Wolfgang Wittenburg
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° Journalist
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PRESSEBÜRO
WITTENBURG
Wiederholung vom Mi., 21.11.2018, 20.15 Uhr, ARD: Nach sehr interessanten Filmen über illegalen Waffenhandel und gefährliche Medikamente kommt nun der nächste wie immer sauber und gut recherchiere Film von Daniel Harrich (Buch und Regie): Dieses Makl geht um das Thema Terror und Harrich vertritt die These, dassGeheimdienste des Westens beim Aufbau der Terrorabwehr in Indien und Pakistan geholfen haben – und damit das Grundgerüst für den Sprung des Terrors nach Europa gelegt haben! Was passiert in dem klassischen Thriller? Pakistan, 2008. Jana Wagner (Christiane Paul) ist für den BND in Islamabad im Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen DEA (Drug Enforcement Administration) ist Jana zuständig für den Kampf gegen die Drogengeschäfte, mit denen die islamistischen Terrorgruppen von Pakistan aus ihre Aktivitäten in Afghanistan und anderen Ländern finanzieren. Gut besetzt ist der Film mit Axel Milberg als BND-Chef Thomas Günther und Heiner Lauterbach als Wagner-Vertrauen Nicholas Krüger auch.
Rund zwei Monate nach dem Tod ist der Kult-Schauspieler Günther Maria Halmer (†83) in einer seiner letzten Filmarbeiten zu sehen – in der ARD-Komödie „Servus, Eddie – Spätes Glück“ (Sendung: 31. Juli, 20.15 Uhr): Hart, härter – Eddie! So sieht sich der Münchner Polizeibeamte Eddie Kolozecik (Maximilian Brückner), der als Stadt-Sheriff, mit seiner Pistole als Partner, die Isar-Metropole aufräumen will. Leider schießt Eddie dabei gern übers Ziel hinaus und ist nach seiner Degradierung im Streifendienst gelandet. Um zurück in den höheren Dienst zu kommen, legt Eddie private Sonderschichten ein. Ausgerechnet ein Zusammenstoß mit Adam Einmiller (Günther Maria Halmer), der kurz zuvor eine Kirchen-Kollekte geklaut hat, bringt einen sicher geglaubten Ermittlungserfolg ins Wanken … Von der ARD heißt es: „Seine Rolle als Adam Einmiller setzt den bewegenden Schlusspunkt unter Günther Maria Halmers außergewöhnliche Karriere mit mehr als 180 Film- und Fernsehrollen sowie zahlreichen Theater-Engagements.“ Übers Schauspiel sagte Halmer: „Mir fällt es überhaupt nicht schwer, einen Lausbuben darzustellen, das ist für mich vom Wesen her leichter, als einen Politiker darzustellen. Ich denke, Schauspieler sind so ziemlich alle etwas kindlich geblieben, nicht kindisch. Ich glaube, das gehört zu unserem Beruf dazu, das gehört zum Spielen dazu.“

Etwas lahme Geschichte aus Münster: Denn dort stürzt der Fund eines Lotteriescheins mit den richtigen Zahlen für den aktuellen, millionenschweren Jackpot Privatdetektiv Georg Wilsberg (Leonard Lasink) und seinen Kumpel Ekki Talkötter (Oliver Korittke) in einen neuen, mörderischen Fall. Der rechtmäßige Besitzer des Lotteriescheins, den Wilsberg in einem seiner Bücher entdeckt hat, ist Brauereichef Lars Roxel. Dessen Freude über den Millionengewinn währt nicht lange, denn schon bald wird er erschlagen neben einem Braukessel aufgefunden. Der Mord ruft die Münsteraner Mordkommission auf den Plan. Kriminalhauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek) und ihr Kollege Overbeck (Roland Jankowsky) müssen genau wie Wilsberg feststellen, dass die Brauereifamilie offenbar unter großem Druck steht. Für Wilsberg setzt sich nach und nach ein größeres Bild des komplexen Mordfalls zusammen.
Wiederholung vom So., 5.11.2023, 20.15 Uhr, ARD: In dem eher mittelmäßigen „Tatort“ aus Dresden erwacht eine junge Frau orientierungslos und benommen mit einem Messer in der Hand neben ihrem erstochenen Freund. Als Kommissarin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) am Tatort eintrifft, erkennt sie in ihr ihre Schulfreundin Sarah Monet. Ihre Kollegin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und die Kriminaltechnik sind bereits bei der Arbeit. Alle Spuren deuten auf eine Beziehungstat hin. Hat Sarah ihren Freund unter Alkoholeinfluss getötet, möglicherweise in Notwehr? Leonie Winkler will ihrer Freundin helfen, wird aber von ihrem Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) wegen möglicher Befangenheit von Sarahs Fall abgezogen. Auf eigene Faust ermittelt sie jedoch weiter.

Wiederholung vom 31.3.2025: Joon Rostami ist illegal im Land. Schon wieder. Und soll nun von der Bundespolizei abgeschoben werden. Aber Joon will nicht. Im Handgemenge schnappt er sich die Waffe des Polizisten Orbach. Erst, als Hauptkommissar Bo Erichsen (Armin Rohde) auftaucht, beruhigt sich die Lage, und Joon lässt die Waffe sinken. Zu schnell und zu missverständlich für die junge Polizistin Mona. Die glaubt, dass Joon schießen will, und feuert ihrerseits in Notwehr. Joon stirbt vor aller Augen. Die Ermittler befragen die Zeugen. Wer war Rostami? Wie ist es zu dem Handgemenge gekommen? Wo ist seine Familie? Eine Putzkraft berichtet, dass Rostami seine schwangere Frau Hasty überraschen wollte. Sie arbeitet am Hamburger Flughafen bei Mario Trudda, der eine illegale Putzkolonne leitet. Weitere Befragungen deuten auf die Ausübung von Polizeigewalt durch Orbach hin.
Dass Kommunikation der Schlüssel für viele „Türen“ im Leben ist, sei umbestritten. Allerdings scheinen die Regeln der Gesprächskultur zu verwischen – Respekt, aktives Zuhören und Wertschätzung sind nicht unbedingt mehr maßgebend. Was es für kommunikative Umgangsformen bedeutet, wenn jeder seine Meinung hat und davon nicht abweicht, beleuchtet die Reportage „Zwischen uns die Wahrheit“ – beispielhaft zeigt der Film persönliche Geschichten, Beziehungen und Widersprüche. Debatten über Corona, Kriege oder verborgene Interessen spalten nicht nur Runden in Fernseh-Talkshows; sie wirken sich negativ in der Gesellschaft aus, belasten oft sogar Familien und Freundschaften. Der Film von Max Damm begleitet Menschen, die auf unterschiedliche Weise um Orientierung ringen – und fragt, warum Vertrauen in Medien, Politik und Institutionen schwindet und weshalb manche in alternativen Deutungsmustern Halt finden. Für den Heidelberger Autor, Regisseur und Produzenten war es „nicht einfach, Zugang zu Menschen zu bekommen, die Medien und staatlichen Institutionen misstrauen.“ Dass man diese Wahrnehmung ernst nimmt, war für Damm Grundvoraussetzung. Viele Gespräche waren im Vorfeld nötig, bevor in Berlin, Brandenburg, München, Offenburg, Hamburg und im dänischen Aarhus gedreht wurde. Die interessante Reportage nähert sich dem gesellschaftlichen Konflikt über persönliche Geschichten, Beziehungen und Widersprüche. Der Film ist nah an seinen Protagonistinnen und Protagonisten und kritisch, ohne vorschnell zu urteilen.
Wiederholung von Fr., 27.8.2023, 20.15 Uhr, Arte: Gerade erst lief dieser Mittwoch-Film des Bayerischen Rundfunk (BR) beim Münchner Filmfest 2021, da kommt bereits die Erstsendung auf ARTE: Schon im Vorspann wird der lange Weg des Paketzustellers zum Kunden mehr als deutlich. Geld allein macht nicht glücklich, aber es hilft! Denn als Paketbote und alleinerziehender Vater hat Volker (Bjarne Mädel) es nicht leicht, sich und seinen pubertierenden Sohn Benny (Nick Julius Schuck) mit dem Job über Wasser zu halten. Die langen Arbeitszeiten und die miserable Bezahlung bringen den „Dinosaurier“ aus dem bayerischen Regensburg oft an seine Belastungsgrenze. Doch seine Nebentätigkeit als Fußballtrainer einer Jugendmannschaft (in der auch sein Sohn spielt) bereitet ihm Freude und gibt ihm Kraft. Um seinem Sohn eine Schulabschlussreise zu ermöglichen, bietet sich eine Gelegenheit, über einen illegalen zweiten Job schnell an Geld zu kommen. Als Volker dieses Angebot in diesem leider eher Mittelmaß-Film letztlich annimmt, steht er allerdings schnell vor noch viel größeren Problemen …

Ursprünglich sollte der Landkrimi am 20.5.2026 gezeigt werden – da gab es aus Anlass des Todes von Alexander Held dann aber kurzfristig eine „München Mord“-Wiederholung: Nun kommt der Landkrimi aus Austria: Dort wird in Langenlois in Niederösterreich der angesehene und beliebte Radiologe Dr. Harald Wolf (Stefan Pohl) vor seinem eigenen Haus durch einen einzigen Schuss in die Brust getötet. Wie sich herausstellt, ist die Tatwaffe eine historische Pistole, die aus der eigenen Waffensammlung des Opfers stammt und nur wenige Monate zuvor gestohlen wurde. Es dauert nicht lange, bis die Ermittlerin Marion Geyer (Regina Fritsch) aus dem Landeskriminalamt und ihr Kollege vor Ort, Patrick Brandl (Thomas Prenn), herausfinden, dass Wolf nicht nur Waffensammler, Sohn eines Neonazis und ein esoterischer Influencer war, sondern seine Kontakte weit in die österreichische und deutsche einschlägige Szene reichen.

Turbulente Komödie mit Andrea Sawatzki: Als eine Perfektionistin bei den Vorbereitungen zu ihrer Hochzeit herausfindet, dass sie eine Schwester hat, wird sie durch die neue Verwandtschaft ins Chaos gestürzt. Sandra (Klara Lange) und ihre Mutter Monika (Andrea Sawatzki) wurden über Jahrzehnte von Sandras Vater Gerd mit einer zweiten Familie betrogen. Nachdem er kurz vor der Hochzeit stirbt, machen die beiden die Bekanntschaft der „anderen“. Die prollig-herzliche Sandy (Cosima Henman) und ihre esoterische Mutter Gabi tauchen schon bald zu Hause in Sandras und Monikas Garten auf, um das Thema des Erbes zu klären. Als Monika sich sperrt und den Kontakt verweigert, richten sich die neuen Familienmitglieder kurzerhand erpresserisch in Gerds altem Wohnmobil ein …

Eine Gruppe langjähriger Freunde will ein Wochenende in Julianes Chalet in den Bergen verbringen. Nach anstrengendem Aufstieg (drei Stunden) oben angekommen, wartet eine menschliche Überraschung: Drei Fremde haben sich im Chalet eingenistet und weigern sich, das Haus zu verlassen. Die Konfrontation mit der hochschwangeren Alma, dem dämonischen Vince und dem Aktivisten Tomek stellt die Freundschaft der Gruppe auf eine harte Probe. Neben vieler schöner Berglandschaftsaufnahmen leider eher dünne Handlung.
Historische Schriftstücke sind wichtige Zeugnisse vergangener Epochen. Zu ihnen gehören nicht nur mittelalterliche Handschriften, Urkunden und Briefe, sondern auch die Bibel. Gerade der unvorstellbare Wert solcher Schriften ruft aber immer wieder Fälscher auf den Plan. Mit der Heiligen Schrift und den berühmten „Schriftrollen vom Toten Meer“ befasst sich die Arte-Dokumentation. Sie handelt vom Schutz antiker Stätten und dem Kampf gegen Plünderer und illegale Geschäfte. Die Struktur des interessanten Zweiteilers folgt den jahrelangen Recherchen der Filmmachenden. Die in Israel, den USA, Frankreich, Deutschland und Norwegen gedrehte Dokumentation erzählt die erstaunliche Geschichte der Fundstücke und deckt auf, wem der groß angelegte Betrug letztlich in die Hände spielte. „Wir wollten, dass die Zuschauer dasselbe Gefühl erleben wie wir beim Drehen: sich durch ein faszinierendes Labyrinth zu bewegen, in dem jeder neue Hinweis die Geschichte neu formt", sagt Regisseurin Fanny Belvisi. Die Filme laden dazu ein, sowohl die Bibel als auch die außergewöhnliche Entdeckung von 1947 Schrftrollen in den langen historischen Kontext einzuordnen. „Die Bibelfälscher“ bietet eine umfassendere Perspektive - eine Art Standpunkt -, von dem aus man eine Affäre betrachten kann, die sich seit über 80 Jahren fortsetzt. Direkt im Anschluss folgt um 21.00 Uhr der zweite Teil der Dokumentation.
Nun kommt eine leiser und sehenswerter Kinofilm vom letzten Jahr (endlich) ins Puschenkino: Als „Buchspazierer” brilliert Christoph Maria Herbst in der Titelrolle der Kinoverfilmung von Carsten Sebastian Henns gleichnamigen Erfolgsroman. Mit feinem Humor und liebenswerter Schrulligkeit spielt der ausgezeichnete Charakterdarsteller (früher „Stromberg“ und heute „Merz gegen Merz“) einen belesenen Gesinnungstäter, der auf wundersame Weise das Leben vieler Menschen bereichert – und selbst durch eine junge Begleiterin (wunderbar gespielt von Yuna Bennett) aus seiner Einsamkeit gerissen wird. Die mit Edin Hasanovic und Maren Kroymann exzellent besetzte Kundschaft lernt ihren Lektürelieferanten nun erst wirklich kennen. Mit lebenskluger Warmherzigkeit verfasst der preisgekrönte Regisseur und Kameramann Ngo The Chau seine filmische Liebeserklärung an die Magie des Lesens und die verbindende Kraft von Büchern.
Wiederholung vom Mo., 21.10.2024, 20.15 Uhr, ZDF: Wahrer Sohn Jacob Lee Seeliger) spielt ihren Filmsohn Leo Winter – aber das qualifiziert eben so gar nicht zum Schauspieler (was die Mutter eigentlich besser wissen sollte!) An einem windigen Herbsttag an der Flensburger Förde stürzt Andreas Falkenberg, Inhaber des gleichnamigen Reiterhofs, bei einem Ausritt mit seiner Tochter Toni vom Pferd und stirbt. Zunächst scheint alles auf einen tragischen Unfall hinzudeuten, doch bei genauerer Betrachtung ergibt sich ein anderes Bild: Der Reitunfall war kein Zufall, sondern Mord. Einiges deutet darauf hin, dass der Täter am Tatort auf sein Opfer gewartet hat. Jana Winter, Matthias Hamm und Alwa Sörensen übernehmen den Fall. Die erste Verdächtige, Smilla Sorens scheint den Verdacht zu bestätigen. Sie ist eine ehemalige Reitlehrerin, die das Opfer kurz vor seinem Tod in aller Öffentlichkeit bedroht hatte. Smilla ist bereits Polizei bekannt, da sie in der Vergangenheit die Sachbearbeiterin Iris Dalbert unter Druck gesetzt hatte, nachdem ihr Antrag auf Wohngeld abgelehnt wurde. Erstaunlicherweise hatte Iris Dalbert selbst einen ähnlichen Unfall wie das aktuelle Opfer erlitten. Damals war ebenfalls eine kaum sichtbare Angelschnur zwischen zwei Bäumen gespannt, die den Unfall verursacht hatte. Im Fall von Andreas Falkenberg wurde die Schnur nach dem Sturz entfernt. Das deutet darauf hin, dass der Täter am Tatort auf sein Opfer wartete. Der Ermittlungsdruck nimmt zu, da wilde Gerüchte über eine Anschlagsserie des sogenannten Fördeschrecks die Runde machen.
Vorbilder sind für eine gesunde Entwicklung junger Menschen entscheidend. Bei Jungs ist das oftmals der Vater. Wenn aber ein Mangel an Leitpersonen im realen Leben besteht, kann man vor allem durchs Internet fremde Ideale finden – aber das kann toxische Männlichkeit auslösen. Mit der Entstehung und Entwicklung eines fragwürdigen Leitbildes befasst sich die „37 Grad“-Dokumentation „Alpha – Wann ist ein Mann ein Mann?“. Der Film zeigt drei Protagonisten und deren Botschaften, erklärt Hintergründe und Tücken und könnte auch eine Einladung zu einem Perspektivwechsel sein. Hendrik (31) ist Dating-Coach, will bei der Partnersuche helfen, und vermittelt über Social Media seine Vorstellungen von Männlichkeit und Beziehung. Die Kamera begleitet ihn beim Eisbaden in der Donau. Rapper Ego (27) verarbeitet Härte, Status und Männlichkeit in seiner Musik. Er lässt sich beim aufwändigen Musikvideo-Dreh in einer Werkhalle filmen. Die Recherche war für die Münchner Filmemacherin Valerie von Boehn sehr zeitintensiv, denn das Thema ist sensibel. Deswegen blickt einer nur anonym und mit Pseudonym Fabian auf seine Vergangenheit in der Red-Pill-Szene zurück. Nach einer persönlichen Krise suchte er online nach Orientierung und geriet in eine Welt, die ihm einfache Antworten versprach. Die Red-Pill-Szene ist eine extrem frauenfeindliche Online-Subkultur. Heute beschreibt Fabian, wie sehr diese Ideologie sein Denken verändert hat – und warum er sich schließlich von ihr gelöst hat. Man muss diese Sichtweisen und Lebensweisen weder teilen noch Verständnis für sie haben. Wichtig ist der Regisseurin: „Der Film soll dabei helfen, das Warum dahinter besser zu verstehen.“
Wiederholung vom Mi., 20.11.2024, 20.15 Uhr, ARD: Nichts für schwache Nerven ist dieser Mittwoch-Film vom Norddeutschen Rundfunk (NDR): Martina (Maria Furtwängler) ist eine erfolgreiche Neurochirurgin, glücklich verheiratet und Mutter einer pubertierenden Tochter. Ihr Leben ist nahezu perfekt, bis im gemeinsamen Familienurlaub mit dem befreundeten Paar Jutta (Margarita Broich) und Torsten (Uwe Preuß) und ihrem Sohn Mischa (Daiman Hardung) etwas passiert, was Martina völlig aus der Bahn wirft: Nach einer ausgelassenen Strandparty wird Martina von Mischa, Juttas Sohn, vergewaltigt. Martina reist ab und kehrt zurück in ihr bislang so geordnetes Leben. Doch nach dem Urlaub hat sie zunehmend Schwierigkeiten, das Geschehene zu verdrängen und ihr Leben so zu führen, als wäre nichts passiert. Auch ihr Umfeld beginnt, die Veränderungen bei Martina wahrzunehmen. Sie offenbart das Geschehen ihrem Mann Andi. Als der die Freunde mit der Tat ihres Sohnes konfrontiert, muss sich Martina nicht nur ihrem Trauma stellen, sondern auch mit den skeptischen und ablehnenden Reaktionen ihres Umfelds umgehen. Martina kämpft verzweifelt und schließlich mit allen Mitteln um ihre Selbstbestimmung und gegen die zerstörerischen Auswirkungen der Tat auf ihre Familie und Freundschaften.

Fortsetzung der turbulenten und weiterhin sehenswerten Komödie, um ein Familienleben mit allem Drum und Dran: Als ihre Mutter Maria (Claudia Rieschel) plötzlich ihre Verlobung mit einer Frau plant, stolpern Anne (Annette Frier) und Erik Merz (Christoph Maria Herbst) in ein Chaos aus Käsebuffets, Schokobrunnen, Eis-Schwanfiguren und alten Gefühlen – da wird die Geschichte fast zum „Merz für Merz“. Die Verlobungspläne lösen eine Kettenreaktion aus: Marias Noch-Ehemann Ludwig (Michael Wittenborn) haut nach Holland (zur Sterbehilfe) ab und Anne und Erik geraten in alte Muster. Als klar wird, dass Ludwig sich einsam fühlte und seine letzte Reise antreten will, begibt sich die ganze Familie Merz auf einen Roadtrip. Herzerwärmende und herrlich komische Komödie über die schrecklich-schönste Gemeinschaft der Welt: die eigene Familie.

Vorletzter München-Krimi mit Alexander Held (†67) als Ludwig Schaller (mit Fleischwurst): Wer ist diese neue Kriminaloberrätin Dr. Linda Hösl (Eva Karl Faltermeier) eigentlich, rätseln die Kommissare Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und eben Schaller noch, als der Tod der jungen Nora die drei auf einen Trip in die 80er schickt – mit Party, Bowle und „Cheri, Cheri, Lady“ von Modern Talking. Thekla Weingärtner (Beatrix Richter) findet ihre Wahltochter Nora nach deren 80er-Jahre-Party tot auf. Boris, Noras enttäuschter Start-up-Partner, weiß es nicht genau, zeigt sich aber als pozentieller Täter an. Flierl und Neuhauser haben Zweifel – nur keine brauchbaren Zeugen. Schließlich trifft Harald Neuhauser auf der Suche nach dem Besitzer einer roten Trainingsjacke auch noch seine Ex Carola (Carin C. Tietze), für die er dann sogar seine alten Stiefel und (nasse) Jeans wiederbelebt. Nostalgische Erinnerungen an die 80er holen ihn ein. Carola hilft den Ermittlern gut auf die Sprünge – und dann geht die Geschichte plötzlich in Richtung Queen und Freddie Mercury, der mal für sechs Jahre in München gelebt hat.
Seit Jahrtausenden beschäftigen sich Menschen mit Langeweile. Mit deren unterschiedlichen Erscheinungsformen befasst sich ausführlich diese Dokumentation. Der Film berichtet dabei über den Stand der Forschung in der bisherigen Nische der Wissenschaft und liefert aus Spanien wertvolle Tipps fürs Alter – denn Langeweile ist hochspannend. Jeder Mensch kennt das Gefühl und doch empfindet es jeder anders. Langeweile kann Kreativität fördern und auch Auslöser von Depression sein. Forschende aus Psychologie, Neurowissenschaft und Philosophie gehen in der Doku von Filmemacherin Anni Brück in spannenden Experimenten dem rätselhaften Gefühl auf den Grund. Experten klären die Frage, warum Langeweile für einige Menschen erträglicher als für andere ist und was im Gehirn passiert, wenn nichts passiert. Der in Hamburg lebenden Filmemacherin Anni Brück war es für ihre fürs ZDF produzierte Doku, die ihre Erstsendung bei Arte hat, wichtig, „Langeweile über den Verlauf eines ganzen Lebens abzubilden – vom Baby und Teenager bis zum älteren Menschen.“ Wie sie sich verändert, das wollte sie für alle veranschaulichen. Josefa Ros Velasco von der Universidad Complutense de Madrid hat mehr als 400 Menschen in 20 Seniorenheimen in Spanien interviewt. Mehr als die Hälfte gaben an, unter Langeweile zu leiden. Ihre Empfehlung als Gegenmitttel „eine positive Einstellung und eine lebenslange Bereitschaft, zu lernen.“ Velasco selbst trainiert seit vielen Jahren für das Alter. „Ich habe keine Angst davor, im Alter mehr Langeweile zu empfinden“, sagt die Philosophin im Schlusswort. „Wer sich vorbereitet und sich einen breiten Katalog an Möglichkeiten schafft, der kann Langeweile vermeiden. Wir müssen Neues ausprobieren, raus in die Welt.“
Wiederholung vom So., 6.10.2024, 20.15 Uhr, ARD: Letzter und überaus sehenswerter „Tatort“-Einsatz für Dagmar Manzel in Nürnberg – und der ist sehr actionreich und die Franken-Stadt nach einem schussreichen Showdown 20 Minuten vor Filmende um sechs Einwohnende ärmer: Alle im Knast mochten Lenni (Neil Körger) und auch alle glaubten an die Unschuld des 25-Jährigen. Verurteilt war er für den gewaltsamen Tod einer jungen Frau vor drei Jahren … Neben seinen Schwestern Maria (Mercedes Müller) und Lisa (Anne Haug), die seit Lennis Verhaftung mit allen Mitteln versucht hatten, die Wahrheit ans Licht zu bringen, hatte auch Dr. Kaiser (Stefan Merki), Chef der Nürnberger Polizei, insgeheim Zweifel. Als Lenni sich das Leben nimmt, stürzt das die Schwestern in tiefe Verzweiflung. Kurz darauf kommt es zu einem weiteren Todesfall: Diesmal sind Karl Dellmann (stark: Fritz Karl) und seine Frau Katja (Ursina Lardi) sowie ihre Familie (bestehend aus drei Brüdern) unmittelbar betroffen. Wie in einem teuflischen Dominospiel überschlagen sich die Ereignisse in Nürnberg – an dessen Ende stehen sich zwei Familien, vereint in Trauer und Verlust, getrennt durch Wut und Schuld gegenüber. Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel), Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) müssen versuchen, eine Serie zu stoppen, die eine Spur der Zerstörung und des Todes zurücklässt. Ganz zum Schluss darf Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) nochmal ans Steuer des Dienstwagens – und mit der Zunge schnalzen … Und musikalisch gibt es zu Beginn „Barry McGuine“ mit „Eve Of Distruction“ und zum Showdown die gute Coverversion von Marianne Faithful „Ist’s All Over Now, Baby Blue“ (im Original von „Them“).
Wiederholung vom Mo., 9.9.2024, 20.15 Uhr, ZDF: Wieder sehr actionreicher Krimi aus Hamburg und dort liegt nach einem Überfall Staatsanwalt Anton Mehringer (Herbert Knaup) im Koma. Kommissarin Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) muss gegen einen Unbekannten kämpfen, der ihn für immer zum Schweigen bringen will. Mehringer war in einer dunklen Gasse vor einem Treffen schwer verletzt worden. Eine Polizistin in Zivil konnte das Schlimmste verhindern. Nun wird Mehringer in einer Spezialklinik behandelt, in der man sich ausschließlich mit Wachkoma-Patienten beschäftigt. Sarah Kohr befürchtet, dass ihr einziger Vertrauter nie wieder aus dem Koma erwachen könnte. Sie verspricht Mehringers Ex-Frau Anna, alles dafür zu tun, um die Hintergründe dieses Angriffes heraus zu bekommen. Neben der Polizistin July Bastrich, die durch ihr Eingreifen Mehringer retten konnte, stößt Sarah Kohr auf verschiedene Verdächtige. Die Spuren führen alle in die Klinik der angesehenen Frau Prof. Dr. Gabriele Keuber. Offensichtlich hatte Anton Mehringer vor dem Angriff Hinweise in diese Richtung bekommen und soll nun aus dem Weg geräumt werden.

Neue, melodramatische Miniserie von der Isar: München 1995: Linda entflieht dem elterlichen Bauernhof und findet in der aufblühenden Technoszene eine Freiheit, die ihr Leben für immer verändern wird. In München angekommen, taucht Linda in die Klubwelt ein. Sie begegnet ihrem Kindheitsfreund Marius und findet im Szenehotel "Deutsche Eiche" ein neues Zuhause. Marius' Vater Theo kämpft mit einer Nachricht, die die Zukunft seines Unternehmens Pfanni infrage stellt. Von alldem ahnt Lindas Familie nichts. Ihre Eltern Veronika und Georg sowie ihr Bruder Andi sind als Kartoffellieferanten existenziell von Theos Fabrik abhängig. Während Theos Frau Alicia ihn ermutigt, das Unternehmen hinter sich zu lassen und neue Wege zu gehen, hofft seine Buchhalterin und Geliebte Ingrid auf eine gemeinsame Zukunft mit ihm.
Hinweis: Zwei weitere Folgen "München Beats" werden Donnerstag, 27. August 2026, ab 20.15 Uhr gesendet.

Leider nur gerade mal Mittelmaß-Montagsfilm, obwohl – wie zu Beginn zu lesen – „nach wahren Begebenheiten“: Durchschnittsmann Georg (Jan Krauter) ist ein Hochstapler und chronisch pleite. Als er in der Kita seiner Tochter Bernadette spontan und deshalb unverhofft zum Finanzvorstand gewählt wird, bekommt er sogleich Zugang zum reich gefüllten Kita-Konto – und er legt los. Mit gefälschter Biografie und rostigem Charme schummelt Georg sich als angeblicher Event-Manager schnell in die gut betuchte Elternschaft – mit allen Klischees. Georg organisiert Flohmärkte, grillt, er kifft sogar mal mit und übernimmt freudestrahlend die Kasse. Dass sich darin fast eine halbe Million Euro befindet, ist anfänglich ein unerwartetes „Geschenk", mit dem Georg sich bald unbemerkt ein Leben auf großem Fuß gönnt – und der hippen Elternschaft nicht nur mit Luxussportwagen immer ähnlicher wird. Doch während er mit Kreditkarten jongliert, beginnt sich sein windiges Blatt zunehmend gegen ihn selbst zu wenden. Alser auffliegt, sind rund 300.000 Euro „verschwunden“ und Georg muss am Ende auf smarten Socken fliehen.