Wolfgang Wittenburg

 

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PRESSEBÜRO


WITTENBURG


TV-Tipps für Juni 2024

„Menopause – Frauen berichten“, Di., 25.6., 21.45 Uhr, Arte

Die Wechseljahre für Frauen sind ein großes Thema, oft aber wird darüber lieber der Mantel des Schweigens gehüllt. Von der Menopause, die gemeinhin mit Mitte 40 beginnt, spricht man, wenn eine Frau ihre Periode ein Jahr lang nicht mehr bekommen hat. Offen und ehrlich sprechen Frauen in der Arte-France-Dokumentation „Menopause – Frauen berichten“ am späteren Abend des 25. Juni in rund 50 Film-Minuten über die Lebensphase des Klimakteriums und ihre Lehren daraus. Mit Scharfsinn und Humor erzählten zwölf Französinnen meist in häuslicher Umgebung im Film der Pariser Regisseurin Julie Talon ihre persönlichen Geschichten und stellen generelle Fragen. Eigentlich sollten sich Frauen rund 50 Jahre nach der 1968er-Bewegung so akzeptieren, wie sie sind. Trotzdem ist die Menstruation immer noch tabu-behaftet und viele wagen es nicht zu sagen, wenn sie aufgrund ihrer mitunter sehr starken oder schmerzhaften Periode erschöpft sind. Auch Wellen von Traurigkeit, die durch Hormonveränderungen ausgelöst werden und manche monatlich überrollen, werden verschwiegen. Julie Talon ist selbst überrascht: „Als ich mit der Recherche begann, hätte ich mir nie vorstellen können, dass so viele mitmachen würden. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sagen würde, dass die Frauen, die in meinem Film mitwirken, mutig sind und doch ist es eindeutig der Fall.“ Mit Ausdauer und ohne Hast hinterfragt der Dokumentarfilm „Menopause – Frauen berichten“ gesellschaftliche Normen und zeigt Wege zu mehr Selbstliebe und Respekt auf. Autorin Talon möchte mit ihrem Film den Blick auf einen wichtigen Abschnitt in einem Frauenleben verändern. Der Schlusssatz, dieses auch fürs andere Geschlecht interessanten Films, gehört Benedicte Guichardon. Sie hat das Verstecken satt und sagt: „Der Vorteil beim Älterwerden ist, dass man spürt, dass alles vergeht, dass die Zeit vergeht. Seit mir das bewusst ist, denke ich: Ich habe nichts zu verlieren, ich will mein Leben ganz leben. Das bedeutet auch, dass man sich klar äußert, ja, nein, ich will nicht, ich will.“

„Ein starkes Team – Sterben auf Probe“, Sa., 29.6., 20.15 Uhr, ZDF

Foto: ZDF - Katrin Knoke
Foto: ZDF - Katrin Knoke

Wiederholung vom 2.10.2023, 20.15 Uhr, ZDF: Mal wieder ein sehenswerter und guter Samstagskrimi der Reihe aus Berlin – und dazu noch mit sehr guter Besetzung: Bevor Familienoberhaupt und Spediteur Bernhard Paulsen die Nachlassregelung mit Frau Erika (gut: Leslie Malton) und drei Kindern besprechen kann, stirbt er – und das Testament ist verschwunden. Das Team nimmt die Ermittlungen auf. Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) sind sich einig: Eines der Familienmitglieder muss der Mörder des wohlhabenden Paulsen sein. Sie ermitteln in einem engen Familienkonstrukt und stoßen auf einen heimlichen Beobachter von außen. Die Spedition Paulsen ist ein Familienunternehmen, das Geschäft führt mittlerweile Sabine (Lisa Marie Janke), die Tochter von Ehefrau Erika aus erster Ehe. Sohn Jens (Jan Krauter) wurde bei der Vergabe der Geschäftsführung nicht bedacht. Der jüngste Sohn Lukas (gut: Theo Trebs) wurde vor zwei Jahren wegen seiner Drogensucht vom Vater aus der gemeinsamen Familienvilla geworfen – und von Mutter Erika weiterhin heimlich finanziell unterstützt. Für das Ermittlerteam liegt das Motiv für den Mord an Bernhard Paulsen auf der Hand: Habgier. Schließlich geht es um das Erbe. Jedoch offenbart sich nach und nach ein Familiendrama, das einen weiteren Toten zur Folge hat. Und es taucht auch der frühere n Kollegen des Spediteurs Gerd Semmerich auf – und da gibt es ein Wiedersehen mit Gerd Siberbauer (früher jahrelang Chefermittler bei der Münchner „Soko 5113“.

„Scham, das verborgene Gefühl“, Sa., 29.6., 22.35 Uhr, Arte

Scham, weil uns etwas unendlich peinlich ist. Scham, weil wir denken, die Erwartungen der anderen nicht zu erfüllen. Scham, weil uns andere zutiefst verletzt haben. Die einen hindert Scham daran, Dinge zu wagen und das Leben zu leben, das sie sich erträumen; die anderen hält sie in negativen Gefühlen gefangen. Je stärker die Scham ist, umso mehr versuchen wir, sie vor anderen zu verbergen. Genau das gibt ihr zerstörerische Macht über uns. In der 53-minütigen Dokumentation (vom Hessischen Rundfunk, HR) erzählen drei Menschen ihre Geschichte: persönliche Erfahrungen und die Folgen ihrer Scham. Sucht, Selbstverletzung, Depression. Expertinnen und Experten erklären, warum wir uns überhaupt schämen, wie Scham unser Selbstbild beeinflusst und wie wir einen Weg aus diesem schmerzhaften Gefühl finden können. Denn Scham tut weh. Aber sie ist für unser Zusammenleben unerlässlich. Sie macht uns zu sozialen Wesen, die Normen und Regeln der Gemeinschaft verinnerlicht haben. Wie viel Scham für unser Miteinander gut ist, wird auch in der Forschung diskutiert. Brauchen wir angesichts der sozialen Medien mehr Scham als moralischen Kitt, damit wir uns respektvoller zueinander verhalten? Oder leiden wir unter den vielen Schamkonflikten, weil wir uns immer mehr Menschen zeigen und zu viele Erwartungen erfüllen wollen?

 

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