Wolfgang Wittenburg

 

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° Journalist

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps November 2021

„Solo für Weiss – Das letzte Opfer“, Mo., 29.11., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Christine Schroeder
Foto: ZDF - Christine Schroeder

Nächster und guter Ostsee-Fall für die Ermittlerin Nora Weiss (Anna Maria Mühe), denn Kurt Böhnisch (Hannes Hellmann), Noras Chef, wurde gerade noch in den Ruhestand verabschiedet und nimmt sich kurz darauf in der Tiefgarage das Leben. Das LKA Kiel befindet sich im Schockzustand. Kurz nach Böhnischs Suizid wird eine Frauenleiche in Lübeck gefunden. Nora Weiss entdeckt Ähnlichkeiten mit einem ungeklärten Frauenmord in Rostock. Was sie dann erst erfährt: Kurt Böhnisch hatte vergeblich nach seiner Tochter Jasmin gesucht, die in Rostock lebte und vor zwei Jahren spurlos verschwand. Wurde auch sie das Opfer eines Verbrechens? Gemeinsam mit Simon Brandt (Jan Krauter) von der Kripo Lübeck geht Nora Weiss der Sache nach, stößt bei den Kollegen in Rostock allerdings auf eine Mauer des Schweigens und auf einige Widersprüche in den bisherigen Ermittlungen. Während sie der Wahrheit immer näher kommt, nimmt der Täter Nora Weiss selbst ins Visier.

TV-Tipps Dezember 2021

„Wenn das fünfte Lichtlein brennt“, Fr., 3. 12., 20.15 Uhr, ARD

Kurzweiliger und unterhaltsamer und vorweihnachtlicher Freitagsfilm, denn, „Wenn das fünfte Lichtlein brennt“ möchte niemand auf einem Flughafen eingeschlossen sein – hier ist es aber so. Und den besonderen Blick auf die unterschiedlichen Charaktere in diesem Terminal übernimmt die vertraute Offstimme von Synchronsprecher Christian Brückner. Der Job des Flughafen-Weihnachtsmanns Thorsten Wenkmann (Henning Baum) endet üblicherweise vor der Bescherung. Diesmal jedoch macht ihm höhere Gewalt einen Strich durch die Rechnung: Ein Schneesturm und die Sperrung der Zubringerstraße sorgen dafür, dass am Heiligabend niemand aus dem Terminal herauskommt … Für Besinnlichkeit unter den Eingeschlossenen muss Thorsten nun zusammen mit seiner Christkind-Kollegin (Xenia Tiling) sorgen. Kein leichtes Unterfangen, denn die Stimmung ist nicht nur bei ihrem Chef (Jan Henrik Stahlberg) überaus angespannt. Zwischen Sebastian (Tim Kalkhof) und seiner schwangeren Freundin Anja (Sarina Radomski) kriselt es ohnehin. Durch das Wiedersehen mit seinem Schulfreund Conrad (Daniel Donskoy) beginnt Sebastian, der noch nichts von seiner Vaterschaft weiß, die Beziehung in Frage zu stellen. Unterdessen versucht der schwerkranke Rentner Karl (Ernst Stötzner) verzweifelt, seine dramatische Situation vor seiner Frau (Ruth Reinecke) über die Festtage zu verheimlichen. Während es draußen weiter schneit, braut sich bei zwei Familien immer mehr zusammen. Helikopter-Mutter Jette Klostermann (Elena Uhlig) und Ehemann Lars (Michael Lott) streiten vor ihrem Sohn. Indes kommt Katharina (Meike Droste) einer Affäre ihres Mannes (Max von Pufendorf) mit seiner Kollegin (Lisa Bitter) auf die Schliche. Als dann aber die Kinder der beiden Ehepaare plötzlich weg sind, müssen die Erwachsenen ihre Probleme hintanstellen.

„Im Winter ein Jahr“, Fr., 3. 12., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung des ARD-Films aus dem Jahr 2008 – Regie Caroline Link: Eliane Richter (Corinna Harfouch) bittet den Künstler Max Hollander (Josef Bierbichler), ein Porträt ihrer beiden Kinder zu malen, der 22-jährigen Lilli (Karoline Herfurth) und des 19-jährigen Alexander (Cyril Sjöström), der knapp ein Jahr zuvor tödlich verunglückt ist. Als Lilli zu Sitzungen im Studio erscheint, merkt der Maler schnell, dass sie in großen emotionalen Schwierigkeiten steckt. Es entsteht eine vorsichtige Annäherung und das Psychogramm einer komplexen Familie. Am Ende hat das Bild der Geschwister wenig mit dem zu tun, was sich die Mutter ursprünglich erhofft hat, und kann gerade deshalb den Weg frei machen zu einem neuen Anfang.

„Mireille Mathieu – Singen, nur singen“, Fr., 3. 12., 22.20 Uhr, ARTE

Erstsendung der 52 Minuten dauernden Dokumentation vom MDR: Mireille Mathieu, in ihrem Heimatland Frankreich teilweise kritisch beäugt, hingegen in Deutschland, Russland und China ungebrochen verehrt. Die Sängerin polarisiert die Meinungen und Geschmäcker. Zu Beginn ihrer Karriere in Frankreich als würdige Nachfolgerin von Edith Piaf gefeiert, wird ihr Erscheinungsbild in der Presse manches Mal als Traditionalismus abgehandelt. Und das trotz des nach wie vor unglaublichen, internationalen Erfolges der Sängerin aus Avignon: Duette mit namhaften Kollegen, allen voran Charles Aznavour, Plácido Domingo, Peter Alexander und Patrick Duffy, mehr als 185 Millionen verkaufte Schallplatten, 1.200 aufgenommene Titel in elf Sprachen. Welcher Künstler kann so etwas vorweisen? Die Dokumentation zeigt das Spannungsfeld zwischen der Gefeierten und gleichzeitig Gebannten, der Botschafterin Frankreichs in der Welt, die in der eigenen Heimat nur noch wenig auftritt. Der Film hinterfragt, warum Mireille Mathieu derart spaltet, aber auch, woher sie kommt, welche Menschen sie auf ihrem Lebensweg begleitet haben. Es äußern sich deutsche wie französische Kenner der Musikszene sowie Freunde, Kollegen und Kolleginnen.

„Dürer“, Sa., 4. 12., 20.15 Uhr, ARTE

Erstausstrahlung des 89 Minuten langen Dokumentarfilms vom Norddeutschen Rundfunk (NDR): Albrecht Dürer zählt mit seinen Gemälden, Kupferstichen und Holzschnitten zu den bedeutendsten Künstlern der Renaissance und begeistert uns bis heute. Er war ein Popstar seiner Zeit, rastlos und strahlend bis zu seinem Tod. Das mit Wanja Mues als Dürer hochkarätig besetzte Dokudrama erzählt aus dem Leben des berühmten Künstlers, von seiner Frau Agnes (Hannah Herzsprung) und seinen bedeutenden Werken.

„Polizeiruf 110 – Hermann“, So., 5. 12., 20.15 Uhr, ARD

Ohne Maria Simon an seiner Seite, geht es wieder in deutsch-polnische Grenzgebiet: Dort wird Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) nach Slubice gerufen, wo bei der Entsorgung von Bauschutt – durch einen Verkehrsunfall – die Leiche der Bauingenieurin Daniela Nowak gefunden wurde. Die Ermittlungen führen ihn zu einer Baustelle nach Cottbus. Das Opfer arbeitete dort für Karl Winkler (Sven-Eric Bechthoff), der im Rahmen eines großen Bauprojekts einen ganzen Häuserblock saniert. Unklar ist zunächst, wo und warum die Frau zu Tode gekommen ist. Fest steht, die Wohnung der jungen Frau in Frankfurt (Oder) wurde kurz vor ihrem Tod durchsucht. Eine erste Spur führt zu einem Mietwagen, der im Tatzeitraum vor der Wohnung des Opfers von Nachbarn gesehen wurde.

„Familie Bundschuh – Woanders ist es auch nicht ruhiger“, Mo., 6. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Volker Rohloff
Foto: ZDF - Volker Rohloff

Siebter Film in sechs Jahren der Reihe nach Romanvorlagen von Andrea Sawatzki – die auch eine Hauptrolle spielt: Nachdem das Leben im Rotkehlchenweg durch die Eröffnung des Berliner Flughafens unerträglich geworden ist, sucht Familie Bundschuh dringend ein neues Zuhause. Gerald (Axel Milberg) fackelt nicht lange und ersteigert ein Anwesen vor den Toren Berlins, aber das denkmalgeschützte Gutshaus entpuppt sich schnell als Groschengrab … Die wirkliche Herausforderung aber sind die zahlreichen Familienmitglieder. Denn alle haben einen guten Grund, um mit in den Familiensitz zu ziehen. Beim Experiment „alle unter einem Dach“ stellt sich schnell heraus, dass die Familie nicht wirklich an einem Strang zieht. Hella von Sternberg (Leslie Malton), die ortsansässige Denkmalschützerin, wacht über die genaue Erhaltung des Baudenkmals und sprengt damit das Budget der Bundschuhs. Hadi (Stephan Grossmann) und Rose (Eva Löbau) mindern die Miete, die sie sowieso nicht zahlen, wegen auftretender Baumängel, Susanne (Judy Winter) hat ohnehin nur Schulden, und Ilse (Thekla Carola Wied) verfolgt mit dem Erlös ihres ehemaligen Hauses einen zunächst undurchsichtigen Plan. Gundula (Andrea Sawatzki) kämpft allein auf weiter Flur darum, die Denkmalschützerin milde zu stimmen und die unterschiedlichen Ansprüche der Familienmitglieder unter einen Hut zu bekommen. Statt Anerkennung zu ernten, wird ihr immer mehr aufgebürdet, und als Gundula die Hutschnur platzt, kann nur noch Herr Mussorkski (Uwe Ochsenknecht) helfen, der mit der Familie eine therapeutische Sitzung abhält. „Das ist Arbeit und die Produktion ist stramm geplant. Man ist in Hochform und muss von jetzt auf gleich mit der Figur dasein. Ich finde, diese Arbeit lohnt sich und man kann sich dann zusammen mit den Kollegen wunderbar hochschaukeln. Das mag ich sehr“, schwärmt Judy Winter.

„Lebenslinien – Sabine Sauer - Die Frau hinter dem Lächeln“, Mo., 6. 12., 22.00 Uhr, BR-Fernsehen

Foto: BR - Daniela Agostini
Foto: BR - Daniela Agostini

Nicht ganz pünktlich, aber vielleicht war auch erst so richtig Zeit für eine interessante 45 Minuten lange Dokumentation über sie, seit die Moderatorin des Bayerischen Rundfunk (BR) seit Januar 2021 im Ruhestand ist: Eigentlich will Sabine Sauer nach dem Abitur Restauratorin werden und studiert Kunstgeschichte. Lediglich als Nebenjob beginnt sie, im BR-Hörfunk als Ansagerin zu arbeiten. Schnell wird ihr Talent erkannt. Nach erfolgreichen Jahren beim BR geht sie zum ZDF und dann zum NDR. 1997 kehrt sie zum Bayerischen Rundfunk zurück und wird zu einer der bekanntesten Moderatorinnen Bayerns. Sie ist immer perfekt vorbereitet, hat für jeden ein liebes Wort und großes Einführungsvermögen. Ihr Privatleben hält die Frau hinter dem Lächeln bis heute lieber für sich. Sabine Sauer ist eher scheu, zurückhaltend und gerne alleine. Sie hatte oft das Gefühl, funktionieren zu müssen, will es allen recht machen und ja nicht zur Last fallen - so wie sie es als Kind und Jugendliche gelernt hat. Fazit: Dieses TV-Porträt ist nicht nur für Sabine Sauers Fans sehenswert und interessant.

„Roland Kaiser“, Di., 7. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Anthony Miller
Foto: ZDF - Anthony Miller

Erstausstrahlung der 45 Minuten langen Dokumentation des ZDF über Roland Kaiser: einer der erfolgreichsten deutschen Sänger, mehr als 90 Millionen verkaufte Tonträger, volle Konzerthallen. Aber auch: Pflegekind, schwere Krankheit, gescheiterte Ehen. Seit Jahrzehnten verfolgen Menschen und Medien die Geschichte des Roland Kaiser: Seine Karriere beginnt in den 70ern. Deutschland ist zu dieser Zeit noch ein geteiltes Land. In Westberlin bestimmt jede Woche die „ZDF-Hitparade“ mit Dieter Thomas Heck, was die Republik zu hören bekommt. 1980 taucht ein junger, blonder Surfertyp auf und landet seinen ersten Nummer-1-Hit – ein Ohrwurm wider Willen, der bis heute auf Partys gespielt wird: „Santa Maria“. Roland Kaiser war insgesamt 67-mal in der „Hitparade“ und ist damit der am häufigsten vertretene Künstler. „Santa Maria“ singt er noch heute auf seinen Konzerten. Doch in der Zwischenzeit ist viel passiert: Über all dies berichtet Roland Kaiser bei seiner Arbeit im Studio, sowie auf Tournee und auch ziemlich privat – auf seiner Lieblingsinsel Sylt. Anhand von Gesprächen mit seinen Wegbegleitern sowie mit ihm selbst entsteht das Bild eines facettenreichen, gesellschaftlich engagierten Künstlers, der trotz allen Erfolges nie aufgehört hat, ein ganz normaler Mensch zu sein.

„Das Haus“, Fr., 10. 12., 20.15 Uhr, ARTE

Deutschland im Jahr 2029: Eine rechtspopulistische Regierung ist an der Macht. Kurz vor den Wahlen spitzt sich die Lage zu. Der renommierte Journalist Johann Hellström wird mit einem Schreibverbot belegt, nachdem sich ein Informant als falsche Quelle erwiesen hat. Johann vermutet dahinter jedoch einen Sabotageakt der zunehmend autoritären Regierung. Gemeinsam mit seiner Frau Lucia flieht er in sein Ferienhaus. Die luxuriöse Villa auf einer Insel scheint zunächst das optimale Refugium zu sein. Außerdem erfüllt das Haus als Smarthome alle Wünsche des Hausherrn. Doch während sich die Lage aufgrund eines vermeintlich linksterroristischen Anschlags immer weiter verschärft, entwickelt das Haus mehr und mehr ein Eigenleben: Zunächst ignoriert es einige Anweisungen der Bewohner – und schon wenig später enthüllt es ihre intimsten Geheimnisse. Was zunächst ein technischer Fehler zu sein scheint, entpuppt sich als gefährliches Spiel.Als schließlich die beiden Regimekritiker und mutmaßlichen Terroristen Layla und Alex bei Lucia Unterschlupf suchen, eskaliert die Lage im Haus vollends. Johann wird klar, dass seine Frau ihm etwas verheimlicht.Während er noch hin- und hergerissen ist zwischen der Liebe zu Lucia und dem Gefühl, von ihr verraten worden zu sein, nimmt das selbstständige Handeln des Hauses immer größere Ausmaße an …

Hinweis: Das nächste Mal zu sehen ist „Das Haus“ bereits am Mi., 15.12., 20.15 Uhr, ARD

„Schneewittchen am See“, Sa., 11.12, 13.40 Uhr, ZDF

Wiederholung vom So., 20.12.2020, 20.15 Uhr: Hier kommt das nächste, vom ZDF in Neuzeit erzählte Märchen und überträgt eine altbekannte Geschichte zeitgemäß in die Gegenwart. Smilla Witte (Maria Ehrich) träumte immer davon, im elterlichen Restaurant „Schneewittchen am See“ als Köchin zu arbeiten. Doch nach dem Tod ihrer Mutter vor zehn Jahren ist sie von zu Hause geflohen. Nun holt Smilla bei einem Besuch in der Heimat die Vergangenheit ein. Schnell gerät sie mit ihrem liebevollen Vater Heinrich (Jürgen Tarrach) in Streit um Regina (Andrea Sawatzki), seine neue Küchenchefin und Partnerin. Kurzerhand reist Smilla früher als geplant ab und besucht ihre Freundin Hedi (Hanna Plaß) auf deren Bauernhof. Auf dem Weg dorthin trifft Smilla ihre alte Liebe Jan (Max Bretschneider) wieder. Auch ihn hat sie vor zehn Jahren zurückgelassen und seitdem nicht mehr gesehen. Er fährt Smilla mit seinem Riesen-Pickup zum „Zwergenhof“. Hier wohnt ihre Freundin Hedi gemeinsam mit ihrem Bruder Victor (Jochen Schropp) und dessen Mann Lorenz (Lucas Reiber). Die beiden Männer staunen nicht schlecht, als sie die schlafende Smilla in ihrer Hängematte vorfinden … Leider hat diese Film eher nur Mittelmaß und am Ende gibt es vielleicht auch etwas zu viele und innige Männerküsse unter den modernen „Zwergen“.

„Wilsberg – Einer von uns“, Sa., 11. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Thomas Kost
Foto: ZDF - Thomas Kost

Leider nur eher Mittelmaß mit etwas Längen erreicht der erste „Wilsberg“-Krimi ohne Anwältin Alex Holtkampt (das war immer Ina Paule Klink). Ein Schloß (wenn auch eines mit geheimer Treppe) als Kulisse reicht eben doch nicht: Kriminalkommissar Overbeck (Roland Jankowsky) soll einen brisanten Vortrag vor ausgewähltem Fachpublikum halten. Sein Referat (vor sehr überschaubarem Kreis) wird jedoch durch eine mysteriöse Drohung unterbrochen. Neben der Politik-Referentin Sophie Lowitz (Julua E. Lenska), dem Unternehmensberater Björn Schilling (Christoph Bach) und dem PR-Spezialist Tobias Eichholz (Lasse Myhr, sonst Assi bei „Kommissarin Lucas“) nimmt auch Juristin Dr. Tessa Tilker (die Neue bei „Wilsberg“: Patricia Meeden) an dem Seminar teil. Als diese eine Blutspur in der Hotelhalle entdeckt, ruft sie Georg Wilsberg (Leonard Lansink) zu Hilfe. Der Münsteraner Privatdetektiv lässt sich nicht lange bitten und nimmt gemeinsam mit Ekki Talkötter (Oliver Korittke) undercover die Ermittlungen auf …

„Alice im Weihnachtsland“, So., 12. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto : ZDF - Jan Reiber
Foto : ZDF - Jan Reiber

Süßer und unterhaltsamer, weil kurzweiliger Vorweihnachtsfilm: Die Hamburger Köchin Alice Cordes (sehr gut – und mit Sommersprossen im Schnee: Aybi Era) verbringt Weihnachten bei der Familie ihres Freundes im Allgäu, in Bayern. Dessen Bruder Jakob (Jochen Matschke) macht ihr das Ankommen in der fremden Umgebung erst einmal schwer.Obwohl sie selbst keine Eltern mehr hat, reagiert Alice zunächst zögerlich auf die Einladung: Ein Familienfest? Sie kennen sich doch noch gar nicht so lange. Aus der gemeinsamen Anreise wird leider nichts: Nicolas wird durch die Arbeit aufgehalten und muss nachkommen. Das erfährt Alice allerdings erst am Bahnhof im winterlich verschneiten Bayern, denn ihr Handy-Akku ist leer. Sie leiht sich ein Telefon vom achtjährigen Leo im Tausch gegen einen Schokoriegel. Geh doch einfach schon mal zu meinen Eltern, schlägt ihr Nicolas vor, als ein Mann plötzlich Alice von hinten auf die Schulter tippt. Er ist erbost darüber, dass sie seinem Sohn das Handy abgenommen hat. Im anschließenden Wortgefecht stellt sich heraus, dass Jakob Huber Nicolas älterer Bruder ist. Die Familie Huber - die Eltern Hanna (Jutta Speidel) und Toni (August Schmölzer) und Jakobs Tochter Mathilde - begrüßen die junge Frau herzlich. Alice, die durch einen Unfall früh ihre Eltern verloren hat, fühlt sich in der warmherzigen, weihnachtlichen Atmosphäre des gutbürgerlichen Gasthauses sofort wohl. Dann stürzt Kellner Tomasz von der Leiter, weil sich Alice und Jakob beim Tragen des Weihnachtsbaums in die Haare bekommen haben, und Hanna fällt dadurch in der Küche aus. Alice bietet spontan ihre Hilfe an. Als Nicolas sich mit der Nachricht aus Hamburg meldet, dass er es erst am Heiligabend schafft zu kommen, ist das für Alice kein Problem mehr. Derweil wundert sich Christian, ihr Nachbar und väterlicher Freund, darüber, von welchem Mann genau Alice am Telefon so emotional spricht? Dass sich Jakob und sie während der gemeinsamen Arbeit in der Gasthof-Küche näherkommen und sie einen Draht zu seinen Kindern aufbaut, stürzt nicht nur den verwitweten Alleinerziehenden ins Dilemma. Zumal es Hanna eigentlich gerne sähe, wenn Jakob endlich den Avancen der Fischhändlerin Desna nachgeben würde, die schon sehr lange Gefühle für ihn hat. Mit Sorge versucht sie, ihrem Sohn ins Gewissen zu reden: Alice ist tabu. Heiligabend. Mitten in den Vorbereitungen der Hubers für das Fest, die Überraschung: Nicolas ist angekommen. Es soll nicht die einzige Überraschung bleiben an diesem Tag.

„Mona und Marie“, Mo., 13. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Willi Weber
Foto: ZDF - Willi Weber

Irgendwie erreicht dieser Film mit einer „ungewöhnlichen Weihnachtsgeschichte“ nur Mittelmaß: Das Fest der Liebe steht vor der Tür und die etwas zu überkandidelte Großstadt-Diva Mona (Maren Kroymann) ist voll in ihrem Element. Dabei kann sie Weihnachten und die gefühlsduselige Besinnlichkeit überhaupt nicht leiden. Trotzdem muss alles perfekt sein: Der größte Baum, die teuersten Geschenke, das exklusivste Buffet. Doch leider läuft nicht alles nach Plan, denn ihr Ehemann Gregor stirbt zwei Wochen vor Weihnachten an einem Herzinfarkt … Als wäre das nicht schlimm genug, muss Mona erfahren, dass ihr Mann sie nicht nur mit seiner Assistentin betrogen, sondern sie auch um das gesamte Familienvermögen gebracht hat. Monas Leben liegt in Trümmern. Da ruft Monas Sohn Jonas ihre jüngere Schwester Marie (sehr crazy gestylt Ulrike Kriener) an der Nordsee auf den Plan, wohl wissend, dass die beiden Schwestern eigentlich zerstritten sind. Auch für die spirituelle Marie läuft es nicht gerade bestens: Ihre Ferienpension „Sonnengruß“ auf der Insel Pellworm wirft nichts ab und ihr Lebensgefährte Harald (Peter Prager) outet sich plötzlich als spät-schwul. Eine Abwechslung kommt ihr da gerade recht, auch wenn sie weiß, dass ihre nervige Schwester sie in den Wahnsinn treiben wird. Wird es am Ende doch noch ein schönes Weihnachtsfest?

„37 Grad – Da kannst du einpacken“, Di., 14. 12., 22.15 Uhr, ZDF

Dieses Mal taucht diese meist interessante Dokumentation ein in Deutschlands Einkaufswelt und begleitet Menschen, die dort im Niedriglohnsektor arbeiten. Viele haben fast täglich mit ihnen zu tun. Die Dokumentation stellt sie vor. Menschen, die oft bis zur Erschöpfung arbeiten und ihren Job mit großem Engagement ausüben. Bäckerei, Supermarkt und Modehaus – keiner der drei Protagonisten hat mehr als 1300 Euro netto im Monat zur Verfügung. Knochenjob oder Traumberuf? Miguel (20) arbeitet in einem Supermarkt in Leipzig. Ein paar Tausend Artikel zieht er jeden Tag über den Scanner. Die Kunden machen ihm sein Leben als Kassierer nicht immer leicht. Viele hat er schon beim Klauen erwischt, für andere ist er der Blitzableiter, wenn sie schlecht gelaunt sind. Sonja ist 46 und seit 30 Jahren Bäckereifachverkäuferin. Mittlerweile ist sie Filialleiterin in Wiesbaden. Der Wecker klingelt jeden Morgen um 3.45 Uhr, und um 6.00 Uhr öffnet sie den Laden. Auch Sonja hat täglich mit ungeduldigen und unfreundlichen Kunden zu tun. Aber es gibt auch die Stammkunden, die sie schätzen und über deren Kommen sie sich freut. Und Katharina (22) arbeitet in einem Modehaus in Fulda. Sie verkauft Mode nur für Frauen und hat vor einem halben Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen. Harte Arbeit und bescheidenes Gehalt. Um finanziell über die Runden zu kommen, lebt sie noch bei ihren Eltern. Sie fühlt sich unterbezahlt für die Menge an Arbeit, die sie leistet. Am schlimmsten sind die Tage, an denen die Tische zerwühlt und die Umkleidekabinen vollgestopft mit anprobierten Kleidungsstücken zurückgelassen werden und niemand Wert auf Katharinas Beratung legt. Trotzdem verkauft sie Mode aus Leidenschaft.

„Das Haus“, Mi., 15. 12., 20.15 Uhr, ARD

Deutschland 2029. Zusammen mit seiner Frau Lucia zieht sich der Star-Journalist Johann Hellström in sein volldigitalisiertes Ferienhaus auf einer Ostsee-Insel zurück. Hellström wurde von einer in Deutschland amtierenden populistischen Partei mit einem Berufsverbot belegt und klammert sich an die Hoffnung, aus seinem Exil heraus seine Unschuld zu beweisen. Als die politischen Verhältnisse im Land aufgrund eines terroristischen Anschlags kippen, spielt plötzlich das mit allen digitalen Raffinessen ausgestattete Haus verrückt und beginnt seine Besitzer gegeneinander auszuspielen. Johann ist sich sicher, dass er das Opfer einer Intrige ist: Sein Artikel war fehlerfrei recherchiert und wurde mit falschen Daten manipuliert. Als das Haus ihm offenbart, dass seine Frau Lucia ihn betrogen hat, mit dem Mann, den er für sein Berufsverbot verantwortlich macht, droht er vollends die Kontrolle über sein Leben zu verlieren.

„Steirerrausch“, Do., 16. 12., 20.15 Uhr, ARD

Nächster und mittelmäßiger Krimi aus Österreich: In „Steirerrausch“ bekommen es Hary Prinz alias Chefinspektor Sascha Bergmann und Anna Unterberger als seine neue Partnerin Anni Sulmtaler mit einem nicht alltäglichen Mordfall zu tun: Um einen Todesschuss bei einer spirituellen Sprechstunde aufzuklären, müssen auch übersinnliche Zeugen in Betracht gezogen werden. Es ist Halloween in der Steiermark. Während die Schülerin Resi Fuchs (Alice Prosser) okkulte Rituale im Freundeskreis ausprobiert, trifft sich ihre Mutter Sabine (Kristina Bangert) mit dem professionellen Medium Vera (Adele Neuhauser), durch die ein hilfsbereiter Kontroll-Geist namens Kornelius spricht. Mitten in der abendlichen Sitzung knallt plötzlich ein Schuss aus dem Wald durchs Fenster, der die Winzerin auf der Stelle tötet. LKA-Kommissar Sascha Bergmann (Hary Prinz) und seine neue Kollegin Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) übernehmen den Fall. Unter Verdacht gerät zunächst Sabines Ehemann Pepi (Christoph Krutzler), der nicht nur ein erfahrener Schütze ist, sondern auch sein Jagdgewehr vermisst. Der Tathergang lässt sich jedoch gar nicht so leicht rekonstruieren, denn Vera war in Ohnmacht gefallen und ihr Lebensgefährte Richie (Dominik Maringer) im Nebenzimmer. Auch der allwissende Kontrollgeist entzieht sich leider jeder Befragung durch die Ermittler. Sein Medium Vera scheint Kornelius jedoch zunehmend dringlicher vor einer immanenten Gefahr zu warnen. Hat der seltsame Dr. Stelzhammer (Eisi Gulp) etwas mit dem Mord zu tun? Er stalkt Vera und möchte ihr die dunklen Kräfte, mit denen sie seiner Meinung nach paktiert, am liebsten austreiben. Vielleicht mit einem missglückten Todesschuss? Als Bergmann und Anni endlich die Wahrheit herausfinden, kommen sie fast zu spät …

„Der kleine Lord“, Fr., 17.12, 20.15 Uhr, ARD

Alle Jahre wieder kommt zur Vorweihnachtszeit im Ersten dieser Film-Klassiker – und jedes mal sind fünf bis sechs Millionen Zuseher dabei: Der achtjährige Ceddie Errol (diese Kinder-Rolle war der Durchbruch für Hollywoodstar Ricky Schroder) lebt zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit seiner verwitweten Mutter (Connie Booth) in bescheidenen Verhältnissen in New York. Eines Tages taucht Mr. Havisham (Eric Porter), ein Abgesandter des Earl of Dorincourt (sehr gut: Alec Guinness), bei Mrs. Errol auf. Der Earl ist Ceddies Großvater. Sein Enkel kennt ihn aber nicht, denn der adelsstolze alte Herr hatte sich seinerzeit von seinem Sohn Cedric – Ceddies Vater - losgesagt, als dieser eine Amerikanerin heiratete. Da inzwischen alle seine Söhne tot sind, wünscht der Earl, dass Ceddie nach England kommt, damit er als Erbfolger auf Schloss Dorincourt eine standesgemäße Erziehung erhält. Mrs. Errol willigt ein - unter einer Bedingung: Ihr Sohn soll nie erfahren, welche Abneigung der alte Herr gegen sie empfindet. Auf das Schloss darf sie nicht, stattdessen wird sie in der Nachbarschaft einquartiert. Ceddie, nun Lord Fauntleroy, ahnt nicht, wie es zwischen seiner Mutter und ihrem Schwiegervater steht. In seinen Augen ist der grantige alte Earl, der sich aus verletztem Stolz hinter einer Fassade versteinerter Gefühle verschanzt hat, der beste Großvater der Welt. Dieser wiederum gewinnt seinen Enkel rasch lieb; die frische Herzlichkeit des Jungen weckt in ihm Regungen, die für immer verschüttet zu sein schienen. Umso größer ist der Schock für den alten Herrn, als eine Frau auftaucht und behauptet, ihr Sohn sei der rechtmäßige Erbe des Titels.

„Die Chefin – Spender 5634“, Fr., 17. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Mit diesem 90-minütigen Spielfilm verabschiedet sich die Reihe mit Freitagskrimis zunächst wieder vom Publikum: März 2000. Obwohl der Überfall auf den Geldtransporter minutiös geplant war, läuft er aus dem Ruder. Günther Kujawa (Thomas Gräßle) erschießt die beiden Kuriere, sein Komplize verschwindet, mit ihm das Geld. Kujawa wandert für 20 Jahre in den Knast. Auch nach der abgesessenen Strafe soll er kein Glück haben. Eine Nachbarin findet den kürzlich Entlassenen erstochen in seiner bescheidenen Wohnung. Steht seine Ermordung im Zusammenhang mit dem Überfall? Hinweise in der Wohnung des Opfers führen Vera Lanz (Katharina Böhm) und ihr Team über Kujawas letzten Arbeitgeber und Freund, Deniz Polat, zu den jungen Erwachsenen Elias Maiwald und Lena Lechner. Welche Verbindung hatten die Jugendlichen zu Kujawa?

„Der Kommissar und das Meer – Woher wir kommen, wohin wir gehen“, Sa., 18. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

Dies ist die letzte Folge der Reihe „Der Kommissar und das Meer“ – am Ende nimmt Kriminalhauptkommissar Robert Anders (Walter Sittler) mit grünem Blouson und schwarzem Poloshirt Abschied von Gotland! Zuvor wird dort aber eine verweste Frauenleiche gefunden wird, es stellt sich schnell heraus, dass es sich um Line Anders handelt, Ex-Frau von Kriminalhauptkommissar Anders. Da immer mehr Beweise auftauchen, die auf den Ermittler als Täter hinweisen, richtet sich der Verdacht der neuen Kriminalhauptkommissarin Anna-Maja Haglund schnell gegen ihn. Robert lässt sich nicht so leicht abservieren und beginnt, im Alleingang zu ermitteln – mit Sprung ins Wasser und Flucht im Boot. Als bald darauf eine weitere Leiche gefunden wird, überschlagen sich die Ereignisse. Als Polizist auf der Flucht vor der Polizei versucht Robert Anders verzweifelt, seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu entlarven.

„Tatort – Wunder gibt es immer wieder“, So., 19. 12., 20.15 Uhr, ARD

Nächster und guter „Tatort“ aus der Isarstadt (oder wie es Ivo Batic es zu Beginn sagt: „Münchner Leiche, Münchner Fall!“), auch wenn der in der Nähe von Rosenheim spielt: Denn die Ermittlungen in einem Mordfall (der Tod trat in einem Zug, um exakt 20:48 Uhr ein) führen die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nach Dannerberg im Voralpenland. Dort hatte der Tote im Nonnenkloster „Zum heiligen Kreuz“) zuletzt als Wirtschaftsprüfer zu tun. Das gottesfürchtige Leben mit Schwester Barbara (Corinna Harfouch) scheint jedoch nur auf den ersten Blick beschaulich. Schnell verdichten sich die Hinweise, dass der Kloster-Hausmeister Neubauer (Aurel Manthei) in die Tat verwickelt ist. Doch was ist das Motiv? Gab es Unregelmäßigkeiten in den Büchern, die der Wirtschaftsprüfer aufzudecken drohte? Nicht weniger irritierend sind zwei Gesandte aus Rom, die parallel zu Batic und Leitmayr eigene Untersuchungen anstellen. Wollen die Nonnen etwa eigene Verfehlungen vertuschen? Und lauern hinter den Klostermauern am Ende noch andere wundersame Geheimnisse? Der letzte Satz in diesem Krimi ist auf jeden Fall der Filmtitel (und kommt von Batic): „Wunder gibt es immer wieder!“

„Legal Affairs (1/8)“, ab So., 19. 12., 21.45 Uhr, ARD

Start einer sehr dynamischen, aber nur mäßig guten Anwaltsserie in Doppelfolgen – und wer „Liebling Kreuzberg“ mit Manfred Krug und „Anwalt Abel“ mit Günther Maria Halmer mochte, der wird hier eindeutig nicht bedient (und von so wenig Menschlichkeit auch arg enttäuscht)! Sehr temporeich ist die sechs-teilige Mini-Serie über den kämpferischen Berufsalltag des Berliner Medien-Anwalts Dr. Christian Scherz – aber mit der guten Lavinia Wilson weitaus attraktiver besetzt und erzählt. Leider aber schielt man bei den Machern doch zu sehr auf US-Anwaltsserien (und den Verkauf ins Ausland) und US-Streaming-Dienste und dabei hat man dann ganz vergessen, auch nur einen Sympathieträger in die Geschichten um Erfolg und Verdrehung einzubauen! Ob das gut geht, wird sich zeigen! Eine gute Story ist besser als die Wahrheit und stärker als Paragrafen. Dieser Maxime verdankt Medienanwältin Leo Roth (Lavinia Wilson) ihren Erfolg. Wenn ein Streit juristisch nicht zu gewinnen ist, wählt sie einen anderen „Ansatz“ – notfalls auch mit grenzwertigen Methoden. Um ihre Angelegenheiten diskret zu regeln, versucht es die Star-Anwältin erst gar nicht mit fairen Mitteln …

„Nord Nord Mord – Sievers und die Stille Nacht“, Mo., 20. 12., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Georges Pauly
Foto: ZDF - Georges Pauly

Nächster Sylt-Krimi mit Peter Heinrich Brix als Kommissar Carl Sievers – und die sind in der Regel gut: Zwischen dem vierten Advent und Heiligabend wird es stiller auf Sylt. Aber nicht für alle: Der Besitzer des Traditionsunternehmens „Betten Reuter“ liegt tot neben dem geöffneten Wandtresor in seinem schicken Haus. Seine Ehefrau Regina (Johanna Gastdorf) und seine Tochter Freya sagen aus, dass sie von zwei verkleideten Weihnachtsmännern überfallen wurden und einer von ihnen hat Reuter erschossen … Ein pikanter Fall für die Sylter Kommissare, denn Hinnerk Feldmann (Oliver Wnuk) ist mit Freya heimlich liiert. Das wiederum gefällt seiner Kollegin Ina Behrendsen (Julia Brendler) überhaupt nicht. Doch Dienst ist Dienst. Der erste Verdacht fällt auf die beiden diebischen Weihnachtsmänner, die seit einigen Jahren in die Sylter Villen der Wohlhabenden einbrechen und wertvolle Geschenke stehlen. Doch dieses Jahr geht es um Mord! Einer von ihnen ist ausgerechnet der „verlorene Sohn“ des ermordeten Reuter. War er an dem Überfall beteiligt? Zu Beginn flüchtet ein Weihnachtsmann – etwas später hat sich einer an der Dachrinne erhängt – so geht der etwas andere Kult um den Weihnachtsmann.

„Es gilt das gesprochene Wort“, Di., 21.12, 23.55 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - if productions - Boris Laewen
Foto: ZDF - if productions - Boris Laewen

Dies ist ein interessanter deutsch-französischer ZDF-Film (Erstsendung war auf ARTE am 6.10.2021, 20.15 Uhr) mit einer Dauer von 114 Minuten (und unterteilt in drei Kapitel: Ich war – Du bist – Wir werden sein) von 2019. Es geht um eine Heirat zum Schein, wegen der Staatsbürgerschaft und Perspektiven (die dann aber in der Ferne erfolgreich umgesetzt werden). Gegensätzlicher könnten die Lebenswelten von Marion Bach (Anne Ratte-Polle) und Baran kaum sein, als sie sich am Strand von Marmaris zum ersten Mal begegnen: Marion, die selbstbewusste, unabhängige Pilotin aus Deutschland, trifft auf Baran, den charmanten Aufreißer (älterer, beleibter, deutscher Touristinnen), der von einem besseren Leben im Westen träumt. Zielstrebig bittet er Marion, ihn mit nach Deutschland zu nehmen. Sie lässt sich auf dieses Wagnis ein, ganz gegen ihre sonst so überlegte, reservierte Art, und schließt einen Deal mit ihm, heiratet ihn und besorgt ihm durch Mark (Jörg Schüttauf) einen Job am Hamburger Flughafen. Warum nur, fragt sich der Orchester-Musiker Raphael (Godehard Giese), Marions On-Off-Beziehung, der von der neuen Situation vollkommen überrascht wird. Baran gibt alles, um die ihm gebotene Chance auf ein neues Leben zu nutzen. Das beeindruckt Marion – ihre Zurückhaltung beginnt zu bröckeln und beide kommen sich näher als geplant … Der Filmtitel fällt gleich zu Beginn, bei der Heirat im Standesamt: „Es gilt das gesprochene Wort“.

„Ich bin dein Mensch“, Mi., 22. 12., 20.15 Uhr, ARD

In der Tragikomödie erzählt die Schauspielerin Maria Schrader – hier aber als Regisseurin und nur im Hintergrund aktiv – eine Liebesgeschichte in der nahen Zukunft. Denn die junge Anthropologin Alma (Maren Eggert) nimmt an einer ungewöhnlichen Studie teil: Sie soll drei Wochen lang mit einem ganz auf ihren Charakter und ihre Bedürfnisse zugeschnittenen humanoiden Roboter (Dan Stevens) zusammen leben, dessen künstliche Intelligenz darauf ausgelegt ist, ihr perfekter Lebenspartner zu sein. Kann man sich in jemanden verlieben, der eine Ware ist, einzig dafür geschaffen, die Sehnsucht nach Nähe, Partnerschaft und Liebe zu erfüllen? Und was empfindet eigentlich ein Roboter? Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass Roboter Lebens- und Liebespartner für den Menschen sein können, bekommen die Fragen nach dem „Geheimnis des Lebens“, nach der Seele, nach Empfindung und Bewusstsein wieder zentrale Bedeutung.

„Kommissar Dupin – Bretonische Geheimnisse“, Do., 23.12., 20.15 Uhr, ARD

Wiederholung vom Do., 11.4.2019, 20.15 Uhr, ARD: Siebter Film aus der Bretagne mit Pasquale Aleardi als „Kommissar Dupin“: Der sagenumwobene Wald von Brocéliande mit seinen malerischen Seen und Schlössern ist für die Bretonen das letzte verbliebene Feenreich. Selbst Kommissar Georges Dupin verbindet wunderbare Kindheitserinnerungen mit diesem magischen Ort. In „Bretonische Geheimnisse“ begegnet dem Kommissar dort allerdings ein eiskaltes Verbrechen. Nach dem gleichnamigen Bestseller von Jean-Luc Bannalec entstand ein ebenso spannender wie atmosphärisch dichter Krimi, der an Originalschauplätzen in der nordfranzösischen Region, die als möglicher Ursprungsort der Artussage gilt, gedreht wurde. Und Pasquale Aleardi meint dazu: „Die Geschichte hat sich über sieben Filme insofern entwickelt, als dass Kommissar Dupin in der Bretagne angekommen ist. Er kennt die Eigenarten der Bretonen sehr gut und kann schlagfertig damit umgehen – das ist die eine Sache. Und die andere ist, dass dieser Kommissar auch ein bisschen autistisch veranlagt ist, und er hat es jetzt tatsächlich geschafft, endlich mit seiner Freundin Claire eine gemeinsame Wohnung zu beziehen.“

„Obendrüber, da schneit es“, Fr., 24.12., 23.35 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Matthias Starte / Henrik Heiden
Foto: ZDF - Matthias Starte / Henrik Heiden

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit ist dieser Film auch in seiner Wiederholung (Erstsendung war am 17.12.2012) ein absolutes Muss – wenn auch leider zu später Stunde! Weihnachtszeit in München: Die alleinerziehende Mutter (Diana Amft) macht mit Tochter beim Kauf eines Christbaumes eine nette Zufalls-Begegnung mit einem Mann. Natürlich bleibt die nicht ohne Folgen. Denn ausgerechnet vorm Wohnhaus der Damen kommt der Bald-Pastor (ungewöhnliche Rolle, aber wie immer gut: Wotan Wilke Möhring) im Schnee zu Fall. Der Hilflose mit den Steißschmerzen lockt all die unterschiedlichen Bewohner des Hauses vor die Tür – und bringt sie danach auch alle an Heilig Abend zusammen. Jede Figur hat ihren Charakter, der wird schnell aufgezeigt und forterzählt. Gisela Schneeberger als streikende Köchin, ihr Mann August Zirner als überforderter Gans-Zubereiter. Und Bibiane Zeller als nostalgische Frau Wagner. Entstanden ist ein berührender Film der Achtungsklasse. Auch ein Todesfall kommt vor – und selbstverständlich ist alles gespickt mit Weihnachtsliedern.

„Der Geist im Glas“, Sa., 25.12, 14.15 Uhr, ARD

Oje, dieses Jahr gibt es in der ARD-Reihe „Sechs auf einen Streich“ lediglich einen neue Märchenfilm – und das ist dieser nette: Sophia (Sofie Eifertinger), angehende Ärztin und Tochter eines Holzfällers, absolviert ihr praktisches Jahr in der Arztpraxis von Doktor Roth (Ercan Durmaz). Der Doktor ist sehr zufrieden mit ihr und vertraut Sophia deshalb den Schlüssel zur Medikamentenkammer an, unter der Bedingung, dass sie nichts aus dem Medizinschrank anrührt. Doch Sophia entdeckt ein Glas, in dem der Geist Mercurius sitzt und der fleht sie an, ihn freizulassen … In der Rolle des Zimmermanns Herbert ist Oliver Petszokat zu sehen –under sagt dazu: „Ich bin mit Märchen aufgewachsen und habe als Kind Märchenfilme geschaut. Mich begleiten diese Filme bis heute, irgendwann habe ich, obwohl ich aus dem Westen stamme, auch die wunderbaren DEFA-Märchenfilme für mich entdeckt. Auch die Reihe mit ARD-Märchenfilmen war mir längst aufgefallen, ich wollte gerne mal dort mitmachen – und dann kamen der Anruf.“ Und dann? „Ich habe sofort zugesagt, und dann wurde mir mitgeteilt, dass ich mit jemandem zusammen einen Part übernehmen soll, es gibt ein Zusammenspiel. Ich dachte mir, lass es bitte meinen besten Freund Lars sein – und dann sagte mir meine Agentur, der andere Zimmermann ist Bürger Lars Dietrich.“

„Familie Bundschuh und das Weihnachtschaos“, Sa., 25.12, 16.00 Uhr, ZDF

Wiederholung vom Mo., 21.12.2020, 20.15 Uhr, ZDF: Immer wieder unterhaltsam und turbulent sind die verfilmten Romane von Andrea Sawatzki und ihrer Familie Bundschuh, so auch hier: Für Familie Bundschuh ist dieses Weihnachtsfest alles andere als besinnlich. Gundula (Andrea Sawatzki) sehnt sich nach Harmonie und Ruhe, doch sie hat die Rechnung ohne ihre chaotische Verwandtschaft gemacht. Sie schmückt tapfer gegen vorweihnachtliches Chaos an, doch manche Konflikte lassen sich selbst mit Lichterketten und Lebkuchen nicht befrieden. Während Gundulas eigene Kinder sich zunehmend entfremden - Ricarda ist zum Studieren ausgezogen, und Sohn Matz steckt in der Pubertät -, haben sich stattdessen Schwägerin und Neu-Mutter Rose (Eva Löbau) und Baby Eddie Barack im Haus der Bundschuhs breitgemacht. Roses Gatte Hadi (steht für Hans Dieter – gespielt von Stephan Grossnmann) fremdelt mit der Vorstellung, das Kind eines anderen Mannes aufzuziehen, und verschanzt sich deshakb lieber in seinem alten Wohnmobil im Garten. Oma Ilse (Thekla Carola Wied) ist so verzweifelt über Hadis Situation, dass sie Herrn Mussorkski (wieder sehr gut: Uwe Ochsenknecht) bekniet, ihren Sohn zu therapieren. Doch als dann auch Oma Susanne (erste Satz: „Ich bin Susanne, Alkoholikerin und seit 28 Wochen und drei Tagen trocken!“, gut gespielt von Judy Winter) nach einem Sturz von Gundula gepflegt werden muss und Gerald (Axel Milberg) die Kosten der medizinischen Leistungen für seine Mutter mit dem Ersparten der Kinder bezahlen möchte, platzt das Haus der Bundschuhs aus allen Nähten und vor allem Gundula endlich mal der Kragen.

„Tatort – Alles kommt zurück“, So., 26.12., 20.15 Uhr, ARD

Guter, sehenswerter und zudem ungewöhnlicher „Tatort“ – etwas spooky ist dieser Krimi auch noch! Viel wurde im Vorfeld schon berichtet, nun kommt der Hamburger „Tatort“ mit Maria Furtwängler und Udo Lindenberg endlich! Sie muss als Kommissarin Charlotte Lindholm zu einem Seminar an die Elbe – und steht nach 2 Film-Minuten vorm Hotel „Atlantic“ – nach 4 Minuten ist Udo Lindenberg erstmals im Bild, nach 9 Minuten spricht – und nach 60 Minuten singt er dann auch. Die Geschichte drumherum ist ziemlich spooky – mit einigen Udo-Doubles, „Thalia Theater“-Schauspieler Jens Harzer als schmierigem Kommissar – und zirka 15 Minuten vor Filmende gibt es dann auch noch (ziemlich überflüssig allerdings – und auch nicht unbedingt schön anzusehen) den blanken Po von Regisseur Detlev Buck im Whirpool im Garten. Und ganz am Ende dieses Top-Krimis singt Udo Lindenberg „Kompass“ – und ist auch noch kurz im Abspann zu hören (für den ja damals mit Komponist Klaus Doldinger die Drums bedient hatte).

Hinweis: Dazu kommt nicht nur für Fans die Dokumentation „Udo Lindenberg – Keine Panik und immer mittendrin“, So., 26.12., 23.35 Uhr, ARD

„Mord in der Familie – Der Zauberwürfel (1/2)“, Mo., 27.12, 20.15 Uhr, ZDF

Kriminalfilm in zwei Teilen über die Familie eine mächtigen Kölner Bauunternehmers – beginnt am Neujahrstag mit dem Erschießen des Sohnes in seinem alten, roten Porsche am Rhein. Kommissarin Barbara Falck und ihr Kollege Christian Krämer vermuten zunächst einen Zusammenhang mit dem Einsturz des „Wohnwürfels“. Dabei handelt es sich um ein ambitioniertes Bauprojekt von „Becker & Sohn“ unter Federführung von Thomas' Halbbruder Eric (Lucas Gregorowicz). Bei dem Einsturz kam eine junge Reinigungskraft ums Leben. Verstärkt wird der Verdacht dadurch, dass Seniorchef Henry Becker (Heiner Lauterbach) in der Silvesternacht von einem Auto angefahren wurde und seitdem schwer verletzt im Krankenhaus liegt. War auch der Mord an dessen Sohn Thomas (Matthias Koeberlin) ein Racheakt? Oder konnte es Thomas' Ehefrau Marianne nicht ertragen, dass ihr Mann eine Affäre mit der alleinerziehenden Mutter Karoline hatte? Außerdem bestand der Patriarch darauf, dass Thomas seine Alkoholsucht endlich in den Griff bekommt. Denn in der Öffentlichkeit kursieren Gerüchte, der Juniorchef sei gar nicht fähig, die Verantwortung für den Bau des „Wohnwürfels" zu tragen. Im Zuge der eingeleiteten Ermittlungen zeigen sich tiefe Risse in einer scheinbar perfekten Familien-Fassade.

Hinweis: Der zweite Teil „Mord in der Familie – Der Zauberwürfel“ kommt, Di., 28.12., 20.15 Uhr, ZDF

„Die Rosenheim-Cops – Mörderische Gesellschaft“, Mi., 29.12, 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Bojan Ritan
Foto: ZDF - Bojan Ritan

Leider nur mäßig gut und so gar nicht spannend ist dieser vierte Spielfilm zur erfolgreichen ZDF-Vorabendserie, in dem die winterliche Idylle in Oberbayern trügt. In einem See entdecken zwei Spaziergängerinnen eine Wasserleiche. Die Kommissare Stadler und Hansen nehmen die Ermittlungen auf. Der Tote ist der seit Monaten vermisste Sebastian Herrling, der damals zu einer Klettertour aufgebrochen und nie wieder heimgekehrt war. Er stammt aus einer schwerreichen Industriellenfamilie: Die Herrling-Werke sind einer der größten Arbeitgeber in der Umgebung. Michaela Max ist im vierten Spielfilm zur ZDF-Vorabendserie „Die Rosenheim Cops – Mörderische Gesellschaft“ zu sehen –war sie in 20 Jahren und über 450 Folgen noch nie in dieser Kultserie mit dabei? „Richtig, das ist eine Premiere für mich, was sicher auch damit zusammenhängt, dass ich über lange Jahre die Kommissarin im Münchner ,Polizeiruf 110‘ zusammen mit Edgar Selge gespielt habe. Und wenn man in so einer festen Reihe als Ermittlerin zu sehen ist, dann spielt man nur äußerst selten in anderen Filmen Verdächtige oder gar eine Mörderin.“ Wie kam das Angebot auf Sie zu, freuen Sie sich, endlich mal in dieser bayerischen Kultserie dabei sein zu können? „Ich wurde angefragt, mir wurde das Drehbuch geschickt und ich fand es interessant, eine zwielichtige Figur zu spielen, bei der man alles vermuten kann. Ich spiele die Witwe eines Firmengründers und die Mutter eines toten Sohnes, die außerdem einen jüngeren Yoga-Lehrer hat, dem sie ganz wohlgesonnen ist. Wo Geld ist, da ist meistens auch Streit in der Familie – und so ist es in dieser Familie auch.“

„Merz gegen Merz (1/8)“, Mi., 29.12, ab 22.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Martin Valentin Menke
Foto: ZDF - Martin Valentin Menke

Dritte Staffel – und auch diese ist sehenswert und lustig, denn das Niveau wird gehalten! In zweimal vier Hintereinander-Folgen setzt das ZDF die im April 2019 gestartete Miniserie (von Ralf Husmann, Idee und Drehbuch) – und in 2020 bereits einmal fortgesetzte – wiederum fort und das Zusehen lohnt sich: Denn Anne (Annette Frier) und Erik (Christoph Maria Herbst) sind ein durchschnittliches Paar im zweiten Jahrzehnt ihrer Ehe –und damit wohl auch am Ende?! Anne hat der (gemeinsamen) Firma Reichert den Rücken gekehrt und versucht einen Neuanfang, aber die Familie funkt gewaltig dazwischen. Das Haus soll verkauft werden, was für Tumult und Nostalgie-Momente sorgt … Denn die Rechnung geht nicht auf, da sie nicht mit Annes Vater Ludwig „Purzel“ (Michael Wittenborn) gerechnet haben. Dessen Demenz ist zwar mittlerweile weit fortgeschritten, doch er kann sich sehr genau daran erinnern, dass das Haus ihm gehört. Und er es geben darf, wem er will.  Als ausgerechnet Sohn Leon große Pläne für das einstige gemeinsame Heim offenbart, müssen Anne und Erik mit nicht ganz so fairen Mitteln um die Gunst ihres Sohnes werben. Ein Merz-Fazit zum Thema Ehe lautet: „Das dicke Ende kommt immer erst nach dem Happy End!“

Hinweis: Die Teile 5 bis 8 kommen am Donnerstag, 30. 12, 2021, ab 22.15 Uhr, im ZDF.

 

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