ein Kind. Helma macht eine Ausbildung zur Betriebswirtin, wird Mitbegründerin des ersten Frauenhauses in München und findet ihr Lebensthema: Sie will Frauen dabei zu unterstützen, ein unabhängiges Leben führen zu können. Dafür will sie eine Finanzberatung speziell für Frauen gründen, doch ihre männlichen Kollegen raten ihr ab.

„Zur Hölle mit den anderen“, Mi., 5.4., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Mi., 3.1.2018: Zwei Frauen treffen nach neun Jahren mit Partnern im schönen Freiburg wieder aufeinander – Besuch im neuen Eigenheim der einen. Da trifft die Vollzeitmutter und Handarbeiterin Sandra Schätzle (Mira Batuschek) auf ihre alte Freundin, die in Vollzeit berufstätige Controllerin Katrin Krämer (Britta Hammelstein). Sandras Ehemann Erik (Holger Stockhaus – lässt zum Ende hin sogar die Hosen fallen!) ist mittelständischer Unternehmer und trifft auf den freischaffenden und linkspolitischen Journalisten in Elternzeit Steffen (Felix Knoop). Sandra und Katrin waren zu Studentenzeiten mal sehr gute Freundinnen, haben sich dann aber aus den Augen verloren. Nach einem zufälligen Wiedersehen laden Schätzles die Krämers am Wochenende zu sich nach Hause ein und so treffen auch die beiden Kinder aufeinander: Sandras fast vierjähriger Sohn Frederick und die dreijährige Tochter der Krämers, Fatme. Die Begegnung der alten Freundinnen ist sehr herzlich, doch hinter der Selbstsicherheit der vier Mittdreißiger bröckelt es und der anfangs idyllische gemeinsame Nachmittag im Garten läuft auf ein Fiasko zu. Das Aufrechterhalten des eigenen Lebenskonzepts wird zum Kampf. Ungewöhnlicher Film (Regie: Stefan Krohmer), interessant anzusehen!

„Lust oder Qual – Die vielen Seiten des Alleinseins“, Mi., 5.4., 20.15 Uhr, 3sat

Alleinsein oder Einsamkeit, spätestens seit der Corona-Krise ist das Thema in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte gerückt. Gewiss ist, nicht jeder Mensch, der allein ist, ist auch einsam. Ungewiss aber bleibt, wo lustvolles Alleinsein endet und quälende Einsamkeit beginnt. Damit befasst sich die 3-sat-Dokumentation „Lust oder Qual – Die vielen Seiten des Alleinseins“. Mit ihrer 50-minütigen Doku will die Wiener Filmjournalistin Constanze Grießler den schmalen Grad zwischen allein und einsam aufzeigen. Diesen wichtigen Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit will die ORF-Fernseh-Journalistin Constanze Grießler mit dem Dokumentarfilm herausarbeiten. Auch möchte sie die Studien, die zum Thema Einsamkeit erscheinen, beleuchten, weil Autorin Grießler befürchtet, dass dadurch viele Menschen verunsichert werden und „Qual“ empfinden. Deshalb wird im Film letztlich auch mehr „Lust“ gezeigt, nämlich Menschen, die gerne allein sind und ihre Kraft daraus ziehen. Schönes Detail als echte Besonderheit: Die Settings der einzelnen Protagonisten – Zelle des Mönchs, Wohnzimmer des Berliners Jorge – sind wie kleine Zimmerchen im Puppenstübchen nachgestellt: „Das hat Erika Fischl, eine wunderbare Frau in Wien, die Dioramen macht, hergestellt“, erklärt die Wienerin Constanze Grießler.

„Der Zürich-Krimi – Borchert und die Sünden der Vergangenheit“, Do., 6.4., 20.15 Uhr, ARD

Neuer Film der Reihe – und Anwalt Thomas Borchert (Christian Kohlund) und seine Kanzleichefin Dominique Kuster (Ina Paule Klink) wissen wenig über das Vorleben von Regula Gabrielli (Susi Banzhaf). Jugendsünden ihrer hochgeschätzten Anwaltsgehilfin kommen ans Licht, als diese in einen Mordfall gerät. Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt) verdächtigt Regula, ihre Jugendliebe Eric (Sönke Möhring), der vor kurzem in einen Bankraub mit erschossener Sicherheitsbeamtin verwickelt war, erstochen zu haben. Dass sie den Ermittler zunächst anlügt, macht alles noch schlimmer. Um helfen zu können, pocht Borchert darauf, dass seine Kollegin zumindest ihm die ganze Wahrheit sagt. Zudem muss er befürchten, dass ein untergetauchter, brutaler Komplize (Andrei Viorel Tacu) des einschlägig vorbestraften Eric die verängstigte Regula beseitigen möchte. Instinktiv sucht Borchert aus den losen Teilen, die aus verschiedenen Puzzles zu stammen scheinen, den Schlüssel zu dem rätselhaften Fall. Um an vertrauliche Polizeiinformationen zu gelangen, überredet der „Anwalt ohne Lizenz“ seine Partnerin Dominique zu einem folgenschweren Vertrauensbruch.

„Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster“, Fr., 7.4., 20.15 Uhr, ARD

Starker, ungewöhnlicher und leiser Film mit Iris Berben in einer eindrucksvollen Charakterrolle – und sehr stark Claude Heinrich als Phil Wiener! Das passiert: Karla Jenner (Iris Berben), eine starke, sinnliche und lebenserfahrene Frau, erfährt, dass sie unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Es bleiben ihr nur noch wenige Monate. Nach einem wilden Leben als Fotografin von Musikbands, voller Tourneen, Joints und Rock 'n' Roll hat die Mitsechzigerin keine Lust auf Sentimentalitäten. Sie will mit ihrem Schicksal allein bleiben und plant einen würdevollen Abgang. Die Hilfe des ehrenamtlichen Sterbehelfers Fred Wiener (Godehard Giese), ein alleinerziehender Vater und Berliner Verkehrsplaner, der es immer gut meint, lehnt sie ab. Doch Freds Sohn Phil (Claude Heinrich), ein schüchterner Teenager mit viel Sinn für Poesie, besonders Rainer Maria Rilke, gelingt der Zugang zu der todkranken Künstlerin. Er darf ihre Konzertfotos für die Nachwelt archivieren – und lernt dabei die flippige Studentin Rona (Zoë Valks) kennen. Indem sich Fred, Phil und Karla einander öffnen, entsteht eine wunderbare Freundschaft. Glaubten Vater und Sohn anfangs noch, Karla beim Sterben zu begleiten, passiert auf einmal das Gegenteil: Die beiden lernen von ihr zu leben!

„Fabian oder der Gang vor die Hunde“, Fr., 7.4., 20.15 Uhr, ARTE

Die Geschichte spielt in Berlin, im Jahr 1931 und der Film hat mit 176 Minuten Überlänge: Die Stadt leidet unter der Wirtschaftskrise und politischer Unsicherheit. Während der 32-jährige Germanist Jakob Fabian (Tom Schilling) tagsüber seiner Arbeit als Werbetexter nachgeht, erkundet er nachts zusammen mit seinem Studienkollegen Stephan Labude (Albrecht Schuch) die Unterweltkneipen, Bordelle und Künstlerateliers. Fabian gibt sich meist als distanzierter Beobachter und hat jeglichen Glauben an Moral und Anstand aufgegeben, doch als er sich eines Nachts in die selbstbewusste Cornelia Battenberg (Saskia Rosendahl) verliebt, beginnt Fabian wieder an das Gute zu glauben.

„Schlaflos in Portugal“, Sa., 8.4., 20.15 Uhr, ARD

Ein etwas zu sehr Liebesfilm am Samstag: Die Ehepaare Livia (Ulrike C. Tscharre) und Richard (Barry Atsma) sowie Amira (Melika Foroutan) und Martin (Oliver Mommsen) sind Nachbarn und Freunde, ihre Kinder (Julius Gause, Kya-Celina Barucki) sind „best buddies“. Einmal im Jahr fahren alle gemeinsam in den Urlaub nach Portugal. Doch dieses Jahr ist plötzlich alles anders: Architektin Amira ist beruflich verhindert, Livia entdeckt, dass ihr Mann Richard fremdgeht. Ein gemeinsamer Urlaub unter diesen Umständen - undenkbar! Andererseits: Warum sollen alle verzichten und auch den pubertierenden Kindern den Spaß verderben? So argumentiert durchaus zwingend die pragmatische Amira. Also packen Livia und Martin die Kinder ein und fahren gemeinsam in das liebgewonnene Ferienhaus an der Algarve. Aber natürlich fühlt sich nichts richtig an. Livia und Martin stellen fest, dass sie sich, obwohl seit Jahren befreundet, eigentlich gar nicht kennen. Was sollen sie miteinander anfangen, wo sie doch gedanklich zu Hause in Deutschland sind? Das kann so nicht weitergehen. Notgedrungen versuchen Martin und Livia das Beste aus der Situation zu machen - und kommen einander näher, als sie es sich hätten vorstellen können. Plötzlich spüren sie miteinander eine Intensität, die ihrem Leben seit Langem fehlt. Als Amira und Richard unerwartet vor der Tür stehen, müssen die Verliebten herausfinden, ob für sie wirklich etwas Neues beginnt.

„Marie Brand und die falsche Wahrheit“, Sa., 8.4., 20.15 Uhr, ZDF

Nächster und mittelmäßiger Köln-Krimi im ZDF, denn nach einer wilden Partynacht zu ihrem 18. Geburtstag findet Isabell Lauterbach (Anna-Lena Schwing) ihren Ex-Freund Ben Thiele (Max Kruk) tot auf. All ihre Erinnerungen an die Nacht sind ausgelöscht. Hat sie ihn getötet? In Isabells Blut wird neben Kokain auch Rohypnol festgestellt, die sogenannte Rape Drug. Kommt der Gedächtnisverlust von den K.-o.-Tropfen, oder möchte sie sich nicht selbst belasten? Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) befragen die Partygäste, inklusive der Sprint-Staffel, in der sowohl Isabell als auch Ben trainiert haben. In den Fokus der Ermittler rückt Isabells beste Freundin Ella Wittmer (Paula Paul). Nicht nur sie verschweigt den Ermittlern wichtige Informationen, um sich selbst zu schützen. Alle Beteiligten scheinen ein Geheimnis und ein Motiv zu haben.

„Tatort – Nichts als die Wahrheit (1/2)“, So., 9.4. u. Mo., 10.4., 20.15 Uhr, ARD

Lang hat es nach dem Ausstieg von Meret Becker gedauert, aber nun ist mit Corinna Harfouch eine neue Partnerin für Mark Waschke nicht nur gefunden, beide haben auch längst den ersten „Tatort“ in Berlin zusammen gedreht – und das ist nun gleich dieser Zweiteiler (leider hat der etwas zu viele Längen): Denn eine junge Schutzpolizistin hat sich das Leben genommen. Ihr letzter Anruf ging an eine ehemalige LKA-Größe, die inzwischen an der Polizeiakademie lehrt: Susanne Bonard (Corinna Harfouch). Ehe sich Robert Karow (Mark Waschke) versieht, wird Bonard ihm für die Ermittlungen in diesem Fall an die Seite gestellt. Erste Begegnung nah 45 Minuten und sie sagt: „Sie bearbeiten einen Mordfall und kommen so spät zur Arbeit?“ Dann stoßen die Kommissare auf ein rechtes Netzwerk und müssen feststellen, dass sie größeren Zusammenhängen gegenüberstehen als gedacht.

„Nord Nord Mord – Sievers und der erste Schrei“, Mo., 10.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Auf der Straße hinter den Sylter Dünen radelt die Hebamme Silke Adler zu ihrem nächsten Termin. Ein Wagen drängt sie von der Straße und der Aufprall ist tödlich für die Frau. Für Carl Sievers (Peter Heinrich Brix), Ina Behrendsen (Julia Brendler) und Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) sieht es nicht nach Unfall mit Fahrerflucht aus, sondern nach Vorsatz. Kurz drauf wird das Fahrzeug nahe der Unfallstelle gefunden. Es gehört Dr. Johann Sowa (Stephan Schad), Leiter der Gynäkologie des Sylter Krankenhauses. Er war übers Wochenende verreist – ohne Auto – und hatte den Wagen sofort nach seiner Rückkehr als gestohlen gemeldet. Der Arzt kannte die Hebamme, aber die beiden kamen nicht gut miteinander klar. Dr. Sowa hielt es für unverantwortlich, dass Silke Adler weiterhin Hausgeburten auf Sylt durchführte, obwohl die Entbindungsstation vor geraumer Zeit geschlossen wurde. Die Kommissare kombinieren: Ist bei einer Hausgeburt etwas schiefgelaufen, wofür sich jemand an der Hebamme rächen wollte? Bevor er gestohlen wurde, brachte Dr. Sowa seinen Wagen immer in die Werkstatt von Christopher und Constanze Schwanitz. Das Ehepaar, das die Werkstatt betreibt, hat kürzlich Nachwuchs bekommen. Ein Mädchen. Auch hier war Silke die Geburtshelferin. Seltsamerweise kam die kleine Solveig an dem Tag zur Welt, an dem ein anderes Kind verschwand.

„Lebenslinien: Heiner Lauterbach – süchtig nach Abenteuer“, Mo., 10.4., 20.15 Uhr, BR-Fernsehen

Zum 70. Geburtstag an eben diesem Tage kommt das nahe und interessante Film-Porträt (Buch und Regie: Lauterbach-Freund Daniel Harrich, „Meister des Todes“): Heiner Lauterbach ist seit mehr als 40 Jahren nicht aus der deutschen Film- und Fernsehlandschaft wegzudenken. Eigentlich soll er das Kölner Sanitär-Imperium des Vaters übernehmen. In den 70er-Jahren in München-Schwabing ist sein Leben stattdessen geprägt von Gelegenheitsjobs, Alkohol, Drogen und Affären. Mit Anfang 30 schafft er mit dem Doris-Dörrie-Kinofilm „Männer“ – seine damalige Filmpartnerin Ulrike Kriener ist Off-Sprecherin der Doku – den Durchbruch. Als er mit 50 Viktoria kennenlernt, wird er vor eine harte Probe gestellt … Das 20 Jahre jüngere Model fühlt sich von seiner liebevollen Art angezogen. Beiden ist klar, wenn sie eine Familie gründen möchten, muss er seinen Lebensstil radikal ändern. Mit eisernem Willen, Sport, gesunder Ernährung und Viktorias Liebe gelingt dies. Heute ist Heiner Lauterbach nicht nur ein gefragter Charakter-Darsteller, sondern kann zum 70. Geburtstag gelassen zurückblicken. „Lange war mein Leben geprägt von Abenteuerlust und einer inneren Unruhe. Aber ich habe mich gewandelt und habe heute das Gefühl: Ich habe nichts verpasst.“

„Tierärztin Dr. Mertens (1/13)“, ab Di., 11.4., 20.15 Uhr, ARD

Auch bei ARD-Arztserien leben Todgesagte länger: Auch wenn vor drei Jahren nach 15 erfolgreichen TV-Jahren wie aus dem Nichts (zunächst) das TV-Aus kam – nun darf Elisabeth Lanz mit 13 neuen Folgen weiterhin praktizieren. Diese Veränderungen gibt es: TV-Kollege Sven Martinek war als Kinderarzt Dr. Christoph Lentz und Love-Interest der Susanne Mertens von Folge 1 bis 84 dabei – und ist in der Auftakt-Folge lediglich sekundenweise als „Geist“ zu sehen. Mann und Baby von Susanne Mertens sind tot! Und die Tierärztin ist mobil unterwegs. Wie hat Hauptdarstellerin Elisabeth Lanz erfahren, dass die Serie doch weitergehen wird? Hatte sie die Figur Dr. Susanne Mertens schon ganz weit weggepackt? „Ich hatte meine Weichen schon in ganz andere Richtungen gestellt, und ich war sehr überrascht. Sicher habe ich mich über die Anerkennung und den Zuspruch gefreut, der Beliebtheitsgrad ist sehr deutlich zum Ausdruck gekommen. Speziell um meine Person hat man sich mittels Petitionen bemüht – für mich war das sehr beeindruckend. Dennoch habe ich im ersten Moment mal so richtig ausgeatmet und gesagt: Uff, 13 Folgen nochmal als Tierärztin, das ist ein Kraftakt, das weiß ich. Meine Familie muss dafür dann auch wieder zurückstecken und viele Sachen bleiben auf der Strecke, die mir aber auch wichtig sind.“ Kommt ein „aber“? „Wie wir alle wissen, die wir bestimmte Wege einschlagen, irgendetwas bleibt immer auf der Strecke, denn man kann nicht alles machen, was man so möchte. Deswegen habe ich das Geschenk, das es jawohl ist, auch gerne angenommen.“

„37 Grad – Kirche mal anders“, Di., 11.4., 22.15 Uhr, ZDF

Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen wird viel diskutiert und geschrieben. Weitaus weniger im gesellschaftlichen Fokus stehen Gegenmaßnahmen, aber die gibt es auch und nicht zu knapp: drei innovativen Beispielen widmet sich am 11. April für eine halbe Stunde die Dokumentation „Kirche mal anders“ aus der wertvollen ZDF-Doku-Reihe „37 Grad“. Bedauern und beklagen kann man den hohen Mitgliederschwund in den beiden großen Kirchen immer wieder. Man kann aber auch Hoffnung auf die Zukunft machen, und all das zeigen, was Pastorinnen und Pastoren als Gegenmaßnahmen längst mit Erfolg tun. Bestimmt kann eine Doku wie „Kirche mal anders“ von Florian Beck (Historiker, Journalist und Filmautor) und Christian Schnelting (Kameramann, Filmemacher und Produzent) zum Nachdenken über Glaube und Nächstenliebe anregen, vielleicht weitere Impulse auslösen und damit womöglich weiter zum Gegentrend beitragen.

„Schönes Schlamassel“, Mi., 12.4., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 2.9.2020: Trotz des witzigen Themas und Drehbuch und Regie in österreichischer Hand, erreicht diese Komödie leider nur eher Mittelmaß: In einer Feierlaune mit Anne (Verena Altenberger), ihrer Freundin Laura (Lisa Wagner) und seinem besten Freund und jüdischen Arztkollegen Tobias (Lasse Myhr) gibt sich Daniel (Maxim Mehmet) auch als Jude aus. So will er vor allem Anne (von „Annes Buchladen“) imponieren. Sie hat sich mit ihrem Münchner Buchladen nämlich auf jüdische Literatur spezialisiert, ist ehrenamtliche Helferin in einem jüdischen Altenheim und unterstützt darüber hinaus auch den jüdischen Autor Schlomo Wisniewski (kleine Gastrolle für Dieter Hallervorden). Aus Anne und Daniel wird ein Paar und aus dem kleinen Schwindel ein Gespinst aus Notlügen, aus dem Daniel nicht mehr herauskommt. Er kann nur darauf hoffen, dass Anne ihn am Ende auch so liebt, wie er ist …

„Der Dänemark-Krimi – Blutlinie“, Do., 13.4., 20.15 Uhr, ARD

Zweiter Film der Reihe um Streifenpolizistin Ida Sörensen (Marlene Morreis), die es unterfordert, einen Tatort im Wald mit einer Männerleiche abzusperren. Bis die Mordkommission aus Kopenhagen eintrifft, erweitert die Streifenpolizistin also selbstbewusst ihren Jobauftrag. Zum Leidwesen ihres auffällig miesgelaunten Kollegen Magnus Vinter (Nicki von Tempelhoff) beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Dass Horik Holm (Luca Kruse) mit zwei Wikingerpfeilen hingerichtet wurde, erstaunt Kommissarin Frida Olsen (Katharina Heyer) ebenso wie der familiäre Hintergrund: Das Opfer ist der Sohn eines Unterweltbosses, der aus der beschaulichen Küstenregion stammt! Als Kort Holm (Roman Knižka) eintrifft, lässt er keinen Zweifel, den Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Für Idas Kollegen Magnus ist der Fall doppelt heikel: Er kennt nicht nur Holm besser, als er zunächst zugibt. Auch ein Tatverdächtiger, sein eigener Neffe Bjarne Vinter (Timur Bartels), steht ihm nahe. Magnus und seine Kollegin Ida müssen den rätselhaften Mord aufklären und zudem Bjarne vor Holm und seinem Handlanger Bech (Erik Madsen) schützen.

„Praxis mit Meerblick – Rügener Sturköpfe“, Fr., 14.4., 20.15 Uhr, ARD

Weitere drei neue Filme der ARD-Freitagsreihe um eine Insel-Ärztin starten – leider aber nur nich Mittelmaß: Hauptdarstellerin Tanja Wedhorn alias Nora Kaminski möchte in „Rügener Sturköpfe“ einen Streit unter Geschwistern schlichten. Die lebenserfahrene Ärztin ohne Doktortitel muss nicht nur Jochen Nickel als ebenso uneinsichtigen wie fahrlässigen Tumor-Patienten behandeln, sondern auch den schmerzhaften Bruch mit seiner einzigen Angehörigen kitten. Nora Kaminski (Tanja Wedhorn) möchte sich endlich mehr Zeit für ihre frischverliebte Zweisamkeit mit Max Jensen (Bernhard Piesk) nehmen. Einfach abschalten ist in ihrem Beruf leichter gesagt als getan: Als bei einer Bootsfahrt der Kapitän (Jochen Nickel) umkippt, muss die Ärztin natürlich Erste Hilfe leisten. Zwar behauptet der raubeinige Patient, das alles halb so wild sei. Nora Kaminski besteht jedoch auf einer gründlichen Untersuchung. Die Tumordiagnose von Dr. Heckmann (Patrick Heyn) bestätigt schlimmste Befürchtungen. Schon bald erfährt die umsichtige Ärztin, dass der Schwerkranke nicht nur gesundheitliche Probleme hat ...

Hinweis: Weitere zwei neue ARD-Filme kommen am Fr., 21. und 28.4., jeweils um 20.15 Uhr

„Conti – Meine zwei Gesichter“, Fr., 14.4., 20.15 Uhr, ARTE

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Der neue ZDF-Samstagskrimi mit Désirée Nosbusch hat am Vortag ARTE-Premiere: Die Sängerin Elisabeth „Liz" Jordan soll ihr Baby Zara umgebracht haben. Ihre Verteidigung wird für die einstige Staranwältin Anna Conti (Désirée Nosbusch) zum Comeback. Im Prozess um den Mord an der kleinen Zara steht Conti ihrer einstigen Referendarin Henry Mahn gegenüber. Für die junge Staatsanwältin ist es der erste Fall. Er wird von der Presse ausgeschlachtet, und die Beschuldigte wird schonungslos (vor-)verurteilt. Conti hat eine Zeit der persönlichen Krisen und der schmerzvollen Selbstreflektion hinter sich. Doch als sie von dem Wirbel um die junge Mutter und bekannte Musikerin Wind bekommt, erwacht der in ihr noch schlummernde Kampfgeist und Sinn für Gerechtigkeit.

Hinweis: Im ZDF startet dieser neue Samstagskrimi tagsdrauf, am Sa., 15.4., um 20.15 Uhr

„Terra X: Die großen Fragen: Gibt es Gott?“, So., 16.4., 19.30 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Lukas Salna
Foto: ZDF - Lukas Salna

Einsichten bietet das deutsche Fernsehen über alle Programme hinweg in diverser Hinsicht. Am Vorabend des Sonntag kommen im ZDF die essenziell wichtigen Themen auf den Bildschirm. Und wenn es im Zweiten um Wissenschaft geht, immer dann ist Harald Lesch zur Stelle – seit seinem Sender-Debüt mit der Reihe „Abenteuer Forschung“ vor 15 Jahren. Nachdem der Münchner Universitäts-Professor für Astronomie und Astrophysik sich als Moderator mit der ZDF-Reihe „TerraX Faszination Universum“ bisher mit 13 Filmen der Astrophysik gewidmet hat, gibt es nun einen Kurswechsel und zwei Pilotfilme „Die großen Fragen“ zu seinem zweiten Fachbereich, der Naturphilosophie. Die Idee zur Weiterentwicklung des „Terra X“-Formates, weg von der Astronomie und hin zu philosophischen Fragen, hatte Tobias Schultes, ZDF-Redaktionsleiter Naturwissenschaft und Technik. Im Auftaktfilm geht es für 30 Minuten um die Frage nach Gott, dazu heißt es, sie entfesselt Kriege, lässt Philosophen weltweit verzweifeln und kann Menschen tief erschüttern. Die Doku zeigt auf: Das kann die Wissenschaft über Gott sagen – und das nicht. Sein Weg führte Harald Lesch im Februar 2022 auch in die Abgeschiedenheit einer religiösen Lebensgemeinschaft. Das Kloster Pažaislis in der Stadt Kaunas im südlich-zentralen Litauen gibt als Ort der Besinnung einen wunderbaren Rahmen für die Suche nach Antworten auf die ganz großen Fragen. Einen Selbstversuch hat Harald Lesch auch vollzogen: Im Klinikum der Universität München lässt er sich von Neurologie-Professor Peter zu Eulenburg erstmals sein Gehirn durchleuchten.

„Tatort – Verborgen“, So., 16.4., 20.15 Uhr, ARD

Kleines Jubiläum – und guter Krimi zu 10 Jahre Wotan Wilke Möhrig im „Tatort“: Als sein 17-jähriger Sohn Noah verschwindet, wendet sich der Farbige Jon Makoni in seiner Verzweiflung an die Polizei, obwohl es für ihn und seine Frau Hope gefährlich werden könnte, ins Visier der Behörden zu geraten: Auch wenn die Makonis seit Jahren in Hannover leben und arbeiten haben sie keine Papiere und sind damit faktisch nicht existent. Die Ermittler Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Julia Grosz (Franziska Weisz) führt zunächst die Suche nach einem Schleuser-Netzwerk nach Hannover. Ein unbekannter Toter wird in einem Lkw aufgefunden. In der Hoffnung, dass die Ermittler ihm bei der Suche nach seinem Sohn helfen, bietet sich Jon als Zeuge an. Um die Identität des Toten zu klären und den verschwundenen Noah vor einem ähnlichen Schicksal zu retten, dringen Falke und Grosz tief in Hannovers Schattenwirtschaft ein.

„Im Schatten der Angst – Du sollst nicht lügen“, Mo., 17.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Pedro Domenigg
Foto: ZDF - Pedro Domenigg

In diesem ziemlich brutalen Psycho-Thriller (aus Österreich) trifft die forensische Psychiaterin Dr. Karla Eckhard (Julia Koschitz) auf eine ehemalige Patientin: Anna Lobrecht (Mercedes Müller) ist eine zwanghafte Lügnerin. Sie behauptet, ihren Psychologen ermordet zu haben. Anna leidet unter Pseudologia phantastica, weil sie ihren Vater, einen katholischen Priester, von klein auf verleugnen musste. Psychiaterin Dr. Eckhard hatte Annas Begutachtung übernommen, weil diese behauptete, ihr behandelnder Psychologe Christoph Schäfler (Christoph von Friedl) hätte sie sexuell belästigt und angegriffen. Nun wurde Schäfler erschlagen am Donau-Ufer gefunden, und Anna hat ein Tatgeständnis abgelegt. Angesichts des psychiatrischen Gutachtens von Dr. Karla Eckhard zweifelt die ruppige Kommissarin Irene Radek (Susi Stach) an Annas Geständnis. Obwohl Psychiaterin Dr. Karla Eckhard den Fall zunächst wegen Befangenheit anlehnen will, übernimmt sie die Arbeit doch.

„Das Millionen-Rennen“, Mi., 19.4., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom 12.12.2020: Das Ruhrgebiet und die Brieftauben, zwei Dinge, die unzertrennlich verbunden sind – ob die aber den Rest der Nation für 90 Film-Minuten auch so faszinieren können? Brieftaubenzüchter (und Call-Center-Mitarbeiter) Mathias Wengeler (Axel Prahl) und sein windiger Nachbar Ronny Kowallek (Peter Lohmeyer) zeigen in dieser Ruhrpott-Komödie, dass Tauben und Lügen zwei Eigenarten verbinden: Sie vermehren sich schnell und kommen immer wieder zu einem zurück. Wengeler setzt für seine Tauben Ehe und Job aufs Spiel, Kindheits-Rivale Ronny will mit des Nachbarn Federvieh plötzlich das große Geld bei der „Million Dollar Race“ in Südafrika machen. Klar, dass beides nur schwer zu vereinen ist.

„Kommissar Dupin – Bretonische Nächte“, Do., 20.4., 20.15 Uhr, ARD

Im elften Krimi der international erfolgreichen Reihe muss Pasquale Aleardi alias „Kommissar Dupin“ einen Fall auflösen, der ihm emotional sehr nahe geht. In „Bretonische Nächte“ fürchtet der Titelheld um das Leben seines von Jan Georg Schütte gespielten Assistenten Kadeg und geht einem rätselhaften Fluch nach, der auf dessen Familie zu liegen scheint. Schauplatz der in Frankreich gedrehten Ermittlergeschichte ist die Nordbretagne, wo sich der wilde Atlantik in den Ärmelkanal verengt.  Als Kadeg (Jan Georg Schütte) seine Tante in der Côte des Abers besucht, erlebt der Inspektor einen Schock: Joelle Contel (Doris Plenert) liegt schwer verletzt auf der Treppe und stirbt wenige Minuten später. Bei der Suche nach dem Eindringling wird Kadeg hinterrücks niedergeschlagen. Während Kommissar Georges Dupin (Pasquale Aleardi) mit gewohnter Akribie die Ermittlungen aufnimmt, sorgt er sich um das Leben seines Mitarbeiters, der im Koma liegt. Durch Nolwenn (Franziska Wulf) erfährt Dupin von Kadegs unheilvoller Familiengeschichte und dessen besonderer Nähe zu Tante Joelle, die sich nach dem Tod seiner Eltern um ihn gekümmert hat. Nach seiner Ankunft in der Nordbretagne stößt Dupin auf weitere verdächtige Todesfälle und erfährt von Streitigkeiten im Obstbau-Clan der Contels. Joelles Bruder Victor (Sven-Eric Bechtolf) trägt der Ermordeten nach, ihm ertragreiche Anbauflächen nicht verkauft zu haben. Auch der lange zurückliegende Tod einer jungen Frau aus Rumänien, für den damals der Erntehelfer Iupescu (Eugen Knecht) verurteilt wurde, gerät in den Fokus von Dupins Ermittlungen …

„Nennen Sie mich Fräulein“, Fr., 21.4., 21.55 Uhr, ARTE

Nicht nur für ihre Fans interessante 52 Minuten Dokumentation – mit dem Untertitel „Die Geheimnisvolle“ – von ARTE France über  die französische Sängerin Amanda Lear, die mit ihrer rauchigen, dunklen Stimme in den 1970er Jahren das Publikum begeisterte, das sie prompt zur Disco-Queen kürte. Ihr größter Erfolg – der Hit „Follow Me“ – verkaufte sich millionenfach. Sie war Model, androgyne Femme fatale, RTL2-Moderatorin (der Erotikshow „Peep!“) und Muse von Kunstmaler Salvador Dalí. Sie gehörte zum Jetset der 70er Jahre wie die Glitzerkugel in die Disco. Dies ist ein neues Porträt einer Ikone, die zum Inbegriff der Popkultur wurde.

„Steirerangst“, Sa., 22.4., 20.15 Uhr, ARD

Nächster und guter Austria-Krimi: Eine Flasche Champagner im Kühler, ein benutztes und ein unbenutztes Glas – und eine Leiche auf dem Boden des Hotelzimmers (direkt hinter der Zimmertür 105)! Was die Grazer Ermittler Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) am Tatort vorfinden, lässt vermuten: Die ermordete Klein-Unternehmerin Katrin Fischer (Katharina Sporrer) hat den Täter gekannt – und womöglich sogar freudig erwartet … War es vielleicht jemand aus dem Kuschel-Seminar des geschäftstüchtigen Ehepaars Breuer (sehr gut: Elena Uhlig, Fritz Karl), das Katrin zuvor besucht hatte? Um mit dem Kreis möglicher Verdächtiger auf Tuchfühlung zu gehen, mischt sich Bergmann zusammen mit seiner Chefin Nicole Sturm (Bettina Mittendorfer) unter die Nähe-Suchenden. Das Schauspieler-Paar Elena Uhlig und Fritz Karl spielt mit wunderbarem Humor geschäftstüchtige Kuschelcoach-Eheleute, die hinter der perfekten Fassade ein Geheimnis verbergen.

„Tatort – Love is Pain“, So., 23.4., 20.15 Uhr, ARD

Nächster und nicht sehenswerter, weil zu brutaler Dortmund-„Tatort“ – und da mag man die härtere Gangart: Als Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) am frühen Morgen zu Jan Pawlak (Rick Okon) und Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) stößt, ist das Team der Spurensicherung schon fast fertig mit der Arbeit. Der Straßenbahnfahrer Hamza Arkadas (Mehmet Daloglu) wurde während seiner Nachtschicht brutal niedergestochen. Zeugen gibt es keine, aber die Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie Arkadas von einem jungen Fahrgast erst provoziert und dann attackiert wurde. Zwar zeigte der Täter vor der Flucht sein Gesicht offensiv in die Kamera, aber die Aufnahmen helfen zunächst kaum weiter. Polizeilich scheint er nicht bekannt zu sein, und Staatsanwalt Matuschek (Moritz Führmann) will mit den Bildern noch nicht an die Öffentlichkeit gehen. Rosa Herzog, die in Fabers Abwesenheit die kommissarische Leitung der Mordkommission übernahm, holt sich Unterstützung von Polizeibeamtin Beate Gräske (Sar Adina Scheer). Sie ist eine „Super-Recognizerin“ mit der besonderen Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen – viel besser als ihre Kolleg:innen und die Technik es schaffen. Mit Hilfe von Überwachungskameras macht sie sich auf die Spur des Täters.

„Laufen“, Mo., 24.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

Sehenswerter und sensibler Film, der schon beim Münchner Filmfest 2022 gut angekommen ist: Ein ganzes Jahr dauert es, bis Juliane Hansen (Anna Schudt) zum ersten Mal wieder ihre Laufschuhe anzieht … Ein Jahr seit dem Tag null, an dem Johann König (Maximilian Brückner) sich durch Autoabgase im alten Buckel-Volvo das Leben nahm. Sie muss raus aus dem Loch, unbedingt, und wenn es bedeutet, sich mit Knieschmerzen zur nächsten Ampel zu schleppen. Juliane Hansen will die Trauer und die Schuldgefühle nicht mehr. Ihr Lebensgefährte ist zwar tot, aber sie ist immer noch da. Obwohl ihre beste Freundin Rike Brandt (Katharina Wackernagel) sie nach Kräften unterstützt, ist Juliane in diesem ersten Jahr einsam und antriebslos, zweifelt mitunter an ihrem Verstand. Selbst die Musik, die ihr Beruf und Berufung ist, entgleitet ihr. Tatsächlich ändert das Laufen dann alles. Keuchend beginnt Juliane Hansen, sich ihren Erinnerungen an Johann zu stellen und wieder neue Lebendigkeit zuzulassen.

„Der weiße Kobold“, Mi., 26.4., 20.15 Uhr, ARD

Speditionsfachmann Freddy Sternthaler (Frederick Lau), Anfang 30, versucht durch ein Übermaß an Korrektheit zu glänzen, was ihn für seinen neuen Job als Disponent einer Wiener Speditionsfirma denkbar ungeeignet macht, denn dort nimmt man es mit der Korrektheit nicht so ganz genau. Als Freddy dem illegalen Schmuggel seines Chefs Zeko (Michael Thomas) auf die Schliche kommt, schickt der ihn kurzerhand zum Zigaretten-kaufen in die nächste Bar. Ganz andere Sorgen hat Kunst-Agentin Ema Draganovic (Maya Unger): Ihr Bruder Martin (Simon Steinhorst), ein ebenso begabter wie suchtgefährdeter Künstler, hat im Vollrausch ein Kilogramm Kokain unter seine Farben gemischt und in einem Bilderzyklus vermalt. Das Problem nur: Der Stoff gehörte ihm gar nicht, sondern dem Betreiber eines exklusiven Wiener Nachtklubs. Und dieser will seinen Besitz zurück. Und zwar sofort! Ema benötigt dazu dringend Hilfe … Freddys Hilfe! Das scheint ziemlich viel für eine Nacht, ist aber erst der Anfang …

„Mordach (1/2)“, Do., 27.4., 20.15 Uhr, ARD

Als wenn es nicht längst schon mehr als genug Krimis im deutschen Fernsehen gäbe, kommt hier der nächste – und gleich in zwei Teilen: Selbst unter Verdacht gerät darin ein Frankfurter BKA-Beamter. Das Alpenpanorama ist beeindruckend, es gibt zudem einen bildstarken Showdown – aber der Weg dorthin hat Längen. Dass er einfach nur zum Wandern ins idyllische Mordach gereist ist, glaubt dem Frankfurter BKA-Beamten Cuma Ozan (Mehmet Kurtulus) nach einem Leichenfund niemand. Den geheimnisvollen Fremden halten seine örtlichen Kollegen sogar für den Mörder von Laura Brunner (Lea Louisa Wolfram). Cuma, ein verdeckter Ermittler, hüllt sich zunächst in Schweigen. Entsprechend wenig Vertrauen bringt ihm die junge Polizistin Toni (Sarah Bauerett) entgegen, als die BKA-Einsatzleiterin Helene Brecht (Gesine Cukrowski) den Fall an sich zieht und ausgerechnet Ozan als Ermittler durchsetzt. Toni findet heraus, dass ihr neuer Partner das Opfer kannte und die Kugel aus seiner Dienstwaffe stammt! Für den mächtigen Unternehmer Brunner (Dominique Horwitz), der seine Tochter rächen möchte, steht der Schuldige bereits fest. Ozan, der eigentlich eine Auszeit nehmen wollte, um einen missglückten Einsatz zu verarbeiten, kann sich nicht erinnern, was passiert ist. Er spürt, dass er niemandem trauen kann. Und er weiß, dass er selbst herausfinden muss, ob ihm jemand die Tat in die Schuhe schieben möchte.

Hinweis: Film Nummer 2 kommt am Sa., 29.4., 20.15 Uhr, ARD

 

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