Wolfgang Wittenburg

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps April 2020

„Meister des Todes 2“, Mi., 1.4., 20.15 Uhr, ARD

Was der ARD bei der Premiere (mit „Meister des Todes“ am 23.9.2015) doch glatt den Adolf-Grimme-Preis eingebracht hatte, das findet nun seine Fortsetzung: Und dieses Mal ist es ein sehenswerter und perfekt recherchierter Gerichts-Thriller (95 Minuten lang) über deutsche Waffenlieferungen nach Mexiko – mit krimineller Unterlaufung aller angeblich restriktiven staatlichen Kontrollmechanismen der Bundesregierung! In Stuttgart schieben sich beim Gerichtsprozess Schlipsträger gegenseitig die Schuld zu – während parallel dazu in Mexico junge Studenten von der Polizei mit deutschen Waffen erschossen werden. Nicht umsonst heißt die fiktive Waffenherstellungsfirma im Film HSW – das steht für die tatsächlichen Waffenhersteller Heckler & Koch, Sig Sau und Carl Walther. Und auch die Besetzung ist wieder sehr gut: Heiner Lauterbach und Axel Milberg als skrupellose Geschäftemacher, Veronica Ferres (sehr gut) als all das nur mit viel Alkohol aushaltende Ehefrau und Katharina Wackernagel als Rechtsanwältin zwischen den Welten. 

Hinweis: Direkt im Anschluss gibt es im Ersten die 30-minütige Dokumentation „Tödliche Exporte 2 – Rüstungsmanager vor Gericht“

„Die Toten von Salzburg – Wolf im Schafspelz“, Mi., 1.4., 20.15 Uhr, ZDF

Nächster deutsch-österreichischer Kriminalfall mit dem Rollstuhl-fahrenden Austria-Kommissar Peter Palfinger (Florian Teichtmeister) und dem Deutschen Hurbert Mur (Michael Fitz): Erst schnackselt der Austria-Ordnungshüter im Kloster, dann wird in der Kirche ein Toter gefunden und am Ende trennt sich das Gschmusi vom Austria-Ermittler: Freitags nimmt des Kommissars Bruder Sebastian Palfinger (Simon Hatzl) die Beichte seiner Mitbrüder im Kapuzinerkloster ab. Doch dieses Mal öffnet er das Türchen des Beichtstuhls nicht einem Sünder, sondern einer Leiche. Bruder Jakob liegt mit einem massiven Kreuz erschlagen in seinem eigenen Blut. Peter Palfinger hat es dieses Mal zum Tatort nicht weit und auch der Kreis der Tatverdächtigen ist überschaubar. Hatten doch nur die Mönche zum Tatzeitpunkt Zugang zur Klosterkirche. Doch bevor der wahre Schuldige gefunden werden kann, wartet auf unsere Ermittler noch so manche Hürde.

„Der Bozen-Krimi“, ab Do., 2.4., 20.15 Uhr, ARD

Chiara Schoras kehrt als Südtiroler „Frau Commissario“ auf den Bildschirm zurück – mit drei neuen Folgen: Im Auftakt „Blutrache“ erfährt ihr Kollege „Capo“ Matteo Zanchetti (Tobias Oertel) endlich, wer hinter dem Mordanschlag auf ihn steckt. Es ist Mafia-Boss Saffione (Christian Redl), weil er den Kommissar für den Tod seines Sohnes und seiner Tochter verantwortlich macht. Um seine Partnerin Sonja Schwarz (Chiara Schoras) sowie Kollegen und Angehörige vor der Rache seines Erzfeindes zu schützen, sieht Matteo nur einen Ausweg: Er fliegt auf eigene Faust nach Bari, um den mächtigen Mafiosi auszuschalten. Sonja möchte er heraushalten, doch auch „Frau Commissario“ reist kurz darauf in privater Mission nach Bari. Sie sucht dort ihre Stieftochter, die sich auf einer Italienreise befindet und seit Tagen nicht mehr gemeldet hat. Was erinnert Chiara Schoras an den Dreharbeiten: „Jedes Jahr findet ein Karneval im historischen Städtchen Putignano statt und dort war es für uns besonders aufregend zu drehen. Wir haben live auf dieser Karnevalsfeier auf den Straßen gedreht. Wir mussten darauf achten, dass wir so authentisch wie möglich bleiben, den Dreh nicht aufzuhalten. Wir hatten Genehmigungen für die Dreharbeiten, trotzdem wussten nicht alle Karnevalsteilnehmer auf der Straße darüber Bescheid, dass wir ein deutsches Filmteam sind. Die Leute kommen aus ganz Italien dorthin, um sich den Karneval anzuschauen, und wir waren mittendrin – das war sehr besonders für mich. Es gibt eine Szene, wo wir eine Verfolgungsjagd durch die Karnevalsmenge drehen, das war ganz schön aufregend.“

Hinweis: Die nächsten beiden Filme „Der Bozen-Krimi“ kommen am 9. und 16.4., jeweils um 20.15 Uhr, ARD

„Lena Lorenz“, ab Do., 2.4., 20.15 Uhr, ZDF

Mit drei neuen Filmen meldet sich Judith Hoersch als TV-Hebamme aus dem Berchtesgardener Land beim Publikum zurück! Gleich im Auftakt „Lena Lorenz – Außergewöhnloch einzigartig“ gibt es eine Hochzeit! Frage an die Hauptdarstellerin: Wie geht es mit der Hebamme im Berchtesgadener Land weiter? „Oh da passiert eine ganze Menge im Leben von Lena. Es kommen emotionale Zeiten auf sie zu und große Veränderungen. Lena und Quirin heiraten und dann sind da noch viele sehr emotionale Geschichten …“ Mit welchen Gefühlen sieht Judith Hoersch die Filme, in die ihre Schwangerschaft mit eingebaut wurde? „Es ist doch wunderbar, dass meine Schwangerschaft nun auch eine Rolle im Leben der Lena spielt und auch im Film eine Relevanz hat. Toll, das seitens ZDF und der Produktion ,Zieglerfilm‘ so damit umgegangen wurde und es passte ja auch für die Figur der Lena sehr gut.“ Was war für sie besonders daran und würde sie das wieder so machen wollen? „Absolut ja! Ich würde das wieder so machen. Ich finde, generell sollte in unserer Branche Schauspielerinnen diese Möglichkeit geboten werden. Schwanger-sein ist keine Krankheit und wenn es für die Rolle passt, wie in meinem Fall, kann man ja nur glücklich sein.“

Hinweis: Zwei weitere Filme „Lena Lorenz“ kommen am 9. und 16.4., jeweils um 20.15 Uhr, ZDF

„Rufmord“, Fr., 3.4., 20.15 Uhr, ARTE

Wiederholung vom 9.11.2018 (ARTE) und 1.4.2019 (ZDF): Luisa Jobst (sehr gut: Rosalie Thomass) ist mit ganzem Herzen Grundschullehrerin. Sie ist in der bayerischen Provinz gut angekommen, gefällt mit ihrer frischen Art ihren Schülern und auch den meisten Kolleginnen. Dazu hat sie mit Finn (Shenja Lacher) einen zuverlässigen Partner gefunden. Der ortsansässige Unternehmer Georg Bär (Johann von Bülow), offenbar auch sehr von der Lehrerin seines Sohnes angetan, stellt ihr und ihrer Schule neueste Technik in Aussicht. Allerdings möchte er, dass sie seinem Sohn Paul eine Gymnasialempfehlung gibt. Doch auch ihrer resoluten Schulleiterin (Johanna Gastdorf) gegenüber beharrt Luisa darauf, dass sie den Jungen dort nicht sieht. Kurz darauf taucht auf der Homepage der Schule ein Nacktbild von Luisa Jobst auf, das ein Ex-Freund von ihr gemacht und nach der Trennung aus Rache online gestellt hatte. Doch der hat mit der jetzt begonnenen Rufmordkampagne nichts zu tun. Luisa verdächtigt Bär und geht zur Polizei. Doch die Ermittlungen verlaufen im Sande. Luisas Leben wird zur Hölle, überall wird sie von Anzüglichkeiten verfolgt, die Schule beurlaubt sie und ihr Freund verlässt sie. Dann verschwindet die junge Frau spurlos. Wurde aus dem Rufmörder ihr Mörder? Interessanter ZDF-Film mit einer ebensolcher Wendung.

„Nana Mouskouri – Momente ihres Lebens“, Fr., 3.4., 21.45 Uhr, ARTE

Für Fans bestimmt interessante 52-Minuten-Dokumentation vom MDR – denn die Griechin Nana Mouskouri ist die Stimme des Jahrhunderts. Eine international bekannte Persönlichkeit und Künstlerin, die ewig jung zu sein scheint. Ihre Markenzeichen: zeitloser Haarschnitt, Mittelscheitel, glattes Haar und eckige schwarze Brille. In einem langen Bogen greift dieser Film einzelne Momente aus dem Leben von Nana Mouskouri auf: Auftritte, Begegnungen, Entscheidungen und Krisen, die sie besonders geprägt haben. Auch mit dem Dokumentarfilm „Traumland der Sehnsucht“ über Griechenland und ihrem Soundtrack „Weiße Rosen aus Athen“.

„In Wahrheit“, Sa., 4.4., 20.15 Uhr, ZDF

Erstsendung war am Fr., 19.4.2019, auf ARTE: Mit „Still ruht der See“ kommt der dritte ZDF-Samstagskrimi aus dem Saarland und Elsass – und leider ruht darin aber auch die Leiche des 16-jährigen Malon Brandmann, der seit zwei Tagen von seiner Mutter (Bernadette Heerwagen) vermisst wird. Sie selbst findet in einem See nahe ihrer Wohnsiedlung die Leiche ihres jugendlichen Sohnes. Die Kommissare Judith Mohn (Christina Hacke) und Freddy Breyer (Robin Sondermann) werden mit dem Fall betraut. Für Judith Mohn, die aus der Gegend stammt, ist sofort klar, dass sich die Ermittlungen zu einem Kraftakt entwickeln werden, denn die Bewohner halten sich Polizisten gegenüber bedeckt. Bald finden die Ermittler heraus, dass der Mord an dem Jungen längst nicht das einzige Verbrechen ist, das hier vertuscht werden soll. Mohn und Breyer stoßen bei ihrer Arbeit in diesem gut gemachten Krimi in ein kriminelles Wespennest.

„Tatort – Die Zeit ist gekommen“, So., 5.4., 20.15 Uhr, ARD

Nächster „Tatort“ aus Dresden mit den Team Karin Gorniak (Karin Hanczeski), Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und Peter Michael Schnabel (Martin Bambach): Das junge Elternpaar Anna (Katia Fellin) und Louis Bürger (Max Riemelt) will sein Leben endlich auf die Reihe bekommen – feste Arbeit für beide, keine Partys mehr, keine Drogen und ein schönes Zuhause für ihren zwölfjährigen Sohn Tim. Doch als ein Wohnungsnachbar, ein Polizist, vor ihrem Haus erschlagen aufgefunden wird und die Dresdener Kommissarinnen ermitteln, gerät der vorbestrafte Louis schnell unter Tatverdacht. Louis kann Anna überreden, ihn aus der Untersuchungshaft zu befreien. Gemeinsam mit Tim, der sich in Obhut des Jugendamtes befindet, wollen sie nach Kroatien fliehen und dort (mit Boot) ganz von vorn anfangen. Als sie aber Tim im Kinderheim abholen wollen, kommen ihnen die Ermittlerinnen zuvor. Der Fluchtversuch entwickelt sich in diesem blutigen Mittelmaß-Krimi dann zur ungeplanten Geiselnahme.

„Sarah Kohr – Teufelsmoor“, Mo., 6.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marion von der Mehden
Foto: ZDF - Marion von der Mehden

Nächster TV-Einsatz für die Wonder-Woman des Nordens: Auf einer Autofahrt zur Grabstätte ihres Vaters will Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) nur kurz tanken. Doch danach schießt einen Tankstellen-Räuber an – nach drei Minuten gibt es deshalb die Schusswunde in Großaufnahme! Dann stellt sich bald heraus, dass die Waffe des jugendlichen Täters vor 25 Jahren von einer Berliner Terrortruppe bei einem Überfall auf einen Bundeswehr-Konvoi verwendet worden war – zum Ende hin wird dann auch noch Sarahs Vorgesetzter … (Herbert Knaup) angeschossen – was den Zuschauern neun Minuten vor Filmende wieder eine Bauchschuss-Wunde in Großaufnahme beschert. Trotz des vielen (unnötigen) Blutes in Großaufnahmen ein spanender Krimi. 

„Steig.Nicht.Aus!“, Mo., 6.4., 22.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Iris Janke
Foto: ZDF - Iris Janke

Nun kommt der gute Kino-Thriller mit Wotan Wilke Möhring (von April 2018) erstmals ins Puschenkino: Ein anonymer Anrufer jagt Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) mit seinen zwei Kindern auf dem Rücksitz durch Berlin. Keiner darf aussteigen, sonst geht eine Bombe hoch. Vom Auto aus soll Karl Brendt in Rekordzeit eine große Summe Geld aufbringen. Während er per Handy versucht, bei Kollegen Geld locker zu machen, wird er von der Polizei wegen Kindesentführung verfolgt. Verzweifelt versucht Karl Brendt seine Kinder und sich zu retten. Als Karl sich mit seinem ebenfalls von Erpressung betroffenen Kollegen Omar (Fahri Yardim) und dessen Frau (Mavie Hörbiger) treffen will, muss er zusehen, wie deren Auto in die Luft gejagt wird. Dabei wird sein Sohn Marius (Carlo Thoma) auf dem Rücksitz verletzt. Doch Brendt darf den blutenden Jungen nicht zum Krankenhaus bringen und aussteigen lassen, bevor er nicht das Geld zusammen hat. Die inzwischen von der Ehefrau eingeschaltete Polizei ist auch keine Hilfe. Kommissar Drache (Aleksandar Jovanovic) glaubt, Brendt leide unter der Trennung von seiner Frau Simone (Christiane Paul) und will die vermeintliche Amokfahrt mit Scharfschützen beenden. Doch Bombenexpertin Pia Zach (Hannah Herzsprung) schreitet ein – sie kommt nahe an Brendt heran und glaubt ihm. Trotz Chaos und Zeitdruck versucht sie, ruhig zu bleiben und den Erpresser ausfindig zu machen.

„Der Überläufer (1/2)“, Mi., 8.4. und Fr., 10.4., je 20.15 Uhr, ARD

Wieder ein historisches Drama, wieder ein Filmstoff zum Thema Krieg – 75 Jahre nach Kriegsende. Diese Geschichte aber hat einen anderen und interessanten Blickwinkel und ist gut gemacht und gut besetzt! Zudem liegt der Roman von Siegfried Lenz zugrunde! Und gerade einmal ein Jahr war die Entstehungszeit dieses Zweiteilers: drei Monate für die Idee und Vorbereitung, drei Monate Dreharbeiten in Polen – und der Rest der Zeit war für sie Postproduktion – das ist laut der Hersteller ein wahres Wunder! Was passiert? 1944, im letzten Kriegssommer, macht sich der Wehrmachtsoldat Walter Proska (Jannis Niewöhner) aus Lyck in Masuren auf den Weg vom Heimaturlaub zurück an die Ostfront. Im Zug begegnet er der jungen Polin Wanda, die im Waggon eine Bombe deponiert. Proska kann die Sprengladung beseitigen, doch wenig später fährt der Zug auf eine von Partisanen gelegte Mine und explodiert. Proska überlebt, befreit sich aus den Trümmern und wird von einem Trupp deutscher Soldaten aufgegriffen. Er wird ihrer kleinen Einheit zugeteilt, die in den Sümpfen von Rokitno die Bahnstrecke überwachen soll und sich in einer Waldfestung verschanzt hat. Ein verlorener Posten. Das Kommando führt Willy Stehauf (Rainer Brandt), ein versoffener Unteroffizier, der seine Männer mit menschenverachtenden Spielchen schikaniert.

Hinweis: Teil 2 von „Der Überläufer“ kommt am Karfreitag, 10.4., 20.15 Uhr, ARD

„SOKO Wismar“, Mi., 8.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Marc Meyerbröker
Foto: ZDF - Marc Meyerbröker

Hier kommt die Vorabendserie mit „Nach der Ebbe kommt der Tod“ mal in Spielfilmlänge – allerdings spielt die Kriminalgeschichte dieses Mal auf Langeoog: Dort wollen Ermittler Jan Reuter (Udo Kroschwald) und Rechtsmedizinerin Dr. Helene Sturbeck (Katharina Blaschke) im wohlverdienten Urlaub verbringen. Doch selbst auf dieser kleinen Insel schläft das Verbrechen nicht: Helene – oder besser der ihr von der Pensionswirtin anvertraute Hund Käthe – entdeckt eine Leiche in den Dünen. Auf Langeoog gilt Ella Lüders seit dem Mittsommer-Fest als vermisst. Doch manche Inselbewohner behaupten, sie sei einfach nach Stockholm abgehauen. Und nun stellt sich den Ermittlern aus Wismar die Frage: Ist die junge Frau vor dem Inselleben geflüchtet oder ist sie tatsächlich ermordet worden?

„Merz gegen Merz (1/4)“, ab Do., 9.4., 22.15 und 22.35 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Martin Valentin Menke
Foto: ZDF - Martin Valentin Menke

Nach der ersten Staffel (Premiere war am 18.4.2019) geht nun die Reihe um ein Ehepaar im Ausnahmezustand weiter: In sechs weiteren Doppel-Folgen setzt das ZDF die Miniserie fort – zwar zur späteren Stunde, aber das Zusehen lohnt sich: Denn Anne (Annette Frier) und Erik (Christoph Maria Herbst) sind ein durchschnittliches Paar im zweiten Jahrzehnt ihrer Ehe. Allein wegen der herrlichen Dialoge von Drehbuchautor und „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann („Die Musterknaben“) lohnt sich das Zusehen: Eine Ehe ist wie eine Rolltreppe, auch wenn sie kaputt ist, geht es irgendwie weiter! In der Auftakt-Folge „Der Vertrag“ sitzen Anne und Erik knapp ein Jahr nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ehetherapie wieder bei ihrem Anwalt. Beide wollen nachträglich einen gemeinsamen Ehevertrag aufsetzen, damit ihnen Firmenangelegenheiten und Geldgeschichten nie wieder einen Strich durch ihre neu aufgeflammte Liebe machen können. Das Berufliche und das Private soll fein säuberlich getrennt werden und die gemeinsame Zukunft voller Vertrauen sein – so der Plan …

Hinweis: Die weiteren Folgen „Merz gegen Merz“: Sa., 11.4., 21.45 und 22.10 Uhr, So., 12.4., 22.05 Uhr

„Über Land“, Fr., 10.4., 21.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Susanne Schramke
Foto: ZDF - Susanne Schramke

Sehenswerte Heimat-Reihe mit „kleinen“ Rechtsgeschichten und guter Besetzung – und zu Beginn und am Ende den Klassiker „It‘s all over now (Baby blue)“ von Van Morrisson zu hören. Im bayrischen Amtsgericht werden erneut skurrile Fälle behandelt: Eine Schwangere (Katja Studt) möchte den Erzeuger (Christian) ihres Kindes finden und ein Dorfbewohner muss sich wegen irrer Raserei verantworten. Nebenbei muss sich der neue Richter Hans Bachleitner (Harald Krassnitzer) auch noch um seine Fahrerin Frieda Mirko (herrlich: Maria Simon) kümmern, die versehentlich in Konflikt mit den Gesetzeshütern gerät. Mit zwei Vorstrafen im Gepäck hat Frieda schlechte Karten. Für Frieda eine Bagatelle, nicht aber für Polizei und Staatsanwaltschaft – und Gerichtspräsidentin Dr. Bettina Schack (Suzanne von Borsody). Auch der zweite, vermeintlich „kleine“ Fall entpuppt sich als vielschichtig und führt Bachleitner schließlich auf die Spur vieler weiterer Vergehen.

„Die Kinder der Villa Emma“, Fr., 10.4., 21.45 Uhr, ARD

Wiederholung vom 30.3.2018 (20.15 Uhr): Nach wahren Begebenheiten erzählt das bewegende und in Österreich und Deutschland produzierte 102-Minuten-Drama „Die Kinder der Villa Emma“ (das Haus hat der italienische Bauer nach seiner Frau benannt) von einer gefährlichen Flucht, die sich während des Zweiten Weltkriegs von Wien aus zugetragen hat. 1942 und 1943 war das italienische Dorf Nonantola Zufluchtsort von 73 jüdischen Kindern, die sich auf ihrem Weg ins „gelobte Land“ Palästina dem gnadenlosen Zugriff der Nationalsozialisten entziehen wollten. Der Austria-Regisseur Nikolaus Leytner schildert die gefährliche Reise als spannende Bewährungsprobe, dargestellt von einer talentierten jungen Besetzung um Nina Proll als Helferin Helga Herrnstadt und Anführer Ludwig Trepte als Jasko Indig) – August Zirner als Kinder-Begleiter Georg Bories wird sehr schnell von den Nazis auf offener Straße erschossen. Angesicht des Schicksals von Kindern und Jugendlichen, die heute unbegleitet vor Kriegen auf der Flucht sind, entfaltet die historische Geschichte eine besondere Aktualität.

„Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“, Fr., 10.4., 22.50 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Artuno delle Donne
Foto: ZDF - Artuno delle Donne

Nun wird das lange Warten belohnt, für all die, die es zu dieser sehenswerten Dokumentation von Wim Wenders (von 2018) nicht ins Kino geschafft haben: Vier Tage lang führte Wim Wenders Interviews mit dem amtierenden Papst. Bei der Realisierung hatte der Filmemacher exklusiven Zugang zu Franziskus. Im Zentrum des Porträts stehen die Gedanken des Papstes zu den wichtigsten Herausforderungen der Gegenwart: Wirtschaft und Soziales, Ökologie und Politik. Zudem geht es um die Idee einer „armen Kirche an der Seite der Armen“, die Franziskus möchte. Dabei spielt im Film der Namensgeber des Papstes, Franz von Assisi, eine wichtige Rolle. Dieser Film will keine kritische Auseinandersetzung mit dem Pontifikat von Papst Franziskus sein, auch keine Biografie. Vielmehr möchte WimWenders den Zuschauenden die Möglichkeit eröffnen, sich über die Motivation für das Handeln des ersten Papstes aus Lateinamerika zu informieren. Der Film bietet den Hintergrund für die Deutung des Pontifikats von Papst Franziskus.

„Marie Brand und die Liebe zu viert“, Sa., 11.4., 20.15 Uhr, ZDF

Dieser Film war ursprünglich mal für Mi., 22.1.20, geplant: Nächster und eher Mittelmaß-Fall für Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Assi Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) in Köln: Da wird in einem Park von Jugendlichen die Leiche des Catering-Kochs Silvio Meinert (Johannes Suhm) aufgefunden. Die Hauptkommissare Marie Brand und Jürgen Simmel nehmen die Ermittlungen auf. Im privaten Umfeld des Toten finden die Kommissare heraus, dass Silvio in einem polyamoren Haushalt lebte. Die Ärztin Laura, der Geschäftsmann Andi und Silvio führten seit mehreren Jahren eine offene Dreiecksbeziehung. Lauras Sohn Greg akzeptierte beide Männer als seine Väter und sah die Lebensform seiner Familie als Gewinn. Immer wieder gab es für die Erwachsenen auch weitere Partner, die der Kernbeziehung der drei aber untergeordnet war. Simmel, der mit der Polyamorie reichlich überfordert ist, vermutet sofort eine Tat aus Eifersucht. Auch wenn alle beteuern, dass dieses Beziehungskonstrukt, das auf Offenheit und Vertrauen basiert, sehr gut funktioniert habe, findet Marie Brand bald heraus, dass sich die Verhältnisse verändert haben, als Silvios neue Liebe Malve mit ihrer Tochter Fritzi in das Haus einzog.

„Tatort – Das fleißige Lieschen“, Mo., 13.4., 20.15 Uhr, ARD

Hier kommt der einzige „Tatort“ des Saarländischen Rundfunks (SR) in einem Jahr – und das gleich mit zwei neuen Kommissaren – die kennen sich aus ihrer brutalen Schulzeit bereits. Fest steht, aus Saarbrücken kommt in Zukunft der „Tatort“ mit den beiden Ermittlern mit den blauesten Augen! Fest steht für deren ersten Fall aber leider auch: Wer einen brutalen Ausstieg aus dem Osterfest bevorzugt, der ist hier richtig! Denn „Das fleißige Lieschen“ führt die jungen und modernen Kommissare (von denen der eine untypisch immer mit Block und Stift unterwegs ist) mitten in das Geflecht der völlig verfeindeten Industriellenfamilie Hofer (von Hofer und drei Söhnen – Tuch + Textil), in der jeder jeden hasst. Ermordet wurde der Jüngere zweier Brüder, der das Familienunternehmen gerade erst feierlich übernehmen sollte. Schnell wird klar, dass die Hintergründe, die zum Mord führten, weit in die Vergangenheit zurückreichen. Bereits der Vater der beiden Brüder ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Und während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte die Firma – wie so viele damals – Zwangsarbeiter. Schnell ahnt man, dass der plakativ präsentierte Mörder Konrad Hofer (Moritz Führmann), dieser nicht ist, sondern die Ursache weit in der Vergangenheit (und im Wald) liegen – und ein Hund spielt auch eine nicht minder wichtige Rolle.

„Die Getriebenen“, Mi., 15.4., 20.15 Uhr, ARD

Was der eine als spannenden Einblick hinter die politischen Kulissen empfindet, das ist für den anderen gähnend langweilig: Genauso kann Politik sein! Hier werden die politischen Hintergründe um die Entscheidung, wie Deutschland mit Geflüchteten umgehen soll, im Jahr 2015 filmisch aufgearbeitet. Der Ausgang ist hinlänglich bekannt, und auch wenn Imogen Kogge als Kanzlerin Angela Merkel und Walter Sittler als Bundespräsident Frank Walter Steinmeier gut getroffen sind, so erkennt man Regierungssprecher Steffen Seibert so gar nicht, und … brauchte, um zu Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu werden, sechs Stunden fürs An- und wieder Abschminken in der Maske. Ein filmisches Wunderwerk ist nicht entstanden und massen-tauglich dürfte Politik wohl auch so nicht werden.

„3 Tage in Quiberon“, Mi., 15.4., 20.15 Uhr, ARTE

Nun kommt der 108 Minuten lange Kinofilm, in dem Marie Bäumer die Film-Ikone Romy Schneider spielt, als Erstausstrahlung ins Fernsehen! Frankreich, 1981: Der Journalist Michael Jürgs (gespielt von Robert Gewisdek) bekommt die Chance, den Weltstar Romy Schneider in dem kleinen bretonischen Küstenort Quiberon für das Nachrichtenmagazin „Der Stern“ zum Interview zu treffen. Aus dem Termin werden drei Tage voller großer Emotionen, die alle Beteiligten – inklusive Romys Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) und Fotograf Robert Lebeck (Charly Hübner) – an ihre Grenzen bringen und ihre Lebenswege nachhaltig beeinflussen. Elektrisierendes Biopic mit einer kongenialen Marie Bäumer. Der französische Produzent Denis Poncet hatte die Rechte an dem Lebeck-Buch gekauft und für die Hauptrolle sofort an Marie Bäumer gedacht, die, wie Romy Schneider damals, in Frankreich lebt. Marie Bäumer hatte bisher alle Anfragen, Romy zu spielen, abgelehnt – und sagte für dieses Projekt zu.

„Toni, männlich, Hebamme“, Fr., 17.4., 20.15 Uhr, ARD

Fortsetzung der netten Idee, aber hätte in der Umsetzung irgendwie lustiger werden können: In zwei ARD-Filmen „Toni, männlich, Hebamme“ spielte Wolke Hegenbarth die Hauptrolle der norddeutschen Frauenärztin mit dem männlichem und sehr bayerischem Geburtshelfer Toni in ihrer Praxis in München (Start: 8.2.2019). Dieses Arbeitsverhältnis ist nicht ohne Probleme und es gibt ein Geheimnis aus der Vergangenheit – wusste Hauptdarsteller Leo Reisinger zuvor, dass es männliche Hebammen gibt? „Ehrlich gesagt nein, ich dachte, dieser Beruf sei bisher dem weiblichen Geschlecht vorbehalten.“ Und dann? „Nach der Zusage für die Rolle befasste ich mich intensiv mit dem Thema. Dass ein Hebammen-Mangel in Deutschland herrscht, war mir nicht bewusst und wurde mir erst nach meiner Recherche klar. Das Thema unserer Reihe ist also aktuell, wenngleich sich der Inhalt und die Konflikte auf die Figur des Toni konzentriert.“

Hinweis: Die nächste und vierte Film der Reihe „Toni, männlich, Hebamme“ kommt am 24.4., 20.15 Uhr, ARD

„Wilsberg – Vaterfreuden“, Sa., 18.4., 20.15 Uhr, ZDF

Fozo: ZDF - Thomas Kost
Fozo: ZDF - Thomas Kost

Nächster Komik-Samstagskrimi aus Münster: Wilsbergs Freund Ekki (Oliver Korittke) braucht dringend Hilfe. Ekkis Ex-Freundin Silke Sestendrup stellt ihm seine Tochter Hanna vor. Ekki soll rückwirkend für die letzten sechs Jahre Unterhalt zahlen. Und als wäre das noch nicht genug, wird Ekki bei der anstehenden Beförderung übergangen. Ausgerechnet Alex Holtkamp (Ina Paule Klink), Wilsbergs Patentochter, vertritt Sestendrup im Unterhaltsstreit gegen Ekki. Immerhin willigt Georg Wilsberg (Leonard Lansink) ein, Ekki zu helfen, und seine Kollegin Lavinia genauer unter die Lupe zu nehmen, die anstelle von Ekki befördert wurde. Wilsberg ist eben ein echter Freund – und rät Ekki bezüglich Silke und Tochter Hanna zur Vorsicht. Doch Ekki flüchtet sich nach seiner beruflichen Pleite nur zu gern in die Vaterschaft für Hanna. Wilsberg sei doch nur neidisch, weil er keine Kinder habe … Und dazu müssen sich Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) und deren Assistent Overbeck (Roland Jankowsky) mit einem entführten Anwalt befassen, damit die „Wilsberg“-Familie zur Freude der Fangemeinde vereint ist.

„Tatort – Die Guten und die Bösen“, So., 19.4., 20.15 Uhr, ARD

Dieser (leider nur mäßige) HR-„Tatort“ ist der erste nach 20 Jahren Pause vom „Tatort“ für Peter Lohmeyer – und leider auch der letzte für die wunderbare Hannelore Elsner! Nach einer durchzechten Nacht werden die Kommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) schwer verkatert zu einem Tatort gerufen: Ein (nackter) Mann wurde in einer einsamen Waldhütte offenbar gefoltert und ermordet. Zu ihrer Verwunderung legt Polizeihauptmeister Ansgar Matzerath (Peter Lohmeyer) noch am Ort des Verbrechens ein Geständnis ab. Er behauptet, den Mann getötet zu haben, weil dieser vor sieben Jahren seine Frau entführt und vergewaltigt habe. Er legt keinen Wert auf mildernde Umstände und fordert eine harte Strafe für sich. Erschwert durch umfangreiche Renovierungsarbeiten im Kommissariat (völlig überflüssig – im wahrsten Sinne des Wortes) und parallel stattfindende Coaching-Sitzungen, beginnen die Kommissare mit ihrem Verhör. Ist Matzerath wirklich der Täter? Ist das Opfer wirklich der Vergewaltiger seiner Frau? Was weiß die längst pensionierte Kommissarin Elsa Bronski (Hannelore Elsner), die damals den Fall bearbeitet und nie gelöst hat und noch immer die eigenen Dämonen jagt? Stück für Stück fügen sie die Puzzleteile zusammen – und Hannelore Elsner verstarb vor einem Jahr am 21. April 2019.

„Neben der Spur – Erlöse mich“, Mo., 20.4., 20.15 Uhr, ZDF

Dieser ZDF-Krimi war ursprünglich für den 20.1.20 angekündigt: Nächster Thriller (frei nach dem Roman ,Erlöse mich“ von Michael Robotham) des Hamburger Psychiaters Dr. Joe Jessen (Ulrich Noethen) und der muss sich nicht nur mit der Tatsache auseinandersetzen, dass er jüngst einen Menschen erschossen hat. Auch die Trennung von seiner Frau Nora (Petra van de Voort) und seine Parkinson-Erkrankung machen ihm weiterhin schwer zu schaffen. Als dazu noch seine Praxis von einem Einbrecher verwüstet wird, scheint Joes mühsam aufrechterhaltene Fassade endgültig zu zerbröckeln. Dann aber entdeckt er, dass bei dem Einbruch eine Patienten-Akte gestohlen wurde – die von Milena Lorenz (Anna Bederke), einer schönen jungen Frau, deren Ehemann vor einem halben Jahr spurlos verschwand. Seitdem wird sie von dem Spielhallen-Besitzer Hasim Klaudiusz gezwungen, dessen Spielschulden als Prostituierte abzuarbeiten - eine Tatsache, die sie vor ihren beiden Kindern verheimlicht. Was Joe nicht weiß: Milena Lorenz befindet sich bereits im Visier der Hamburger Polizei in Gestalt von Vincent Ruiz, der Milena verdächtigt, nach einem heftigen Streit den Fahrer des Spielhallen-Besitzers Klaudiusz ermordet zu haben. Ruiz ist überzeugt von Milenas Schuld, doch Joe glaubt nicht daran, dass die junge Frau fähig ist, einen Mord zu begehen.

„Ein Sommer im Burgenland“, Di., 21.4., 21.45 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - ORF - Graf-Film - Oliver Roth
Foto: ZDF - ORF - Graf-Film - Oliver Roth

Zum ersten Todestag von Hannelore Elsner: Es kommt höchstselten vor, dass man Hannelore Elsner in einem „Herzkino“-Film des ZDF (Erstsendung war am 1.2.2015, 20.15 Uhr) zu sehen bekommt – schlecht ist dieser Seicht-Film aus Austria trotzdem nicht. Hannelore Elsner spielt darin die End-60zigerin Maria Graf, die vom Schicksal ins schöne Burgenland und an den Neusiedlersee verschlagen wird. Dort kommt ihr plötzlich alles vertraut vor und mit der Zeit bemerkt Maria, dass sie dort einst als Roma-Kind aufgewachsen ist – und auch gehänselt und mit Steinen beworfen worden ist. Natürlich aber verliebt Maria Graf sich in den feschen Österreicher Harald Brandl (Oliver Kabus), mit ihrer Kinderliebe hat Maria auch früher schon Mann und Frau gespielt.

„Die verschwundene Familie (1 und 2)“, Mi., 22.4., 20.15 und 21.45 Uhr, ZDF

Wiederholung vom 7.1.2019: Interessanter und sehr gut besetzter Krimi in zwei Teilen, dessen Inhalt aber bequem auch in einmal 90 Minuten gepasst hätte, was dem Zuseher wohl auch einige Längen erspart hätte: Vier Jahre nach dem Mord an einer 14-jährigen Schülerin wird die (fiktive) Kleinstadt Nordholm erneut durch einen Schicksalsschlag erschüttert. Ein Familienvater wird tot am Strand aufgefunden, Mutter und Tochter sind spurlos verschwunden – ohne eine Notiz zu hinterlassen, ohne die Katze zu versorgen. Niemand weiß, wo sie sind. Nur der jüngere Sohn der Familie taucht plötzlich im verlassenen Haus auf. Simon Kessler (stark: Heino Ferch) von der Hamburger Mordkommission übernimmt die Ermittlungen. Für ihn deutet alles auf einen erweiterten Suizid hin. Seine Vorort-Kollegin Hella Christensen (Barbara Auer), die mittlerweile in Kiel arbeitet, will daran nicht glauben. Sie kennt die Familie und ist sich absolut sicher, dass der Tote zu so einer Tat nicht imstande gewesen wäre. Aber je länger sie ermitteln, desto mehr häufen sich die Zweifel. Wie stand es um die Ehe des Toten und seiner verschwundenen Ehefrau (Bernadette Heerwagen)? Während Kessler den Jungen unter seine Fittiche nimmt und damit sein eigenes Familienleben aufarbeiten muss, führen alle Hinweise in die Gemeinschaft des Ortes. Für Kessler und Hella wird es ein Kampf gegen die Zeit. Überall begegnen ihnen Lügen und Geheimnisse. Doch sie geben die Hoffnung nicht auf, die beiden noch lebend und gleichzeitig den Mörder zu finden.

„Der Zürich-Krimi – Borchert und die tödliche Falle“, Do., 23.4., 20.15 Uhr, ARD

Ursprünglich war dieser Krimi am 16.1.2020 geplant – wurde aber verschoben: Nun kommt der nächste Fall im schönen Zürich, denn der einstige Top-Manager Thomas Borchert (Christian Kohlund) macht sich über die mächtigen Klienten seines alten Freundes Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler) wenig Illusionen. Wie gut, dass er als „Anwalt ohne Lizenz“ für Freundschaftsdienste nicht infrage kommt! Borcherts Chefin Dominique Kuster (Ina Paule Klink) springt jedoch ausnahmsweise kurzfristig für ihren Vater ein, da der vielbeschäftigte Star-Anwalt wegen eines Milliardendeals nach Genf muss. Dominique soll den wegen eines Überfalls zu zehn Jahren Gefängnis verurteilten Familienvater Alexander Böni (Golo Euler) vor Gericht vertreten, der wegen guter Führung auf eine vorzeitige Entlassung hofft. Kurz nach Beginn der Verhandlung zückt Böni jedoch eine unter dem Tisch versteckte Waffe und bringt alle im Gerichtssaal in seine Gewalt. Für Hauptmann Furrer (Pierre Kiwitt), der als Erster eintrifft, beginnt nun ein heikler Einsatz: Als Verhandlungsführer wider Willen weiß er, dass seine Gefühle für Dominique seine Entscheidungen nicht beeinflussen dürfen. Als sich die Situation immer weiter zuspitzt, kommen Borchert, der Furrer zur Seite steht, zunehmend Zweifel an den Motiven des Täters. Er versucht auf einige Faust herauszufinden, was – oder wer – hinter der ganzen Sache steckt.

Hinweis: Die nächsten Filme der Reihe: „Der Zürich-Krimi – Borchert und der fatale Irrtum“, Do., 30.4., 20.15 Uhr, ARD und „Der Zürich-Krimi – Borchert und der Tote im See“, 7.5., 20.15 ARD

„Mein Freund, das Ekel“, Do., 23.4., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Conny Klein
Foto: ZDF - Conny Klein

 Wiederholung vom 9.5.2019: Sehenswerter und kurzweilige Berliner Sozial-Filmkomödie mit Alwara Höfels und Dieter Hallervorden: Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) ist ein Ekel und Misanthrop. Nach Jahren des Kümmerns hat seine Schwester Elfie (Ursela Monn) genug. Sie geht und vermietet ihren Teil der gemeinsamen Wohnung an die alleinerziehende Trixie (Alwara Höfels). So zieht Hintz' Albtraum samt der drei Blagen Murat, Afia und Sean bei ihm daheim ein. Der kleinen Familie erklärt der reaktionäre Senior sogleich den Krieg. Als Hintz Murat beim Klauen erwischt, nutzt er die Gelegenheit und setzt alle direkt wieder vor die Tür. Doch im pensionierten Lehrer Hintz („Trixi: „Brauchen Sie noch irgendetwas?“ Hintz: „Meine Ruhe!“) keimt eine Idee auf: Er will von einer Anzeige gegen Murat absehen und alle wieder einziehen lassen, wenn Murat ab sofort das Schulschwänzen lässt und unter seiner Aufsicht büffelt. Dabei findet "das Ekel" nicht nur heraus, dass der Junge musikalisch talentiert ist, sondern auch, warum Trixie („Tschö mit ö“) gleich mit mehreren schlecht bezahlten Jobs jongliert: Sie kann weder lesen noch schreiben.

„In Wahrheit“, Fr., 24.4., 20.15 Uhr, ARTE

Erstsendung des zweiten ZDF-Samstagskrimis mit dem Titel „Jagdfieber“ aus dem Saarland: Es beginnt mit eine ländliche Idylle – und Wolfgang Abeck (Joachim Kroel) – mit Jagdgewehr auf den Rücken – auf einer Landstraße. Dann gibt es ein schönes Landhaus, eine liebevolle junge Mutter, ein süßes Baby (11 Monate alt). Plötzlich fallen Schüsse auf die großen Scheiben des Hauses , auf Vasen und Äpfel – und die junge Frau überlebt das Ganze nicht. Ihr Ehemann, der Arzt André Collmann (David Rott), kann sich den Angriff so wenig erklären wie Kriminalhauptkommissarin Judith Mohn (Christina Hecke) und ihr Kollege Freddy Breyer (Robin Sondermann). Dann wird ein Freund Collmanns entführt – und ein Video vom Täter selbst geht bei der Polizei ein. Er verlangt „72 Stunden für die Wahrheit im Fall Nadine Abeck“. Die Ermittlungen führen Mohn und Breyer zu einem Fall, der für die Polizei längst abgeschlossen war.

„Die Toten am Meer“, Sa., 25.4., 20.15 Uhr, ARD

Spannender, aber auch brutaler Thriller aus dem hohen Norden – in Husum werden zunächst einige Frauen getötet und in die Landschaft gesetzt: Sie sind geschminkt, frisiert und mit einem Tattoo am Oberkörper versehen – die Opfer werden makaber ausgestellt. Die junge Kommissarin Ria Larsen (Karoline Schuch) bekommt zum Erstaunen ihres erfahrenen Kollegen Mattern (Ronald Kukulies) die Leitung des Falles übertragen. Ria muss sich fortan nicht nur dem öffentlichen Zeitdruck stellen, sondern auch in ihrer Abteilung behaupten. Einzig Kollege Michael Brandt (Christoph Letkowski) steht hinter ihr. Polizeichef Bergmann (Max Herbrechter) erkennt in der Verbrechensserie sofort die Handschrift Eberhard Wernickes (Gastrolle: Martin Wuttke), der jedoch seit Jahren einsitzt und als Täter ausscheidet. Oder zieht er aus der Psychiatrie heraus die Fäden? Wer ist der Nachahmer? Um Anhaltspunkte über die Motive des Täters zu erhalten, sucht Ria sofort ihre Vorgängerin Elisabeth Haller (Charlotte Schwab) auf, die den Frauenmörder damals hinter Gitter brachte und danach aus dem Dienst ausgeschieden war.

„Tatort – National feminin“, So., 26.4., 20.15 Uhr, ARD

Nächster (leider nur Mittelmaß-) Fall aus Niedersachsen mit den Kommissarinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anais Schmitz (Florence Kasumba): Im Göttinger Stadtwald wird die Leiche einer jungen Frau gefunden (die zu Beginn ziemlich heftig durch den Wald gejagt wurde). Die Identität der Toten setzt das Team unter großen Druck: Marie Jäger (Emilia Schüle), eine kluge und attraktive Jura-Studentin, war mit ihrem erfolgreichen Blog „National feminin“ ein Star der jungen, rechten Szene und Aushängeschild der „Jungen Bewegung“. In den sozialen Netzwerken beginnt eine unkontrollierbare Stimmungsmache gegen die Polizei, gegen den Staat, gegen die Demokratie … Wurde Marie von einem unbekannten Stalker getötet, war es eine politisch motivierte Tat - oder hat der Mord doch etwas mit ihrem engsten Freundeskreis zu tun?

„Spreewaldkrimi – Zeit der Wölfe“, Mo., 27.4., 20.15 Uhr, ZDF

Kommissar Krüger (Christian Redl) ist der Typ einsamer Wolf und er lebt im Bauwagen mitten im Spreewald. Dort begegnet der Ermittler (direkt vor seinem Bett) einem wahrhaften Wolf – und dann kommt (nach dem Tod eines Bikers) noch eine Motorrad-Gang „Die Wölfe“ ins Spiel. Denn bei Forstarbeiten und bei einem Motorradunfall sterben kurz hintereinander zwei Menschen. Krügers Kollege Fichte (Thorsten Merten) vermutet einen Zusammenhang mit der kurz vorher aus Süddeutschland aufgetauchten Rockerbande „Die Wölfe“. Er braucht für seine Ermittlungen aber Kommissar Krüger. Doch Krüger verweigert sich, er steckt in einer tiefen Sinnkrise. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden Ermittlern. Während Fichte zusammen mit der ehrgeizigen Polizeianwärterin Luise Bohn versucht, die mysteriösen Todesfälle aufzuklären, hat sich Krüger tief in den Wald zurückgezogen. Sein Einsiedlerdasein wird nur durch den Jäger Drilling (Bernhard Schütz) gestört. Der will einen eingewanderten Wolf zur Strecke bringen, der Schafe in der Umgebung reißt. Krüger erkennt in dem einsamen Tier eine Metapher für die zunehmende Vereinsamung und Verrohung in der Gesellschaft und für sich selbst.

„Tony Curtis – Der Kerl aus der Bronx“, Mo., 27.4., 22.10 Uhr, ARTE

Diese interessante Dokumentation befasst sich 56 Minuten lang mit dem Leben und Schaffen des Hollywood-Stars (denn er ist mehr als die britische Kult-Krimi-Serie „Die Zwei“ mit Roger Moore) und befindet: Tony Curtis war eine der letzten großen Hollywood-Ikonen. Er war ein leidenschaftlicher Schauspieler, der sich zum facettenreichen Charakterdarsteller hocharbeitete und fünf Jahrzehnte lang Kinozuschauer begeisterte. Besonders in Erinnerung geblieben sind seine Auftritte in Klassikern wie „Manche mögen’s heiß“ oder „Spartacus“. Ein bewegendes Interview mit Curtis und Kommentare von Wegbegleitern wie Hugh Hefner oder Debbie Reynolds enthüllen einen charismatischen Mann, der seine Vergangenheit nie ganz verarbeiten konnte und darunter litt, dass man ihn in Hollywood nicht wirklich anerkannte. Mit Hilfe des Psychologen Glenn Wilson und des Biografen Allan Hunter wird auch das amerikanische Starsystem hinterfragt, an dem so viele große Schauspieler zugrunde gehen.

„Die Heiland – Wir sind Anwalt (1/6)“, ab Di., 28.4., 20.15 Uhr, ARD

Was am 4. September 2018 gestartet ist, das geht nun mit sechs neuen Folgen weiter! Allerdings musste (erstmals in einer deutschen TV-Serie) die Hauptrolle mit Christina Athenstädt (früher „Familie Dr. Kleist“) neu besetzt werden, da Schauspielerin Lisa Martinek im letzten Sommer leider tödlich verunglückte! Auch wenn die für viele unersetzbar scheinen mag, gehen die Geschichten um die blinde Berliner Rechtsanwältin Romy Heiland (nach dem realen Vorbild von Pamela Pabst) nun in Serie weiter – und das Niveau kann absolut gehalten werden! Gute Abendunterhaltung mit guten Botschaften! In der Auftakt-Folge „Unter die Haube“ geht es um einen Mord im Tattoo-Studio und einen Masnn, der zu Unrecht in Haft ist, und in der Folge „Der Mann im Wald“ (12. Mai), um zwei sehr unterschiedliche Brüder und den verschollenen Vater von Heiland-Assistentin und bald Auszubildende Ada Holländer (wieder sehr gut: Anna Fischer). Der Berlinerin  Christina Athenstädt hat die Hauptrolle in zunächst sechs neuen Folgen der ARD-Serie „Die Heiland – Wir sind Anwalt“ übernommen. Was war für sie die größte Herausforderung? „Im Vorfeld ist es mir auf Grund der Begebenheiten nicht so leicht gefallen, für dieses Projekt zuzusagen. In der Arbeit selber war die größte Herausforderung für mich dann auf jeden Fall das Blind-sein.“

Hinweis: Sechs neue Folgen der ARD-Reihe „Die Heiland“ kommen immer dienstags, 20.15 Uhr, bis zum 3. Juni 2020

„Lang lebe die Königin“, Mi., 29.4., 20.15 Uhr, ARD

Diese Tragikomödie ist der letzte Film der großen Schauspielerin Hannelore Elsner. Das Erste zeigt den Film anlässlich ihres ersten Todestags (21. April). Hannelore Elsner hatte die Dreharbeiten zu „Lang lebe die Königin“ wegen ihrer schweren Erkrankung im April vergangenen Jahres abbrechen müssen. Die meisten Szenen ihrer Rolle hatte sie gespielt. Lediglich fünf einzelne Szenen konnte sie nicht mehr drehen. Fünf hochkarätige Schauspielerinnen haben sich bereitgefunden, die Rolle von Hannelore Elsner in diesen fehlenden Szenen zu übernehmen, und es damit ermöglicht, den Film zu vollenden. Eine Hommage von Iris Berben, Eva Mattes, Gisela Schneeberger, Judy Winter und Hannelore Holger an ihre große Kollegin. Was passiert? Nina Just (Marlene Morreis) ist Moderatorin bei einem TV-Verkaufssender, aber sie kann machen, was sie will, die Anerkennung ihrer Mutter Rose (Hannelore Elsner) bekommt sie nie. Rose wohnt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Werner (Günther Maria Halmer) in einem alten Bauernhaus vor den Toren Münchens. Als Rose an Krebs erkrankt und eine Spenderniere braucht, stürzt Ninas Privatleben in ein einziges Chaos. Zwischen dramatischen Lügen und komischen Übersprungs-Handlungen entwickelt sich für Nina überraschenderweise eine Liebesgeschichte mit dem Pannenhelfer Mike (Matthias Kelle). Für Günther Maria Halmer besonders: „Dieser Film war sicher eine meiner ungewöhnlichsten Arbeiten und wird es bleiben. Ich habe noch nie in einem Film mitgemacht, in dem mittendrin die Hauptdarstellerin gestorben ist – und noch dazu eine liebe Kollegin, die ich sehr gut kannte. Ich hoffe sehr, es bleibt das einzige Mal in meinem Leben, dass so ein Schicksal passiert. Das ist eine bemerkenswerte und ungewöhnliche Geschichte in der Laufbahn eines Schauspielers.“

 

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